| 13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 | 9. Juli - 16. Juli 2003 | unabhängig - überparteilich |
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Von Robby Günther Neddesitz. Harte aber sachliche Diskussionen lieferten sich die Kreistagsmitglieder während ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause. Das Inselparlament hatte sich am zurückliegenden Donnerstag mit dem "Schreckgespenst" FFH zu befassen. Aber auch die Zukunft der Insel Rügen stand auf der Tagesordnung. Wie soll ein möglicher und vielleicht einziger Insellandkreis heißen ? Hierbei hatte die PDS-Fraktion einen Vorschlag : "Insellandkreis Rügen und Hiddensee" war einem entsprechenden Beschlussvorschlag zu entnehmen, der bei den meisten Abgeordneten anfänglich nicht auf Gegenliebe stieß. Besonders FDP und CDU wollten die rechtlichen Möglichkeiten einer Namensänderung durch die Landkreisverwaltung geprüft sehen. Denn der von der PDS eingebrachte Antrag sollte als Willensbekundung verstanden werden, allerdings ohne auf rechtliche Konsequenzen einzugehen. Schließlich einigte man sich während der Debatte darauf, dass der Beschlusstext lautet : Der Kreistag unterstreicht seinen Willen zum Erhalt des Landkreises Rügen. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Umbenennung in Insellandkreis Rügen zu prüfen. Mit Mehrheit wurde dieser Antrag angenommen. Ein SPD-Antrag zu möglichen Verwaltungsstrukturen auf Rügen wurde allerdings nach hitziger Debatte um die kommunale Selbstverwaltung von Fraktionschefin Kristine Kasten zurückgezogen. Harsche Kritik seitens einiger Kreistagsmitglieder, die auf kommunaler Ebene Verantwortung in Gemeinden tragen, mussten sich die Sozialdemokraten anhören. Ulrich Mielke vom Bündnis für Rügen stellte die Frage, ob "man mit diesem Antrag nicht vorgreifen würde ?" Schließlich gehe es um eine Verwaltungsreform, nicht um eine Gebietsreform. Denn der Antrag der SPD beinhaltete drei Varianten, die eine kreisfreie Inselstadt Rügen, die Fusion zu vier Ämtern und eine Aufteilung von vier Ämtern und vier Städten vorsahen. Mehrere Redner machten nochmals deutlich, dass die von Innenminister Gottfried Timm (SPD) begonnene Diskussion um vier Großkreise und geforderten Fusionen von Gemeinden und Ämtern wenig Substanz habe. Denn, nach wie vor ist auf der kommunalen Ebene nicht bekannt, welche Aufgaben und Rechte im Zuge der Funktionalreform an die Gemeinden und Ämter von oben nach unten seitens Schwerin abgegeben werden sollen. Deswegen bezeichnete Ulrich Mielke den Antrag der SPD auch als "deplatziert" und forderte, dass die Inhalte der Funktionalreform endlich genannt werden sollen. "Sonst stehlen wir uns hier nur die Zeit, indem wir darüber diskutieren, wer mit wem fusionieren soll." Kristine Kasten unterstrich, dass die "SPD besorgt sei, dass die optimale Lösung bis Ende 2004 verpasst wird". Hierzu wurde allerdings deutlich von einigen Abgeordneten betont, dass die Ämter selbst diskutieren, um nicht Zeit verstreichen zu lassen. CDU-Kreistagsmitglied Andrea Köster sagte dazu : "Wir wissen was passiert, wenn wir 2004 verpassen." Kristine Kasten zog den Antrag zurück. Die Nachmeldung von Rügener Gebieten im Rahmen der FFH-Agenda (Flora, Fauna, Habitate) zur Europäischen Union (Der Rüganer berichtete) bestimmte den weiteren Verlauf der Diskussionen. Auf der Tagesordnung standen zwei Anträge der CDU sowie der FDP, ein Dringlichkeitsantrag der Verwaltung zum selben Thema wurde zu Beginn der Sitzung aufgenommen. PDS-Mann Dieter Schäfer erklärte dazu, dass er nicht an der Diskussion und der Abstimmung zu den Anträgen teilnehmen wird, weil er sich nicht umfassend informiert fühlt. Demonstrativ verließ er den Raum. Diese Bedenken konnten im weiteren Verlauf der Sitzung seitens der