D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 5. Februar - 11. Februar 2003 unabhängig - überparteilich

Neuer Lotsenturm ist fertig

Technische Inbetriebnahme erfolgt / feierliche Einweihung am Osterwochenende

Die Antennen auf dem neuen Lotsenturm sind seit 28. Januar in Betrieb genommen worden.

Foto : Günther

Ostseebad Thiessow (gü). Eine außergewöhnliche Baumaßnahme ist zu Ende gegangen ! Mit der technischen Inbetriebnahme der Antennenanlage auf dem neuen Lotsenturm kann das Unternehmen Vodafone D2 das im letzten Jahr begonnene Vorhaben offiziell abschliessen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung des Unternehmens und des Ostseebades Thiessow heißt.

Demnach sind die Antennen seit 28. Januar "scharf" und D2-Kunden verfügen jetzt an dieser Stelle über bessere Bedingungen beim Telefonieren. Aber auch Polizei und T-Mobile profitieren vom Neubau des Lotsenturms. Auch ihre Antennen sind auf dem Dach installiert und werden später in Betrieb genommen. Der neue Lotsenturm ist ein Stahlgittermast, der mit Holzpaneelen verkleidet wurde. Die feierliche Übergabe ist für das Osterwochenende vorgesehen.


Anzeige gescheitert

Schwere Niederlage für Bürgermeister Braumann

Von Wolfgang Urban

Dreschvitz.
In einer auf
den 14. März 2001 datierten Anzeige wendete sich der Bürgermeister der Gemeinde Dreschvitz, Olaf Braumann, an die Staatsanwaltschaft Stralsund. Als Betreff gab er dabei an: "Anzeige wegen Verdacht der Untreue zu Lasten der Gemeinde Dreschvitz gegen den Leitenden Verwaltungsbeamten des Amtes Südwest-Rügen und die damaligen Bürgermeister von Dreschvitz Herrn Wolfgang Schröder und Franz Auler."

In der Anzeige teilte Bürgermeister Olaf Braumann der Staatsanwaltschaft mit : "Mit Beschluss der Gemeindevertretung Dreschvitz vom 14.2. 2001 sollen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue vorgenommen werden."

Nachdem die Staatsanwaltschaft schon das Verfahren gegen Ferdinand Pieper einstellte (Der Rüganer berichtete), wurde jetzt auch das Ermittlungsverfahren gegen Franz Auler und Wolfgang Schröder eingestellt.

In einer der beiden Mitteilungen der Staatsanwaltschaft, die sich nur bei der Namensnennung " Auler" bzw. " Schröder" unterscheiden, heißt es : "Ermittlungsverfahren gegen Sie wegen Untreue / Sehr geehrter Herr Schröder, das gegen Sie gerichtete Ermittlungsverfahren habe ich gemäß § 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung eingestellt. Hochachtungsvoll gez. Kuhlmann Staatsanwalt."

Erläuternd zu der Einstellung gemäß § 170 Abs. 2 stellte Rechtsanwalt Arno P. Dietz fest: "Diese Regelung bezieht sich nicht etwa auf eine geringe Schuld, sondern besagt vielmehr, dass es für die Erhebung der öffentlichen Klage auf Grundlage der Ermittlungen keinen genügenden Anlass gibt. Damit handelt es sich keineswegs um eine Einstellung ,zweiter Klasse'."


Wissen Sie wo Swaziland liegt ?

Rund 3.000 Übernachtungen ausländischer Gäste
über die Rügen-Domains realisiert

Bergen auf Rügen / Sassnitz (gü). Im Zeitalter von Datenleitungen und Internet buchen zunehmend Gäste ihre Unterkunft auf diese Weise. Natürlich auch ausländische Gäste, über die wir in den Ausgaben 15. und 22. Januar berichtet haben. Torsten Konopka von der wild-east-marketing GmbH &Co. KG mit Sitz in Sassnitz, hat dem Rüganer diesbezüglich noch einige Informationen zur Verfügung gestellt.

So sind über die Internet-Domains www.ruegen.de, www.ruegen.com und www.ruegen.im-web.de fast 3.000 Übernachtungen ausländischer Gäste realisiert worden. Führende online-Bucher auch hier Gäste aus der Schweiz, den Niederlanden und Schweden. Aber auch wieder bemerkenswerte "Exoten" haben auf diesem Weg ihren Weg nach Rügen gefunden. So konnten unter anderem Gäste von den Falkland-Inseln, aus der Dominikanischen Republik, Swaziland und Kanada registriert werden.

