D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 3. Dezember - 9. Dezember unabhängig - überparteilich

Entscheidung zum Block III

Bundesvermögensamt hat sich für einen Bewerber ausgesprochen

Laut S.T.E.R.N.-Studie soll die Entwicklung von Prora aus der Mitte erfolgen. Dazu wäre das Areal um den Block III also am besten geeignet, zumal mit der Museumsmeile einige engagierte Unternehmer Interessantes geschaffen haben.

Foto : Archiv

Prora / Rostock (gü). "Nicht ohne Substanz" sind Informationen, wonach das Bundesvermögensamt Rostock (BVA) einen der vier Bewerber für den Verkauf des Blockes III in Prora ausgewählt hat und ihn jetzt dem Bundesfinanzministerium in Berlin vorstellen, sprich empfehlen, will.

Um welchen Bewerber es sich konkret handelt, wollte Raymund Karg vom BVA auf eine entsprechende Anfrage dieser Zeitung nicht sagen. Nach seinen Worten sind auch die vier Bewerber nicht informiert, welches Konzept seine Behörde bevorzugt, als finanziell und materiell machbar hält.

Um den Block III (Museumsmeile) des einst als KdF-Bad geplanten "Koloss von Rügen" haben sich die Inhaber der KulturKunststatt Prora, des Museums Prora, des Eisenbahn- und Technikmuseums sowie der Projektgruppe S.E.P.P. beworben.

In diesen Tagen will das BVA die notwendigen Unterlagen fertigstellen und auf die Reise nach Berlin schicken, so Karg weiter. Wenn das auserkorene Konzept den Vorstellungen des Bundes entspricht, könnten noch im Dezember die Sektkorken bei einem der Bewerber knallen. "Doch das bleibt abzuwarten", so der Mitarbeiter der Behörde mit gedämpftem Optimismus.

Auch Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) blickt in diesem Zusammenhang gespannt auf die Entscheidung und weiß ebenfalls nicht, welches Konzept das Votum des BVA gefunden hat.
Derzeit scheint wieder etwas mehr Bewegung in den Verkauf der einzelnen Blöcke gekommen zu sein. Ob es erfolgreiche Abschlüsse gegen wird, ist wie so oft bei Prora völlig offen.

So liegen dem BVA zwei Angebote für die Blöcke I und II vor. Auch hier wollte Raymund Karg keine Namen nennen. Wie Der Rüganer in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich um zwei Investorengruppen (davon eine aus Berlin, eine aus Hamburg), die sich gemäß dem B-Plan für diesen Abschnitt wieder einmal mit der Schaffung von Wohnraum und Ferienwohnungen beschäftigen wollen.

"Wenn die Gespräche erfolgreich verlaufen, könnten wir vielleicht im ersten Quartal des neuen Jahres einen entsprechenden Vertrag unterschreiben", so Karg mit Blick auf das Zeitfenster.
Im ersten Quartal wird es auf alle Fälle auch eine weitere Entscheidung geben. Und zwar soll im Februar der Sieger des Architektenwettbewerbs für Block V gekürt werden.

Dort hatten sich rund 400 Büros beworben, 25 wurden schließlich zugelassen und sind derzeit dabei, einen Vorschlag zu erarbeiten. Der Block V soll perspektivisch als Jugendherberge hergerichtet werden, eine zeitnahe Umsetzung des Projektes würde Bürgermeister Schaumann nach Abschluss des Wettbewerbes begrüßen.

Insgesamt 700 Betten für jugendliche und jüngere Urlauber sind vorgesehen. Was mit Block IV passiert, weiß momentan niemand. Einzig das Konzept der S.E.P.P.-Gruppe berücksichtigt ihn. Und die einst angedachten Aktivitäten von Binz selbst ? "Die sind vom Tisch", so Horst Schaumann.


