
7800 Hektar Wald, sieben Seen und 165 km Wasserstrecke auf Spree und Dahme,
das bedeutet drei Viertel des Territoriums sind Wald- und Wassergebiete und
803 Quadratmeter entfallen auf jeden Einwohner. Es spricht für sich,
daß Menschen diese gebiet heute wie damals zur Erholung oder als
Wohndomozil suchten. Aber auch durch seine Geschichte ist Köpenick bekannt
geworden.
Neben dem " Hauptmann von Köpenick", der beim jährlichen
Sommerfest rund um das Köpenicker Rathaus
wieder auferstehen darf, sorgten z.B. zwei weitere Kriminalfälle für
Furore.
1571 stirbt Kurfürst Joachim II.nach einer Jagd auf rätselhafte
Weise. Der Münzjude Lippold wird verdächtigt, ihn vergiftet zu
haben und hingerichtet (ohne Beweise). Alle Juden mußten darauf die
Mark Brandenburg verlassen.
1730 ließ hier Friedrich Wilhelm I. den besten Freund seines Sohnes,
von Katte nach der mißglückten gemeinsamen Flucht vor der
väterlichen Willkür hinrichten und seinen Sohn internieren. Er
wandelte damit eigenmächtig das Urteil des Kriegsgerichtes, das hier
im Wappensaal des Schlosses gefällt wurde.
Aber zurück zum Ort.
| Er war bereits im 9. Jahrhundert slawisches Burgdorf. 1209
wurde Köpenick das erste mal erwähnt.1239 erhielt
es Stadtrecht. Es lag damals an einer bedeutenden Handelsstraße,
der Via Vetus. Aber mit der Zeit schwand die Bedeutung dieser Straße
zugunsten alternativer Handelswege nach Berlin und Cölln. So blieb
Köpenick bis ins 19. Jahrhundertein ein dörflicher, kleiner Ort
zwischen Damm- und Langer Brücke. |
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18898 wurde Kietz, ein selbständiges Fischerdorf (ehemals Dienstsiedlung
zur Burg) eingemeindet. Noch heute stehen zwischen Kietz- und Gartenstraße
einige Fischerhäuser aus dem 17.Jahrhundert. 1842 erhielt die kleine
Stadt eine Station der Berlin- Frankfurter Eisenbahn. Die hierauf einsetzende
Industriealisierung brachte dann auch für dieses Städtchen die
Zäsur. Industiebetriebe entstanden vor allem in Oberschöneweide
( seit 1838 zu Köpenick gehörig). Die Elektroindustrie ( AEG),
die eng mit dem Schaffen von Emil und Walter Rathenau verbunden war, wie
auch die Wäscherei- und Textilreinigung.
Rechts hinter der Schloßbrücke auf dem Festland
am Brunnen hält die Figur der " Mutter Lustig"
mit einem Brett zwischen den Beinen große Wäsche.
Diese Denkmal steht zu Ehren des von Henriette Lustig
1835 eröffneten Betriebes, der für Geld die schmutzige
Wäsche reicher Leute wusch. Da das Geschäft so gut lief, gab es
um die Jahrhundertwende schon 87 Wäschereien, so daß Köpenick
schon als "Waschküche Berlins" galt. So gibt es heite ein
Wäschereimuseum, wo man die veralteten Waschtröge, Zuber, Mangeln,...
bewundern kann. Zu finden ist es in der Luisenstraße 23.
Öffnungszeiten: Freitag: 15-1800 Uhr
1873 nahm die Firma Spindler
ihre Produktion auf. Es war der größte deutsche
Wäschereibetrieb, der sichim späteren Ortsteil Spindlersfeld
befand.
Einblick in die gesamt Wäschereigeschichte gibt auch
das Museum für Wasserwirtschaft am Müggelseedamm und das Technisch-
Historische Kabinett in der Ostendstraße.
Durch sein grüne Lage war und ist Köpenick schon eh und je Badeort.
Neben den See- und Strandbädern ( heute 5) gab es schon 1868 die erste
Warmbadeanstalt und 1877 das erste Schwimmbad. Wer heute als Tourist das
Grüne wie auch das Wasser erleben will, sollte sich auf jeden Fall die
nähere Umgebung wie z B.die Müggelberge
mit See oder auch den Freizeitpark "Wuhlheide" , ein Paradies für
Kinder, ansehen.
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