"Ein guter Beweis wie die drei Domains internationale Beachtung finden", schätzt Torsten Konopka in diesem Zusammenhang ein. Immerhin kann das Unternehmen aus der Hafenstadt auf eine gute Bilanz für das letzte Jahr verweisen, wie der Geschäftsführer ergänzt. So sind insgesamt 260.000 Übernachtungen auf die Insel mit rund vier Millionen Euro Buchungsvolumen geholt worden. Für M-V gab es rund 35.000 Buchungen im Gesamtwert von rund 8,5 Millionen Euro.

Die wild-east-marketing GmbH & Co. KG ist damit Marktführer in M-V und hat den ersten flächendeckenden Reservierungsverbund im Land aufgebaut. Auch die Prognose für 2003 sieht optimistisch aus. Konopka rechnet mit rund 20 Millionen Euro Buchungsvolumen für Destinationen in ganz M-V. "Davon sind bereits jetzt schon rund 2,5 Millionen Euro realisiert" so Konopka.


Windkraftanlagen geplant?

Der Landkreis Rügen informiert über die rechtliche Situation

Rügen (bs). Immer mehr Bürger der Insel befassen sich mit der Problematik der geplanten Errichtung von Onshore-Windkraftanlagen auf Rügen. Die Rüganer-Redaktion erhielt in der vergangenen Woche vermehrt Anrufe von besorgten Bürgern, die aufgrund des Artikels der Tageszeitung "Der Himmel unter Windrädern? - 30 Anlagen auf Südrügen vorgesehen" aufgebracht waren.

Der Rüganer hat daraufhin eine Anfrage angesichts der rechtlichen Situation bei Windkraftanlagen an den Landkreis Rügen gerichtet. In der Stellungnahme heißt es nun wie folgt: "Es ist zu unterscheiden zwischen Windkraftanlagen, die als Nebenanlagen für im Außenbereich privilegierte Anlagen gelten (§35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) und sonstigen Windkraftanlagen, die Strom überwiegend oder ausschließlich in das allgemeine Stromnetz einspeisen (§ 35 Abs. 1 Nr. 6).

Im ersten Fall geht es um einzelne Windkraftanlagen, die über 50 Prozent des produzierten Stroms beispielsweise an einen landwirtschaftlichen Betrieb liefern. Die Zulässigkeitsprüfung dieser Anlagen entspricht dem Verfahren bei landwirtschaftlichen Betrieben. Nach § 35 Abs. 1 BauGB sind sie zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegen stehen (sie wären also nicht zulässig, wenn sich auf dem Standort, auf dem die Anlage vorgesehen ist, beispielsweise ein geschütztes Biotop befindet).

Dieser Fall kann nur für einzelne Anlagen gelten, da Voraussetzung ist, dass sie einem privilegierten land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen, also überwiegend den Strom für eine privilegierte Anlage produzieren).

Für die sonstigen Windkraftanlagen gibt es eine Steuerungsmöglichkeit über § 35 Abs. 3 BauGB. Die Windkraftanlagen, die im § 35 Abs. 1 Nr. 6 BauGB genannt sind, sind dann unzulässig, wenn Darstellungen in einem Flächennutzungsplan oder als Ziele der Raumordnung und Landesplanung eine Ausweisung an anderer Stelle erfolgt ist.

Dies ist für unsere Planungsregion im Regionalen Raumordnungsprogramm Vorpommern geschehen. Dieses Regionale Raumordnungsprogramm wird vom Planungsverband, bestehend aus den Kreisen und kreisfreien Städten der Planungsregion von denen der Landkreis Rügen ein Mitglied ist, aufgestellt und durch die Landesverordnung rechtswirksam gemacht. Für die Ausweisung von Eignungsräumen für Windenergieanlagen wurden landeseinheit-liche Kriterien entwickelt (u.a. keine entgegenstehenden Belange des Naturschutzes, wie Vogelzug oder Vogelrast etc.)

Alle raumbedeutsamen Windkraftanlagen, das sind nach einem Erlass des Bauministeriums alle Anlagen mit einer Rotorspitze über 35 Meter, werden auf die Eignungsräume für Windenergieanlagen beschränkt: Zum einen den Windpark bei Altefähr, zum anderen den Windpark bei Götemitz/Rambin.

Alle anderen Windkraftanlagen und Windparks sind vor dem Inkrafttreten des Regionalen Raumordnungsprogramms 1998 genehmigt worden und wären heute nicht mehr zulässig. Für die Planungen von Windkraftanlagen um Groß Schoritz oder Zudar bedeutet dies, dass Windparks nur zulässig wären, wenn das Regionale Raumordnungsprogramm geändert würde und hier Eignungsräume ausgewiesen würden. Dies ist derzeit nicht absehbar." Wenn das keine guten Nachrichten sind, liebe Rüganer?



