D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 2. April - 8. April 2003 unabhängig - überparteilich

Forderung der CDU

Mehr gestalten - weniger verwalten!

Zum Stand der Beratungen im Land referierte Klaus -Michael Glaser (li.) vom Städte- und Gemeindetag M - V.


Foto: Privat

Bergen auf Rügen (ks). Der CDU-Kreisvorstand und die CDU-Kreistagsfraktion hatten zum 22. März Kommunalpolitiker der Insel zu einer Klausurtagung zu Fragen der Verwaltungsreform in unserem Bundesland eingeladen, heißt es in einer Pressemitteilung des CDU- Kreisverbandes. Zum Stand der Beratungen im Land referierte der Mitarbeiter des Städte- und Gemeindetages
M-V, Klaus - Michael Glaser.

Nach dem engagiert vorgetragenen Sachstandsbericht folgte eine angeregte Diskussion, an der sich Vertreter aus allen Amtsbereichen Rügens beteiligten. Die Empfehlungen der Enquete-Kommission standen im Mittelpunkt der Information und Diskussion. Für die notwendige öffentliche Fortsetzung der Diskussion ist Konsens zu folgenden Grundsätzen erreicht worden:

  1. Die Gemeinden bleiben strukturelle Grundlage unseres demokratischen Gemeinwesens. Zur Erfüllung der kommunalen Gestaltungs- und Verwaltungsaufgaben sollten Zusammenschlüsse von Gemeinden unter 500 Einwohnern auf freiwilliger Basis erfolgen.
  2. Der auch im Landkreis Rügen beginnende Prozess der Ämterfusionen wird durch den CDU-Kreisverband befördert.
  3. Unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung der Verwaltungsreformen ist eine durch die Landesregierung zu definierende Funktionalreform. Die Kompetenz der Ämterebene ist in diesem Zusammenhang zu erhöhen.
  4. Der Erhalt der Selbständigkeit des Insellandkreises Rügen wird entscheidend durch eine angemessene Finanzausstattung bestimmt. Diese ist durch die Gestaltung eines auf Dauer ausgeglichenen Haushaltes zu erreichen.
  5. Die Funktionalreform muss auch zum Ziel haben, die Landesämter nach Zahl und Kompetenz deutlich zu reduzieren. Damit rücken Verwaltungsaufgaben in Bürgernähe.
  6. An die Landesregierung ergeht die Forderung, Verwaltungsaufwand auch durch Kooperation mit den Verwaltungen der Nachbarbundesländer zu verringern.


Kulturgüter der Stadt erhalten

"Verein zur Erhaltung von St. Marien
und der historischen Innenstadt Bergens"

Bergen auf Rügen (ks). "Bergen ist älter, als Sie denken ! Obwohl Bergen erst im Jahre 1613 das Stadtrecht erhielt, belegen archäologische Funde, eine weit frühere Besiedlung", so ein Auszug aus dem Flyer des "Verein zur Erhaltung von St. Marien und der historischen Innenstadt von Bergen auf Rügen e.V.". Hauptziel des im Juli 2000 gegründeten Vereins ist, wie es schon der Name verrät, die Bewahrung des lebendigen Kulturerbes der Kreisstadt zur Freude seiner Einwohner und Gäste.

Denn von den etwa 846 Denkmälern der Denkmalsliste Rügens sind allein 72 in Bergen gelistet.
In der vergangenen Woche traf sich nun der Verein, unter Führung von Kürschnermeister Uwe Hinz und dem neuen Stellvertreter Ernst Thurow, zu seiner diesjährigen Mitgliederversammlung. Neben Mitgliedern und interessierten Bürgern fanden auch Gäste aus Politik und Wirtschaft den Weg.

Neben Bergens Stadtvertretervorsteher, Manfred Kendziora (CDU), der den Verein als wertvolles Zugpferd für die kulturelle Entwicklung der Stadt sah, war auch Landrätin Kerstin Kassner (PDS) anwesend. Sie lobte die verantwortungsvolle Vereinsarbeit und wünschte sich für die Zukunft vor allem eine breitere Beteiligung aus den Reihen junger Leute und Pädagogen.

