D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 2. Juni - 8. Juli 2003 unabhängig - überparteilich

Gemeinde contra Verkehrsbehörden

Ideen zur Verkehrsberuhigung und zum Schutz der Fußgänger sind rechtlich
nicht möglich, sagen die Ämter

Middelhagen (gü). Mittels weiterer Aktionen wollen die Einwohner von Lobbe Druck auf die Untere Verkehrsbehörde im Landkreis ausüben ! Den Bürgern geht es um einen Fußweg im Bereich der Kreuzung Ortsdurchfahrt / Einfahrt Lehmbau, damit besonders Kinder aber auch Gäste sicheren Fußes auf die gegenüberliegende Straßenseite gelangen können. Dort wurde jetzt durch die Gemeinde der Gehweg verlängert und erneuert. Bereits vor zwei Jahren ist eine Unterschriftensammlung dazu erfolgt, bisher sei aber nichts passiert. Darüber informierte Mark Houben (CDU-Mandat), erster stellvertretender Bürgermeister, während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung gegenüber den anwesenden Gemeindevertretern und Bürgern.

Ende April hatte es, nicht nur wegen diesem verkehrstechnischen Problem aus Sicht der Gemeinde, einen Vororttermin mit Vertretern des Straßenbauamtes Stralsund und des Ordnungsamtes des Landkreises Rügen in der Kommune gegeben. Mark Houben informierte weiter, dass die Einrichtung eines Fußgänger-überweges während des Termins abgelehnt worden sei. Als kleinsten Konsens bezeichnete er die Aufstellung eines Warnschildes für Kraftfahrer, dass Fußgänger die Straße queren. Dieses sei jetzt aber vom Ortseingang aus gesehen an einer Stelle installiert, an "der die Warnung verpufft", so der Abgeordnete.
Ein weiteres Problem stellen in dem Middelhägener Ortsteil die optischen Eingangssituationen dar. Trotz der Ortseingangsschilder "rasen" viel zu viele Autofahrer in den Ort, kritisieren in diesem Zusammenhang die Abgeordneten der Wählergemeinschaft für Lobbe, Joachim Werner und Horst Soyka.
Middelhagens Bürgermeister Ulrich Kliesow (parteilos) quittierte den derzeitigen Stand der Dinge mit der Forderung, dass "jetzt andere Wege her müssten, um Druck auszuüben. Der Dienstweg führt zu nichts", so das Gemeindeoberhaupt.

Ein fast gleiches Problem stellt sich an den Ortseingängen von Middelhagen dar, wie Houben weiter ausführte. Die Gemeinde hatte eine mögliche Verkehrsberuhigung mittels Verkehrsinseln gegenüber den Verantwortlichen der Ämter ins Spiel gebracht. Auch diese Lösung wurde bei dem eingangs erwähnten Vororttermin abgelehnt. "Verkehrsinseln können nur bei geradlinig in den Ort führenden Straßen installiert werden. Unsere Straße hat einen Knick", so der stellvertretende Bürgermeister weiter. Es gäbe keine rechtlichen Möglichkeiten dafür, zitierte er die Vertreter des Straßenbauamtes und des Ordnungsamtes.
Einigen konnte man sich allerdings darauf, dass eine Pappel rechterhand am Ortseingang zur Kreuzung nach Mariendorf und Alt Reddevitz fallen soll, um eine bessere Übersicht über den Bereich für Kraftfahrer zu schaffen. Der Baum steht auf privatem Grund, die Kosten müsste die Gemeinde übernehmen, so Mark Houben. Gleichzeitig will die Kommune dort gegen das "wilde Parken" am Rande der Wohnsiedlung Dorfstraße 3a bis 3d vorgehen, wie es in diesem Zusammenhang hieß.
Eine weitere Idee der Verkehrsberuhigung wurde seitens der Ämter ebenfalls im Bereich der Kreuzung Ortsdurchfahrt / Gasthaus "Zur Linde" und Schulmuseum abgelehnt. Dort befand sich bis vor einigen Jahren ein Tempo 30 Schild, das allerdings aus bis heute für die Gemeinde nicht nachvollziehbaren Gründen entfernt wurde. Die Straße verengt sich an dieser Stelle extrem,   erlaubt  sind  allerdings 50 km / h.
"Auch hierzu bekam ich die Antwort, dass unser Anliegen eines neuen Schildes mit 30 nicht umsetzbar sei", sagte Mark Houben. Ein möglicher Konsens sei die Verlängerung des Fußweges bis zum Ortsausgang in Richtung Lobbe am Grundstück der Familie Schneider entlang, um die Fußgänger von dort auf den gegenüberliegenden Weg auf dem Deich zu führen, wie es ergänzend hieß.
Eine Sofortmaßnahme zum Schutz der Fußgänger wurde bereits während der Sitzung der Gemeindevertretung im Mai gefasst. Dort, wo der Gutsweg an der Ortsdurchfahrt endet, soll ein Schutzgitter installiert werden, damit die Fußgänger und Radfahrer nicht gleich auf die Straße fallen, wie Bürgermeister Kliesow anmerkte. Dieser bezeichnete übrigens die Ergebnisse der Begehungen als "mäßig" und kündigte abschließend kommunalen Widerstand zu diesem Themenkomplex an.


