Wieker Geldsegen sichert Bergener Projekte
Kreisstadt kann sich über zusätzliche 475.000 Euro für Innenstadtsanierung
freuen
Von Knut Schäfer
Bergen auf Rügen. "Bis einschließlich zum Programmjahr 2003
wurden insgesamt 17,64 Millionen Euro an Fördermittel (zur Innenstadtsanierung,
Anm. d. Red.) bewilligt. Der darin enthaltene Eigenanteil der Stadt beträgt
4,72 Millionen Euro. Das Volumen der Bewilligungen zum jeweiligen Programmjahr
hat sich bei etwa 1,05 - 1,08 Millionen Euro eingependelt. Der Bedarf, der
notwendig ist, um die erforderliche Zügigkeit in der Durchführung
der Gesamtmaßnahme zu gewährleisten, liegt wesentlich höher.
Das Auftragsvolumen beträgt daher regelmäßig das doppelte.
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 Mit der Sanierung der Calandstraße soll noch vor Jahresende begonnen werden.
Foto: Schäfer |
Auf Grund des erreichten Fortschritts wurden von den bewilligten Mitteln
bereits erhebliche Anteile für Investitionen verwendet, so dass die
noch verfügbaren Mittel nicht ausreichen, um die in 2004 notwendigen
Maßnahmen finanzieren zu können. Die Finanzierungslücke
konnte durch eine Umschichtung von bewilligten Zuwendungen einer anderen
Gemeinde, die nicht in der Lage ist, die erforderlichen Eigenanteile aufzubringen,
gedeckt werden. Der Stadt Bergen wurden so zusätzlich 454.000 Euro
bewilligt Dadurch wurde es möglich das Programmjahr 2004 ohne Kreditaufnahmen
zu finanzieren" , betonte Werner Willmes von der GSOM, dem städtischen
Sanierungsträger, auf der letzten Stadtvertretersitzung.
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Doch woher stammte das "Geschenk des Himmels, in Form von 454.000 Euro
? "Der Stadt Bergen auf Rügen wurden aus dem Sondervermögen
der Gemeinde Wiek zugunsten der Maßnahme Sanierungsgebiet Innenstadt
diese 454.000 Euro durch Umschichtung durch das Landesförderinstitut
bewilligt. Die notwendigen Eigenmittel konnten durch uns abgedeckt werden",
war von Bergens Stadtoberhaupt Andrea Köster (CDU) zu erfahren.
Für das Programmjahr 2004 ist die Realisierung folgender Maßnahmen
vorgesehen: Die Errichtung von Stellflächen für das Bergener Rathaus.
Weitere Investitionen im Bereich des Klosterhofes. Wie bezüglich der
zu Ostern 2003 eröffneten Schauwerkstatt von der GSOM zu hören
war, wurden zwei Einheiten zum März 2004 gekündigt. Eine davon
wird von den verbleibenden Mietern selbst übernommen. Dort soll eine
historische Backstube mit Café - Betrieb entstehen. Für die
andere gibt es bereits Interessenten.
Weiterhin soll bis Ende 2004 das sogenannte Pförtnerhaus auf dem Klosterhof
von außen fertiggestellt werden. Seit Januar wird ebenfalls an den
Freiflächen im Klosterhof im Abschnitt Zuwegung und Kreuzgang gearbeitet.
Die Ausführung der restlichen Flächen hängt, laut GSOM, vom
Abschluss der Maßnahme "Pförtnerhaus" ab. Für
die Sanierung der südlichen Klostermauer wird derzeit die Ausschreibung
vorbereitet. Der Baubeginn ist für den 19. April vorgesehen.
Als neue Maßnahmen werden neben der Sanierung der Calandstraße,
deren Realisierung in Abhängigkeit mit dem ZWAR, laut Willmes, noch
bis Ende 2004 begonnen wird, auch der B - Plan und die Planung der öffentlichen
Freiflächen für die "Hängenden Gärten" mit
ins Programmjahr 2004 mit aufgenommen. |
ZWAR reinigt Fischabwasser
Einleitung in die Kläranlage Bergen noch bis 31. März / Grenzwerte
sind o.k.
Neu Mukran (gü). Ärger mit dem neuen Fischwerk der "Euro
Baltic Fischverarbeitungs GmbH" gab es im Februar reichlich. Sah sich
doch das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) aus Stralsund
gezwungen, die Einleitung des geklärten Produktionsabwassers in die
Ostsee zu stoppen. Grund hierfür : Erhöhte Schadstoffgrenzwerte,
die sich negativ auf den Lebensbereich Ostsee auswirken.
Der Stopp des StAUN wurde am 13. Februar ausgesprochen, am 16. Februar wandte
sich das Unternehmen der holländischen Gruppe Parlevliet und van der
Plas an den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen
(ZWAR). Der hatte nun dieser Tage eingeladen, um die jetzige Übergangslösung
vorzustellen. Das vorgereinigte Produktionsabwasser wird bis zum 31. März
in der Kläranlage Bergen gereinigt und somit geklärt in den Kleinen
Jasmunder Bodden abgeleitet. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 18.
Februar geschlossen, wie Carsten Schultz, Ingenieur Abwasser beim ZWAR,
gegenüber dieser Zeitung informiert.
Bisher hatte der ZWAR die Sanitärabwasser aufgenommen, nun sind seit
dem 18. Februar die Produktionsabwasser hinzu gekommen. Maximal 515 Kubikmeter
am Tag, so Schultz, kann das Fischwerk nach Bergen schicken. Die entsprechende
Druckleitung führt von Mukran über Prora nach Bergen. "In
der Vereinbarung sind Maximalbelastungen des Produktionsabwassers festgelegt
worden, die durch kontinuierliche Beprobungen überprüft werden",
will der zuständige Ingenieur unterstrichen wissen. Sollte sich der
Fall einstellen, dass die Einleitung die Betriebs- und Funktionsweise der
Bergener Kläranlage beeinträchtigt, kann der ZWAR sofort stoppen.
Denn die 92.000 Einwohnergleichwerte fassende Kläranlage muss gerüstet
sein für die Saison. Immerhin nimmt sie dann auch die Abwasser des
Seebades Binz auf. Und die Saison steht vor der Tür, deswegen auch
die zeitliche Begrenzung der Vereinbarung zwischen ZWAR und Fischwerk, so
Carsten Schultz weiter.
Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe sind die Grenzwerte allerdings
eingehalten, wie seitens des Mitarbeiters betont wird. In einer sog. Anordnungsverfügung
des Umweltamtes des Landkreises Rügen sind bis zum Ende dieses Monats
zusätzliche behördliche Überwachungen festgelegt worden.
Ab 1. April muss die "Euro Baltic Fischverarbeitungs GmbH" wieder
mit ihrer Kläranlage die notwendigen Vorschriften sicherstellen. Dazu
hat sie seitens der Universität Rostock Hilfe bekommen, Auch der ZWAR
und andere fachliche Institutionen unterstützen das im Oktober letzten
Jahres eröffnete Fischwerk, damit die Werte stimmen und die Binzer
und Sassnitzer Gäste beruhigt baden gehen können.
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