D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 07. April - 13. April 2004 unabhängig - überparteilich

"Wald und Kunst"

8. Rügener Holz- und Regionalmesse am 5. und 6. Juni in Lauterbach


Die Holzskulptur eines Adlers erfreute
sich besonderen Interesses während
er letzten Messen. Foto : NPA
Lauterbach (DR) Am 5. und 6. Juni wird die 8. Rügener Holz- und Regionalmesse wie auch in den letzten Jahren auf dem Gelände der Marina "Im Jaich" stattfinden. Die Messe soll in diesem Jahr unter dem großen Motto "Wald und Kunst" stehen. In den vorherigen Jahren haben viele Besucher die Arbeit eines Waldarbeiters des Bundesforstamtes Stralsund bewundert, der mit seiner Motorsäge aus unscheinbaren Baumstämmen wahre Kunstwerke formte, die für einen gemeinnützigen Zweck am Ende der Messe versteigert wurden.
In diesem Jahr werden Waldarbeiter aus Holz einfache Gegenstände, wie z. B. Schwedenfackeln oder kleine Skulpturen für den Garten, herstellen, die von den Besuchern erworben werden können. Es ist auch vorgesehen, dass mit den Kindern aus diesen einfachen Holzprodukten kleine Kunstwerke geschaffen werden.
Weiterhin ist eine kleine Fotoausstellung zum Thema Wald geplant, bei der das beste Bild durch die Besucher prämiert werden wird. Auch ist angedacht, mit Unterstützung eines Veranstalters ein Kunstpleinair zum Thema "Wald und Kunst" zu organisieren.
Firmen, die sich für die Messe interessieren und eventuell als Aussteller auf der Messe auftreten möchten, können sich noch zum 1. Mai anmelden. Die diesbezüglichen Unterlagen sind unter www.ruegener-holzmesse.de abrufbar oder können auf Anforderung auch zugesandt werden. Für weitere Informationen steht Ihnen das Messeorganisationsteam unter der Nummer (03 83 92) 5 34 13 zur Verfügung.


Neuer SPD-Kreisvorsitzender

Parteitag der SPD mit Pannen, Querelen und innerparteilichen Streitereien


Lauterbach (gü). Die SPD der Insel Rügen hat einen neuen Vorsitzenden! Dieser heißt Hans-Jürgen Bruhn und wurde vom Ortsverein Bergen ins Rennen um den Vorsitz geschickt. Nach einer teilweise hitzigen und kontroversen Diskussion der anwesenden knapp 50 SPD-Mitglieder am letzten Sonnabend scheiterte der bisherige Vorsitzende Gerhard Reese im ersten Wahlgang bei 23 Nein-Stimmen und einer Enthaltung, bei lediglich 24 Ja-Stimmen an seinem Ziel, wieder Vorsitzender zu werden.
Nach dem katastrophalen Wahlergebnis zog Reese seine Kandidatur zurück und löste unter den Sozialdemokraten eine Situation des heillosen Durcheinanders aus. Zuvor war der Kreisvorstand für seine Arbeit in 2003 entlastet worden, die Rügener Sozialdemokratie stand ohne Führung da. Landtagsabgeordnete Angelika Peters stellte daraufhin Antrag auf Auszeit, um sich mit dem Ortsverein Bergen zu beraten. Sofort wurden Stimmen laut, dass sich die Landespolitikerin selbst für den Vorsitz stellen wolle. Erinnerungen an die Mitgliederversammlung von vor vier Jahren kamen auf, als sich Peters gegen den damaligen Vorsitzenden Dr. Udo Knapp zur Kandidatur stellte, und unterlag. Doch der einhellige Personalvorschlag der Bergener lief auf Hans-Jürgen Bruhn hinaus. Dieser ist Pensionär, lebt seit 1995 auf der Insel Rügen und arbeitete bei der NATO. Bruhn ist seit 1967 Mitglied der SPD.
Für weitere Verwirrung sorgte anschließend Michael Burmeister, in dem er trotz dieses Vorschlags eine Kandidatur von Angelika Peters forderte. "Seht uns an, in welcher Verfassung wir sind", appellierte Burmeister an seine Genossen und blickte an dieser Stelle auf die bis dahin vergangenen Stunden mit Pannen, Querelen und innerparteilichen Streitereien zurück. Die Landespolitikerin lehnte allerdings ab und warb bei den Anwesenden um Unterstützung für den Bergener Kandidaten. Diese bekam er im anschließenden Wahlgang auch. Bruhn wurde mit 39 Ja-Stimmen, bei sieben Nein-Stimmen und einer Enthaltung gewählt.
Als stellvertretender Vorsitzender wurde Jürgen Csallner bestätigt, als Schatzmeister wurde Engelbert Stolz gewählt, als Beisitzer sind Dr. Thomas Gelshorn, Jörg Piecha, Bruno Heppner, Helgrid Wunschik, Michael Burmeister und André Wionsek bestätigt.
Vor diesen Wahlgängen bestritten die Sozialdemokraten Rügens eine Debatte um das künftige Wahlprogramm und die Listen zur Wahl des neuen Kreistages. Auch hier wieder laute Kritik am Vorstand, dass das Programm einigen Ortsvereinen "erst sehr spät vorlag und somit an der Basis nicht diskutiert werden konnte". Der bis dahin noch amtierende Vorsitzende Reese betonte, dass es sich um einen Entwurf handelt, der bis zur Verabschiedung konkreter diskutiert und ergänzt werden soll. Fehlende Aussagen zur Verwaltungsreform in dem Papier führten dazu, dass Dr. Udo Knapp und andere Redner die Aufnahme forderten. "Am Vier-Kreise-Modell führt kein Weg vorbei, das müssen wir den Menschen ganz deutlich sagen. Alle anderen Aussagen, wie beispielsweise von der CDU und PDS, teilweise auch von FDP gefährden die Zukunft des Landes" so Knapp. Mit einer äußerst dünnen Personaldecke treten die Sozialdemokraten zu den Wahlen für den neuen Kreistag an. Auf den sechs Listen sind lediglich 18 Kandidaten zu finden, die sich um einen Platz im neuen Inselparlament bewerben wollen.


