D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 9. Oktober - 15. Oktober unabhängig - überparteilich

Schweriner Bernsteinkönigin

18-jährige Betty Wehde setzte sich gegen sechs Konkurrentinnen durch

Strahlend schön: Die neue Miss Bernstein Betty Wehde (mitte) aus Schwerin bekam gegen 23 Uhr die Bernsteinkrone von Gitte Lehmann (Bernsteinkönigin 2002 - rechts) und die Blumen von der amtierenden Miss Schleswig-Holstein überreicht.

Foto: Besch

Ostseebad Göhren (bs). Samstag Abend gegen 19 Uhr: Mehrere hundert Gäste betreten die festlich geschmückte Nordperdhalle des drittgrößten Ostseebades der Insel um die neue Deutsche Bernsteinkönigin für das Jahr 2003 zu wählen! Begrüßt wurden die "Wähler" durch den ehemaligen ZDF Herzblatt-Moderator Pierre Geisensetter. Ihn einzuladen war sicherlich die Beste Idee seit langem. Denn als Publikum-Liebling hatte er zumindest die Frauen im Saal auf seiner Seite und führte gekonnt durch die Durststrecken des Abends.

Und dann kamen sie: Die sieben elegant angezogenen Damen, die Anwärterinnen auf den Titel der "Deutschen Bernsteinkönigin 2003". Alle sieben Mädels stellten sich dem Publikum und der Jury vor, erzählten über ihre Hobbies und Zukunftspläne. Danach ging es wieder in die Umkleidekabine des TSV Empor Göhren. Aber das machte ja nichts. Die Aufregung war größer. Und so schminkten und tuschten die Missen eine gute Stunde an sich herum um dann endlich im zweiten Durchgang in ihren Bademoden auf die Bühne zu gehen.

Das war's: Jetzt musste die Jury entscheiden und die Zuschauerstimmen ausgezählt werden.
Die 18-jährige Betty Wehde aus Schwerin hat das Rennen gemacht! Mit weit über 400 Stimmen und deutlichem Abstand zu den anderen Damen, konnte sie nun die Bernsteinkrone für ein Jahr in Empfang nehmen. Zweite wurde die 19-jährige Steffi aus der Nähe von Neubrandenburg. Und den dritten Platz konnte sich die 17-jährige Schülerin Nina aus Rendsburg sichern.

Fazit: Das 6. Deutsche Bernsteinfest war sicherlich mit Abstand das bestorganisierteste Fest seit langem im Ostseebad. Schade ist wirklich nur, dass nicht ein einziges Mädchen von der Insel Rügen teilnahm! Man kann eigentlich nur davon ausgehen, dass der Mut fehlte, denn verstecken braucht sich Rügen's nicht!

Abschließend erhielten die sieben Außenstandorte der Insel für die IGA 2003 an diesem Abend hier ihre Urkunden.


Förderung für Kleinbahnhof

Wirtschaftsministerium unterstützt komplette Sanierung

Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet (li., SPD) überreichte am 30. September an Bürgermeister Horst Schaumann (re., parteilos) den Förderbescheid für den Binzer Kleinbahnhof. Ebenfalls mit nach Binz gekommen war SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Peters.

Foto : Günther

Ostseebad Binz (gü). Seine "Artgenossen" in Göhren und Sellin erstrahlen schon seit geraumer Zeit im neuen Glanz. Nun soll dem Binzer Kleinbahnhof ebenfalls ein neues Antlitz verpasst werden. Damit das auch finanziell abgesichert ist, überbrachte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebent (SPD) am 30. September einen entsprechenden Förderbescheid für die Sanierungsmaßnahme. Die komplette Grunderneuerung soll 1,33 Millionen Euro kosten. Das Land fördert mit 90 Prozent rund 1,14 Millionen Euro, wie Ebnet bei der Übergabe des Bescheids an Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) sagte.