Gemeinschaftsbüro eröffnet

"Dachmarke Rügen" und "Kompetenzzentrum landwirtschaftliche Rügenprodukte"

Von links: Frieder Rock ("Kompetenzzentrum landwirtschaftliche Rügenprodukte") , Dr. Thomas Gelshorn ("Dachmarke Rügen") und Büroleiterin Ute Hochmuth haben am Markt 10 ihre Arbeit aufgenommen

Foto: Wuitschik

Bergen auf Rügen (DR). In der vergangenen Woche wurde das gemeinsame Büro der Unternehmensberatung Dr. Thomas Gelshorn - Frieder Rock in Anwesenheit von zahlreichen Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Tourismus in Bergen, Markt 10 offiziell eingeweiht.

"Als Berater arbeiten wir seit 1989 für kleine und mittlere Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und Projekte aller Branchen zu vielen Fragestellungen wie Gründung, Finanzierung, Strategie-, Organisations- und Personalentwicklung, Konflikt- und Krisenmanagement, Sanierung und Liquidation. Wir begleiten innovative Vorhaben der Standort- und Regionalentwicklung und den Aufbau regionaler, nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen", so Frieder Rock und Thomas Gelshorn.

Für den Landkreis Rügen als Auftraggeber betreut Dr. Thomas Gelshorn das LEADER+ Projekt "Dachmarke Rügen". Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung einer "Dachmarke Rügen", die Qualitätsmerkmale definiert und kommuniziert und die in der Lage ist, die Marketingaktivitäten beispielsweise des Tourismus, der landwirtschaftlichen Produzenten und der Anbieter von "Naturerlebnissen" gezielt zu bündeln.

Für den Kreisbauernverband Rügen als Projektträger betreut Frieder Rock das LEADER+ Projekt "Kompetenzzentrum landwirtschaftliche Rügenprodukte". Ziel ist es, für die Entwicklung und Erzeugung hochwertiger, möglichst ökologisch und nachhaltig land-, forst- und fischereiwirtschaftlich erzeugter Produkte in hoher Qualität auf der Insel Rügen zu sorgen und die Veredelung zu hochwertigen Lebensmitteln zu bewirken - sowie diesen lokale und überregionale Vermarktungsperspektiven zu eröffnen.

Damit sollen die Insel Rügen gestärkt, die Sicherung vorhandener und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie der Verbleib einer höheren Wertschöpfung erreicht werden. Dazu werden Produktnetzwerke zwischen Produzenten, Verarbeitern und  Verbrauchern für folgende Produktlinien geknüpft: Rügener Brot- und Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren, Milch- und Molkereiprodukte, Obst und Gemüse, Eier und Geflügel, Fisch, Wild.

Die Erarbeitung eines Regionallogistikkonzeptes hat zum Ziel, durch die gemeinschaftliche Inanspruchnahme von Logistikdienstleistungen durch regionale Produzenten und Verarbeiter von Rügenprodukten eine optimierte Belieferung der Großverbraucher wie Hotels und Gastronomie zu erreichen. Dr. Thomas Gelshorn lebt auf Rügen als selbständiger Unternehmensberater und ist Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes Rügen e.V.

Frieder Rock lebt in Berlin und auf Rügen, ist als selbständiger Unternehmensberater tätig und ist geschäftsführender Gesellschafter der RügenBio GmbH sowie Komplementär der Sport- und Tourismus-Service F. Rock KG.

Bei Beratungsbedarf oder der Lust auf Zusammenarbeit freuen sich
· Dr. Thomas Gelshorn, Telefon 03838 - 82 82 72, email: dr.gelshorn@ruegen.de oder: diemarke@ruegen.de
und
· Frieder Rock,
Telefon 03838 - 82 82 74, email friederrock@t-online.de Markt 10, Fax 03838 - 82 82 73 18528 Bergen auf Rügen

auf ihren Kontakt.


