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Rügens Waldlandschaft wird sich verändern

Forstamt Rügen lud zum "Tag des Waldes"
Gerd Klötzer: Ökologie und Ökonomie
schließen sich nicht aus

Forstamtsleiter Gerd Klötzer (links) und Revierförster Andreas Hinte gaben umfangreiche Auskünfte zum Thema "Die Granitz - Forstwirtschaft im größten Waldnaturschutzgebiet Rügens. Last oder Lust ?"

Fotos (2) : Günther
Derzeit laufen in der Baaber Heide zahlreiche Pflegearbeiten unter Einsatz von Rücketechnik. Dabei wird darauf geachtet, dass geschlagene Bäume über sog. Rückeschneisen aus dem Waldgebiet herausgeholt und aufgestapelt werden.

Von Robby Günther

Wald Granitz.
"Die Bauwirtschaft ist eigentlich der stärkste Feind des Waldes !" Der das sagt heißt Gerd Klötzer und ist Rügens Forstamtsleiter. Gemeinsam mit Revierförster Andreas Hinte lud er dieser Tage anlässlich des "Tag des Waldes" zu einem ausgedehnten Spaziergang durch die Granitz und in die Baaber Heide ein.

An verschiedenen Stationen sollte die Vielfalt des Waldes gezeigt werden und auch, dass sich Ökologie und Ökonomie im Wald nicht ausschließen. Seine eingangs zitierte Äußerung bezieht sich vornehmlich auf die Tatsache, dass die Insel mit lediglich 14 Prozent Waldbestand verdammt schlecht dasteht. Im Landesvergleich sind es 20 Prozent, auf Bundesebene sogar
30 Prozent Waldbewuchs.

"Wir haben auf Rügen einfach das Problem, dass wir keine Flächen mehr für erforderliche Ersatzmaßnahmen bei Baumaßnahmen haben um sie durchzuführen", klagt Gerd Klötzer. Also muss aus der Not immer eine Tugend gemacht werden ?!

Dass der Wald sich aber nach wie vor großer Nachfrage und Beliebtheit erfreut, stimmt den Forstamtsleiter und seinen Revierförster Hinte dennoch optimistisch. Auf eine zu verpachtende oder zu verkaufende Fläche kommen immerhin zwischen 30 und 40 Bewerber, wie die beiden im Gespräch unterstreichen. Dabei wird ab einer Größe von 100 Hektar ein Betriebskonzept des jeweiligen Interessenten verlangt, ergänzt Andreas Hinte.

Dieser ist sich übrigens ziemlich sicher, dass sich die Waldlandschaft auf Deutschlands größer Insel in den kommenden Jahren enorm verändern wird. Das hängt mit der Nutzung sowie der natürlichen (auch künstlich gesteuerten) Entwicklung zusammen. Bestes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Granitz. Seitdem der Landschaftspflegeverband Ostrügen Eigentümer der riesigen Fläche (rund 1.200 Hektar) geworden ist, greifen umfangreiche "Umbauarbeiten", um vom reinen Nadel- zu einem Mischwald zu kommen. Die Bewirtschaftung erfolgt durch das Forstamt Rügen.

Und auch das stimmt Gerd Klötzer froh. Denn es handelt sich bei der Granitz bekanntermaßen um ein Waldnaturschutzgebiet im Biosphärenreservat. "Nicht auszudenken, wenn verschiedene Eigentümer hier zum Zuge gekommen wären und jeder etwas anderes mit seinen Flächen vorhätte", so Klötzer und Hinte unisono gegenüber dieser Zeitung.

Wie eingangs erwähnt, Ökologie und Ökonomie schließen sich im Wald nicht aus. Daher achtet das Forstamt Rügen auch darauf, dass aus dem Wald nur das genommen wird, was dringend erforderlich ist, damit sich der Wald trotzdem gut entwickeln kann. "Nachhaltigkeit", nennen das die beiden Forstleute. Das ist auch nachvollziehbar.


Malerei von Powilleit zu sehen

Erste Ausstellung im Hotel "Hanseatic" eröffnet

Der Göhrener Maler Erwin Powilleit (vorn) eröffnete am 26. März seine Ausstellung mit Werken im Hotel "Hanseatic". Gisbert Treptow, einer der Eigentümer des Hotels, hielt die Eröffnungsrede und blickte kulturpolitisch nach vorn.

Foto : Günther

Ostseebad Göhren (gü). "Die Staffeleien stehen, die Bilder hängen, die Spots sind eingerichtet", mit diesen Worten wurde die neue Bildergalerie im Hotel "Hanseatic" am 26. März eröffnet. "Kultur wird als zunehmender Trend die Entwicklungen im Tourismus in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen.