In dieser Woche sollen Gespräche mit der Rügenschen Kleinbahn (RügKB), dem Förderverein der Kleinbahn und an der Gastronomie interessierten Unternehmen stattfinden, um den zeitlichen Fahrplan der Sanierung abzustimmen, verweist Kurdirektorin Petra Wolter auf die weiteren Schritte bei der Umsetzung des Vorhabens.

Wenn alles glatt läuft sollen am 1. Dezember die Arbeiten mit dem Abriss der nebenstehenden Garagen beginnen, insgesamt ein Jahr Bauzeit wurde kalkuliert. Wenn Eröffnung gefeiert wird, findet der Gast und Urlauber dann eine moderne WC-Anlage sowie eine Information in dem Gebäude vor. Zudem auch einen Warte- und Kundenraum für den Betrieb der Kleinbahn.

Zusätzlich eine Gastronomie, die denen in Göhren und Sellin in nichts nachstehen soll, kann sich die Gemeinde durchaus vorstellen, wie es dazu hieß. Eine Ausstellung über die Bahnen in Vorpommern komplettiert das Angebot im neuen Binzer Kleinbahnhof.


"Grenze des Umsetzbaren"

Nord / LB-Immobiliengesellschaft informiert über Änderungen am Ferienpark

Ostseebad Thiessow (gü). "Wir sind mit den Einarbeitungen der Bedenken und Anregungen in der Planung zum Ferien- und Surfpark an die Grenze des Umsetzbaren gekommen." Dipl.-Finanzwirt Hartmut Völksen und sein Planer H. Schubert stellten während der letzten Gemeindevertretersitzung Ende September die überarbeitete Planung der Gemeindevertretung und den erschienenen Bürgern vor.

Erstgenannte hatten an diesem Abend über einen Auslegungsbeschluss zum B-Plan Nr. 7 "Ferien- und Surfpark Thiessow" zu beschließen. Der Plan sorgte in der Nachbarschaft und in Thiessow selbst für Aufsehen (Der Rüganer berichtete). Zahlreiche Familien hatten Anregungen und Bedenken unterschrieben, die größtenteils nun Berücksichtigung fanden, wie die neue Planung erläutert wurde.

Neben den persönlichen Einwändungen gab es auch Stimmen, die die bauliche Verwirklichung kritisierten. Mit im Saal des "Haus des Gastes" saßen auch die Gutachter, die das Ergebnis ihrer Untersuchungen darstellten. Die schalltechnische Untersuchung nach DIN 1805 ergab beispielsweise, dass die dort festgehaltenen zulässigen Belastungen nicht erreicht werden. Das Projekt ist nach der Umplanung auf 101 Betten reduziert. Entstehen sollen auf dem rund 15.000 Quadratmeter großen Areal neun Ferienhäuser, davon zwei größere.

Planer Schubert betonte in seinen Ausführungen, dass lediglich 25 Prozent der zur Verfügung stehenden Fläche nach Baugesetzgebung bebaut werden dürfen. "Wir versiegeln aber weniger Fläche und engagieren uns mit Ersatzmaßnahmen als Ausgleich", unterstrich er. So werden 50 neue Bäume gepflanzt, weiterhin erfolgen Maßnahmen zur Renaturierung der Lobber Niederung und die Anlage des Feuerlöschteiches als Biotop.

Da sich in unmittelbarer Nähe ein EU-Vogelschutzgebiet befindet, machte sich auch eine Prüfung des Vorhabens nach FFH-Richtlinien nötig. Der verantwortliche Gutachter stellte in seinen Ausführungen fest, dass es durch die geplante Ferienanlage "keine erheblichen Beeinträchtigungen" gebe. "Es wird empfohlen, das Vorhaben als verträglich einzustufen." Durch den bereits stattfindenden Surfsport in Thiessow sind in Frage kommende Rast- und Brutvögel an andere Stellen ausgewichen, ergänzte er.

