D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 7. August - 13. August 2002 unabhängig - überparteilich

Spatenstich für 9,5 Millionen Euro teures Projekt

Nach umfangreichen Vorarbeiten beginnt im Nationalpark Jasmund
für das Besucherzentrum am Köngsstuhl die heiße Bauphase

Da staunt der Bär. Vier Männer buddeln gemeinsam mit drei Spaten, von links: Prof. Dr. Wolfgang Methling (Umweltminister von M-V), Carl-Albrecht von Treuenfels (Präsident des WWF), Dieter Holtz (Bürgermeister von Sassnitz) und Dr. Hans Dieter Knapp (Bundesamt für Naturschutz). Fachmännische Blicke von rechts außen: Joachim Gottschalck (Geschäftsführer der Stubnitzhaus Sassnitz GmbH) und Landrätin Kerstin Kassner.

Foto: Urban

Von Wolfgang Urban

Nationalpark Jasmund.
Spatenknappheit herrschte plötzlich in den frühen Nachmittagsstunden des 1. August am Königsstuhl: Vier Männer wollten sich bei herrlichstem Sonnenschein auf dem historischen Foto vom deutschlandweit beachtenswerten Spatenstich für das Besucherzentrum am Königsstuhl verewigen. Doch nur drei Spaten waren vorhanden.

Nach zahlreichen, weit größeren Schwierigkeiten der vergangenen Jahre hatten die Herren der Schöpfung indes eine Teamfähigkeit erreicht, dass sie das Spatenproblem mit Humor und Improvisation meistern konnten. Wahrlich: Der fehlende Spaten war und wird wohl ihr kleinstes Problem auf dem Weg zum Erfolg bleiben.

Kein Geringerer als WWF-Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels erinnerte vor dem historischen Spatenstich daran, dass man eigentlich schon viel weiter sein wollte. Jetzt hoffe er, dass das Besucherzentrum noch im Jahr 2003 eingeweiht werden kann. 9,5 Millionen Euro wird es dann gekostet haben, wenn alles wie geplant verläuft.


Bundeskanzler Schröder in Binz zu Gast

Regierungschef zur Kurzvisite auf der Insel
Gespräche mit DLRG-Offiziellen / Zusage von Hilfsmitteln

Regierungschef zur Kurzvisite auf der Insel
Gespräche mit DLRG-Offiziellen / Zusage von Hilfsmitteln

Ostseebad Binz (gü). Menschengewühl, aufgeregte Kameraleute, Verkehrschaos - Kanzlerbesuch im größten Seebad der Insel ! Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) stattete am zurückliegenden Donnerstag dem Orte "keinen Wahlkampftermin" ab, wie es aus dem Bundeskanzleramt hieß.

Was trieb den Regierungschef also sonst auf die Insel, wenn es denn nur "halboffiziell" geschah ? Vielleicht die Neugierde auf den Platz an der Ostsee, auf dem sein direkter politischer Konkurrent um das Amt vor zwei Wochen einem Heimspiel gleich von rund 4.000 Urlaubern begeistert begrüßt wurde ?

Wie dem auch sei, Kanzler Schröder kam von seinem Besuch in Stralsund nach Binz und schüttelte in der Hauptstraße zahlreiche Hände von Passanten. Danach drängelte er sich zur Hauptwache der DLRG am Seebrückenvorplatz und verfolgte von dort eine Rettungsübung der Rettungsschwimmer, die am Strand stattfand.

Die Strukturen der DLRG sollen in den kommenden Jahren geändert werden, um mehr hauptamtliche Retter zur Verfügung zu haben. Für die Umstrukturierung hat Schröder der DLRG Fördergelder zugesagt, wie es nach dem Gespräch hieß. Anschließend ließ sich der Kanzler das Mittagessen im Hotel "Kurhaus Binz" schmecken.


Materielles Gewissen sein

Dr. Michael Schimek ist neuer Leiter der Mönchguter Museen in Göhren

Dr. Michael Schimek hat seit 1. Juli die Leitung der Mönchguter Museen übernommen, die sich seit Mai in Trägerschaft des Fördervereins der Mönchguter Museen befinden.