Abgeordneten von FDP, CDU und SPD nicht nachvollzogen werden, da man bereits 1999 im Rahmen der ersten Ausweisung ausführlich über das Thema gesprochen habe. CDU-Abgeordneter Herbert Dobelstein trug die Meinung seiner Fraktion vor und kritisierte in diesem Zusammenhang den Antrag der FDP, die angedachten Erweiterungen "strikt abzulehnen. Dann kann man nicht mehr drüber reden", wandte er sich an FDP-Fraktionschef Reinhard Liedtke. Dieser sah den Antrag seiner Fraktion im vorliegenden CDU-Papier aufgehen, und zog ihn deshalb zurück. PDS-Fraktionschef Gerhard Bohm appellierte an die Kreistagsmitglieder, dass "man zu wenig wisse, um darüber jetzt abzustimmen. Ich sehe die Gefahr, dass wir ein Gespenst aufbauen, das da FFH heißt". "Das ist schon da", lautete ein Zwischenruf von Oliver Gurk (CDU) und Bruno Heppner (SPD). Gerhard Bohm wandte sich in seinen Worten auch gegen die gegründete Volksinitiative und fragte, wer denn durch FFH-Ausweisungen Schaden erlitten habe ? Sofort meldete sich Reinhard Liedtke als Bürgermeister des Seebades Sellin und sagte, dass dadurch Projekte der Gemeinde betroffen seien. "Beim Thema FFH sind deutliche Worte nötig", so Liedtke. |
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Von Robby Günther |
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Sassnitz (ur). Wenn dieser Rüganer am 9. Juli erscheint, dann soll
auch die deutsche Version des Städtepartnerschaftsvertrages zwischen der Stadt
Sassnitz und der russischen Kommunalgemeinschaft Kingisepp unterzeichnet
worden sein. Der Vertrag in russischer Sprache wurde bereits am 1. Juli 2003 in St. Petersburg unterschrieben. Für die öffentliche Unterzeichnung der deutschen Version wurde der 8. Juli 2003 um 17 Uhr im Sassnitzer Kurhotel, Saal Cuxhaven, vereinbart. Für die Hafenstadt Sassnitz ist dies die dritte Städtepartnerschaft nach Trelleborg und Cuxhaven. Die russische Kommunalgemeinschaft Kingisepp ist rund 130 Kilometer von St. Petersburg entfernt gelegen. Nach den Worten von Bürgermeister Holtz (PDS) will Sassnitz mit Kingisepp auf unterschiedlichen Gebieten intensiv zusammenarbeiten. Dazu gehöre unter anderem der Transfer von Know-how im Bereich der kommunalen Verwaltung. Eine Zusammenarbeit werde es gleichfalls im Bereich der Hafenwirtschaft geben, denn zur Kommunalgemeinschaft Kingisepp gehört auch der Hafen Ust-Luga. Dieser Hafen investiert derzeit in Terminals für den Umschlag von Kohle, Düngemittel, Holz und Container sowie in ein Fährterminal. Allein im Fährbereich sollen bis 2004 fast 100 Mio Euro verbaut werden. Aufgrund der geplanten Fähraktivitäten, die auch Rügen einbeziehen, bietet sich Sassnitz als Partner an. In der Partnerschaft sieht der Sassnitzer Bürgermeister auch die Einlösung eines alten Versprechens. Als seinerzeit die letzten Truppen der früheren UdSSR in den neuen Bundesländern das Land über den Fährhafen Mukran verließen, hatte Holtz ihnen die "Zusage mit auf den Weg gegeben, sich durch eine Partnerschaft für ein friedvolles Miteinander beider Völker einzusetzen". |
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Ostseebad Sellin (gü). Dummer Jungenstreich oder Beseitigung einer
Konkurrenz ? Das Großfeuer in der Nacht am Morgen des 24. Juni im
