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Tourismusverein Rügen-Nord

Schwere Geburt mit unsicherer Perspektive, doch noch herrscht Hoffnung

Das sind die Männer des erhofften neuen Aufbruchs auf dem Windland, also die Vorstandsmitglieder des "Tourismusverein Rügen-Nord e.V." i.G., von links: Thomas Schweigert, Andreas Rüß, Henry Forkel, Siegfried Plambeck, Ottomar Spiering, Jörg Glasow und Jochim Kleingarn.

Fotos: Urban
Überzeugungsgespräch. Gerade hatte Thomas Schweigert (rechts) noch "Nein" zum Vorschlag gesagt, dass er Stellv. Vorsitzender wird... Doch der zu diesem Zeitpunkt bereits gewählte Vorsitzende, Pastor Rüß aus Altenkirchen (links), und andere Vereinsmitglieder überzeugten ihn schließlich zum "Ja" sagen.

Von Wolfgang Urban

Juliusruh.
Schon lange gibt es das Bestreben, die touristische Kraft der Halbinsel Wittow zu einen. Was angesichts dessen, dass die Halbinsel zugleich ein Amt mit fünf Gemeinden ist, relativ einfach sein könnte. Doch egozentrisch vertretene Interessen und nicht zuletzt auch persönliche Befindlichkeiten wurden bislang immer zu Stolpersteinen im Einigungsstreben.

So war es nicht verwunderlich, dass auch die angestrebte Gründung eines Tourismusvereins für Wittow zur schweren Geburt wurde. 16 Frauen und Männer gründeten schließlich am vergangenen Donnerstag den "Tourismusverein Rügen-Nord e.V." Viele Anbieter touristischer Leistungen auf dem Windland fehlten bei der Vereinsgründung. Auch war der Gründung selbst kein begeisterndes Streben anzumerken.

So manch einem widerstrebte es, zumindest in der ersten Runde, vorgeschlagene Verantwortung zu übernehmen. Vor allem wurde dabei auf schon vorhandene Arbeitsbelastungen verwiesen. So ließen sich Frauen nur als Rechnungsprüfer, aber nicht als Vorstandsmitglieder wählen. Problemlos gestaltete sich indes die Wahl des Vereinsvorsitzenden Andreas Rüß.

Der noch relativ neue Pastor von Altenkirchen schien die noch mögliche integrierende Kraft auf dem Windland zu sein. Aber auch dies wohl nur dank einer Unwissenheit von Anwesenden, die in diesem Fall vielleicht sogar ganz nebensächlich werden könnte.

Rüß hat jetzt als Vereinsvorsitzender möglicherweise seine große Herausforderung auf Wittow gefunden. Zu erreichen ist er unter folgender Adresse: Pfarramt Altenkirchen, 18556 Altenkirchen.


Traditionsreiches Volksfest auf Ummanz

Viel Spaß und gute Laune: Monique Müller aus Mursewiek wurde Tonnenkönigin 2002

Ummanz: Volle Deckung nach erfolgreichem Super-Schlag. Der Reifen der Tonne und Bretter fallen zu Boden.

Fotos (3): Urban
Das letzte Holz-Stück der Tonne, das Monique Müller zu Fall brachte und so Königin wurde. Die Ummanzer Tonnenkönigin 2002: Monique Müller aus Mursewiek empfängt den Pokal.

Von Wolfgang Urban

Ummanz.
Was wäre Ummanz ohne Briesemeister und seine Haflingerzucht? All ihre Herrlichkeit zeigten die Haflinger wieder einmal am vergangenen Samstag beim Ummanzer Tonnenabschlagen, das wieder zu einem Volksfest der besten Art wurde.

Seit 1895 ist die Tradition des Tonnenabschlagens auf Rügen schriftlich belegt und seit 1898 auf der Insel Ummanz. Die traditionsreiche Reitervereinsfahne von Ummanz stammt sogar aus dem Jahr 1896. Reiterfahne, Königskette u.a.m. waren auch in diesem Jahr wieder zu sehen.

Bedingungen der Teilnahme am Tonnenabschlagen

Als Ummanzer Besonderheit waren nur Pferde der Rasse "Haflinger" beim Tonnenabschlagen startberechtigt. Für die ReiterInnen gibt es u.a. folgende Teilnahmebedingungen: "Vereinsanzugsordnung ansonsten schwarze Hose und weißes Oberteil; Reitkappe - schwarz; Stiefel - sauber und geputzt; Tonnenknüppel (...nur ... mit den Maßen Länge 0,50 m / Umfang 0,20 m - zum Handgriff verjüngend ­p; zugelassen); wenn vorhanden Standarte / Fahne... Jeder Teilnehmer hat sein Pferd in einem sauberen und gepflegten Zustand vorzustellen, wobei besonderes Augenmerk auf das weiße Langhaar zu richten ist..."

