Gemeinde contra Verkehrsbehörden
Ideen zur Verkehrsberuhigung und zum Schutz der Fußgänger sind
rechtlich nicht möglich, sagen die Ämter
Middelhagen (gü). Mittels weiterer Aktionen wollen die Einwohner von
Lobbe Druck auf die Untere Verkehrsbehörde im Landkreis ausüben
! Den Bürgern geht es um einen Fußweg im Bereich der Kreuzung
Ortsdurchfahrt / Einfahrt Lehmbau, damit besonders Kinder aber auch
Gäste sicheren Fußes auf die
gegenüberliegende Straßenseite
gelangen können. Dort wurde jetzt durch die Gemeinde der Gehweg verlängert
und erneuert. Bereits vor zwei Jahren ist eine Unterschriftensammlung dazu
erfolgt, bisher sei aber nichts passiert. Darüber informierte Mark
Houben (CDU-Mandat), erster stellvertretender Bürgermeister, während
der letzten Sitzung der Gemeindevertretung gegenüber den anwesenden
Gemeindevertretern und Bürgern.
Ende April hatte es, nicht nur wegen diesem verkehrstechnischen Problem
aus Sicht der Gemeinde, einen Vororttermin mit Vertretern des Straßenbauamtes
Stralsund und des Ordnungsamtes des Landkreises Rügen in der Kommune
gegeben. Mark Houben informierte weiter, dass die Einrichtung eines Fußgänger-überweges
während des Termins abgelehnt worden sei. Als kleinsten Konsens bezeichnete
er die Aufstellung eines Warnschildes für Kraftfahrer, dass Fußgänger
die Straße queren. Dieses sei jetzt aber vom Ortseingang aus gesehen
an einer Stelle installiert, an "der die Warnung verpufft", so
der Abgeordnete.
Ein weiteres Problem stellen in dem Middelhägener Ortsteil die optischen
Eingangssituationen dar. Trotz der Ortseingangsschilder "rasen"
viel zu viele Autofahrer in den Ort, kritisieren in diesem Zusammenhang
die Abgeordneten der Wählergemeinschaft für Lobbe, Joachim Werner
und Horst Soyka.
Middelhagens Bürgermeister Ulrich Kliesow (parteilos) quittierte den
derzeitigen Stand der Dinge mit der Forderung, dass "jetzt andere Wege
her müssten, um Druck auszuüben. Der Dienstweg führt zu nichts",
so das Gemeindeoberhaupt.
Ein fast gleiches Problem stellt sich an den Ortseingängen von Middelhagen
dar, wie Houben weiter ausführte. Die Gemeinde hatte eine mögliche
Verkehrsberuhigung mittels Verkehrsinseln gegenüber den Verantwortlichen
der Ämter ins Spiel gebracht. Auch diese Lösung wurde bei dem
eingangs erwähnten Vororttermin abgelehnt. "Verkehrsinseln können
nur bei geradlinig in den Ort führenden Straßen installiert werden.
Unsere Straße hat einen Knick", so der stellvertretende Bürgermeister
weiter. Es gäbe keine rechtlichen Möglichkeiten dafür, zitierte
er die Vertreter des Straßenbauamtes und des Ordnungsamtes.
Einigen konnte man sich allerdings darauf, dass eine Pappel rechterhand
am Ortseingang zur Kreuzung nach Mariendorf und Alt Reddevitz fallen soll,
um eine bessere Übersicht über den Bereich für Kraftfahrer
zu schaffen. Der Baum steht auf privatem Grund, die Kosten müsste die
Gemeinde übernehmen, so Mark Houben. Gleichzeitig will die Kommune
dort gegen das "wilde Parken" am Rande der Wohnsiedlung Dorfstraße
3a bis 3d vorgehen, wie es in diesem Zusammenhang hieß.
Eine weitere Idee der Verkehrsberuhigung wurde seitens der Ämter ebenfalls
im Bereich der Kreuzung Ortsdurchfahrt / Gasthaus "Zur Linde"
und Schulmuseum abgelehnt. Dort befand sich bis vor einigen Jahren ein Tempo
30 Schild, das allerdings aus bis heute für die Gemeinde nicht nachvollziehbaren
Gründen entfernt wurde. Die Straße verengt sich an dieser Stelle
extrem, erlaubt sind allerdings 50 km / h.