Foto : Günther

Von Robby Günther

Ostseebad Göhren.
Ein neuer Kapitän hat die Brücke der "Mönchguter Museen" betreten. Dr. Michael Schimek ist seit 1. Juli der Leiter des historischen Museumskomplexes und hat erstens jede Menge Ideen und zweitens auch jede Menge Arbeit auf dem Tisch. Der Rüganer traf den 34-Jährigen in der Verwaltung der Museen, auf seinem Schreibtisch stapeln sich Papiere ­p; Übersicht verschaffen heißt die Devise.

Der 1967 in Bochum geborene Schimek hat sich auf die Ausschreibung der Stelle durch den Förderverein der Mönchguter Museen (fungiert seit Mai als Träger - Anm. d. Red.) beworben. Bevor er auf die Insel kam, war der frischgebackene Doktor der Volkskunde (Doktortitel am 15. Februar 2001) an den Universitäten Münster und Bamberg tätig. Diese "Beziehungen", wie er sagt, werden bei der jetzigen Aufgabe sicher von großem Vorteil sein, schätzt er ein.

Denn der neue Leiter der Mönchguter Museen will sowohl wissenschaftlich mit dem großen Fundus der Museen arbeiten, aber auch das materielle Gewissen für die Einheimischen sein, die sich wieder mehr mit ihren Museen beschäftigen sollen. Die vier verschiedenen Museen des Komplexes (Heimatmuseum, Museumshof, Rookhus und Museumsschiff "Luise") sollen von einem breiten Publikum angenommen werden, definiert er den Platz der Museen in der Gesellschaft.

Um Fehler auszumerzen und Verbesserungen in die Tat umzusetzen, wird seit Juli eine Gästebefragung durchgeführt. Dazu hat der Leiter einen entsprechenden Fragebogen entworfen, der bisher von rund 350 Gästen beantwortet auf seinem Schreibtisch gelandet ist. "Wir wollen nach der Saison die Auswertung vornehmen, so dass wir im Winter auf die Anregungen und Kritiken reagieren können", blickt Dr. Schimek im Gespräch in die Zukunft. "Die Museen bieten einen guten Grundstock, um zahlreiche Ausstellungen zu zeigen und die durchaus überregionale Bedeutung des Komplexes besser heraus zu arbeiten", so eine seiner ersten Einschätzungen.

Den neugierigen und interessierten Gästen soll Kultur über das Mönchgut auf angenehme Art vermittelt werden. Nicht mit dem Zeigefinger, wie der eigentlich gelernte Tischler sagt. Dass dazu auch eine "gewisse Art" der Belebung gehört, und diese auch funktionieren kann, beweist der am 27. Juli veranstaltete Handwerkermarkt auf dem Museumshof. Rund 700 Gäste haben sich im Laufe des Tages mit den vertretenen Gewerken vertraut gemacht, haben den Vorführungen der Handwerker zugeschaut.

Derzeit sieht sich Dr. Michael Schimek in die Lage versetzt, alle vier Museen zumindest teilweise zu öffnen. Das trifft auf das Rookhus und die "Luise" zu, die täglich nachmittags geöffnet sind. "Mit unseren derzeitigen Mitarbeitern können wir die Häuser für die Gäste zugänglich machen, sind Ansprechpartner und Aufsichtspersonal vor Ort." Aber, der als Träger fungierende Förderverein wird sich perspektivisch überlegen müssen, wie das von ihm vorgelegte Betreiberkonzept auch personell und finanziell abgesichert werden kann (Der Rüganer berichtete).

Denn für Dr. Schimek ist eines klar : Die Museen müssen nicht nur erhalten werden, sondern es muss auch eine Weiterentwicklung stattfinden. Dazu will der Leiter demnächst Klinken putzen gehen und Partner suchen, die die Museen langfristig unterstützen. Dass dabei natürlich auch Fördermittel eine Rolle spielen müssen, liegt auf der Hand.

So wird sich der Westfale mit dem "Dschungel" an Fördertöpfen auseinandersetzen, die für die Museen in Betracht kommen. Nicht vergessen sein soll das eingangs erwähnte. Die Menschen im Mönchgut sollen sich stärker mit ihren Museen identifizieren. Und dass die Kontakte zu den Universitäten eine große Rolle spielen können, haben Sie, liebe Leser, bereits am Anfang gelesen.