Besonderen Anklang fanden im vergangenen Vereinsjahr die sogenannten "Indigena - Abende" (Der Einheimische - Pseudonym des Bergener Geheimgelehrten J.J. Grümbke, Anm. d. Red.), die der Verein regelmäßig zu verschiedensten Themen wie Backsteingotik, Archäologie oder der Bergener Stadtentwicklung, um nur einige zu nennen, durchführte. Auch in diesem Jahr werden diese Abende wieder regelmäßig unter der Mitwirkung namhafter Referenten stattfinden.

Ein weiterer Höhepunkt in 2002 war das Benefizkonzert zur Erhaltung Bergener Kulturgüter. Wer von Ihnen liebe Leserinnen und Leser Lust hat, aktiv im Verein mitzuwirken, kein Problem. Ansprechpartner ist der Vorsitzende Uwe Hinz (0 38 38 - 25 28 08). Der Jahresbeitrag beträgt lediglich 12 Euro.

Übrigens, auch während der Mitgliederversammlung spielte der Irak - Krieg eine Rolle. Uwe Hinz entzündete im Verlaufe des Abends gegen diesen Krieg symbolisch eine Kerze.


Schloss Ralswiek bald erste Adresse für Heiratswillige

Antrag zur Anerkennung als offizielle Außenstelle
des Standesamtes Bergen gestellt

Heiraten im romantischen Schlosshotel Ralswiek? Die Nachfrage ist groß.

Foto: Privat

Von Knut Schäfer

Bergen auf Rügen.
Wer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in den nächsten Wochen vor hat, den feierlichen Bund der Ehe einzugehen, aber noch auf der Suche nach der passenden Lokalität für das Ehegelöbnis ist, der könnte bald die Lösung seines Problems gefunden haben. Wie Bergens 1. Stadtrat Herbert Knüppel (CDU) auf der letzten Stadtvertretung mitteilte, hat sich die Leitung des Schlosshotel Ralswiek darum beworben, ab demnächst als Außenstelle des Bergener Standesamtes offiziell Eheschließungen vorzunehmen.

Genau wie seit Jahren am Kap Arkona und auf der Selliner Seebrücke könnten künftig auch in dem Piratendorf am Großen Jasmunder Bodden, in den Wänden des frisch restaurierten Schlosses, heiratswillige Paare ein liebevolles "Ja, ich will" über die Lippen hauchen. "Die Stadtverwaltung sieht diesen Antrag durchaus positiv. Entstehen doch für den Verwaltungshaushalt keinerlei Kosten. Jedoch werden wir durch die Gebühren eine Mehreinnahme zu verzeichnen haben", so Herbert Knüppel.

Wie die Hoteldirektorin Heike Sommer im Rüganer - Gespräch verlauten ließ, gab es im ersten Jahr des Bestehens sehr viele Anfragen von Gästen und Einheimischen zwecks Eheschließung im romantischen Schlosshotel. Diese Wünsche könnte die Hotelleitung vielleicht schon ab Mai erfüllen.


In Bergen soll gerodelt werden, aber wo ?

Stadtvertretung stimmt mehrheitlich für Sommerrodelbahn
aber gegen Standort "Skiwiese"

Thomas Dehn und Torsten Rhinow glauben an ihr Konzept und suchen nun einen neuen Standort in Bergen.

Foto: Schäfer

Bergen auf Rügen (ks). "Wo wird in Bergen gerodelt ?", diese Frage stellte Der Rüganer in den letzten Wochen mehrfach. Auch nach der vergangenen Stadtvertretersitzung gibt es noch immer keine Antwort. Dem Wunsch der beiden Stralsunder Investoren Thomas Dehn und Torsten Rhinow, auf der Skiwiese im Rugard eine Alpine- Coaster-Sportbahn zu errichten, wurde nicht entsprochen. Vielmehr fällten die Stadtvertreter auf Initiative von Wolfgang Jepp (Unab. SV) einen Grundsatzbeschluss.