Prora 03 vor der Pleite

Landesregierung "darf" Defizit der Großveranstaltung ausgleichen

Von Christian Niemann
Köln / Schwerin / Prora.
Was wird aus Prora (03). Ein Feriencamp im Jahr 2005, eine Jugendherberge oder gar nichts? Diese Frage muss man sich angesichts der finanziellen Lage des Vereins "Prora 03" stellen. Denn laut Angaben des Vereinsvorsitzenden Hinrich Kuessner gegenüber dem RÜGANER ist ein Defizit in Höhe von 300.000 Euro aufgrund des Jugendevents im August vorhanden.

Sollte dieses Loch nicht durch finanzielle Mittel gestopft werden können, dann wird der Verein Konkurs anmelden müssen. Und das zuständige Gericht wird dann entscheiden, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird oder nicht. Falls nicht genügend Vereinsvermögen vorhanden sein sollte, muss sich der Verein "Prora 03" auflösen.

Hinrich Kuessner im rüganer-Gespräch: "Ich habe Fehler gemacht. Durch Fehlplanungen im Sicherheitskonzept konnten nur 12.500 Jugendliche auf das Gelände gelassen werden und nicht wie geplant 15.000. So wurden Mindereinnahmen erzielt. Die gesamten Vorbereitungen haben insgesamt 1,4 Millionen Euro verschlungen.

Das ist verhältnismäßig wenig für eine solche Großveranstaltung", so Kuessner weiter. "Trotzdem ist Prora 03 ein großer Erfolg für das Land. Es wurde von allen gewollt und nun wird sich auf der morgigen Vereinssitzung entscheiden, ob es ein weiteres Prora 03 in den kommenden Jahren geben wird oder nicht." Das Defizit soll nach Möglichkeit von der Landesregierung ausgeglichen werden.

Prora 03 mit Folgen

"Das in dem Abschlussbericht genannte Defizit in Höhe von 469.300 Euro ist bereits erheblich reduziert worden, etwa durch Nachverhandlungen zu einzelnen Leistungen, zwischenzeitlich eingegangene Sponsorenleistungen und Eigenbeiträge von Vereinsmitgliedern in fünfstelliger Größenordnung.

Die Vereinsführung geht davon aus, dass sich das Defizit bis zur Mitgliederversammlung weiter reduzieren wird. Bei den noch offenen Rechnungen handelt es sich im Wesentlichen um eine große Rechnung des THW sowie um Schlussraten einiger Firmen, zu denen noch Nachverhandlungen laufen", so Projektleiter Claus Wergien in einer der Redaktion vorliegenden Pressemitteilung.

Weiter heißt dort: "Den Vorwurf, dass die Veranstalter sehenden Auges in die Katastrophe gesteuert seien, wies der Vorsitzende des Vereins, der frühere Landtagspräsident Hinrich Kuessner, energisch zurück. Die vor Beginn des Abschlussevents absehbare Unterdeckung von 140.000 Euro sei beherrschbar gewesen. Ausgaben habe man erheblich von ursprünglich über zwei Millionen Euro auf 1, 3 Millionen gekürzt.

Außerdem habe man bis zuletzt mit zusätzlichen Beiträgen von Sponsoren rechnen können. Vor allem aber hätte man das Event vor der Sommerpause nicht ohne noch größeren Schaden absagen können. Denn die mit Unterstützung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und mit Fördermitteln des Landes finanzierte Kampagne, mit der Jugendliche zur Teilnahme an Wettbewerben und Vorbereitung von Projekten aufgefordert wurden, lief seit Beginn des Schuljahres.

Prora 03 hätte nicht stattfinden dürfen

Ohne Abschlussveranstaltung wäre der Zweck dieser Veranstaltung nicht erreicht worden und die Fördermittel hätten zurückgezahlt werden müssen. Bei einer Absage hätte man einen sicheren Schaden von deutlich annähernd einer Million Euro ohne jeden Erfolg in der Sache gehabt. Die tatsächliche Differenz zwischen Plan und Ist wurde erst nach der Veranstaltung erkennbar.