Feuer vernichtet Bowlingbahn

Sechs Feuerwehren mit über 70 Kameraden im Einsatz

Ostseebad Sellin (gü). Großalarm in der Nacht vom 23. zum 24.Juni bei den Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Mönchgut-Granitz ! Das Gebäude Ostbahnstraße 21 steht in Flammen, das im Erdgeschoss befindliche Bowlingcenter brennt. Die Mieter (12 Erwachsene und zwei Kinder) der Wohnungen können sich im letzten Augenblick retten, zum Glück gibt es keine Verletzten.

Aus bisher unbekannten Gründen brach der Brand gegen 02.20 Uhr im Gaststättenbereich des Bowlingcenters aus. Ein Bewohner des Hauses alarmierte um 02.26 Uhr die Polizei, anschließend gingen die Notrufe bei den Feuerwehren ein. Insgesamt waren zur Brandbekämpfung sechs Wehren aus Sellin, Baabe, Lancken-Granitz, Göhren, Middelhagen und Binz mit über 70 Kameraden vor Ort, um Herr über die Flammen zu werden. Nach einem mehrstündigen Löschen ist der Brand unter Kontrolle, trotzdem glimmen im Laufe des Dienstag Glutherde auf, müssen die Kameraden Brandwachen einrichten.

Nach mehreren Stunden massiven Löschens bietet das Gebäude Ostbahnstraße 21 einen traurigen Anblick, das Bowlingcenter ist komplett zerstört, die Wohnungen sind unbewohnbar geworden, die Mieter müssen bei Verwandten unterkommen. Foto : PD

Aufgrund des böigen Windes in den frühen Morgenstunden stellt sich die Brandbekämpfung für die Kameraden sehr schwierig da, das Feuer greift schnell auf die gesamten Flächen im Erdgeschoss über, züngelt die Etagen zu den Wohnungen hinauf.

Erdgeschoss brennt komplett aus

Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung ist das Erdgeschoss ausgebrannt, das Gebäude stellt insgesamt einen traurigen Anblick dar. Die Polizei sperrt das Haus ab, das dem Hamburger Rechtsanwalt Rosenkranz und der Dresdner Bank (Hamburg) gehört, so Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) gegenüber der Gemeindevertretung am Abend des Dienstag. Brandursachenermittler und die Kriminalpolizeiinspektion der Stadt Stralsund nehmen die Ermittlungen in alle Richtungen auf, wie es seitens der Polizeidirektion Stralsund heißt.