"Auch hierzu bekam ich die Antwort, dass unser Anliegen eines neuen
Schildes mit 30 nicht umsetzbar sei", sagte Mark Houben. Ein möglicher
Konsens sei die Verlängerung des Fußweges bis zum Ortsausgang
in Richtung Lobbe am Grundstück der Familie Schneider entlang, um die
Fußgänger von dort auf den gegenüberliegenden Weg auf dem
Deich zu führen, wie es ergänzend hieß.
Eine Sofortmaßnahme zum Schutz der Fußgänger wurde bereits
während der Sitzung der Gemeindevertretung im Mai gefasst. Dort, wo
der Gutsweg an der Ortsdurchfahrt endet, soll ein Schutzgitter installiert
werden, damit die Fußgänger und Radfahrer nicht gleich auf die
Straße fallen, wie Bürgermeister Kliesow anmerkte. Dieser bezeichnete
übrigens die Ergebnisse der Begehungen als "mäßig"
und kündigte abschließend kommunalen Widerstand zu diesem Themenkomplex
an. |
Feuer vernichtet Bowlingbahn
Sechs Feuerwehren mit über 70 Kameraden im Einsatz
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Ostseebad Sellin (gü). Großalarm in der Nacht vom 23. zum 24.Juni bei den Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Mönchgut-Granitz !
Das Gebäude Ostbahnstraße 21 steht in Flammen, das im Erdgeschoss
befindliche Bowlingcenter brennt. Die Mieter (12 Erwachsene und zwei Kinder)
der Wohnungen können sich im letzten Augenblick retten, zum Glück
gibt es keine Verletzten.
Aus bisher unbekannten Gründen brach der Brand gegen 02.20 Uhr im Gaststättenbereich
des Bowlingcenters aus. Ein Bewohner des Hauses alarmierte um 02.26 Uhr
die Polizei, anschließend gingen die Notrufe bei den Feuerwehren ein.
Insgesamt waren zur Brandbekämpfung sechs Wehren aus Sellin, Baabe,
Lancken-Granitz, Göhren, Middelhagen und Binz mit über 70 Kameraden
vor Ort, um Herr über die Flammen zu werden. Nach einem mehrstündigen
Löschen ist der Brand unter Kontrolle, trotzdem glimmen im Laufe des
Dienstag Glutherde auf, müssen die Kameraden Brandwachen einrichten.
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| Nach mehreren Stunden massiven Löschens bietet das Gebäude Ostbahnstraße
21 einen traurigen Anblick, das Bowlingcenter ist komplett zerstört,
die Wohnungen sind unbewohnbar geworden, die Mieter müssen bei Verwandten
unterkommen. Foto : PD |
Aufgrund des böigen Windes in den frühen Morgenstunden stellt
sich die Brandbekämpfung für die Kameraden sehr schwierig da,
das Feuer greift schnell auf die gesamten Flächen im Erdgeschoss über,
züngelt die Etagen zu den Wohnungen hinauf.
Erdgeschoss brennt komplett aus
Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung ist das Erdgeschoss ausgebrannt,
das Gebäude stellt insgesamt einen traurigen Anblick dar. Die Polizei
sperrt das Haus ab, das dem Hamburger Rechtsanwalt Rosenkranz und der Dresdner
Bank (Hamburg) gehört, so Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG)
gegenüber der Gemeindevertretung am Abend des Dienstag. Brandursachenermittler
und die Kriminalpolizeiinspektion der Stadt Stralsund nehmen die Ermittlungen
in alle Richtungen auf, wie es seitens der Polizeidirektion Stralsund heißt.
Gutachten ergeben: Abriss des Hauses ist unabdingbar
Gutachter der Versicherung waren im Laufe des Mittwoch vor Ort, um sich
ein Bild vom Zustand des Gebäudes zu machen. Untersucht wurde beispielsweise
die Statik des Hauses. Sollte es abgerissen werden müssen, entsteht
ein Schaden in Millionenhöhe, kann es saniert werden, sind es immerhin
noch einige hunderttausend Euro Schaden, sagt Bürgermeister Liedtke
in diesem Zusammenhang ebenfalls am Abend des 24. Juni während der
Gemeindevertretersitzung. Laut seinen Aussagen ist zwar das Gebäude
versichert gewesen, jedoch die Einrichtung des Bowlingcenters nicht.
