D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 3. Juli - 9. Juli unabhängig - überparteilich

Einzelhandelsanalyse für Binz vorgestellt

Beraterunternehmen sieht in der Errichtung
eines Vorhabens in der Proraer Chaussee keine Probleme

Ostseebad Binz (gü). Der Einzelhandel im größten Rügener Seebad kann sich weiter entwickeln ! Den geplanten Geschäftsflächen im diskutierten B-Plan Nr. 10 "An der Proraer Chaussee" stehen keine Bedenken gegenüber. Das sagte jedenfalls H. Grunewald von der Hamburger Agentur BBE während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung am zurückliegenden Donnerstag.

Das Beraterunternehmen wurde durch die Verwaltung im Zuge der Erarbeitung des B-Plans Nr. 10 gebeten, eine Verträglichkeitsanalyse für zusätzliche Geschäftsflächen zu erstellen. Die letzte Prüfung dieser Art stammt aus den Jahren 1998/99.

So sind in den Gebäuden an der Proraer Chaussee unter anderem ein LIDL-Markt mit rund 660 Quadratmetern, ein Textildiscounter mit rund 350 Quadratmetern sowie weitere kleinere Flächen für den Einzelhandel geplant. Nachdem die Planungen für dieses Vorhaben öffentlich wurden, begann innerhalb der Gemeindevertretung eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit der zusätzlichen Flächen (Der Rüganer berichtete).

H. Grunewald zeigte in seiner Darstellung die theoretische Kaufkraft auf, die weitere Flächen durchaus logisch erscheinen lassen. Demnach gibt es allein unter den Binzern eine Kaufkraft von 18,4 Millionen Euro, weitere 5,1 Millionen Euro kämen von den Einwohnern aus der Nachbarschaft hinzu. Und nicht vergessen sein sollen die Gäste, die zahlreich nach Binz kommen. Diese bringen nochmals 24,7 Millionen Euro mit.

Somit kommt der Experte auf eine Kaufkraft von rund 50 Millionen Euro, die in Binz abgeschöpft werden könnten. Wenn das Angebot stimmt, schränkte der Berater ein. Bisher sei hier "keine Fehlentwicklung" zu sehen, so Grunewald. Allerdings, gegenwärtig werden rund 21 Millionen Euro durch die Angebote gebunden, das restliche Geld fließe in andere Regionen ab, wie es ergänzend dazu hieß.

Derzeit gibt es rund 11.200 Quadratmeter Geschäftsfläche in Binz, knapp 16.400 Quadratmeter seien möglich. Besonders zusätzliche Angebote bei Waren des täglichen Bedarfs und auch im textilen Bereich würden in Binz noch fehlen, schloss der Berater seine Ausführungen.


Kreisinitiative Freie Wähler gegründet

Ralph Ulrich tritt als Direktkandidat im Wahlkreis 33 (Rügen I) an
Vier Ortsvereine sind Gründungsmitglieder

Bergen auf Rügen (gü). Die "politisch Freien" auf der Insel machen mobil ! Die Bürgergemeinschaft für ein erneuertes Lietzow e. V., die Freie Wählergemeinschaft Garz, die Freie Wählergemeinschaft Samtens und die Freie Wählergemeinschaft Sassnitz haben jetzt eine Kreisinitiative Freie Wähler gegründet. Darüber und über die künftigen Ziele sowie die politische Arbeit informierte der neue Sprecherkreis in der zurückliegenden Woche gegenüber dieser Zeitung.

Mit Ralph Ulrich schicken die Freien Wähler auch einen Direktkandidaten in die Wahlen zum neuen Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Ulrich wird im Wahlkreis 33 (Rügen I) antreten. Dort muss er sich mit Udo Timm (CDU), Ronny Thurow (FDP), Angelika Peters (SPD), Klaus Feilke (Schill-Partei), Gerhard Bohm (PDS) und Thomas Gens (Volkspartei M-V) auseinandersetzen.
Dem neuen Sprecherkreis der Kreisinitiative steht er als Sprecher vor. Seine beiden stellvertretenden Sprecher sind Annelies Wittkop aus Sassnitz und Christin Krohn aus Lietzow.

Wie der Sprecherkreis betont, ist die Kreisinitiative offen für alle parteiunabhängigen Wählergruppen, Freien Wählergemeinschaften und Bürgergemeinschaften auf Rügen. Davon gibt es derzeit 14, die in ihren Kommunen politische Verantwortung übernommen haben, wie Ralph Ulrich sagt.

Unter dem Motto "Gemeinsam im Kreis - eigenständig im Ort" wollen die Mitglieder der Kreisinitiative Freie Wähler Rügen eine Politik gestalten, in der interessierte Bürger Mitverantwortung übernehmen sollen. Damit die Initiative auf soliden Füßen steht, wurde mit der Gründung auch eine Satzung verabschiedet, die als Arbeitsgrundlage dienen soll. Diesem Zusammenschluss war eine sechsmonatige Vorbereitungszeit voraus gegangen.

Die Kreisinitiative lädt alle politisch interessierten Bürger der Insel Rügen ein, sich an der Arbeit zu beteiligen. Ralph Ulrich ist telefonisch unter (03 83 06) 2 17 19 erreichbar. Außerdem können Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch per E-Mail unter ralph64@addcom.de oder schriftlich unter der Adresse Gingster Straße 19 in (18573) Samtens Kontakt aufnehmen.