Königstitel

Sand-, Boden-, Stäben- oder Tonnenkönig kann man beim Tonnenabschlagen werden. Jeder Teilnehmer kann sich dabei am Wettbewerb bis zum Tonnenkönig beteiligen, auch wenn er schon einen der obengenannten Königstitel erworben hat.

Sandkönig

Als "Sandkönig" trägt man den unrühmlichen Ehrenkranz auf Ummanz. Man muss im Wettkampf vom Pferd fallen, um diese "Ehrung" zu erreichen. Doch was tut man, wenn keiner vom Pferd fällt, so wie es dieses Mal beim "Tonnenabschlagen" geschah ?

Dies ahnend wurde beschlossen, auch das vom Pferdfallen außerhalb des Wettkampfes zu ehren. Eine junge Dame aus Stralsund ließ dies über sich ergehen und nahm - sogar lächelnd - den Ehrenkranz als Sandkönigin entgegen. Spaß ist Trumpf beim Ummanzer Tonnenabschlagen.

Bodenkönig

Einen ersten Höhepunkt erreichte das Tonnenabschlagen als der Hauptmann der Ummanzer Reiter, Frank Thesenvitz, das letzte Stück vom Faßboden herausschlug und damit Bodenkönig wurde.

Stäbenkönig

In der nächsten Runde galt es den zu ermitteln, der das letzte Stück Faßstäben bzw. Faßdauben herunterschlägt. Das schaffte der in seinem Lebenslauf mit Ummanz sehr verbundene, Leipziger Sven Deutrich.

Tonnenkönig

Als nur noch zwei Holzstücke in der Befestigung im Wind wehten, schlug so manch einer der 18 Reiterinnen und Reiter auch mal daneben. Das letzte Stück Holz beförderte schließlich Monique Müller zu Boden. So wurde die Jugendliche aus Mursewiek und kein kräftiger Mann "Tonnenkönig".


Ein Partnerschaftsvertrag

Ostseebad Binz und polnische Stadt Bialogard sind freundschaftlich verbunden

H. Ciechanowicz, Bürgermeister der Stadt Bialogard (li.), und Binz Bürgermeister Horst Schaumann (zweiter von rechts) sowie ihre beiden Stellvertreter (jeweils daneben) unterzeichneten am letzten Sonnabend den Partnerschaftsvertrag.

Foto : Günther

Ostseebad Binz (gü). Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) und sein polnischer Kollege der Stadt Bialogard sowie ihre beiden Stellvertreter haben einen Partnerschaftsvertrag für die zwei Kommunen unterzeichnet. Eine Delegation der polnischen Stadt weilte am letzten Wochenende unter der Leitung des Bürgermeisters H. Ciechanowicz im größten Rügener Seebad.

Die jeweiligen politischen Verantwortungträger haben am zurückliegenden Sonnabend während einer kleinen Feierstunde im "Haus des Gastes" im Beisein der Gemeindevertreter beider Orte den Partnerschaftsvertrag unterschrieben. Die Gemeinden wollen künftig stärker zusammen arbeiten, wie Bürgermeister Horst Schaumann in seiner Rede unterstrich.

Dieses Projekt wird unterstützt durch die Europäische Union (EU) im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg IIIa (Small Project Funds der Euroregion Pomerania), wie es weiter hieß.

Demnach sollen besonders der Austausch von Informationen in vielen Bereichen des Alltags und Begegnungen der Bevölkerung im Mittelpunkt des Vertrages stehen. Der Vertrag soll auch für die Förderung und weitere Entwicklung der zwei Kommunen eine feste Grundlage bilden, auf der man aufbauen will, so Schaumann gegenüber den anwesenden Kommunalpolitikern.

Organisationen, Unternehmen und Einrichtungen sollen von der Partnerschaft profitieren, wagten beide Bürgermeister einen Blick in die Zukunft. Besonders die Jugend sollte dabei im Mittelpunkt stehen, waren sich beide einig.