Hinrich Kuessner: "Wir werden in der Mitgliederversammlung detailliert berichten, wie weit das Defizit reduziert werden konnte und wir werden auch über Verantwortlichkeiten sprechen. Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, das Defizit soweit zu verringern, dass wir beim Land mit Anstand antreten und um eine Nachbewilligung bitten können.

Ich hoffe sehr, dass es gelingt, die bisherige breite Bereitschaft zur Unterstützung dieses Projekt aufrecht zu erhalten. Der derzeit laufende Architektenwettbewerb wird auch Fortschritte in der Entwicklung von Prora geben. Denn durch dieses Event sind einige neue Projekte ins Rollen gekommen und werden auch heute noch weiter geführt", so Kuessner.

Im Gespräch ist auch eine Jugendherberge im Block 5. Dafür sammelte der RTL-Spendenmaraton am vergangenen Donnerstag und Freitag. Er geht über eine Dauer von 24 Stunden. Er bezieht sämtliche Formate im RTL-Programm ein. Damit werden alle Zuschauer erreicht und animiert zum Spenden. Er aktiviert die Stars des Senders für die gute Sache , am Spendentelefon, auf der Bühne wie auf der Straße.

Damit möglichst viele Spenden gesammelt werden können. Für Unterstützung für die Jugendherberge in Prora sorgten Christina Rau und Nadja Auermann. Weil rund 4.000 junge Menschen jedes Jahr das Land Mecklenburg-Vorpommern verlassen, möchte die "Stiftung RTL" darum das Vorhaben "Prora03 - Die Jugendherberge" unterstützen. Prora ist eine ehemalige "Kraft durch Freude"-Anlage, eine riesige Bauruine aus Nazi-Zeiten.

Die Bauarbeiten sind aufgrund des Krieges nie abgeschlossen worden. "Block 5" soll zu einer Jugendherberge mit 850 Betten umgebaut und von jungen Menschen eigenverantwortlich betrieben werden. Damit wird Arbeit geschaffen und gleichzeitig werden junge Menschen aus ganz Europa in die Region gezogen, denn es sind zahlreiche andere Aktivitäten geplant: Theaterprojekte, Ausstellungen, der Betrieb eines Literaturcafés sowie Sportmöglichkeiten.

Schon einmal wurde durch die "Stiftung RTL" ein Projekt auf Rügen gefördert. Vor fünf Jahren herrschte auf Rügen eine Arbeitslosgenquote von 25 Prozent, kaum Ausbildungsplätze, dafür viel Frust, Gewaltbereitschaft und Fremdenhass.

Die Stiftung RTL finanzierte damals unter der Patenschaft von RTL-Moderator Geert Müller-Gerbes den Umbau eines stillgelegten Elektrizitätswerkes in Sassnitz zu einem sozio-kulturellen Zentrum für die ganze Region - das E-Werk. Jugendliche leisten dort gemeinnützige Arbeit, absolvieren einen von drei Ausbildungszweigen (touristisch, kaufmännisch, handwerklich). Sie beräumten 30 Kubikmeter Bauschutt und zwei Tonnen Stahl, bewegten 30 Kubikmeter Erde. Die Jugendlichen halfen bei Dachsanierung und Heizungs-Installation. Sie richteten eine komplette Holzwerkstatt im E-Werk ein.

Der Kommentar
von Christian Niemann

Ein Jugendevent, an dem fast 15.000 Jugendliche teilgenommen haben, ein Reinfall? Für die Jugendlichen sicherlich nicht. Sie hatten drei Tage lang Party ohne Ende. Aber hat diese Jugend in Mecklenburg - Vorpommern eine Zukunft? Diese Frage sollte die Großveranstaltung beantworten. Angesichts der derzeitigen Entwicklung wird es wohl in zwei Jahren kein weiteres Jugendevent in Prora geben. Ob die Gelder des Spendenmarathon des Privatsenders RTL zur Realisierung reichen, steht auch in Frage.