Im Zuge der ersten Auslegung sind über 50 Träger Öffentlicher Belange (TÖB) angeschrieben worden, die sich mit den Planungen auseinandersetzen müssen. 42 davon haben geantwortet, darunter auch alle Umweltschutz- und Naturverbände, so der Planer weiter. Auch die baulichen Bedenken der Nachbarn in punkto Höhen, Abstandsflächen, Baugrenzen und Heckenhöhen sind berücksichtigt worden.

"Wir bleiben mit den jetzigen Planungen unter dem ehemaligen Kurhaus, dass das höchste Gebäude in der Umgebung darstellt. Der Ferien- und Surfpark wird ähnlich dem Vorhaben Jaromar erstellt und wird sich in das Ortsbild einfügen", betonte der Planer nochmals.

Die Gemeindevertretung fasste nach einer fast zweieinhalbstündigen Debatte den Beschluss zur Auslegung der neuen Planungen einstimmig. Diese wird nun in der Zeit vom 21. Oktober bis 25. November im Bauamt des Amtes Mönchgut-Granitz in Baabe und auch im "Haus des Gastes" in Thiessow ausliegen.

Die betroffenen Bürger können sich also über die Änderungen vergewissern, sagte Bauamtsleiter Schubert abschließend. Letzter Knackpunkt dürfte ein angedachter Turm im Ferienpark sein, wie die Diskussion zeigte. Aber auch hier soll Konsens hergestellt werden, waren sich die Beteiligten einig. Nach der Auslegung kommt die zweite Runde.


Modegala im Saal des Hotel "Kurhaus"?

Agentur XÄM stellt Konzept vor / Entscheidung dieses Jahr treffen /
88.000 Euro Kosten für Partner

Ostseebad Binz (gü). Eine Modegala in Rügens größtem Seebad ? Oft wurde über ein Mode- und Promi-Event gesprochen, bisher haperte es immer an der Umsetzung und den Interessenlagen. Das könnte jetzt vielleicht anders werden ! Karl-Rainer von der Ahé von der Agentur XÄM jedenfalls hat ein Angebot auf den Tisch der Binzer Hotellerie gelegt. Dieses wurde während der letzten Sitzung des Betriebsausschusses der Kurverwaltung auch der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Knapp 20 Hoteliers und touristische Leitungsträger versammelten sich im "Haus des Gastes" um den Ideen des Agenturinhabers zu lauschen.

Mittlerweile sind Mode-Events in Mekclenburg-Vorpommern nichts Neues mehr, haben sich in den Veranstaltungskalendern anderer Regionen ihren festen Platz erkämpft und sorgen für Schlagzeilen. "Es sollte aber kein Abklatsch der Heringsdorfer Veranstaltung werden", wurde seitens des Ausschusses gefordert. Nach einem Streit der Usedomer Hoteliers über die finanzielle Beteiligung im Frühjahr wurde spekuliert, ob das Event "Heringsdorf goes Fashion" eventuell nach Binz kommen würde (Der Rüganer berichtete).

Jetzt haben sich die Usedomer aber für ihr Event entschieden, das neulich auch bereits zum neunten Male stattfand, wie von der Ahé berichtete. Und die Gefahr eines Abklatsches muss von vornherein durch ein eigenes Konzept natürlich verhindert werden, sah er die Befürchtungen ähnlich. Also unterbreitete er spontan zwei Vorschläge, die für Binz in Frage kommen könnten.

Einerseits eine Modegala nur mit Designern aus Mecklenburg-Vorpommern, andererseits vielleicht eine Gala mit den Siegern der inzwischen durch das Land ausgelobten Modepreise. "Diese Gewinner können sie nie auf einer Veranstaltung zusammen sehen, hier würde sich eine Chance bieten", so der PR-Mann, der mit seiner Agentur beispielsweise auch die Imagekampagne des Landes einmal aufpolierte und für Aufsehen sorgte.

