Wasserflugplatz in Sassnitz?
Vortrag über die Wasserfliegerei, aber keine Erwähnung von
Bug-Vorhaben
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Herbert Meyer-Freese, Geschäftsführender Gesellschafter der WEFA
Ballon- und Wasserflugcenter GmbH Bremen, und selbst aktiver Flieger
während seines Vortrages über die "Wasserfliegerei in
Deutschland / Historie-Gegenwart-Zukunft".
Foto: Urban |
Von Wolfgang Urban
Sassnitz.Erstmals sah Herbert Meyer-Freese die Stadt Sassnitz und die
Landschaft der Kreidefelsen im Frühjahr 1990 aus der Luft. Sein
Arbeitsflugzeug war damals noch kein Wasserflugzeug, so wie es in der
Gegenwart der Fall ist. Der aktive Flieger war damals vielmehr zu einem
Arbeitseinsatz von Bremen nach Magdeburg unterwegs. Direkt Magdeburg
anzufliegen war nicht möglich, da es im Frühjahr 1990 immer noch
"die Mauer in der Luft" gab.
"Der Eiserne Vorhang" zwischen der DDR und BRD war zwar am Boden
schon durchlässig geworden, aber noch nicht für Privatflugzeuge
oder gewerblich tätige Flugzeuge. Also flog Meyer-Freese von Bremen in
Richtung Gedser und dann vom dänischen Luftraum über die Ostsee
in den Luftraum der DDR ein. "Dann sah ich die Kreideküste",
sagte der Bremer am Samstag in Sassnitz in einem Gespräch nach seinem
Vortrag über die Wasserfliegerei. Noch immer vom Anblick der
Kreideküste aus der Luft begeistert fügte er hinzu: "Das
sehe ich noch wie heute vor mir."
Rügen wurde dann in den 90er-Jahren mehrfach zum Ziel des Bremers, der
nicht nur aktiver Flieger, sondern auch Geschäftsführender
Gesellschafter der WEFA Ballon- und Wasserflugcenter GmbH ist. Dass er bei
seinen Rügen-Aufenthalten auch Ausschau nach möglichen hiesigen
Wasserflugzeugaktivitäten hielt, ist angesichts dessen wohl
selbstverständlich.
Auffallend war indes, dass er in seinem Vortrag auf dem
Dreikönigstreffen der FDP in Sassnitz nur am Rande darüber sprach
und bei seiner Darstellung der Geschichte der "Wasserfliegerei in
Deutschland" das historische Ereignis des 22. September 1998 nicht
erwähnte. Damals startete und landete erstmals eine Flugboot-Amphibius
ALBATROS vom Typ "Lake Buccaneer LA4-200" auf dem Wieker Bodden,
auf dem es zuvor schon lange keine Wasserflugzeugaktivitäten mehr
gab.
Zwar wurde 1998 eine Seeflugzeugrampe im Hafen auf dem Bug bei Dranske
eingeweiht. Damals trat man auch öffentlich für einen Landeplatz
für Wasserflugzeuge im Rahmen der Tourismuspläne für den Bug
ein. Aber dann gab es den wohl auch von den Planern erwarteten
Dämpfer, als die "Landesplanerische Beurteilung für das
Vorhaben Ferienzentrum BUG Dranske" vorlag.
Diese Beurteilung ebnete zwar den Weg für die späteren
Bebauungspläne auf dem Bug, über die Der Rüganer mehrfach
berichtete. Aber die landesplanerische Beurteilung klammerte das Thema
"Wasserflugplatz" mit den folgenden Worten aus: "Für
den geplanten Landeplatz für Wasserflugzeuge sind weitere
Untersuchungen insbesondere im Hinblick auf die damit verbundenen
Beeinträchtigungen des EU-Vogelschutzgebietes erforderlich.
Diese müssen durch den Vorhabenträger in Abstimmung mit den
Naturschutzbehörden erfolgen. Bis dahin ist der Landeplatz für
Wasserflugzeuge von der Beurteilung ausgenommen."
Die Aktivitäten gingen weiter, aber in der Öffentlichkeit begann
die Zeit des Schweigens. Sie hält an.Um so bemerkenswerter war es,
dass Meyer-Freese in seinem Vortrag so ganz nebenbei Sassnitz im
Zusammenhang mit einem möglichen Wasserflugplatz in der Zukunft
erwähnte.
Auf Nachfrage sagte er im Gespräch nach seinem Vortrag, dass es dazu
"Gespräche auf Geschäftsebene" gegeben habe und es sein
Eindruck sei, dass der "Fährhafen Sassnitz die Einrichtung eines
Wasserflugplatzes" wünsche, "weil dies für Urlauber
attraktiv" sei, und es im Hafen "eine erhebliche
Frequenzerhöhung" geben würde.
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