Im Laufe der letzten Woche hat Der Rüganer in Erfahrung bringen können,
dass das Feuer so schwere Schäden angerichtet hat, dass es abgerissen
werden muss. Die Stahlträger seien durch die Hitze deformiert, die
Statik kann somit nicht mehr garantiert werden.
Vermutlich wird das abgebrannte Objekt in der Ostbahnstraße 21 die
Gemeinde Ostseebad Sellin durch die Saison "begleiten". Der unabänderliche
Abriss wird erfolgen müssen. Somit hat die Gemeinde eine Attraktion
für die Gäste verloren.
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Ein erfüllter Wunsch
32 Jagdmotivteller zieren nun wieder den Speisesaal des Jagdschlosses
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Jagdschloss Granitz (gü). "Wünsche gibt es immer", bemerkte
Klaus-Dieter Mickschat, Leiter des Jagdschlosses Granitz, anlässlich
der Übergabe von 32 Jagdmotivtellern für den Speisesaal des Jagdschlosses.
Dipl.-Ing. Christian Hirsch, Geschäftsführer der Porzellanmanufaktur
Fürstenberg aus Fürstenberg (Weser), konnte dieser Tage die 32
nach Originalen nachgebildeten Teller übergeben und somit einen der
angesprochenen Wünsche realisieren. Doch dafür bedarf es bekanntlich
auch des nötigen Kapitals. Immerhin 15.000 Euro ließen sich die
Kreissparkasse Rügen und die Norddeutsche Landesbank Girozentrale dieses
Sponsoring kosten, damit der Speisesaal wieder vollständig durch die
Besucher des Jagdschlosses besichtigt werden kann. Deren Vertreter, Sparkassenvorstand
Herbert Ostermoor und Bernd Schuster von der Nord / LB, wohnten der Übergabe
ebenfalls bei.
Beide Finanzer erinnerten daran, dass die Idee für die Wiederherstellung
der 32 Teller während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum
des Schlosses geboren wurde. Daran anschließend wurde der Kontakt
mit der Porzellanmanufaktur Fürstenberg hergestellt, die schließlich
den Auftrag übernahm. Alle 32 Teller sind handgemalt und besitzen verschiedene
Jagdmotive. Als Vorlage diente ein letzter der originalen Teller, der sich
im Besitz von Franz zu Putbus befindet. Die Teller stammten ursprünglich
aus dem 18. Jahrhundert und waren in den Nachkriegswirren 1945 unwiderbringlich
verloren gegangen, wie es während der Feierstunde hieß.
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Dipl.-Ing.Christian Hirsch, Geschäftsführer Porzellanmanufaktur
Fürstenberg (zweiter von links), überreicht Klaus-Dieter Mickschat,
Leiter des Jagdschlosses Granitz, symbolisch einen der 32 Jagdmotivteller
(im Hintergrund), die nun wieder den Speisesaal zieren. Die Geldgeber, Herbert
Ostermoor (Kreissparkasse Rügen, rechts) und Bernd Schuster (Nordeutsche
Landesbank Girozentrale, links) "rahmen" die feierliche Übergabe
ein.
Foto : Günther |
"Spannendes Projekt" fand seinen Abschluss
Christian Hirsch erinnerte sich an die ersten Kontakte mit dem ehemaligen
Fürsten, der seine Unterstützung für das Projekt signalisierte
und bezeichnete diese Phase als "spannend". Gleichzeitig betonte
er die "unkomplizierte Zusammenarbeit" mit dem Jagdschloss und
den beiden Banken.
Klaus-Dieter Mickschat nutzte die Gelegenheit und bedankte sich bei der
Kreissparkasse Rügen und der Nord / LB für die finanzielle Unterstützung
sowie bei der Manufaktur Fürstenberg für die Umsetzung des Projektes.
"Zur Freude unserer Gäste können wir den Speisesaal nun mit
den Jagdmotivtellern zeigen", so Mickschat. Gleichzeitig verwies er
darauf, dass es noch viele andere Wünsche seitens der Leitung des Jagdschlosses
gäbe. Doch immer eins nach dem anderen . . .
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