Denn das gespendete Geld wird für eine Jugendherberge mit 850 Betten nicht ausreichen. Angesichts leerer Kassen wird sich entscheiden, ob die Landesregierung "ihren" Teil zum Defezit beisteuert oder nicht. Angesichts leerer Kassen wird es schwierig werden eine zweite Großveranstaltung auf die Beine zu stellen.

Nicht einmal die Eigentumsfrage ist genau geklärt. Das Projekt "Prora 03" fand auf dem Gelände des Bundesvermögensamtes statt. Das möchte auch gern Investoren nach Prora locken.
Von verschiedenen Firmen laufen derzeit auch Projektplanungen für die Nazi-Bauten. So will die S.E.P.P. Entwicklungsgesellschaft auf dem Gelände in Prora einen Sport- und Erhohlungspark errichten.


Untere Dammstraße ab Freitag offiziell geöffnet

Fahrbahnmarkierung wird 2004 angebracht

Die Bauarbeiten an der unteren Dammstraße sollen bis zum nächsten Freitag vollständig abgeschlossen sein. Zu diesem Termin wird auch die Straße für den Durchgangsverkehr freigegeben.

Foto: ks

Bergen auf Rügen (ks). Straßensanierungen sind wie kaum andere Tätigkeiten von den Gnaden des Wettergottes abhängig. Demzufolge kommt es ab und an mal vor, dass der angegebene Fertigstellungstermin etwas weiter nach hinten korrigiert wird. (Übrigens, ein Phänomen, das nicht nur in der Kreisstadt auftaucht. Anm. d. Red.)

Im Falle der unteren Dammstraße bleiben die Anlieger zum Glück von längeren Verzögerungen verschont. "Wir hatten gerade einen Vorort - Termin mit der Verkehrsbehörde des Landkreises und dem ausführenden Bauunternehmen.

Das Bauunternehmen gab uns zu verstehen, dass es aus Gründen der Gewährleistung die Fahrbahnmarkierung auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht aufbringen kann. Diese Arbeiten werden erst 2004 ausgeführt. Trotzdem haben wir uns darauf geeinigt, die Straße ab dem 5. Dezember offiziell für den Durchgangsverkehr freizugeben", betonte Bergens Bauamtsleiter Rainer Starke im Rüganer - Gespräch am Donnerstag.


Förderung bestätigt

Europäische Union unterstützt Rügenzubringer

Bergen auf Rügen (gü). Die Europäische Union (EU) greift tief in die Tasche ! Europa macht insgesamt 172 Millionen Euro für den Bau des Rügenzubringers B 96n zur Ostseeautobahn A 20 locker. Insgesamt kostet das Verkehrsvorhaben 262 Millionen Euro. Darüber informierte in der letzten Woche Tilo Braune (SPD), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Die Fördermittel stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Braune verbindet die Zusage seitens Brüssel damit, dass jetzt die Bauarbeiten an der Straße verstärkt voran getrieben werden können, wie er weiter sagte. Bereits im nächsten Jahr werde mit den Arbeiten an der B 96 nördlich von Altefähr bis Bergen begonnen werden können. Die komplette Fertigstellung inklusive der Ortsumgehung für Rügens Kreisstadt ist für den Sommer 2007 avisiert.
In diesem Zusammenhang wurde auch der Baubeginn für die zweite Strelasundquerung konkreter datiert. Demnach können die Rüganer mit dem Bau der zweiten Rügenbrücke im Sommer 2004 rechnen. Vorausgesetzt, dass die EU bis Ende dieses Jahres grünes Licht für die bis zu 42 Meter hohe Pylonenbrücke gibt, so Braune weiter.

Auch im Bergener Landrats-amt wurde die Information aus Berlin "mit Freude" zur Kenntnis genommen, wie aus einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung zu entnehmen ist. Dort heißt es unter anderem : "Mit der Verwirklichung des Bauvorhabens wird sich die straßenseitige Anbindung Rügens enorm verbessern."

