D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

11. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 5. Dezember - 11. Dezember unabhängig - überparteilich

Justizskandal im Fall "Beluga"?

Buchautoren: Mit Sicherheit Untergang durch Fremdeinwirkung

Zusätzlich mussten Stühle herangeschaft werden.

Fotos (2): Zeige
Die Autoren Michael Schmidt und Lutz Riemann sind vermutlich Dank ihrer Recherchen die besten Kenner der Vorgänge.

Sassnitz (rz). Der große Saal im Kurhotel Sassnitz konnte die Menschenmassen kaum fassen, die da zur angekündigten Buchvorstellung zum Fall "Beluga" erschienen waren. Nach fast drei Jahren ist der noch immer nicht aufgeklärte Untergang des Sassnitzer Fischkutters ein brennendes Thema bei den Einheimischen.

Sie empfinden es als einen Skandal, dass den drei Opfern des Unglücks die Schuld am Untergang angelastet wird. Nicht nur die anwesenden Familienmitglieder fordern, dass die Ehre von Kapitän Frank Schneider, Maschinist Hartmut Gleixner und Lehrling Martin Senfft wieder hergestellt wird. Sassnitzer Bürger meldeten sich zu Wort und forderten Aufklärung.

Unverständlich für alle, dass die Staatsanwaltschaft so schnell die Akten schloss, dass ausgerechnet und entgegen aller sonstigen Praxis gerade die Aufzeichnungen der Bundesmarine bereits gelöscht worden sind, dass man sich bei den bisherigen Untersuchungen auf Gutachten verließ, die keiner Prüfung standhielten. Dem gegenüber haben mehere unabhängige Gutachter nach Auffassung der
beiden Buchautoren und Fernsehjournalisten Michael Schmidt und Lutz Riemann nachgewiesen, "dass mit Sicherheit anzunehmen ist, dass der Kutter durch Fremdeinwirkung gesunken ist".

In minuziöser, fast kriminalistischer Kleinarbeit untersuchten sie alle erreichbaren Fakten. Hier spielt das Natomanöver, das zurzeit des Unglücks im Seegebiet ablief, eine große Rolle. Sie kommen zu dem Schluss, dass die "Beluga" unverschuldet in die Trosse eines Schleppverbandes geriet und unter Wasser gedrückt wurde.

In ihrem Buch berichten die Autoren von ihrem beschwerlichen Gang durch die Behörden, von Ignoranz und Vertuschung. Zumindest zwei Ergebnisse hat ihre Hartnäckigkeit gebracht: Erneute Verhandlung vor dem Bundesoberseeamt in Hamburg sowie eine Anhörung aller tätig gewordenen Gutachter vor dem Bundestagspetitionsausschuss.


Museums-Freundschaften

KulturKunststatt Prora erweitert Ausstellungen mit Exponaten aus Polen

Eine weitere Museumsfreundschaft wird besiegelt : Kurt Meyer (li.) und Katanyna Blaszkomska (re.) sowie eine Mitarbeiterin des polnischen Museums unterschrieben für die Museen.

Foto : (gü)

Prora (gü). Die Museums-Freundschaften in der KulturKunststatt sind um einen Partner reicher ! Museumsbegründer Kurt Meyer konnte am 27. November Katanyna Blaszkomska, Management Historisches Museum im Rathaus Danzig (Polen) begrüßen. Sie hatte zwei interessante Themen in Form von zahlreichen Exponaten im Gepäck.

Einerseits Wandteppiche, die von polnischen Künstlern nach Kinderzeichnungen gefertigt worden sind. Sie stammen aus den Jahren 1974 bzw. 1976. Damals wurden insgesamt 3.000 Bilder von Kindern gemalt, 32 von ihnen sind ausgewählt worden und danach wurden die Wandteppiche gestaltet. Der polnische Gast hat alle 32 ausgewählten Bilder mitgebracht, die ansonsten im Historischen Museum des Rathauses in Danzig zu sehen sind. Diese Ausstellung war übrigens bereist in Holland, Moldawien und Finnland zu sehen.