Bowlingcenter beherrschte in der letzten Woche die Schlagzeilen. Die Polizei geht mittlerweile von Brandstiftung aus, da die Spuren an der Brandausbruchstelle darauf hindeuten. Darüber informierte die Polizeidirektion Stralsund jetzt gegenüber dieser Zeitung. Deshalb sind in den letzten Tagen in Sellin Flyer ausgehängt worden, in denen um Mithilfe der Bevölkerung gebeten wird. In diesem Zusammenhang werden Zeugen gesucht, die vielleicht etwas Auffälliges bemerkt oder gesehen haben. Die Polizei fragt konkret nach : * Wer hat welche Feststellungen gemacht ? * Wer kann Angaben zu Personen machen, die sich in der Brandnacht von 02 Uhr bis zum Ausbruch des Brandes in der Nähe der Objektes aufgehalten haben ? * Können Hinweise zu Fahrzeugen gegeben werden, die dort zur fraglichen Zeit gesehen wurden ? Die Polizeidirektion Stralsund erbittet sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer (0 38 31) 24 50, oder unter der Nummer (03 83 03) 9 09 30 in der Polizeistation Baabe sowie Angaben in jeder anderen Polizeidienststelle. Wie Der Rüganer erfahren konnte, sollen auch alle Reisenden befragt werden, die zum Zeitpunkt des Brandes im benachbarten "Park-Hotel" wohnten. |
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Schwerin / Rügen (DR / gü). In den Hotels und Pensionen Mecklenburg-Vorpommerns
wurden von Januar bis April 3,9 Millionen Übernachtungen gezählt,
das sind 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. "Mecklenburg-Vorpommern ist
bestens in das Tourismusjahr gestartet", sagte dazu Wirtschaftsminister
Dr. Otto Ebnet (SPD) dieser Tage in Schwerin. "Mecklenburg-Vorpommer
etabliert sich als das Ferienland mit den höchsten Zuwächsen -
auch außerhalb der Sommermonate." Durch den späten Ostertermin (2002 lag Ostern im März) wurden in diesem April gegenüber 2002 landesweit sogar 27,2 Prozent Steigerung verbucht. Mehr als 400.000 Gäste (1,59 Millionen Übernachtungen) erholten sich im April zwischen Ahlbeck und Zarrentin. Deutliche Zuwächse verzeichneten im Nord-osten die Hotels und Pensionen mit mehr als neun Betten im Landkreis Güstrow (plus 53,8 Prozent) und in der Hansestadt Stralsund (plus 32 Prozent). Der Tourismus hat in Mecklenburg-Vorpommern eine hervorragende wirtschaftliche Bedeutung, jeder sechste Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt mit dem Fremdenverkehr zusammen. Mehr als 100.000 Arbeitsplätze bieten die touristischen Dienstleistungen, der Anteil der Tourismuswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt des Landes liegt bei etwa zehn Prozent. "MV tut gut", diese Erkenntnis gilt nicht nur für die hervorragenden Angebote im Bereich Gesundheits- und Wellnesstourismus. Die IGA 2003 in Rostock hat sich bereits als eine weitere Attraktion erwiesen. Für das laufende Jahr wird im Nord-osten mit mehr als 22 Millionen Übernachtungen gerechnet, heißt es seitens des Wirtschaftsministeriums dazu. Auch auf der Insel Rügen blicken besonders die Vermieter auf gute bis sehr gute Vorbuchungen für die bevorstehenden Sommerwochen. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack in diesem und im nächsten Jahr. Denn die Saisonzeiten wurden durch unsäglichen Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vor einigen Jahren zu gemeinsamen Ferienzeiten im Bund erheblich verkürzt. Nicht nur Chaos auf den Straßen und im Schienenverkehr wird erwartet, auch erhebliche Umsatzverluste für die Hotellerie und Gastronomie stehen ins Haus (Experten rechnen mit 15 Prozent weniger Umsatz, besonders im Juni und September). Denn von ehemals durchschnittlich 91 Tagen Saison sind 2003 / 2004 lediglich 72 durch die Zusammenlegung übrig geblieben. Das Thema der Ferienzeiten beschäftigte in letzten Wochen und Monaten zunehmend die Politik, da die Proteste gegen die Regelung immer lauter wurden. Unter dem Druck der Branchen hat sich die jetzige KMK dieser Tage dazu entschlossen, die Ferienzeiten ab 2005 wieder auszuweiten. Dann sollen die Ferien auf 83 Tage verlängert werden, doch das Chaos in 2003 / 2004 wird nicht zu übersehen sein. |
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Ostseebad Binz (gü). Rund 7.000 Anmeldungen für das Jugendevent
Prora 03 im August liegen bereits vor. Darüber informierte Bürgermeister
Horst Schaumann (parteilos) während der letzten Gemeindevertretersitzung.