"Für unsere zahlreichen Urlauber bedeutet das, dass sie schon bald staufrei auf Deutschlands größte Insel gelangen. Gerade auch für jene Gäste aus den Ballungszentren ist dies von Vorteil. Und auch für den Fährverkehr, die Fischwirtschaft, ja für die gesamte Inselwirtschaft, ist das Vorhaben ein wichtiger Impuls", erklärt der stellvertretende Landrat Rainer Feit (parteilos).


Saisonabschlussball

Binz feierte bis in den frühen Morgen

Binz (tw). Der 7. Saisonabschlussball des Ostseebades Binz am Samstag im Kurhaussaal war ein großer Erfolg. In der stimmungsvollen Atmosphäre des Kurhaussaales gab es gastronomische Highlights sowie Unterhaltendes für die zahlreich erschienenen Gäste. Auf zwei Ebenen konnten sich die Besucher am kalt/warmen Buffet erfreuen, auf der Bühne gab es dann einen Augen- und Ohrenschmaus zu erleben.

Katja Ebstein mit einem Medley ihrer Hits, die Samanwaya Tanzshow mit exotischen Tieren und Jana Smith feat. Tina Turner - Original Tina Turner Double Show heizten bis nach Mitternacht dem begeisterten Publikum ein. Norbert Bosse (NDR 1 Radio MV) moderierte souverän durch den Abend. Schon traditionell war die Vergabe von drei Rosen durch Kurdirektorin Petra Wolter. In diesem Jahr gingen die Blumen an:

Andreas Horn, Bäckermeister aus Binz, der zur Eröffnung der Schmachtersee-Promenade diese in Form einer Torte präsentierte; Peter Behlke vom Rügener Getränkevertrieb, Chef - Caterer auf dem Kurplatz und an Klaus-Dieter Mickschat Schlossherr vom Jagdschloss Granitz, für die gute Zusammenarbeit.

Ein großes Dankeschön der Kurdirektorin auch an ihre Mitarbeiter, "ohne die ein Chef gar nichts ist". Am Rande des Saisonabschlussball verriet eine gut gelaunte Petra Wolter gegenüber dem Rüganer: "So wie es jetzt ausschaut, knacken wir dieses Jahr die zwei Millionen Übernachtungen."


FDP-Kandidaturen

Uwe Ahlers tritt nicht mehr als Bürgermeister an

Dranske / Güstrow (gü). FDP-Bürgermeister Uwe Ahlers wird am 13. Juni 2004 nicht auf dem Wahlzettel zur Wahl des neuen Bürgermeisters der Bug-Gemeinde stehen. "Aus persönlichen Gründen verzichte ich auf eine Kandidatur", äußerte sich der als Unternehmensberater selbstständige Ahlers auf eine entsprechende Anfrage dieser Zeitung. Jedoch, als Gemeindevertreter wird er sich weiterhin engagieren wollen, kandidiert auf alle Fälle auf der Liste der Freidemokraten, wie er ergänzend hinzufügt.

Eine zweite Karriere könnte für Uwe Ahlers im Januar des kommenden Jahres beginnen. Denn dann wird die Bundesvertreterversammlung der FDP in Saarbrücken die Bundesliste mit allen FDP-Kandidaten für die Europawahl (ebenfalls am 13. Juni 2004) aufstellen.

Ahlers wurde während der Landesvertreterversammlung in Güstrow von der Landes-FDP zu einem der zehn Landesvertreter gewählt und zugleich als Kandidat für die Liste zur Europawahl nominiert, wie der FDP-Kreisvorstand in einer der Redaktion vorliegenden Pressemitteilung informiert.

Uwe Ahlers ist einer von zwei Kandidaten, die die FDP des nordöstlichen Bundeslandes ins Rennen schicken wird. Mindestens einer von beiden soll auf einem vorderen und damit sicheren Listenplatz platziert werden, wie der Mitteilung weiter zu entnehmen ist. Die Bundesrepublik Deutschland wird im neuen Europaparlament mit insgesamt 99 Abgeordneten aus allen Parteien vertreten sein. Ob Uwe Ahlers auf dem sicheren Platz landet, wird sich im Januar 2004 erweisen.


