D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 5. März - 11. März 2003 unabhängig - überparteilich

Kritik in Richtung Bund & Land

Bürgerinitiative A 20 / Rügenanbindung meldet sich zu Wort

Die Bürgerinitiative A 20 / Rügenanbindung fürchtet um eine Umsetzung der II. Rügenanbindung und die B 96n.

Foto: DEGES

Rügen (DR). "In der ersten Arbeitsberatung der Bürgerinitiative A 20 / Rügenanbindung am 13. Februar 2003 kam es zur Einschätzung der Arbeits-ergebnisse des Jahres 2002 und deren Analyse. Im Konsens wurde durch alle vertretenen Mitglieder festgestellt, dass trotz intensiver Bemühungen der Initiative die geplante Realisierung des II. Rügendammes und der B 96n deutlich in Frage gestellt ist", so der Sprecher der Initiative, Rudi Dobbert, in einer vorliegenden Pressemitteilung.

Diese Einschätzung resultiert, so Dobbert weiter, aus nachfolgenden Tatsachen:

1. Erhebliche Terminüberschreitung beim Planungsablauf der Projektarbeiten am neuen
II. Rügendamm wegen der Projektänderung in der Profilbreite im Jahre 2002

2. Die EU-Kommission fordert von der Bundesrepublik Deutschland eine sachkundige Äußerung zur eingereichten Beschwerde des WWF zur Gefährdung des Vogelzuges in beiden Richtungen längs des Strelasundes. Da ein Abschlussbericht derzeitiger Untersuchungen zum Vogelzug nicht bekannt ist, ist bisher mit einer 6- bis 12-monatigen Verzögerung zu rechnen.

3. Nach Angaben der DEGES, anlässlich der Projektberatung im Juli 2002 in Samtens, sollte das Planfeststellungsverfahren für den Bau der B 96 n von Altefahr nach Bergen im Spätherbst 2002 erfolgen. Der Verschiebung des Termins liegt nach Auskunft der DEGES die Umprojektierung des Querschnitts zu Grunde. Ein neuer Termin konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

4. Neben dem Bau des II. Rügendamms und der B 96n bemüht sich die Bürgerinitiative um die Realisierung des Ausbaus des Reststückes der B 96 - Strüßendorf bis Ralswiek- Aus sieben Varianten favorisierte der Kreistag die erste Variante - entgegen der durch den Wirtschaftsminister, Herrn Ebnet, mit den Umweltverbänden ausgehandelte Kompromissvariante, wonach für dieses Teilstück mehrere Millionen Euro mehr ausgegeben werden und neben der alten Trasse eine neue errichtet werden müsste. Da auch hier keine Aktivitäten zu verzeichnen sind steht zu befürchten, dass auch dieses Projekt in der Schublade verschimmelt.

Angesichts dieser aufgeführten Tatsachen und der sich immer weiter verschlechternden wirtschaftlichen Situation auf unserer Insel Rügen, der ständig steigenden Arbeitslosenquote (26,4% im Januar 2003), der Massenabwanderung junger Menschen aus unserem Inselkreis als auch der prekären Lage des Fährhafens Sassnitz und seiner angeschlossenen Unternehmen, sieht die Bürgerinitiative A 20 / Rügenanbindung dringenden Handlungsbedarf.

Sie vertritt die Meinung, dass analog der Situation 1997 / 1998, als über 22.000 Bürgerinnen und Bürger der Insel Rügen, der Stadt Stralsund und des Kreises Nordvorpommern ihren Unwillen über die Tatenlosigkeit der Politiker der Bundes- und Landesregierung, aber auch des Kreises kund getan haben, es an der Zeit ist, Ihnen angesichts der derzeitigen Situation eindeutig klar zu machen, was des Volkes Wille ist.

Die Bürgerinitiative A 20 Rügenanbindung wird deshalb öffentlich und unmissverständlich ihre Kritiken formulieren, die daraus abgeleiteten Forderungen an die Politik festmachen und 1997 / 1998 errungene Ergebnisse einfordern. A1le Bürgerinnen und Bürger werden über die Einzelheiten rechtzeitig informiert, so Rudi Dobbert abschließend.


"Haus des Gastes" geplant

Ausschuss für weitere Planungen
Kurverwaltung soll grundlegend saniert werden

Ostseebad Sellin (gü). Eine der letzten großen Investitionen im Ort soll Wirklichkeit werden. Vor einigen Jahren bereits hatte sich die Gemeindevertretung für ein "Haus des Gastes" im Gebäude der Kurverwaltung in der Warmbadstraße ausgesprochen.