Laut diesem ist die Stadtvertretung grundsätzlich für die Errichtung einer Sommerrodelbahn in Bergen, jedoch nicht an dem bisher angedachten Standort. Deshalb wird die Verwaltung beauftragt gemeinsam mit den Investoren nach geeigneten Standorten im Stadtgebiet zu suchen, und diese dann der Stadtvertretung vorzuschlagen.

Dieser Antrag wurde mit 20 Ja - Stimmen und drei Nein - Stimmen angenommen. Nahezu einstimmig sprachen sich die einzelnen Fraktionen im Diskussionsverlauf für die Sommerrodelbahn aus, dennoch hatte der kulturhistorische Stand-ort "Rugard" für viele Stadtvertreter Vorrang. "Dieser Beschluss stand schon einmal auf der Tagesordnung. Unser Umgang mit diesem kulturhistorisch bedeutenden Standort stößt bei den Einwohnern sicherlich auf Unverständnis", so Peter Wendekamm (PDS).

Ob die Schlitten ab dieser Saison nun von einem anderen Standort hinabgleiten, scheint derzeit dennoch möglich. Die Investoren zeigten sich nach der Beschlussfassung grundsätzlich gesprächsbereit. "Es gibt ja jede Menge Standortvorschläge. Die werden wir in der nächsten Zeit gemeinsam mit der Stadtverwaltung abklopfen, vielleicht sogar mit einigen Stadtvertretern", so Thomas Dehn im Rüganer - Gespräch.

Unumstritten ist jedoch, dass den beiden Existenzgründern die Zeit davonläuft. Zwar benötigt der Hersteller für den Aufbau der etwa 750 Meter langen Rodelbahn nur sechs bis acht Wochen. Dennoch müsste die Bahn zu Saisonbeginn schon stehen. Mit Erstaunen nahmen Dehn und Rhinow am vergangenen Mittwoch die Äußerung von Angelika Peters (SPD) auf, die das Finanzierungskonzept der beiden anzweifelte.

Grundlos, denn finanziell ist alles in trockenen Tüchern. Das Landesförderinstitut in Schwerin bewertete das saisonverlängernde Konzept als wirtschaftlich erfolgversprechend und sagte eine 50-prozentige Förderung des Vorhabens zu.


Baabe und Gingst die schönsten Gemeinden Rügens

Tourismusverband und Tourismuszentrale wirtschaftlich gesund
Vorstand des Tourismusverbandes einstimmig wiedergewählt

Die Jurymitglieder und Vertreter der ausgezeichneten Gemeinden stellten sich nach der Preisvergabe dem Fotografen.

Foto: Wuitschik

Binz (tw). "Alles bestens - und es gibt noch eine Menge zu tun". So lautete das Fazit von Sönke Reimers, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen e.V. auf der Mitgliederversammlung am Freitag im Binzer Hotel "Vier Jahreszeiten". Rückblickend auf die Saison 2003 konnte Reimers wieder ein Wachstumsjahr (7,4 % mehr Übernachtungen) für Rügen verzeichnen. "Rügen ist eine Top-Destination in Deutschland. Die TUI z.B. macht 28 % ihres Deutschlandgeschäftes mit Mecklenburg-Vorpommern.

Damit gehört MV zu den Top 10-Reisezielen der Welt im TUI-Konzern. Und Rügen hat mit geschätzten 40 % Umsatzanteil ein Schwergewicht am MV-Anteil." Im Jahr 2002 hatte der Tourismusverband folgende Mitgliederentwicklung zu verzeichnen: Ende 2001: 168 Mitglieder, 2002: 184 Mitglieder

Die Finanzen des Verbandes sind geordnet. Die Beiträge seien stabil. Zu den wichtigsten Ereignissen des zurückliegenden Jahres gehöre zweifelsohne der Start der Tourismuszentrale Rügen. Nun sei schon ein volles Geschäftsjahr vollzogen und der von einigen beschworene Untergang des Abendlandes sei ausgeblieben.