Euro-Baltic darf wieder einleiten

StAUN erteilt Einleitgenehmigung für geklärte Abwasser in die Ostsee


Neu Mukran (DR). Das Fischverarbeitungszentrum in darf seit 1. April wieder sein gereinigtes Abwasser in die Ostsee einleiten. Pünktlich zum Ablauf der Genehmigung des Zweckverbandes Wasser und Abwasser Rügen (ZWAR), das Abwasser der Euro-Baltic in die Kläranlage Bergen zu pumpen, ist die firmeneigene Kläranlage soweit aktiviert, dass ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Das geht aus einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung des Unternehmens hervor.
Das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) in Stralsund hatte am 13. Februar das Einleiten des Abwassers der Euro-Baltic in die Ostsee untersagt (Der Rüganer berichtete). "Wir haben sofort eine Arbeitsgruppe mit allen Beteiligten gebildet, um eine Lösung zu finden. Hieran waren selbstverständlich das StAUN, der ZWAR, die Firma Stork als Hersteller der Anlage und Dr. Barjenbruch von der Uni Rostock (Institut für Kulturtechnik und Siedlungswasserwirtschaft) beteiligt", so Anton van der Plas von der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH.
Nach einer umfassenden Analyse der Ursache und täglichen Probenentnahmen wurden die zu treffenden Entscheidungen mit allen Beteiligten eng abgestimmt. Eine Optimierung der der Kläranlage zugesetzten Substanzen und ein erneutes Einstellen der Anlage brachte jetzt auch den gewünschten Erfolg.
"Das StAUN hat uns mit Datum 1. April das Einleiten in die Ostsee wieder genehmigt. Alle beanstandeten Grenzwerte sind deutlich unterschritten. Lediglich der Stickstoffwert gesamt ist noch nicht ganz im grünen Bereich. Die mit der wasserrechtlichen Erlaubnis begrenzte Stickstofffracht wird jedoch nicht überschritten", so noch einmal Anton van der Plas. Die zurzeit im Werk anfallende Menge an gereinigtem Abwasser liegt jedoch in einem Größenbereich, der innerhalb der erteilten wasserrechtlichen Erlaubnis liegt. Sollten doch größere Mengen Abwasser anfallen, kann die Euro Baltic diese noch bis zum 8.April nach Bergen pumpen, heißt es abschließend.


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