Erste-Hilfe-Kurs

Sicher sein bei Lebens rettenden Sofortmaßnahmen

Bergen auf Rügen (DR). Wer Autofahren will, muss an einem Kurs "Lebensrettende Sofortmaßnahmen für den Führerschein" teilgenommen haben. Deshalb bieten die Johanniter Bergen regelmäßig diese Kurse an.

Der nächste Termin ist der 8. Februar. In der Zeit von 9 bis 15 Uhr findet der Kurs in den Räumen der Verkehrstechnischen Schule in der Stralsunder Chaussee statt. Anmeldungen ab sofort bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. unter (0 38 38) 25 37 09.


Baabe beschließt Haushalt 2003

Ausgeglichener Haushalt / Investitionen in den nächsten Jahren zu meistern

Ostseebad Baabe (gü). Einige Aufgaben in der Infrastruktur sind in den kommenden Jahren noch zu schultern, also müssen die Finanzen auch stimmen. Die Gemeindevertretung beschloss am letzten Donnerstag ihren ausgeglichenen Haushalt 2003 mit dem Wirtschaftsplan des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung.

Demnach sind im Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 998.100 Euro und im Vermögenshaushalt Einnahmen und Ausgaben in einer Größenordnung von 841.200 Euro verzeichnet. Die Kassenkredite wurden auf 262.000 Euro festgelegt.

Im Erfolgsplan der Kurverwaltung soll am Jahresende sogar ein Gewinn von 18.800 Euro erwirtschaftet werden, wie Amtskämmerin Gudrun Heuer während der Sitzung informierte. Dieser sieht Einnahmen von 1.309.800 Euro und Ausgaben von 1.291.000 Euro vor. Im Vermögensplan sind Ausgaben und Einnahmen ausgeglichen, sie belaufen sich auf 2.037.500 Euro.

Auch die Kurverwaltung hat in den nächsten Jahren noch Investitionen zu tätigen. Beispielsweise soll das "Haus des Gastes" gebaut werden, Teilbereiche der Promenade und Freilichtbühne sollen erneuert werden, und auch der Ausbau des Kleinbahnhofes steht noch auf der Tagesordnung.

Die Kurverwaltung wird Kredite in Höhe von 256.300 Euro aufnehmen. Im jetzt beschlossenen Wirtschaftsplan sind allerdings Verpflichtungsermächtigungen für Investitionen in Höhe von 2.269.600 Euro vermerkt, hieß es abschließend.


Sellin schafft Etatausgleich

Ausgeglichener Haushalt beschlossen / Gemeinde kann Investitionsstau auflösen

Ostseebad Sellin (gü). Nach Jahren der "Mühen und Leiden", wie Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) es bezeichnete, konnte die Gemeindevertretung während ihrer Sitzung am 28. Januar endlich wieder einen ausgeglichenen Haushalt für das aktuelle Jahr beschließen. Dieser beträgt bei den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt 2.482.100 Euro und im Vermögenshaushalt bei Einnahmen und Ausgaben 13.300.700 Euro.

Dieser recht große Vermögenshaushalt kommt allerdings durch die Kreditumschuldung in Höhe von 9,8 Millionen Euro zustande, wie Amtskämmerin Gudrun Heuer erklärt. Also bleiben rund 3,5 Millionen Euro übrig, die real für den Abbau des Investitionsstaus genutzt werden können. Der eingangs angesprochene Ausgleich des Etats ist einer Fehlbedarfszuweisung seitens des Schweriner Innenministeriums zu verdanken.

Die Kommune hatte durch die hohe Schuldenlast (vornehmlich durch den Bau der Seebrücke) in den letzten Jahren ihren finanziellen Handlungsspielraum fast verloren. Mittels eines Prüfers wurden im Jahr 2002 Haushaltsicherungs- und Haushaltskonsolidierungskonzept geprüft, in dessen Ergebnis die Ausreichung der Fehlbedarfszuweisung erfolgte. Nunmehr kann die Gemeinde wieder verstärkt Investitionen angehen, wie Bürgermeister Liedtke erklärte.

Dabei stehen die Eigenmittel für die bereits zugesagte Städtebauförderung ganz oben auf der Liste der Vorhaben. Mit dieser Förderung soll im Jahr 2003 begonnen werden, die Hauptstraße zu sanieren, die teilweise im Sanierungsgebiet liegt. Weitere Investitionen sind mit dem Bau des Großparkplatzes nahe des Seeparks sowie der Ostseeterrasse vis a vis dem Hotel "Kurhaus Sellin" bereits seit einiger Zeit im Gespräch und können jetzt endlich realisiert werden.