Doch das finanziell klamme Sellin konnte dieses Unterfangen nach Fertigstellung der Seebrücke nicht verwirklichen. Jetzt sind die Zeiten wieder besser geworden, der Haushalt ausgeglichen und die Möglichkeiten einer Umsetzung in greifbare Nähe gerückt, betonte Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) auf der Sitzung des Kur-ausschusses dieser Tage gegen-über den anwesenden Mitgliedern.

Diese hatten einen Beschluss-vorschlag mit drei Varianten auf dem Tisch. Variante eins beinhaltet die komplette Sanierung des bestehenden Gebäudes, Variante zwei sah einen Neubau im Seepark neben dem Freizeit- und Erlebnisbad "NEMO - die wasserwelt" vor, Variante drei ein Anmieten von Räumlichkeiten in den Gewerbeflächen des Seeparks.

Einstimmig votierten die sechs anwesenden Ausschussmitglieder für die erste Variante. Laut vorliegenden Planungen ist ein Bedarf von 1.850 Quadratmetern aufgezeigt, rund 1.350 Quadratmeter stehen allerdings nur zur Verfügung. "Hier können wir noch abspecken", so Bürgermeister Liedtke, der damit auf den geplanten Überbau des Innenhofes hinter dem Gebäude anspielte. Vorgesehen wären im neuen "Haus des Gastes" ein Saal mit Bühne, öffentliche Toiletten, die Bibliothek, Büros für die Kurverwaltung sowie Infoflächen für die Gäste.

Weiterhin könnte mit dem Projekt auch der vor Jahren stillgelegte Tennisplatz wieder zu neuem Leben erwachen, wie Liedtke sagte. In der oberen Etage des denkmalgeschützen Hauses, die derzeit komplett leer steht, sind Unterkünfte für die Rettungsschwimmer der DLRG vorgesehen.

Auch die Gemeindevertretung hatte sich während ihrer letzten Sitzung dem Votum des Ausschusses angeschlossen. Nun könnte dieses Jahr der Förderantrag eingereicht, die Baumaßnahmen im Jahr 2004 begonnen werden, so der Gemeindechef. Die Kurverwaltung müsste für knapp zwei Jahre ausziehen und in Alternativunterkünften residieren.


Baaber Sportplatzbau begonnen

Gemeinde startet Vorhaben mit dem 2. Bauabschnitt
B-Plan Nr. 16 eingeleitet

Ostseebäder Baabe / Sellin (gü). Es ist schon etwas ungewöhnlich, wenn zuerst der zweite statt der erste Schritt getan wird. Im konkreten Fall bei der Sanierung und dem Neubau der Sportstätte auf dem Baaber Sportplatz, der sich aber auch teilweise auf Selliner Gemeindeterritorium befindet. Aus diesem Grund haben die beiden Kommunen gemeinsam das Projekt begonnen.

In Baabe wird zuerst der bestehende Platz saniert, die Gemeinde Sellin hat den B-Plan Nr. 16 "Sportplatz Baabe" aufgestellt. Bezahlt wird er allerdings von der Kurverwaltung Baabe, die als Bauherr auftritt. Das Projekt, das innerhalb der Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz vor gut zwei Jahren nicht ganz unumstritten war, sieht in der Verwirklichung der Baumaßnahmen eine Erweiterung der Flächen für Streetball vor, dazu kommen Kunstrasenflächen, Kleinfelder und die große Rasenanlage im Süden der Anlage.

Zusätzlich will man den Skatern der Region einen Skatepark bauen. Rund 130 Parkplätze neben der DEA-Tankstelle sollen den Besucherverkehr auffangen, wie es seitens des Bauamtes Mönchgut-Granitz und des Planers hieß. Die Gemeinden Baabe und Sellin werden zudem mit einem Fuß- und Radweg entlang der Sportanlage miteinander verbunden. Dort könnte auch eventuell die Bäderbahn verkehren, wie diesbezügliche Gedanken während der Sitzung der Selliner Gemeindevertretung geäußert wurden.