Gutachten ergeben: Abriss des Hauses ist unabdingbar

Gutachter der Versicherung waren im Laufe des Mittwoch vor Ort, um sich ein Bild vom Zustand des Gebäudes zu machen. Untersucht wurde beispielsweise die Statik des Hauses. Sollte es abgerissen werden müssen, entsteht ein Schaden in Millionenhöhe, kann es saniert werden, sind es immerhin noch einige hunderttausend Euro Schaden, sagt Bürgermeister Liedtke in diesem Zusammenhang ebenfalls am Abend des 24. Juni während der Gemeindevertretersitzung. Laut seinen Aussagen ist zwar das Gebäude versichert gewesen, jedoch die Einrichtung des Bowlingcenters nicht.
Im Laufe der letzten Woche hat Der Rüganer in Erfahrung bringen können, dass das Feuer so schwere Schäden angerichtet hat, dass es abgerissen werden muss. Die Stahlträger seien durch die Hitze deformiert, die Statik kann somit nicht mehr garantiert werden.
Vermutlich wird das abgebrannte Objekt in der Ostbahnstraße 21 die Gemeinde Ostseebad Sellin durch die Saison "begleiten". Der unabänderliche Abriss wird erfolgen müssen. Somit hat die Gemeinde eine Attraktion für die Gäste verloren.



Ein erfüllter Wunsch

32 Jagdmotivteller zieren nun wieder den Speisesaal des Jagdschlosses

Jagdschloss Granitz (gü). "Wünsche gibt es immer", bemerkte Klaus-Dieter Mickschat, Leiter des Jagdschlosses Granitz, anlässlich der Übergabe von 32 Jagdmotivtellern für den Speisesaal des Jagdschlosses. Dipl.-Ing. Christian Hirsch, Geschäftsführer der Porzellanmanufaktur Fürstenberg aus Fürstenberg (Weser), konnte dieser Tage die 32 nach Originalen nachgebildeten Teller übergeben und somit einen der angesprochenen Wünsche realisieren. Doch dafür bedarf es bekanntlich auch des nötigen Kapitals. Immerhin 15.000 Euro ließen sich die Kreissparkasse Rügen und die Norddeutsche Landesbank Girozentrale dieses Sponsoring kosten, damit der Speisesaal wieder vollständig durch die Besucher des Jagdschlosses besichtigt werden kann. Deren Vertreter, Sparkassenvorstand Herbert Ostermoor und Bernd Schuster von der Nord / LB, wohnten der Übergabe ebenfalls bei.
Beide Finanzer erinnerten daran, dass die Idee für die Wiederherstellung der 32 Teller während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum des Schlosses geboren wurde. Daran anschließend wurde der Kontakt mit der Porzellanmanufaktur Fürstenberg hergestellt, die schließlich den Auftrag übernahm. Alle 32 Teller sind handgemalt und besitzen verschiedene Jagdmotive. Als Vorlage diente ein letzter der originalen Teller, der sich im Besitz von Franz zu Putbus befindet. Die Teller stammten ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert und waren in den Nachkriegswirren 1945 unwiderbringlich verloren gegangen, wie es während der Feierstunde hieß.

Dipl.-Ing.Christian Hirsch, Geschäftsführer Porzellanmanufaktur Fürstenberg (zweiter von links), überreicht Klaus-Dieter Mickschat, Leiter des Jagdschlosses Granitz, symbolisch einen der 32 Jagdmotivteller (im Hintergrund), die nun wieder den Speisesaal zieren. Die Geldgeber, Herbert Ostermoor (Kreissparkasse Rügen, rechts) und Bernd Schuster (Nordeutsche Landesbank Girozentrale, links) "rahmen" die feierliche Übergabe ein.

Foto : Günther

"Spannendes Projekt" fand seinen Abschluss

Christian Hirsch erinnerte sich an die ersten Kontakte mit dem ehemaligen Fürsten, der seine Unterstützung für das Projekt signalisierte und bezeichnete diese Phase als "spannend". Gleichzeitig betonte er die "unkomplizierte Zusammenarbeit" mit dem Jagdschloss und den beiden Banken.
Klaus-Dieter Mickschat nutzte die Gelegenheit und bedankte sich bei der Kreissparkasse Rügen und der Nord / LB für die finanzielle Unterstützung sowie bei der Manufaktur Fürstenberg für die Umsetzung des Projektes. "Zur Freude unserer Gäste können wir den Speisesaal nun mit den Jagdmotivtellern zeigen", so Mickschat. Gleichzeitig verwies er darauf, dass es noch viele andere Wünsche seitens der Leitung des Jagdschlosses gäbe. Doch immer eins nach dem anderen . . .



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