D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 7. Juli - 13. Juli 2004 unabhängig - überparteilich

Taufpatin fuhr erstmals mit

Rügens Landrätin Kerstin Kassner auf Informationsfahrt mit der „Strelasund“

Landrätin Kerstin Kassner fuhr dieser Tage mit dem Schiff namens „Strelasund“ auf den Strelasund. Foto : Wermke

Stralsund (ow). Rügens Landrätin Kerstin Kassner (PDS) taufte am 25. November 2002 an der Steinernden Fischbrücke in Stralsund ein Gewässerüberwachungs- und Ölbekämpfungsschiff auf den Namen „Strelasund“. Lange hatte es gedauert, bis ein Termin feststand und die Taufpatin nunmehr eine rund zweistündige Informationsfahrt mit der „Strelasund“ machen konnte.

Bei Regenwetter fuhr dieser Tage die Crew des Schiffes mit der Landrätin und Vertretern des StAUN auf See. Noch im Stralsunder Hafen machte Kapitän Dieter Hildebrand die Politikerin mit zahlreichen Informationen rund um das Schiff bekannt. Dabei erfuhr Kerstin Kassner, dass das Schiff erst einen Tag zuvor von einer großen Havarieübung vor Warnemünde zurückgekehrt war. Im Bereich des Kubitzer Boddens vor Rügen demonstrierte die Besatzung dann Arbeiten, die zu ihren „alltäglichen“ Aufgaben gehören.

So wurden mit speziellen Sonden Wasserproben entnommen. Diese Entnahmen gehören zu einem sich ständig wiederholenden Messprogramm des Landesamtes. Anschließend zeigten die Crewmitglieder die Funktionsweise der Ölaufnahmetechnik.



Prora ist eine (Zeit)-Reise wert

Ausstellung zur Zukunft von Prora
und Kooperation mit der Regionalen Schule Binz

Der Sieger-Entwurf des Architektenwettbewerbs. Repro: (DR)

Prora (DR / chn). Im „Prora Zentrum“ treffen Geschichte und Zukunft aufeinander. Beides haben die Mitarbeiter in einer neuen Ausstellung zusammengefasst. „Der kürzlich ausgelobte Wettbewerb Jugendherberge in Prora war ein voller Erfolg,“ so Landrätin und Vorstandstandvorsitzende des „Prora Zentrum e.V.“, Kerstin Kassner (PDS).

In dem kleinen Ortsteil von Binz ist man ein kleines Stück weitergekommen, um das ehemalige KdF-Seebad einer zukunftsbringenden Nutzung zuzuführen. Es könnte eine neue Jugendherberge in dem geschichtsträchtigen Ort entstehen, die dem Bedarf gerecht wird. Allen Zukunftsprojekten zum Trotz, soll Prora ein Ort der Erinnerung bleiben.

Tilo Braue, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, sagte bei der Eröffnung der Ausstellung „Nicht nur Prora... – Erinne-rungorte Mare Baticum: Alt Rehse – Prora – Peenemünde“: „Der Startschuss für die Weiterentwicklung von Prora zu einem Ort mit Zukunft ist mit der Ausstellungseröffnung gefallen“. Sein Ministerium hat maßgeblich an der Umsetzung des Ideenwettbewerbs mitgearbeitet und unter anderem die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. „Prora liegt mir am Herzen. Das Schönste nach dem Mega-Jugendevent Prora03 ist diese Ausstellungseröffnung und das in Prora in naher Zukunft eine Jugendherberge entsteht“, sagte Kerstin Kassner.

Im Rahmen des Jugendevents Prora03 wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Gegenstand des Wettbewerbs war die Unterbringung einer Jugendherberge oder eines –hotels mit 700 Betten im denkmalgeschützten Block 5 des KdF-Seebades. Den Preisrichtern war es wichtig, dass die besondere geschichtliche und baukulturelle Bedeutung Proras und die Einmaligkeit der Anlage in den Entwürfen zur zukünftigen Nutzung Berücksichtigung findet.

Diese Ziele hat das Atelier Kempe Thill aus Rotterdamm erfolgreich in ihrem Entwurf eingearbeitet. Dies ist nach der Bewertung des Preisgerichts die wirtschaftlichste Lösung und könnte schnell realisiert werden. Die Ausstellung der Ergebnisse des Architektenwettbewerbs und der Ausstellung „Nicht nur Prora... – Erinne-rungorte Mare Baticum: Alt Rehse – Prora – Peenemünde“ ist noch bis Ende Oktober im „Prora-Zentrum“ täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Urlauber, sondern auch für Rüganer.

Das Prora-Zentrum und die Regionale Schule Binz haben erneut in Kooperation ein Schülerprojekt im Zusammenhang mit dem Wahlpflichtkurs Geschichte durchgeführt. 22 SchülerInnen des 9. Jahrgangs erarbeiteten unter Anleitung von Susanna Misgajski vom Prora-Zentrum und der Lehrerin Elke Wandrow eine Broschüre. Sie befassten sich im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2003 / 2004 mit dem historischen Ort Prora, dem ehemaligen „KdF-Seebad Rügen“.