Insgesamt rechnet man mit 11.000 Teilnehmern, und weiteren 4.000 Tagesgästen,
sagte er. 200 Beamte und 300 freiwillige Ordner sind vorgesehen, um Ordnung
und Sicherheit während des Festes zu garantieren, so Schaumann. |
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Bergen auf Rügen (ks). "Aufgrund der anhaltenden sonnigen und niederschlagsarmen Witterung hat sich auf dem Nonnensee wiederum ein breiter Algenteppich gebildet. Die Ausprägung dieses Teppichs ist typisch für Gewässer solch hohen Nährstoffgehalts und gleichzeitig so geringer Tiefe", informierte Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster auf der letztwöchigen Stadtvertretersitzung. Laut ihren Angaben resultiert der hohe Nährstoffgehalt aus verschiedenen Einträgen. Einerseits ist das gesamte Umfeld des Nonnensees (die Grünland- bereiche) stark nährstoffversetzt |
| Der Nonnensee, an der Nordwest - Grenze der Kreisstadt gelegen ist nicht
nur ein Paradies für Unzählige Wasservögel. Foto : Schäfer |
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(noch aus Zeiten landwirtschaftlicher Grünlandnutzung
intensiver Art). Andererseits gibt es bei allen Gewässern grundsätzlich
erhebliche Nährstoffeinträge aus der Luft (über die Niederschläge,
die diese Nährstoffe binden und schließlich in die Gewässer
und Böden eintragen) und schließlich werden auch durch die zahlreich
anwesenden Wasservögel Nährstoffe über den Kot eingetragen.
Der flache Wasserstand, der in diesem Jahr durch fehlende Niederschläge
noch geringer ausfällt und die damit verbundene schnelle Erwärmung
des Wassers selbst führt zusammen mit dem sehr hohen Nährstoffgehalt
zu dem zu beobachtenden starken Algenwuchs. Gegenwärtig setzt der Prozess
des Absterbens der Algen ein, so das Stadtoberhaupt weiter. Damit beginnen
nunmehr die Fäulnisprozesse, die zu einer starken Verminderung des
Sauerstoffgehaltes des Wassers führen. In der Folge muss bei anhaltend
trockenem und warmen Wasser mit Fischsterben und Botulismus, was zum Sterben
von Wasservögeln führen kann, gerechnet werden. "Nach Auskunft des Landkreises Rügen gibt es intensive Bemühungen, den See in das sogenannte Moorschutzprogramm zu integrieren. Innerhalb dieses Programms wird dann auch über notwendige Maßnahmen am See entschieden. Gleichzeitig hält der See bei starkem Algenwuchs immer noch ein Mindestmaß an Funktionsfähigkeit. Insofern sollten mögliche Maßnahmen am Nonnensee immer im Hinblick auf die angestrebte Integration des Sees in das genannte Moorschutzprogramm betrachtet und bewertet werden. Es ergibt sich gegenwärtig keine zwingende Notwendigkeit für Sofortmaßnahmen, da die Situation am See zwar nicht optimal aber schon gar nicht katastrophal ist. Die durch einen an den See angrenzend wirtschaftenden Landwirt aufgeworfene Befürchtung der Übertragung von Krankheiten auf weidende Rinder durch das Wassergeflügel (besonders die mausernden Gänse) ist nach Rücksprache von Landrätin Kassner mit dem Veterinäramt des Landkreises Rügen in einem Schreiben der Landrätin an den Landwirt als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt worden", betonte Bürgermeisterin Andrea Köster am letzten Mittwoch gegenüber der Stadtvertretung. | |
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Dreschvitz (DR). Rügens vermutlich größte Erdbeere brachte
uns dieser Tage unsere Leserin Ramona Scepanski in die Redaktion. Gleich
zwei "Brocken" aus ihrem Garten konnte sie stolz präsentieren. Beide Exemplare wurden auf der Briefwaage des Rüganer-Verlages gewogen und erbrachten ein stattliches Gewicht von 105 Gramm. Die größere der Beeren (rechts) wog immerhin 58 Gramm, die kleinere noch 47 Gramm. Foto : Günther |
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