Auf das Verhältnis von TVR und TZR eingehend sagte Reimers: "Die Geschäftsbesorgung zwischen Verband und TZR klappt hervorragend und ermöglicht dem Verband, seine Aktivitäten zu verstärken. Ich meine die allgemeine Verbandsarbeit hat an Qualität gewonnen. Dies kommt durch die Verbesserung des Infoblattes und der Kommunikation insgesamt zum Ausdruck. Auch der Tourismustag, den viele sicherlich noch in Erinnerung haben, zum Thema Qualität beginnt im Kopf mit unserem Referenten Herrn Tominaga hatte hohes Niveau."

Auch der Ortsbildwettbewerb und die Auszeichnung der schönsten Gemeinden Rügens sollten zur Qualitätsverbesserung beitragen. Die Weiterentwicklung der www.ruegen.de gehe voran. Das Ergebnis bezeichnete er als gut - Zugriffszahlen und Buchungszahlen belegten dies. Die positive Entwicklung gehe weiter!

Welche Aufgaben sich für den neu zu wählenden Vorstand des Tourismusverbandes stellen, zeigte er ebenso auf. Ein besonderer Schwerpunkt bilde die Qualitätsverbesserung auf allen Ebenen. Durch gute "interne touristische Kommunikation" - ruegen.org und FVV, durch weitere Klassifizierung, durch ein verstärktes Schulungsangebot zur Qualifizierung der Mitarbeiter, durch Gewinnung qualifizierten und motivierten Nachwuchses.

Der Ortsbildwettbewerb werde fortgesetzt und auch der Verkehr auf Rügen bilde ein Schwerpunktthema. Beschäftigen werde man sich auch mit dem Thema Naturpark Rügen. Nach kontroversen aber sachlichen Diskussionen im Vorstand zu diesem Thema würden jetzt die Mitglieder befragt, ob sie für oder gegen einen Naturpark Rügen sind.

Wichtig auch die Dachmarke Rügen. Hierbei handelt es sich um ein Projekt im Rahmen des Leader+ Programmes, das vom Landkreis getragen wird, aber von vielen Akteuren unterstützt werden muss. Der Tourismusverband werde diesen Prozess der " Markenfindung" nicht nur inhaltlich sondern auch materiell begleiten.

Der Vorstand wurde in seiner alten Konstellation einstimmig wiedergewählt. Vorsitzender ist Sönke Reimers, sein Stellvertreter Ernst Heinemann, Schatzmeister wurde Reinhard Liedtke. Zu Beisitzern wurden Gunter Reymann, Dr. Thomas Gelshorn, Rolf Kamman und Thomas Wuitschik gewählt.
Zum Abschluß der Veranstaltung wurden jeweils die ersten drei Gemeinden im erstmalig stattgefundenen Ortsbildwettbewerb geehrt.


RÜGENER ORTSBILDWETTBEWERB 2003
Rang
Ländl. Gemeinde Kur-/Erholungsorte (u. Bergen)
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
Gingst
Lietzow
Lohme
Altenkirchen
Zirkow
Ralswiek
Schaprode
Patzig
Trent
Rappin
Rambin
Ummanz
Thesenvitz
Karnitz
Samtens
Sehlen
Buschvitz
Groß Schoritz
Stadt Garz
Kluis
Sagard
Parchtitz
Dreschvitz
Zudar
Altefähr
Poseritz
Gustow
Neuenkirchen
Ostseebad Baabe
Ostseebad Sellin
Stadt Putbus
Lancken-Granitz
Ostseebad Binz
Putgarten
Seebad Insel Hiddensee
Glowe
Wiek
Middelhagen
Stadt Sassnitz
Stadt Bergen auf Rügen
Ostseebad Göhren
Dranske
Breege
Gager
Ostseebad Thiessow


Landrätin will an die Spitze des Tourismus in M-V

Das aktuelle Rüganer-Interview:
Kerstin Kassner zur beabsichtigten Kandidatur im Landestourismusverband

Bergen auf Rügen (gü). Die PDS-Landtagsfraktion in Schwerin teilte dieser Tage mit, dass sich Rügens Landrätin Kerstin Kassner um einen Vorsitz beim Landestourismusverband M-V bewerben will oder soll ? Welche Motivation liegt dieser beabsichtigten Kandidatur zugrunde ?