Als nächstes großes Highlight steht das 20-jährige Museumsjubiläum der "Luise" auf dem Plan, wirft der Leiter einen kurzen Blick voraus. Am 24. August soll dieses mit einem kleinen Fest am Standort des Frachtenseglers am Südstrand gebührend gefeiert werden.

Und für das Jahr 2003 hat die Crew um Schimek auch schon eine größere Aufgabe vor Augen: Im nächsten Jahr feiert Göhren das Jubiläum 125 Jahre Ostseebad. Dazu soll es eine Sonderausstellung im Museum geben, begleitende Publikationen und anderes mehr.


IGA - Fahne weht in Ralswiek

Gemeinde am Großen Jasmunder Bodden wurde offiziell zum IGA - Außenstandort

Stolz präsentieren alle Beteiligten die offizielle Fahne der IGA 2003 in Rostock, die künftig auch in der kleinen Gemeinde am Großen Jasmunder Bodden wehen wird. Eine gute Wahl, denn eines der IGA - Themen heißt : "Schlösser und Parks in Mecklenburg - Vorpommern".

Foto: Schäfer

Von Knut Schäfer

Ralswiek.
Der Ralswieker Park ist in seiner Anlage, Anmut und Schönheit eine wahrhafte Oase für Naturfreunde. Er ist der Lebensraum unterschiedlichster Baumarten aus Nordamerika, Ostasien und Südeuropa. In seinem Zentrum befindet sich ein im Neurenaissancestil errichtetes Schloss aus dem Jahr 1896. Um es nicht weiter dem Verfall preiszugeben, verkaufte der Landkreis das architektonisch einmalige Bauwerk 1999 an einen kunstinteressierten Investor, Gerd Raulff, der dem Schloss wieder liebevoll zu altem Glanz verhalf.

Auch die Organisatoren der Internationalen Gartenbauausstellung 2003 in Rostock sind von der Faszination des Ralswieker Parks und seines Schlosses überzeugt. Aus diesem Grund schaute in der vergangenen Woche Projektleiter Jochen Michaels in Ralswiek vorbei, um Bürgermeister Herbert Knüppel (CDU) und Schlossherrn Gerd Raulff offiziell die Ernennungsurkunde zum IGA - Außenstandort zu überreichen. Künftig weht also in der kleinen Gemeinde die IGA - Fahne.


Für Holzbearbeiter

Zuwendungsbescheid über 3,5 Millionen Euro

Neu Mukran (gü). Das Land Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich weiter für den Ausbau des Fährhafens Sassnitz und seiner umliegenden Flächen als Industriestandort in Vorpommern ! Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet (SPD) übergab am zurückliegenden Montag dem Sassnitzer Bürgermeister Dieter Holtz (PDS) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 3,5 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt der "Flächenerschließung im Bereich der Südstraße im FHS".

Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die den Rückbau von rund 20 Kilometern Gleisanlagen betreffen. Auf diesem Areal, und das zum ersten Bauabschnitt gehörende, soll der österreichische Holzver- und bearbeiter Stallinger seine Ansiedlung vornehmen. Nach Möglichkeit so schnell wie möglich, sind sich die Anwesenden einig. Neben Ebnet und Holtz auch FHS-Geschäftsführer Andreas Meister.

"Wir nehmen mit dem zweiten Bauabschnitt eine sog. Flächenoptimierung für den Investor vor. Neben dem Gleisrückbau erfolgt auch eine Neuordnung der Signal- und Sicherungstechnik in diesem Bereich", ergänzte er.

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt belaufen sich auf vier Millionen Euro. Bürgermeister Holtz geht davon aus, dass der Bauantrag der Firma Stallinger jetzt bald abgegeben werden kann. In diesen Tagen wird es Gespräche zwischen der Stadt und dem Unternehmen geben, um die letzten Fragen zu beantworten, die letzten Probleme zu lösen, so das Stadtoberhaupt.

In diesem Zusammenhang sollen weitere Unternehmen auf dem insgesamt 140 Hektar großen Areal ihre Niederlassungen in der nächsten Zeit bauen können. Jetzt erst einmal sei es wichtig, die Arbeiten mit den Mitteln des Zuwendungsbescheids zu beginnen. Denn, so Ebnet, die Bauwirtschaft braucht Aufträge.



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