Nach einem Einstieg in die NS-Zeit und nach Exkursionen vor Ort in Prora begannen die Vorbereitungen für einen „Wegweiser für Prora“. In der Broschüre werden dem Leser Aufklärungen über die historischen Gebäude oder Gebäudeteile gegeben, damit er sich auf dem Gelände der Anlage besser zurecht finden kann. Hierfür waren Quellenarbeit und das Lesen von Fachliteratur notwendig. Die Texte schrieben die SchülerInnen auf dem Computer.

Die Fotos in dem „Wegweiser“ wurden ausschließlich von den SchülerInnen, die in sieben Arbeitsgruppen unterschiedliche Themenbereiche bearbeiteten, mit Digitalkameras in Prora aufgenommen. Die auf Computer gespeicherten Bilder fügten die SchülerInnen selbständig in ihre Texte ein, so dass eine ansehnliche Broschüre entstand.

Nach der Broschüre „Prora im Zweiten Weltkrieg“ im Jahr 2003, ist dies bereits die zweite Broschüre, die in Kooperation von „Prora-Zentrum“ und Regionaler Schule Binz entstanden ist. Die SchülerInnen können stolz auf ihre Arbeit sein.



Gemeindechefs

Unabhängige und Wählergemeinschaften haben Nase vorn

Bergen auf Rügen (DR). Mit immerhin 17 Einzelbewerbern bzw. Mitgliedern von Freien und Unabhängigen Wählergemeinschaften stellen diese den größten Anteil an den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Bürgermeistern auf der Insel Rügen. Dieses Verhältnis hat sich nach der erfolgten Kommunalwahl im Gegensatz zur letzten Legislative einmal kräftig verändert.

Die etablierten Parteien können dazu im Gegensatz nicht annähernd auf solch geballte Bürgermeisterkraft blicken. So stellen die CDU und das Bündnis für Rügen jeweils sieben Bürgermeister auf Rügen. Es schließt sich die FDP mit sechs Bürgermeistern an, davon allein zwei hauptamtliche Kommunenchefs in Putbus und auf der Insel Hiddensee. Nicht viele Posten bei den Bürgermeistern bleiben schlussendlich für die SPD und die PDS. Gerade einmal drei bzw. zwei Gemeindechefs werden von diesen beiden Parteien gestellt, wie die vorliegenden Zahlen ergeben.





Glücksspiel ?

Sassnitzer Stadtvertreter tagten am Montag

Von Christian Niemann

Sassnitz.
Über ein schwieriges Los hatten die am 13. Juni gewählten Stadtvertreter am Montag zu entscheiden. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des neuen Stadtvertretervorstehers. Auf Antrag der PDS-Fraktion wurde in geheimer Abstimmung gewählt. Leider waren bei der Sitzung nicht alle 25 Stadtvertreter anwesend, so dass die Kandidatin von der Freien Wählergemeinschaft Annelies Wittkop und Norbert Thomas von der CLW beide jeweils zwölf Stimmen erhielten.

Bernd Kolbe musste nun per Losverfahren entscheiden. In je einem Umschlag waren die beiden Namen der Kandidaten. Dann die Entscheidung: Annelies Wittkop (FWG) wurde als neue Stadt-vertretervorsteherin gewählt. Anschließend stand die Wahl des ersten Stellvertreters auf der Tagesordnung.

Mit 13 Stimmen konnte Siegfried Kraffzik (PDS) als erster Stellvertreter gleich seine Arbeit aufnehmen. Er erhielt 13 Stimmen. In einem einfacheren Wahlgang, weil es nur einen Vorschlag gab, wurde Jörg Lenz von der CLW als zweiter Stellvertreter gewählt. Er hatte sich ebenfalls als ersten Stellvertreter zur Wahl gestellt. Er konnte aber nur elf Stimmen für sich verbuchen.

Ansonsten bleibt in Sassnitz (fast) alles beim Alten. Edith Wahl ist wieder als erster Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt worden. Man könnte denken, dass alles beim Alten ist. Aber weit gefehlt. Die Stadtvertretung hat sich personell verändert.

So mussten z.B. Conrad Peiser, Stefan Grunau, Nils Peters (alle CLW) ihren Stuhl räumen. Außerdem sind Ilona Wünscher und Peter Klemm von der FWG nicht mehr in der Sassnitzer Stadtvertretung. Die PDS besetzte nach der letzten Wahl zwei Stühle neu. Ab sofort können Hans-Ulrich Pusch und Monika Arndt (beide PDS) nur noch im Zuschauerbereich dabei sein. Ebenso ist Dr. Udo Knapp (SPD) nicht ins neue Stadtparlament gewählt worden.


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