Das Ostseebad Sellin liegt zwar mit der Pro-Kopf-Verschuldung von 3.970 Euro je Einwohner hinter Baabe an zweiter Stelle im Amt Mönchgut-Granitz. Jedoch entfallen allein 3.600 Euro auf den Schuldendienst für die Seebrücke, und die war gewollt . . .


Erfolgreiche "Grüne Woche"

Ernst Heinemann :
"Gemeinsamer Auftritt der Anbieter hat Besucher überzeugt"

Bergen auf Rügen (gü). Rund 15.000 verteilte Prospekte aller Art, zahlreiche konkrete Besuchergespräche, ein überzeugender gemeinsamer Auftritt aller Anbieter - das sind nach Aussage von Ernst Heinemann, Vorsitzender des Rügen Produkt e. V., erfolgversprechende "Zutaten", um die Insel Rügen unter einem Begriff zu vermarkten. Der Vorsitzende informierte während des Wirtestammtisches des DoHoGa-Kreisverbandes Rügen am 27. Januar über die am 26. Januar zu Ende gegangene "Grüne Woche" in Berlin.

"Eine immer volle Halle" in der Länderhalle M-V, konnte Heinemann als Fazit für das gestiegene und steigende Interesse an unserem Land und auch an der Insel Rügen gegenüber den anwesenden Hoteliers und Gastronomen vermelden.

Auch Gespräche mit dem Agrarminister M-V, Till Backhaus (SPD), lassen darauf schließen, dass das Land daran interessiert ist, dass die Anbieter ihre Leistungen in einem Guss offerieren, so Heinemann. Damit meint der Vorsitzende "das Bett, Essen und Trinken sowie Kultur". Dieser Trend sei immer mehr absehbar. Die gewonnenen Erfahrungen auf der "Grünen Woche" sollen perspektivisch auch in den neuen Verbandskatalog der TZR eingebracht werden, blickte Heinemann als Mitglied des Vorstandes des Tourismusverbandes auf die anstehende Produktion.

Zusätzlich will der Rügen Produkt e. V. eine Karte mit allen Produzenten und Direktvermarktern in punkto Rügenprodukte erstellen. Hotels und Restaurants, die das Logo "Regionale Eßkultur" führen, sollen ebenfalls berücksichtigt werden, so Heinemann.


Hauptstraße auf 4,50 m einengen ?

Gemeinde und Planungsbüro informierten Anlieger über Baumaßnahmen

Ostseebad Sellin (gü). Wird die Hauptstraße im Zuge ihrer Neugestaltung auf eine maximale Fahrbahnbreite von 4,50 Meter eingeengt ? Diese Frage soll am 12. Februar bei der Unteren Verkehrsbehörde des Landkreises geklärt werden, wie Detlef Isernhagen vom gleichnamigen Planungsbüro während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung sagte. Dort hatte der Planer das Vorhaben nochmals vorgestellt, nachdem bereits am 14. Januar ein Gespräch mit den Anliegern stattgefunden hatte.

Wichtigste Botschaft dieses Abends durch die Anwohner war laut Isernhagen und Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG), dass die Straße durchaus nach ihrer Fertigstellung im Rahmen einer Zone 30 km/h verkehrsberuhigt werden soll.

Aus diesem Grund hatte Städteplaner Heinrich Vulter auch den Vorschlag der Einengung eingebracht. Dieser sorgte während der Sitzung am 28. Januar für eine geteilte Meinung unter den politischen Verantwortungsträgern. Denn, so Isernhagen, die Einengung würde einen sog. Einrichtungsverkehr für Schwerlasttransporter und Busse mit sich bringen. Dieser Verkehr wiederum soll, laut Vulter-Vorschlag, dann über die Granitzer Straße, Waldstraße und Schulstraße aus dem Ort herausgeführt werden.

Sollte die Untere Verkehrsbehörde diese Idee verwerfen, erfolgt der Ausbau der Hauptstraße, die sich teilweise im Sanierungsgebiet befindet, auf eine Breite von 5,50 Meter. Auf 1,40 bis 1,50 Meter breiter werden soll auf alle Fälle der Fußweg zwischen dem Bahn-übergang und der Bollwerkstraße, wie es an diesem Abend hieß. Und zwar zu Lasten des gegenüberliegenden, der dann noch immer breit genug wäre, damit Passanten ordentlich gehen könnten, hieß es dazu.



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