So natürlich auch auf der Insel Rügen und im Ostseebad Göhren", ist sich Gisbert Treptow, Miteigentümer des Hotels "Hanseatic", sicher. Dies sagte er anlässlich der Eröffnung der ersten Ausstellung in seinem Haus gegenüber den rund 30 anwesenden Gästen.

Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung stehen seit diesem Abend rund 20 Werke des Göhrener Malers Erwin Powilleit, die in zwei verschiedenen Bereichen des Hotels in den kommenden Wochen gezeigt werden. Die zu sehenden Bilder sind lediglich ein Ausriss aus der Arbeit Powilleits, der 1941 geboren wurde, wie Treptow in diesem Zusammenhang betont. Erwin Powilleit ist gelernter Werbegrafiker, studierte anschließend in Greifswald Kunsterziehung und Geschichte, las Treptow aus der Vita des Künstlers vor.

"Die gegenständliche Malerei des Künstlers", so Gisbert Treptow, "ist eine subjektive Interpretation Rügens und verdeutlicht die Schönheiten der Insel." Davon konnten sich im Laufe des Abends auch die Gäste überzeugen, unter denen auch einige Hotelgäste die Gunst der Stunde nutzten, um sich mit den zu sehnenden Werken auseinander zu setzen.

Der Hoteleigentümer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass es im "Hanseatic" künftig diese dauerhafte Ausstellung mit wechselnden Inhalten, sprich Künstlern, zu erleben geben wird. "Das Ostseebad Göhren hat gute Voraussetzungen für einen Kulturtourismus. Bisher gab es bereits Lesungen und Vorträge. Nunmehr wollen wir durch diese Ausstellung das Angebot erweitern", sagten Treptow und Hoteldirektor Uwe Peters gegenüber dem Rüganer.

Powilleits Bilder beschäftigten sich besonders mit Motiven an der Südost-Rügener Bäderküste. Interessante Motive hat der Maler während seiner Streifzüge durch die Region entdeckt und sie im Bild festgehalten.


Medaillengewinner erwartet

Initiative des Bergener Unternehmers Volkmar Döring
stößt auf großes Interesse

Bergen auf Rügen (gü). Tolle Leistungen sollen mit einem tollen Urlaub belohnt werden. Das will jedenfalls Unternehmer Volkmar Döring den Medaillengewinnern der deutschen Mannschaft für die unlängst stattgefundenen Olympischen Spiele in Salt Lake City anbieten (Der Rüganer berichtete).
Und seine Idee stößt auf tolle Resonanz bei touristischen Betrieben auf der ganzen Insel, wie der Bergener jetzt gegenüber dieser Zeitung bestätigt.

So sind derzeit bereits 32 Wochen Urlaub von 15 Hotels und Pensionen fest zugesagt worden, zwei weitere Hotels wollen sich ebenfalls anschließen. "So könnten wir auch noch neun Silber- und Bronzemedaillengewinner einladen", freut sich Volkmar Döring über den jetzigen Stand. Und damit scheint es nicht genug zu sein. "Viele Hotels haben neben den Übernachtungen auch separate Leistungen in Aussicht gestellt. Damit sich unsere Gäste auch richtig wohlfühlen", sagt er.

Auch um die Freizeit brauchen sich die Olympioniken ebenfalls keine Gedanken machen. Immerhin rund 30 Unternehmen haben inselweit Leistungen zugesagt, so dass der Aufenthalt rundum gelingen kann, sieht man auf die vorliegende Liste, die Volkmar Döring auch im Internet unter www.ruegencenter.de veröffentlicht hat. Der Unternehmer will die Möglichkeit nutzen, sich an dieser Stelle für die Hilfe der Hotels und anderen Unternehmen ganz herzlich zu bedanken.


Über Diebe und Dealer

Die Kriminalitätsstatistik 2001

Bergen auf Rügen (bs/pj). Kriminalrat Frank Piotrowski von der Polizeiinspektion Bergen lud in der vergangenen Woche die Vertreter der regionalen Presse zur Bekanntgabe der Kriminalstatistik 2001 ein.

So war im Jahr 2001 ein leichter Anstieg der Anzahl der registrierten Fälle auf der Insel Rügen im Vergleich zum Vorjahr 2000 zu verzeichnen. Insgesamt wurden 5.858 Kriminaldelikte begangen. 2000 waren es noch 5.773 Fälle. Jedoch betonte Kriminalrat Piotrowski, dass die Aufklärungsquote erheblich gesteigert werden konnte. So lag sie im Jahr 2000 noch bei 54,3 Prozent, im Jahr 2001 immerhin schon bei 56,5 Prozent.