Hat Landrätin Kassner nicht eigentlich (aber) auf der Insel genug zu tun, ehe sie sich um Aufgaben dieser Art auf Landesebene bemüht ? Welche Mehraufwendungen würde ein Vorsitz der Landrätin bei einer Wahl bedeuten, ist dies mit den Aufgaben auf Rügen zu vereinbaren ?

Der Rüganer fragte dieser Tage bei der Verwaltungschefin nach :

Kerstin Kassner:
Es ist richtig, dass ich mich um den Vorsitz beim Landestourismusverband bewerben werde. Dies ist mein eigener Entschluss, der von der PDS-Landtagsfraktion mitgetragen wird. Mit dem Warener Landrat Jürgen Seidel und der Landtagspräsidentin Sylvia Brettschneider gibt es bekanntlich zwei weitere Kandidaten. Im Mai erfolgt die Wahl der zwei Vorsitzenden des Landestourismusverbandes.

Der Rüganer:
Ist dies zeitlich mit den Aufgaben auf Rügen als Landrätin vereinbar ?

Kerstin Kassner:
Ich sehe in dieser Kandidatur keinen Widerspruch zu meinen Aufgaben als Landrätin des Landkreises Rügen. Im Gegenteil : Rügen ist Tourismusregion, 40 Prozent der Beschäftigten haben in diesem Bereich zu tun. Der Tourismus ist unser Wirtschaftsfaktor Nummer 1. Unsere gute Position als Urlaubsregion wollen wir weiter ausbauen. Der Vorsitz im Landestourismusverband kann da beidseitig wertvolle Impulse bringen.

Ich denke auch, dass ich über Erfahrungen verfüge, um dieser Funktion gerecht zu werden. Als Landrätin von Rügen habe ich beinahe täglich mit Tourismusangelegenheiten zu tun. Hinzu kommt, dass ich während meiner Zeit als Mitglied des Landtages MV u.a. im Tourismusausschuss tätig war. Ich habe sowohl die touristische Entwicklung im Landkreis Rügen als auch im gesamten Land verfolgt und weiß um die Probleme und Erfolge. Auch dies sind meines Erachtens wesentliche Punkte.

Der Rüganer:
Das bedeutet, keine Konflikte mit Aufgaben vor Ort ?

Kerstin Kassner:
Natürlich gibt es im Landkreis viel zu tun, gerade für mich als Landrätin. Ich meine jedoch, dass die Möglichkeiten, Rügen als Tourismusregion weiter zu entwickeln, voll ausgeschöpft werden sollten. Es ist eine Frage der Koordination und Effektivität, als Landrat auch die Aufgaben eines Vorsitzenden des Landestourismusverbandes in hoher Qualität zu erfüllen. Jürgen Seidel praktiziert das Doppel Landrat und Verbandsvorsitzender schon seit einigen Jahren und will dies auch künftig tun, wie seine erneute Kandidatur beweist.

Der Rüganer:
Über die inhaltlichen Aufgaben ist sich die Landrätin bewusst ?

Kerstin Kassner:
Ich bin mir der Herausforderung bewusst und werde sie meistern. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mir sowohl als Landrätin als auch als Verbandsvorsitzende Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die mit Kreativität und Erfahrungen ihre Aufgaben erfüllen.

Der Tourismusverband, der meine Kandidatur unterstützt, hat z.B. eine sehr gut funktionierende Geschäftsstelle, auf die jederzeit Verlass ist. Dies ist ein Garant dafür, dass ich mich nicht "verzetteln", Rügen "vernachlässigen" und "Mehraufwendungen" haben werde. Was Termine beim Landesverband in Schwerin betrifft, so bin ich sicher, dass diese sich sehr gut mit anderen notwendigen Terminen, beispielsweise in den Ministerien, verbinden lassen.

