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Lauterbach (gü).
Die SPD der Insel Rügen hat einen neuen Vorsitzenden! Dieser heißt Hans-Jürgen Bruhn und wurde vom Ortsverein Bergen ins Rennen um den Vorsitz geschickt. Nach einer teilweise hitzigen und kontroversen Diskussion der anwesenden knapp 50 SPD-Mitglieder am letzten Sonnabend scheiterte der bisherige Vorsitzende Gerhard Reese im ersten Wahlgang bei 23 Nein-Stimmen und einer Enthaltung, bei lediglich 24 Ja-Stimmen an seinem Ziel, wieder Vorsitzender zu werden.
Nach dem katastrophalen Wahlergebnis zog Reese seine Kandidatur zurück und löste unter den Sozialdemokraten eine Situation des heillosen Durcheinanders aus. Zuvor war der Kreisvorstand für seine Arbeit in 2003 entlastet worden, die Rügener Sozialdemokratie stand ohne Führung da. Landtagsabgeordnete Angelika Peters stellte daraufhin Antrag auf Auszeit, um sich mit dem Ortsverein Bergen zu beraten. Sofort wurden Stimmen laut, dass sich die Landespolitikerin selbst für den Vorsitz stellen wolle. Erinnerungen an die Mitgliederversammlung von vor vier Jahren kamen auf, als sich Peters gegen den damaligen Vorsitzenden Dr. Udo Knapp zur Kandidatur stellte, und unterlag. Doch der einhellige Personalvorschlag der Bergener lief auf Hans-Jürgen Bruhn hinaus. Dieser ist Pensionär, lebt seit 1995 auf der Insel Rügen und arbeitete bei der NATO. Bruhn ist seit 1967 Mitglied der SPD.
Für weitere Verwirrung sorgte anschließend Michael Burmeister, in dem er trotz dieses Vorschlags eine Kandidatur von Angelika Peters forderte. "Seht uns an, in welcher Verfassung wir sind", appellierte Burmeister an seine Genossen und blickte an dieser Stelle auf die bis dahin vergangenen Stunden mit Pannen, Querelen und innerparteilichen Streitereien zurück. Die Landespolitikerin lehnte allerdings ab und warb bei den Anwesenden um Unterstützung für den Bergener Kandidaten. Diese bekam er im anschließenden Wahlgang auch. Bruhn wurde mit 39 Ja-Stimmen, bei sieben Nein-Stimmen und einer Enthaltung gewählt.
Als stellvertretender Vorsitzender wurde Jürgen Csallner bestätigt, als Schatzmeister wurde Engelbert Stolz gewählt, als Beisitzer sind Dr. Thomas Gelshorn, Jörg Piecha, Bruno Heppner, Helgrid Wunschik, Michael Burmeister und André Wionsek bestätigt.
Vor diesen Wahlgängen bestritten die Sozialdemokraten Rügens eine Debatte um das künftige Wahlprogramm und die Listen zur Wahl des neuen Kreistages. Auch hier wieder laute Kritik am Vorstand, dass das Programm einigen Ortsvereinen "erst sehr spät vorlag und somit an der Basis nicht diskutiert werden konnte". Der bis dahin noch amtierende Vorsitzende Reese betonte, dass es sich um einen Entwurf handelt, der bis zur Verabschiedung konkreter diskutiert und ergänzt werden soll. Fehlende Aussagen zur Verwaltungsreform in dem Papier führten dazu, dass Dr. Udo Knapp und andere Redner die Aufnahme forderten. "Am Vier-Kreise-Modell führt kein Weg vorbei, das müssen wir den Menschen ganz deutlich sagen. Alle anderen Aussagen, wie beispielsweise von der CDU und PDS, teilweise auch von FDP gefährden die Zukunft des Landes" so Knapp. Mit einer äußerst dünnen Personaldecke treten die Sozialdemokraten zu den Wahlen für den neuen Kreistag an. Auf den sechs Listen sind lediglich 18 Kandidaten zu finden, die sich um einen Platz im neuen Inselparlament bewerben wollen.
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