Die politischen Verantwortungsträger änderten in diesem Zusammenhang auch den B-Plan Nr. 2a "Siedlung am Wald", da teilweise Flächen durch den Sportplatzbau betroffen sind. Auch die Baaber Gemeindevertreter haben sich während einer ihrer letzten Sitzungen mit dem Vorhaben beschäftigt. Dort informierte Bürgermeister Dieter Mathis (CDU), dass er mit der Fertigstellung der Arbeiten im jetzt begonnenen zweiten Bauabschnitt zum Spätsommer 2003 rechnet.

Im kommenden Jahr soll dann umfangreich an der Verwirklichung der Planungen weiter gearbeitet werden. Der Bürgermeister lobte in diesem Zusammenhang die "gute Zusammenarbeit" mit der Gemeinde Sellin.


Wo wird in Bergen gerodelt ?

Bergens Ausschüsse mit unterschiedlichem Standpunkt zur Sommerrodelbahn

Von Knut Schäfer

Bergen auf Rügen.
In einer der letzten Ausgaben berichtete Der Rüganer bereits über das Projekt der Sommerrodelbahn, das die Stralsunder Existenzgründer Thomas Dehn und Torsten Rhinow auf dem Bergener Rugard umsetzen möchten. Auf der nächsten Sitzung der Stadtvertretung wird das Thema sicher auf der Tagesordnung stehen.

Und nicht zum ersten Mal : Mitte 1999 wollte ein Investor aus Süddeutschland namens Werner Tittmar eine solche Bahn auf dem Rugard etablieren. Die Umsetzung des Projektes scheiterte letztendlich durch ein negatives Votum der Stadtvertretung. Die hatte auf ihrer Sitzung am 9. Juni 1999 einen entsprechenden Antrag zur Errichtung einer Alpine - Coaster - Bahn angenommen.

Ein knappes Halbjahr später entschied sich die Stadtvertretung dann, diesen Beschluss aufzuheben. Jörg Korkhaus (BfR) stellte damals den diesbezüglichen Antrag, der mit 21 Ja - Stimmen, und zwei Enthaltungen angenommen wurde. "Doch die Zeiten haben sich geändert", ist vielerorts in Bergen zu hören. Oder auch nicht?

Nachdem sich der Bauausschuss in der vergangenen Woche einstimmig für das Projekt Sommerrodelbahn auf dem Rugard aussprach, entschied sich der Bergener Verkehrsausschuss einen Tag später nur knapp gegen das Projekt. "Alles in allem, sind wir für eine Sommerrodelbahn, jedoch gibt es in Sachen Standort verschiedene Auffassungen innerhalb des Ausschusses", so einer der Mitglieder gegenüber dem Rüganer.

Beispielsweise schlugen Mitglieder des Ausschusses einen Standort unweit der Moto -Cross-Bahn vor, da eine mögliche Lärmbelästigung hier ohne Bedeutung wäre. Für die Investoren wird diese Stand-ortvariante sicher unakzeptabel sein, da die Besucherfrequentierung äußerst gering ausfallen dürfte. In Sachen Rugard gab es bereits einen Vorort - Termin mit dem Forstamt und der Stadtverwaltung, in dem eine mögliche Ausgliederung der "Skiwiese" aus dem Landschaftsschutzgebiet "Ostrügen" erörtert wurde.

Als mögliche Ausgleichsfläche könnte dann der "Raddas" ins Blickfeld rücken. Auch das Umweltamt des Landkreises, in persona von Dr. Bodo Noack, steht dem Projekt auf der "Skiwiese" durchaus aufgeschlossen gegenüber. Bleibt abzuwarten, wie die Stadtvertreter entscheiden !


Wohnen auf dem Lande ?

Stadtvertretung entscheidet über Baugebiet in der Ortslage Siggermow

Bergen auf Rügen (ks). "Arbeiten in der Stadt, wohnen auf dem Land", was sich auf den ersten Blick so banal anhört, ist in den letzten Jahren zu einem Trend geworden, der sich auch auf Rügen abzeichnet. Beleg dafür ist beispielsweise der Bebauungsplan der Ortslage Siggermow. Dort, wo Anfang der 90er - Jahre noch das famila -Zelt stand, könnten vielleicht ab 2004 sechs Doppelhäuser enstehen, denn der B - Plan sieht die Schaffung von 12 Wohneinheiten in diesem Bereich vor.

Für einige Anwohner Grund genug, ihre Bedenken anzumelden. Befürchten sie doch, dass der natürliche Siedlungscharakter der Ortschaft zerstört werden könnte. Führt eine solche Bebauung doch zur Verdopplung der Einwohnerzahlen in diesem Bereich der Ortslage. Doch wie von Seiten der Stadtverwaltung zu erfahren war, ist seit 1999 im Flächennutzungsplan in diesem Bereich eine Wohnbebauung vorgesehen.