Der Rüganer:
Vielen Dank für das Gespräch.


Positivum oder Negativum für Binz ?

Gemeindevertretung entscheidet über Aufstellbeschluss
zum B-Plan Nr. 9a "Fischräuchereimuseum"

Ostseebad Binz (gü). Das Bauvorhaben "Fischräuchereimuseum" von Wolfgang Möser spaltet die Meinungen im Bauausschuss. Dessen Mitglieder hatten während ihrer letzten Sitzung im März über den Aufstellungsbeschluss zu einem B-Plan zu entscheiden. Da das Vorhaben im Außenbereich realisiert werden soll, macht sich die Aufstellung einen B-Planes nötig, die Kosten trägt der Investor.

Nachdem der Bauausschuss bereits zu Beginn des Jahres das Projekt als "nicht genehmigungsfähig" bezeichnet hatte, entschied sich eine Mehrzahl der anwesenden Mitglieder des Ausschusses, dem Aufstellbeschluss dennoch zuzustimmen und diesen in die Gemeindevertretung zu überweisen. Diese wird sich während ihrer Sitzung am Donnerstag, 10. April, mit dem Vorhaben beschäftigen.

Warum ist das geplante "Fischräuchereimuseum" umstritten ? Wie die Verwaltung während der Ausschusssitzung ausführte, plant Wolfgang Möser das Vorhaben auf seinem Parkplatz am Ortseingang von Binz, unweit des "Dünenpark". Sollte sich die Gemeindevertretung für den Aufstellbeschluss aussprechen, erfolgt eine Plananzeige bei der Bauordnungsbehörde.

Falls es von dort "grünes Licht" gibt, kann der F-Plan der Gemeinde geändert werden, denn dort ist gegenwärtig keine Nutzung empfohlen, wie Bauamtsleiterin Gudrun Reimer gegenüber dem Rüganer sagt.

Nach der teilweise heftigen Diskussion im Bauausschuss, stellte Mitglied Lutz Aßmann (CDU) die Frage, ob es sich um ein "Positivum oder Negativum für Binz" handelt. "Das gilt es in diesem Zusammenhang abzuwägen", so der Gemeindevertreter.

Investor Wolfgang Möser sieht auf eine entsprechende Nachfrage dieser Zeitung die Frage bereits als beantwortet an. "Wo kommt Binz her, was ist Binz ? Wir wollen mit dem Museum an den Ursprung erinnern, also in Museumsform unseren Gästen näherbringen, was Binz einmal war und wie es sich entwickelt hat", so der Unternehmer, der das Seehotel "Binz-Therme" gebaut hat.

Geplant ist auf den Gelände an der Stelle, wo heute eine Ruine auf ihren Abriss wartet, ein neues Gebäude in Form einer Scheune zu errichten. Dort sollen neben den Museumsräumlichkeiten auch eine Schauräucherei sowie Erlebnisgastronomie untergebracht werden.

"Wir wollen unser Projekt mit Rügener Partnern umsetzen und auch weitere Arbeitsplätze schaffen, die das ganze Jahr Bestand haben", so Wolfgang Möser. Den Befürchtungen des Bauausschusses, dass im Zuge einer Umsetzung der dort befindliche Wald eingekürzt wird, erteilt er eine klare Absage. "Natürlich lassen wir die Bäume dort stehen, wir haben genügend Fläche", sagt er.

Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück ist ausreichend Platz für das Vorhaben selbst und für entsprechende Parkflächen. Durch das Projekt sieht der Investor eine Aufwertung in zweierlei Hinsicht : Zum einen für den Eingangsbereich des Ortes und zum anderen für den Parkplatz.

Dem schließt sich auch Bürgermeister Schaumann an. Er rechnet zwar mit Auflagen durch die Raumordnungsbehörde, würde allerdings eine Aufwertung des Areals gern sehen, wie er während der Sitzung des Bauausschusses sagte.



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