In den Bereichen Tourismus, Kultur und Umwelt- sowie Naturschutz wird es konkrete Projekte geben. Aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht wollen die Partner enger zusammen arbeiten. So geht es im Rahmen der Pomerania auch um die Gewinnung von Fördermitteln für entsprechende Vorhaben in Binz und Bialogard.

Vor der Vertragsunterzeichnung informierte Kurdirektorin Petra Wolter gegenüber der polnischen Delegation über das "Haus des Gastes" und die touristische Struktur des größten Rügener Seebades.


Bürgerentscheid auf Hiddensee

Soll die Amtsfreiheit bleiben? Was bedeutet eigentlich Amtszugehörigkeit?

Von Wolfgang Urban

Hiddensee.
Im Rüganer wurde bereits berichtet, dass es auf Hiddensee am 22. September nicht nur Landtags- und Bundestagswahlen geben wird, sondern auch eine Abstimmung über die Amtsfreiheit. Konkret heißt die Frage, die am 22. September zur Entscheidung steht: "Soll die Amtsfreiheit der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee beibehalten werden?"

Stellungnahme des Landratsamtes zur Darstellung im Hiddenseer Amtsblatt

Angesichts der Fragestellung des Bürgerentscheides entsteht die Frage, was bedeutet eigentlich Amtszugehörigkeit? Genau dazu gab es auf Hiddensee eine offizielle Darstellung, die zu folgender Stellungnahme des Landkreises Rügen führte: "In der als Amtsblatt 2002 / 1 der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee erscheinenden Hauswurfsendung klärt der Bürgermeister der Gemeinde, Herr Leonhard, aus Anlass der Unterschriftensammlung zur Aufhebung der Amtsfreiheit der Insel Hiddensee die Bürger über die Auswirkungen einer solchen Entscheidung auf. Er zeichnet dabei ein Szenario, in dem in weiten Teilen die Amtszugehörigkeit einer Gemeinde mit der Eingemeindung einer Gemeinde verwechselt wird. Aus diesem Grund sieht sich die Landrätin veranlasst, die Hiddenseer über die Rechtslage aufzuklären."

Das Amt als "Schreibstube" der Gemeinde

"Ämter", so das Landratsamt, "sind Körperschaften, die aus Gemeinden desselben Landkreises bestehen und eine Verwaltung haben. Allgemein bedeutet Amtszugehörigkeit einer Gemeinde zum einen, dass das Amt im Selbstverwaltungsbereich der Gemeinde die ,Schreibstube' der Gemeinde ist. D.h., das Amt führt die Beschlüsse der Gemeindevertretung einer Gemeinde aus und erledigt den dazugehörigen ,Schreibkram'.

Klarzustellen ist, dass die Gemeinden im eigenen Wirkungskreis bei allen Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft das Recht des ,Ob' und ,Wie' der Beschlussfassung innehat. Die Amtsverwaltung ist dabei nicht befugt, die Rechtmäßigkeit der Selbstverwaltungsbeschlüsse der Gemeinde zu überprüfen.

Das Amt tritt hinsichtlich der Entscheidungsfindung nur in den Fällen an die Stelle der Gemeinde, wenn die Gemeinde die Aufgabenübertragung auf das Amt beschlossen hat. Zum anderen bedeutet die Amtszugehörigkeit, dass das Amt im übertragenen Wirkungskreis (z.B. örtliche Ordnungsbehörde, Aufgabe der Meldebehörde, Aufgaben gewerbe- und immissionschutzrechtlicher Art) Träger der Aufgabe ist."

Zuständigkeiten der Gemeinde bei einer Amtszugehörigkeit

"Eine Amtszugehörigkeit für Hiddensee", so heißt es in der Stellungnahme des Landratsamtes, "würde damit bedeuten, dass die Gemeindevertretung auch weiterhin zwingend für alle wichtigen Entscheidungen zuständig ist. Dazu gehören der Erlass von Satzungen, die Vorgabe für Verhandlungen mit Behörden, die Durchführung von (förderfähigen) Investitionen im Rahmen der vorhandenen finanziellen Mittel usw..Der Erhalt von Schulstandorten ist von der Amtszugehörigkeit unabhängig, da hierfür der Bedarf ausschlaggebend ist."