Bericht zu Gemeindegebietsreform

Enquete-Kommission legt nach zwei Jahren Bericht vor
Keine Weisungen für kommunale Entscheidungsträger

Bergen auf Rügen (gü). Kommunale Zweckehen - aber ohne Druck durch entsprechende Gesetze ! Das ist die Empfehlung der sog. Enquete-Kommission des Schweriner Landtages, die dieser Tage veröffentlich wurde. Der Bericht der Kommission wurde nach fast zweijähriger Arbeit mit Spannung erwartet. Der Landtag nutzte eine seiner letzten Sitzungen vor der kommenden Landtagswahl am 22. September, um die Ausarbeitungen zu hören. Alle drei im Landtag vertretenen Fraktionen stimmten den Inhalten zu.

Die Kommission empfiehlt das, was mittlerweile bei den politischen Verantwortungsträgern auf der Kommunalebene bekannt sein dürfte : Mindestens 500 Einwohner pro Gemeinde, etwa zehn Gemeinden pro Amt mit 8.000 Einwohnern (mindestens aber 6.000 Bürger). Nach Ansicht der Kommission sparen Ämter mit 8.000 Bürgern ein Viertel der Personalkosten ein, die derzeitig bei geringeren Größen anfallen. Finanzielle Unterstützung gibt es im Falle eines Zusammenschlusses auch. Mit diesen Geldern könnten, so die Kommission, Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt werden, die sonst für kleine Kommunen unerschwinglich wären.

Wichtig für alle Landtagsfraktionen in diesem Zusammenhang - kein Druck, keine gesetzliche Verordnung, um neue Strukturen zu schaffen. Man setzt auf die Freiwilligkeit der Entscheidungsträger vor Ort. Gegenwärtig werden von 974 Kommunen immerhin 918 in 117 Ämtern verwaltet. Eine Kleinteiligkeit, die so europaweit nicht zu finden ist, bemerkte in diesem Zusammenhang Innenminister Dr. Gottfried Timm (SPD). 416 der Gemeinden haben weniger als 500 Einwohnern.

Dass vor Ort die Einsichten vorhanden sind, neue Strukturen zu schaffen, darüber ist sich PDS-Kreistagsfraktionschef Gerhard Bohm sicher, wie er gegenüber dieser Zeitung ausführt. So verweist er auf eine unlängst stattgefundene Zusammenkunft von Bürgermeistern, Gemeinde- und Stadtvertretern zum Thema. Der Bürgermeister der Stadt Garz, Klaus Meissner (SPD), machte laut Bohm auf Probleme jetziger Strukturen aufmerksam. Meissner wünscht sich mehr Gestaltungsspielräume für ehrenamtliche Vertreter, damit diese die Reformen vorbereiten können.


Streit um Blitzer im Land

Tourismuspolitischer Sprecher im Landtag fordert
eine Blitzerkarte für Gäste

Schwerin / Bergen auf Rügen (gü). Streit um die sogenannten "Starenkästen" auf den Straßen des Landes ! Die stationären Radarfallen nehmen im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern überhand, so Rainer Prachtl, Tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, jetzt. Auf den Straßen des Landes sind seiner Rechnung nach 6,4 mal mehr Blitzer als beispielsweise in Bayern (Tourismusland Nummer eins) zu finden.

Aus diesem Grund fordert er eine Blitzerkarte für die Gäste des Tourismuslandes Nummer zwei.
Prachtl geißelt das "Überangebot" an Starenkästen als "übertriebene Verkehrsabzocke", wie einer der Redaktion vorliegenden Meldung zu entnehmen ist. Auf der Insel Rügen als Zugpferd des Tourismus in M-V gibt es derzeit sieben fest installierte Blitzer sowie zahlreiche mobile Radarüberwachungen der Polizei, die den rollenden Verkehr kontrollieren.

Dass diese "kleinkarierten Maßnahmen der Verkehrsüberwachung" zunehmend die Gäste ärgert, sei dem CDU-Politiker in einem Gespräch mit dem Tourismusverband des Landes bestätigt worden.
Zum Vergleich führten die Vertreter des Verbandes an, dass es auf 140.000 Kilometern Straße in Bayern 75 stationäre Einrichtungen gibt, während es in Mecklenburg-Vorpommern auf 26.730 Kilometern bereits 91 Anlagen sind.

Den verantwortlichen Innenminister Dr. Gottfried Timm von der SPD lässt die losgetretene Debatte hingegen eher kalt. Wie jetzt aus seinem Ministerium bekannt wurde, will das Land zusätzliche "Starenkästen" aufstellen. Damit soll, laut Timm, der "Kontrolldruck auf den Straßen erhöht" werden.

Rainer Prachtl betont ergänzend, dass er sich nicht gegen sinnvolle Verkehrsüberwachungen an Unfallschwerpunkten wendet. Vielmehr sei eine offensichtliche Auswahl von Standorten nach finanziellen Gesichtspunkten vorgenommen worden, so der ehemalige Landtagspräsident weiter. "Die Einnahmen sind doch mittlerweile eine fest einkalkulierte Größe in den kommunalen Haushalten.

Statt tatsächliche Gefahrenpotenziale, wie beispielsweise nachts und morgens an Diskotheken zum Schutz der Jugendlichen abzudecken, reduziert man die Verkehrsüberwachung mit möglichst geringem Aufwand auf eine optimale Einnahmequelle für die Kommunen", so die Kritik des CDU-Mannes.



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing
Impressum