Auch wenn die Stadtvertretung Ende März dem B - Plan zustimmt, wird sich in diesem Jahr sicherlich nichts in diesem Bereich tun. Voraussetzung für den Baubeginn wäre ein Erschließungsvertrag zwischen Stadt und Investor, und ein solcher ist noch nicht in Arbeit.


Neuer Vorstand

Volkspartei Mecklenburg-Vorpommern will antreten

Bergen auf Rügen (gü). Olaf Groth ist neuer Vorsitzender des Kreisverbandes der Volkspartei Mecklenburg-Vorpommern (VPMV). Das geht aus einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung der Partei hervor. Demnach haben sich die Mitglieder am 23. Februar zu ihrer Versammlung getroffen und einen neuen Vorstand gewählt.

Vorrangiges Ziel der VPMV ist es, die "Politikmüdigkeit der Insulaner zu überwinden" heißt es weiter. Dazu sollen sich Kandidaten an den kommenden Kommunalwahlen im Mai des Jahres 2004 beteiligen. Die VPMV versteht sich als eine "Bereicherung" der Rügener Parteienlandschaft, um interessierten Rüganern die Möglichkeit zu geben, aktiv Politik mitgestalten zu können, ohne sich in die "festgefahrenen, unbeweglich und reformunfähig erscheinenden Strukturen der Altparteien zu begeben", heißt es in der Mitteilung weiterhin.

Um die politischen Ziele des Kreisverbandes der VPMV anzugehen, ist desweiteren eine enge Zusammenarbeit mit Thomas Gens, ehemaliger Landtagskandidat im WK 33, geplant. Die Volkspartei will sich nicht in das politische Koordinatensystem von links oder rechts einordnen lassen, sondern Probleme ohne "ideologische Scheuklappen" lösen, heißt es abschließend.


14 Tote auf Rügens Straßen 2002

Polizeidirektion Stralsund legt Unfallbilanz vor

Bergen auf Rügen (DR). Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Verantwortungsbereich der Polizeidirektion Stralsund 9.974 Verkehrsunfälle. Das entspricht einem Rückgang um 5,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2001. Insgesamt verunglückten 1.813 Verkehrsteilnehmer bei Verkehrsunfällen. 1.387 Verkehrsteilnehmer verunglückten leicht.

Hier kann ein Rückgang um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erkannt werden. Erfreulicher zeigt sich die Bilanz bei den schwerverletzten Verkehrsteilnehmern mit einer Verringerung um 19,1 Prozent auf 398 im Vergleich zu 492 im Vorjahr. Hatte die Öffentlichkeit im Jahr 2001 noch 49 getötete Verkehrsteilnehmer zu beklagen gehabt, so waren es im Jahr 2002 28 Getötete (Stadt Stralsund 1, Landkreis Nordvorpommern 13, Landkreis Rügen 14).

Das sind 21 getötete Verkehrsteilnehmer weniger, also eine Verringerung um 42,9 Prozent. Mit 28 getöteten Personen ist die bislang niedrigste Zahl an Ver-kehrstoten überhaupt erreicht. Die Häufigkeitszahl (Getötete pro eine Million Einwohner) sank von 192 auf 111. Der Landesdurchschnitt liegt bei 163.

Unter allen Betroffenen war die Altersgruppe der 16- bis 25-jährigen Verkehrsteilnehmer mit acht Getöteten besonders stark vertreten. Von den insgesamt 28 getöteten Verkehrsteilnehmern stellen die PKW-Insassen mit 21 den höchsten Anteil. Wurden im Jahr 2001 noch elf bei Verkehrsunfällen getötete Zweiradfahrer gezählt, so waren es im Jahr 2002 lediglich drei. Weiterhin verunglückten ein Radfahrer und zwei Fußgänger sowie ein LKW-Fahrer als Verkehrsteilnehmer tödlich.

Der Verantwortungsbereich der Polizeidirektion Stralsund ist geprägt durch eine Vielzahl von Alleen, auf denen ein zum Teil reger Fahrverkehr stattfindet. Daraus ergeben sich jedoch erhebliche Unfallrisiken, die dazu führen, dass Verkehrsunfälle in Alleen in vielen Fällen schwerwiegende Folgen (2002 acht Getötete) haben.



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