Desweiteren sind aus Danzig auch Ratsherrengestühl der Hansezeit um 1650 aus dem Rathaus auf die Insel gekommen. Das zweite Thema der Ausstellung im Rahmen der Museums-Freundschaften beschäftigt sich mit Kirchen und Denkmalen der Hansestadt Danzig.

Kurt Meyer und Katanyna Blaszkomska unterschrieben während der kleinen Feierstunde in der KulturKunstStatt Prora die Unterlagen. Somit reihen sich die Polen neben Schweden, Dänemark und Österreich in die internationalen Ausstellungen ein.

Aber auch die Rüganer wollen eine Ausstellung auf die Reise schicken, wie Kurt Meyer sagte. So wird der Themenkomplex "Schlösser und Herrenhäuser der Insel" ab Mai 2002 in Danzig zu sehen sein.

Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) beglückwünschte die Anwesenden zu dieser Museums-Freundschaft und versicherte, dass die Gemeinde Ostseebad Binz im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles tun will, um den Block III als Museumsmeile zu erhalten.


Müllkosten im Kreis sinken

Haushalts- und Finanzausschuss des Kreistages
empfiehlt neue Gebühren- und Entgeltbedarfsberechnung

Bergen auf Rügen (gü). "Alles wird im neuen Jahr teurer, bloß der Müll wird billiger", offerierte Hans-Ulrich Taeschner, Betriebsleiter des Eigenbetriebes "Abfallwirtschaft für Rügen", gegenüber den Mitgliedern des Haushalts- und Finanz-ausschusses des Kreistages während ihrer letzten Sitzung am 26. November.

Dort verständigten sich die Anwesenden abschließend über die "Abfallwirtschaftliche Gebühren- und Entgeltbedarfsberechnung für das Jahr 2002". Demnach werden die Gebühren mit der Satzung auf Euro umgestellt und ein klein bisschen billiger.

So kostet die 60 Liter Tonne (monatliche Leerung) 48,50 Euro, für die 14-tägliche Leerung müssen 105 Euro bezahlt werden. Bei einer 80 Liter Tonne ist der Preis auf 140 Euro, bei der 120 Liter Tonnen auf 210 Euro, bei der 240 Liter Tonne auf 420 Euro und bei der 1.100 Liter Tonne auf 1.925 Euro festgesetzt. Alle Leerungen erfolgen 14-tägig.

Ein Liter Müll kostet 1,75 Euro

Für einen 60 Liter Abfallsack müssen künftig 4,03 Euro und für den 120 Liter Abfallsack 8.05 Euro bezahlt werden. Interessant für Großkunden in Tourismus und Bauwirtschaft sind die Preise für Mulden und Pressen. So kostet die drei Kubikmeter große Mulde künftig 201,36 Euro.

Weitere Preise sind: 5,5 Kubikmeter (369,15 Euro), sieben Kubikmeter (469,83 Euro), zehn Kubikmeter (671,19 Euro), 15 Kubikmeter (1.006,78 Euro), 25 Kubikmeter (1.677,97 Euro).

Bei den Pressen gestalten sich die Preise ab 1. Januar 2002 wie folgt : zehn Kubikmeter (1.342,37 Euro), 18 Kubikmeter (2.416,27 Euro) und bei 20 Kubikmeter (2.684,75 Euro).

Mit dieser "Abfallwirtschaftlichen Gebühren- und Entgeltbedarfsberechnung für das Jahr 2002" liegt der durchschnittliche Müllpreis pro Liter bei 1,75 Euro. Taeschner führte anschließend gegenüber den Ausschussmitgliedern allerdings auch deutlich aus, dass bei sinkendem Restmüllaufkommen diese niedrigeren Preise auf Dauer durch die AfR nicht zu halten sein werden.

Deswegen kann es möglicherweise bereits ab 2003 zu einer Kostenumlage auf weniger Einheiten in den Rügener Haushalten kommen. Und auch steigende Lohnkosten für die Mitarbeiter des Unternehmens werden erwartet, so Taeschner abschließend.



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing
Impressum