Köpenick-Schloß

In der Zeit von 655 bis 1000 unserer Zeitrechnung stand auf der Schloßinsel eine Rundwallanlage der Slawen, später eine mittelalterliche Burg, die Zufluchtsstätte des letzten unabhängigen Slawenfürsten Jaxa von Coptnik, auf den Köpenicks Name zurückgeht.

"Das alte Schloß Köpenick stand schon, als die Deutschen unter Albrecht dem Bären ins Land kamen. Jaczko oder Jasso, der letzte Wendenfürst, an dessen Bekehrung die schöne Schildhornsage anknüpft, residierte daselbst. Nach seiner Unterwerfung wurde seine Residenz eine Wendenveste, zur markgräflichen Burg, aber weder Bild noch Beschreibung sind auf uns gekommen, aus denen wir ersehen können, wie Schloß Köpenick zur Zeit der Askanier oder Bayern oder ersten Hohenzollern war." (Fontane)

Dieses Schloß stand bis zum Jahr 1550. Kurfürst von Brandenburg, ein leidenschaftlicher Jäger, ließ es abreißen, um an diese Stelle ein Jagdschloß im Renaissancestil zu bauen. Aber bald schon war es "unmodern" geworden. Der franzözische Einfluß wurde immer stärker. Die kleinen Zimmer, Gieberl und Türmchen konnten sich gegenüber der großen Prach nicht länger behaupten.Dazu kam, daß große Teile des Schlosses im 30jährigen Krieg ausbrannten. So wurden einige Zimmer 1658 noch als alchimistisches Labor genutzt, bevor es 1677 gänzlich einem neuen Schloß Platz machen mußte.

Als Residenz des Kronprinzen hatte Rutger von Langenfeld, ein holländischer Architekt, den Neubau begonnen. Die Anlage war dreiflügelig nach Versailler Vorbild, jedoch der rechte Seitenflügel wurde fertig. Über die Innenansicht schreibt Fontane:

"Nirgens ein Geizen mit Raum, aber auch nirgens ein Geizen mit dem, was erheitert und schmückt. Wohin wir blicken, eine Fülle reizendster Details, die vielleicht wie Überladung wirken würden, wenn nicht die Dimensionen ein Sich- Vordrängen des Einzelnen verhinderten. All diese Karyatiden und Pfeiler und Säulen mit reichgegliedertem Kapitell treten dienend in den Hintergrund zurück, und die schweren Stuckornamente verlieren anscheinend ihre Schwere."

Weiterhin verrät er:

Im Schlosse heißt es, daß der mit Bohlen bedeckte, zwischen Dach und Balustrade hinlaufende Gang im vorigen Jahrhundert als Kegelbahn gedient habe. Trifft dies zu, so darf man kühnlich behaupten, daß, wenigstens in den Marken, an keiner schöneren Stelle jemals Kegel gespielt worden ist. Der einen Kreis von fast vier Meilen umfassene Blick ist entzückend: Wald und Wasser, so weit das Auge reicht, und mitten im Bilde die "Müggelberge"

Nering löste von Langenfeld mit dem Bau des Neuen Schlosses ab, von ihm stammt außerdem der Torbau (1682), die Kapelle mit den Wirtschaftsräumen (1682-84) und der Galeriebau (1688).
In der Schloßkapelle genossen übrigens im Jahre 1685 26 hier angesiedelte Hugenotten Gastrecht.

1804 kaufte der Gelehrte, Kartograph und Offizier Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau das seit 1782 unbewohnte Schloß. Wegen aufklärerischer ideen von Friedrich II. entlassen, von Friedrich Wilhelm II erst rehabilitiert und dann zum " freiwilligen" Abschied bewegt, wurde er 1797 als Generalmajor wieder eingestellt. 1806 starb er dann an seinen Verletzungen aus den Schlachten.

Nachdem der Militärfiskus es 1819 erworben hatte, wurde das Schloß Militärdepot. Im Kapellenbau und im Schloßkeller wurden ab 1823 Opfer der Demagogenverfolgungen, u.a. A. Ruge und Fritz Reuter, eingekerkert. 1830 war es das ganz und gar Staatsgefängnis.

1846 ging das Schloß an das Provinzialkollegum und diente bis 1926 als Lehrerseminar, später als Studentenheim.

1963 zog das Kunstgewerbemuseum ein. Hier kann man sich bis heute das Kunsthandwerk der vergangenen Jahrhunderte, Möbel, Goldschmiedearbeiten, Glas, Porzellan, Teppiche, Schmuck usw. anschauen.Seit 1982 ist hier auch das vermulich nach Entwürfen A. Schlüters angefertigte Silberbuffet aus dem Berliner Schloß ausgestellt.

Der Schloßpark, auf drei Seiten von der Dahme umgeben, mit Blick auf den alten Köpenicker Kietz und auf Spindlersfeld, ist mit seinen alten Schattigen Bäumen, den vielen Rhododendronsträuchern, Pfauen und einem kleinen Schloßcafe  Kulturpark geworden.

Der Ort und weitere Sehenswürdigkeiten

Zimmer, Übernachtungen, Ferienhäuser, ...
vermittelt die " Zimmervermittlung Dahmeland"

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