Als Veranstaltungsort käme für ihn der Saal des Hotels "Kurhaus Binz" in Frage, wie er betonte. "Dieser Saal hat solche Vorzüge, dass es in Binz keinen besseren Platz gibt", kommentierte von der Ahé. Der Charakter dieses Events könnte in der Vorweihnachtszeit den Stil eines klassischen, gesetzten Dinners haben, das mit einem Charity-Aspekt kombiniert wird, verwies er auf den möglichen Zeitpunkt. Die Anwesenden zeigten sich von der Idee mehrheitlich angetan, um damit auch den Standort Binz zu kommunizieren.

Jedoch, es müssen Partner gefunden werden, die nicht nur ins Boot einsteigen wollen. "Sie müssen auch mitrudern, damit das Event finanziell abgesichert ist und diese Last auf mehreren Schultern liegt", hieß es seitens einiger Redner. Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) stellte an dieser Stelle bereits klar, dass "die Kommune nicht alles bezahlen kann und auch nicht wird.

Hier sind die Hoteliers gefragt", so Schaumann. Dieses Jahr sollte eine grundlegende Entscheidung getroffen werden, forderte Ausschussvorsitzender Harald Schewe (CDU). Immerhin nannte von der Ahé in seinem Konzept Kosten von rund 88.000 Euro.


Wiederholung des Bürgerentscheides
auf Hiddensee?

"Zweifel an der Rechtmäßigkeit" des ersten
Bürgerentscheides im Landkreis Rügen:
Anfrage an das Landratsamt und dessen Antwort

Von Wolfgang Urban

Hiddensee / Rügen.
Die folgende Anfrage wurde mit der Bitte um Beantwortung an das Landratsamt Rügen übermittelt: "Es soll Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bürgerentscheides auf Hiddensee geben. Es sei zu Vorgängen gekommen, die den Entscheid in einer rechtsstaatlich nicht akzeptablen Weise beeinflusst haben. Ist dem Landratsamt davon etwas bekannt?

Wenn ja: Werden die Vorwürfe geprüft und wie ist das Ergebnis? Ab wann ist das Ergebnis des Bürgerentscheides unanfechtbar rechtskräftig bzw. bis wann und unter welchen Voraussetzungen kann es zu einer Wiederholung der Abstimmung kommen?"

Antwort des Landratsamtes Rügen: "Es ist zutreffend, dass es im Rahmen der Vorbereitung des Bürgerentscheides zu Aktivitäten seitens der Gemeinde, konkret deren Organe, gekommen ist, welche Zweifel an dem rechtmäßigen Zustandekommen des Bürgerentscheides begründen.
Die rechtsaufsichsbehördliche Prüfung ist derzeit noch nicht abgeschlossen.

Der Bürgerentscheid entspricht in seinen rechtlichen Wirkungen einem Beschluss der Gemeindevertretung. Der Bürgermeister ist jedoch - anders als bei herkömmlichen Beschlüssen der Gemeindevertretung - weder berechtigt noch verpflichtet, Widerspruch einzulegen. Insofern ist der Bürgerentscheid so lange rechtswirksam, bis entweder eine etwa erlassene rechtsaufsichtsbehördliche Beanstandung bestandskräftig (unanfechtbar) geworden ist und bzw. oder über einen etwaigen, von den beiden vertretungsberechtigten Personen des Bürgerbegehrens gemeinsam beim Vewaltungsgericht Greifswald gestellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung oder über eine dererseits erhobene Klage rechtskräftig gerichtlich entschieden ist.

Nur im Fall des Vorliegens einer derartigen Beanstandung und bzw. oder einer solchen gerichtlichen Entscheidung ist die Gemeinde rechtlich verpflichtet, das Verfahren zur Vorbereitung und Durchführung des Bürgerentscheides, beginnend ab bzw. mit der Entscheidung der Gemeindevertretung über den Zeitpunkt des Bürgerentscheides, zu wiederholen."



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing
Impressum