Reduzierter Verwaltungsstandort bei Amtszugehörigkeit

Zur Debatte um den Verwaltungsstandort Hiddensee stellt das Landratsamt fest: "Zudem würde Hiddensee weiterhin einen - wenn auch reduzierten - Verwaltungsstandort, und zwar aufgrund der Insellage als Außenstelle des Amtes beibehalten. Da die Gemeinde Seebad Insel Hiddensee selbst keine hauptamtliche Verwaltung mehr vorhalten müsste, dürfte dies zu finanziellen Einsparungen bei der Gemeinde führen. Im übrigen behält Hiddensee sein Wappen und Gemeindenamen bei."


Vorfahrt für Fußgänger

Projektgruppe stellt Planungen für Haupt- und Schmachter-See-Straße vor

Ostseebad Binz (gü). Zwei Jahre Bauzeit, vier Bauabschnitte und 3,8 Millionen Euro Baukosten - das sind die Rand-daten für die angedachte komplette Erneuerung der Haupt- und der Schmachter-See-Straße. Thomas Nießen vom Planungsbüro Nordprojekt stellte als Vertreter der beauftragten Projektgruppe während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung am zurückliegenden Donnerstag die vorliegenden Planungen der Öffentlichkeit vor.

Demnach sollen die Bauarbeiten möglichst im kommenden November in der Schmachter-See-Straße beginnen. Dafür ist allerdings ein einwerben von Fördermitteln in Höhe von 90 Prozent nötig, um das ehrgeizige Vorhaben noch in diesem Jahr beginnen zu können. Sollte sich die Bearbeitung des Antrages in die Länge ziehen, ist alternativ ein Baubeginn für den November 2003 vorgesehen. Die Förderung ist beim zuständigen Wirtschaftsministerium in Schwerin beantragt worden. Und zwar aus dem Topf für touristische Infrastruktur, so Nießen.

Dieser sieht mit seinen Kollegen die Haupt- und Schmachter-See-Straße als "Bindeglied" zwischen Zentrum und Promenade. Dass dabei die Hauptstraße unter Denkmalschutz steht, unterstreicht die allgemeine Bedeutung dieser Achse. Begonnen werden soll wie eingangs erwähnt mit der Schmachter-See-Straße. Dort sind in den zurückliegenden Jahren alle Versorgungsleitungen (außer Straßenlicht) grundlegend erneuert worden. Demnach könne man schnell mit den Oberflächen für Straße und Gehwege beginnen, so der Planer.

Anders sieht es hingegen in der Hauptstraße aus. Dort sind die zu findenden Leitungen teilweise bis 120 Jahre alt und es muss alles erneuert werden (außer Gas- und Telefonleitungen). "Dass die Leitungen bei solch einer Beanspruchung all die Jahre gehalten haben, verwundert doch sehr", sagte Thomas Nießen mit Blick auf den Zahn der Zeit, der an den Leitungen gründlich genagt hat.
Der umfassende Neubau und die damit verbundene Neugestaltung der Hauptstraße wird in Binz das Thema der kommenden Jahre. Darüber waren sich sowohl die anwesenden Abgeordneten als auch zahlreich erschienene Anlieger einig.

Die Fahrbahn der Hauptstraße soll von 5,50 Meter auf 4,75 Meter verringert werden. "Das bedeutet einen Gewinn für die Gehsteige", so Nießen. Er kann sich vorstellen, dass die beiden Straßen nach Fertigstellung als verkehrsberuhigte Bereiche, ohne Parkplätze, ausgewiesen werden. "Durch den regen Verkehr werden die Urlauber abgehalten, sich in aller Ruhe durch die Hauptstraße zu bewegen.

Sie springen über die Straße, haben ein eingeschränktes Konsumverhalten", argumentierte er mit Blick auf die zu treffenden verkehrlichen Einschränkungen nach Abschluss der Bauarbeiten.
Im Zuge der Baumaßnahmen sollen die ebenfalls über 100 Jahre alten Linden fallen. Sie sind nach Untersuchung der Projektgruppe stellenweise hohl, haben Faulstellen und dürften aufgrund der umfangreichen Maßnahmen weiteren Beschädigungen ausgesetzt sein.

Die in den zurückliegenden Jahren erst gepflanzten Bäume sollen an anderen Stellen in Binz ihren Platz finden. Die Gehsteige sollen mit Natursteinplatten, die Fahrbahn aus Immissionsgründen mit eingefärbtem Asphalt ausgeführt werden. Der Brunnen mit der Uhr auf dem Seebrückenvorplatz ist als Einzeldenkmal zu erhalten und vielleicht wieder zu beleben, führte Nießen abschließend aus.
Die Auslegungen der Planungen beginnen am 9. September im Bauamt.



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