10. Unfalltoter in diesem Jahr

Tödlicher Verkehrsunfall auf der L 29 zwischen Serams und Binz

Insel Rügen (DR / gü). Horrorcrash auf der L 29 zwischen Serams und Binz ! Ein 27-jähriger Fahrer aus Göhren kam bei dem schweren Verkehrsunfall am Nachmittag des 24. November dabei ums Leben. Er raste mit seinem Pkw Audi gegen ein Brückengeländer im Bereich der Straße und landete an einem Baum, wie die Polizeidirektion Stralsund mitteilt. Das Unfallfahrzeug fing Feuer und musste seitens der herbeigerufenen Feuerwehr mit Schaum abgelöscht werden.

Der Mann befuhr die Landstraße aus Binz kommend in Richtung Serams. Nach einer geraden Strecke mit leichtem Gefälle kam er anfangs einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab. Dort fuhr er gegen das rund 15 Meter lange Brückengeländer, das durch den Anprall bis zur Hälfte abgerissen wurde.

Der Fahrer erlitt tödliche innere Verletzungen, da er vermutlich nicht angegurtet war. Auf Grund von Hinweisen über die Fahrweise des Getöteten wird Alkohol- und Drogeneinfluss geprüft. Weiterhin besteht der Verdacht des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Die L 29 war bis gegen 16 Uhr voll gesperrt. Der Gesamtschaden wird auf rund 16.000 Euro geschätzt.

Damit erhöht sich die Zahl der Unfalltoten auf Rügens Straßen in diesem Jahr auf zehn. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 12 Menschen bei Verkehrsunfällen auf der Insel ums Leben, wie in Blick in die Statistik zeigt.

Kollision auf B 96

Am 26. November kam es gegen 04.15 Uhr auf der B 96 zu einem weiteren Verkehrsunfall in der Stönkvitzer Kurve. Der 33-jährige Fahrer eines Lkw aus dem Müritzkreis fuhr vermutlich aus Unachtsamkeit auf einen mit ihm in Richtung Bergen fahrenden Mobilbagger auf. Durch den Aufprall wurden beide Fahrzeuge in den Straßengraben geschleudert.

Während der Mobilbagger keine sichtbaren Schäden davontrug, verklemmten am Fahrerhaus des Lkw die Türen, so dass sich der verletzte Fahrer nicht selbst befreien konnte. Die Türen wurden durch die Freiwillige Feuerwehr Samtens mit Spezialwerkzeug geöffnet. Der unter Schock stehende Fahrer wurde mittels Rettungsfahrzeug in das SANA-Krankenhaus Bergen transportiert.

Der 40-jährige Baggerfahrer blieb unverletzt. Die Bundesstraße war durch austretendes Getriebeöl erheblich verschmutzt. Zur Unfallaufnahme und Reinigung der Fahrbahn, sowie zur Fahrzeugbergung war die B 96 über eine Stunde voll bzw. teilweise gesperrt. Bei der Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass der Fahrer unter Verstoß gegen fahrpersonalrechtliche Bestimmungen kein Schaublatt in das Kontrollgerät eingelegt hatte.

Zusammenstoß

Einen Sachschaden in Höhe von rund 7.000 Euro hat ein Zusammenstoß von einem Pkw mit einem Lkw am Binzer Klünderberg mit sich gebracht. Dieser Unfall ereignete sich am Mittwoch letzter Woche an der Einmüdung vom Klünderberg auf die Binzer Ortsdurchfahrt der L 29. Demnach kam der Lkw vom Klünderberg und kollidierte mit dem Pkw im Kreuzungsbereich. Verletzt wurde dabe niemand, wie es abschließend heißt.



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