3.121 Tatverdächtige konnten im vergangenen Jahr insgesamt durch die Polizeiinspektion Bergen ermittelt werden. Das sind 158 Tatverdächtige mehr als im Jahr 2000. Besonderes Augenmerk legte der Kriminalrat aber auf die Jugend. Immerhin 38,4 Prozent der Tatverdächtigen sind Jugendliche unter 21 Jahren.

Der Diebstahl insgesamt beteiligt sich mit über 50 Prozent an der Kriminalität im Jahr 2001. 40,7 Prozent dieser Diebstahlsdelikte konnten aber aufgeklärt werden. Und auch hier ist ein kleiner Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2000 machten die Diebstahlsdelikte noch 48 Prozent der Kriminalität aus.

Dabei nahmen die Fälle des einfachen Diebstahls auf der Insel erheblich zu, der schwere Einbruchsdiebstahl hingegen ist geringfügig zurückgegangen. Bei den Kfz-Diebstählen im Jahr 2001 wurden 70 entwendete Fahrzeuge registriert, sieben weniger als im Vorjahr. Das erklärt sich Kriminalrat Frank Piotrowski zum einen durch die verstärkten Sicherungsmaßnahmen der Automobilhersteller im Werk sowie durch die erhöhte Spezialisierung der Polizei auf die Kfz-Delikte.

Einen erheblichen Rückgang konnten die Polizeibeamten im Bereich der Sexualstraftaten verzeichnen. So wurden im Jahr 2000 noch 21 Sexualdelikte in Bergen registriert. Neun Straftaten sind hingegen im Jahr 2001 zur Anzeige gebracht worden. Das bedeutet einen Rückgang um 59 Prozent. Dabei ist zu erwähnen, dass die Sexualstraftaten hauptsächlich in den Familien begangen worden sind, die Täter also auch meistens schon bekannt waren. Eine hundertprozentige Aufklärung ist hier die positive Folge.

Im Bezug auf die Roheitsdelikte (Körperverletzung) konnte sich Frank Piotrowski wie folgt äußern. 747 Fälle konnten im Jahr 2001 verzeichnet und zu 92 Prozent auch aufgeklärt werden. Jedoch ist auch hier ein geringer Anstieg vorzuweisen. Im Jahr 2000 waren es nämlich "nur" 701 Straftaten. Hinzuzufügen ist auch noch, dass die Fälle der schweren Körperverletzung zu-genommen haben, da die Hemmschwelle der Täter nach Aussage des Kriminalrats stark zurückgegangen ist.

Im Bereich der Raubstraftaten konnten im vergangenen Jahr 20 Delikte gezählt werden. Das bedeutet einen Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von diesen 20 Raubstraftaten wurden 80 Prozent aufgeklärt.

Womit die anwesenden Pressevertreter am vergangenen Donnerstag nicht gerechnet haben, sind die fünf Straftaten gegen das Leben auf der Insel Rügen. Drei Mal wurde wegen Totschlag und zwei Mal wegen fahrlässiger Tötung in unserem Landkreis ermittelt. Diesbezüglich konnten alle fünf Straftaten aufgeklärt werden.

Erfreulich war es hingegen zu erfahren, dass die Rauschgiftdelikte im Jahr 2001 deutlich zurückgegangen sind. Im Gegensatz zum Jahr 2000, mit 124 registrierten Fällen, konnten die Beamten im Jahr 2001 nur noch 91 Fälle verzeichnen. Alle 91 konnten auch aufgeklärt werden.
Andererseits handle es sich aber hier, so Kriminalrat Piotrowski abschließend, nur um Konsumenten und Kleindealer. Darüber hinaus ginge es nicht um die wirklich harten Drogen wie Kokain. Die Dunkelziffer auf der Insel ist aber sehr hoch. Wer was zu sich nimmt, und wer was verkauft, ist selten für die Beamten in Erfahrung zu bringen.

"Sie müssen ja sehen, dass es bei Rauschgiftdelikten nie einen Geschädigten gibt, dem es wichtig ist, die Straftat aufzuklären. Hier geht es um Geschäfte von denen die Polizei garantiert nichts mitbekommen soll.", so Frank Piotrowski. Außerdem erfolgt die Aufklärung dieser Straftaten eher zufällig, zum Beispiel bei der Verkehrskontrolle. Denn die Beamten sind auf die Düfte, die Cannabis beim Konsum hinterlässt, geschult.

Insgesamt aber, ist es im vergleich zur Großstadt hier auf unserer Insel sehr ruhig. Bei 91 Rauschgiftdelikten im Jahr 2001 kann man eben nicht von einer "Drogenmetropole Rügen" sprechen.



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