Strandstraße soll 2002 durchgebaut werden
Gemeindevertretung hält am Beschluss zur Rekonstruktion der
Strandstraße mehrheitlich fest
Ostseebad Göhren (gü).
Die Strandstraße wird im kommenden
Jahr eine Baustelle sein. Und das nach Möglichkeit ab März 2002
beginnend. Auch in den Sommermonaten wird gebaut, so will es jedenfalls die
Gemeindevertretung. Die politischen Verantwortungsträger haben auf
ihrer außerordentlichen Sitzung am 2. Oktober ihren bereits gefassten
Beschluss zum Ausbau der Strandstraße nochmals bekräftigt.
Außer Carola Koos und Norbert Friedrich (beide CDU) haben sich die
anwesenden Gemeindevertreter für einen durchgehenden Ausbau
entschieden.
Ausgenommen Hans-Harald Ott (SPD), der sich als befangen in die
Zuschauerreihen setzte.
Der Beschluss ist seit Wochen in Göhren umstritten. Anlieger wie
Vermieter, Hoteliers und Geschäftsleute befürchten massive
Umsatzverluste und einen Imageschaden für das staatlich anerkannte
Seebad.
"Wir machen in den Sommermonaten rund 60 Prozent unseres
Jahresumsatzes. Wenn die Strandstraße durchgehend gebaut wird, werden
wir Umsatzrückgänge in erheblichen Größenordnungen
haben", sagte Georg Heissler von der AVR gegenüber den
Gemeindevertretern am Abend des 2. Oktober.
Diesen sei durchaus klar, dass die Situation schwierig werden wird, so der
einhellige Tenor. Aber die Gemeindevertreter sehen keine Alternative, wie
sich während der Diskussion herausstellte. Auch Vertreter des
Sanierungsträgers Deutsche BauBeCon und des Bauamtes des Amtes
Mönchgut-Granitz sehen in der durchgehenden Rekonstruktion die einzige
Möglichkeit.
Wenn das Wetter mitspielt, ist die Straße zur Saison 2003 fertig. Die
Planung, die unlängst von Roland Kutzki aus dem Bauministerium
kritisiert und abgelehnt worden war, wird am 19. Oktober Thema in Schwerin
sein. Dann soll die Gemeindevertretung am 29. Oktober darüber
abstimmen. Kutzki sagte unlängst eine schnelle Bearbeitung der
Projektlagen zu, wenn alles Geforderte vorliegt.
Auch Torsten Kopplin vom Zweckverband Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung Rügen (ZWAR) unterstrich während der Sitzung,
dass die Baumaßnahme im kommenden Jahr durchgeführt werden muss.
"Wir haben die Mittel für die umfangreichen Investitionen nur
noch im Jahr 2002. Für 2003 können wir als ZWAR nicht
garantieren", so Kopplin.
Denn im Laufe des Abends wurde wiederholt von den Anliegern angeregt, die
Baumaßnahme im Sommer zu unterbrechen, die Bauzeit würde sich
dadurch eventuell auf zwei Jahre ausdehnen. Weitere
Straßenbauvorhaben in Göhren stehen für die kommenden Jahre
bereits auch auf der Liste.
Doch damit waren die schlechten Nachrichten für die anliegenden
Vermieter und Geschäftsleute an diesem Abend noch nicht zu Ende. H.
Wittke von der BauBeCon blickte ins Jahr 2002 und sprach von sechs
Arbeitstagen in der Woche, also inklusive des Sonnabends. Bautätigkeit
ab 8 Uhr, bis in die Abendstunden. Dies ist seiner Meinung nach
erforderlich, damit das Projekt bis 2003 zügig durchgeführt
werden kann.
Diese Aussichten veranlassten einige Vermieter zu der Aussage, dass man
"getrost seine Betten im nächsten Jahr abmelden kann".
Derzeit laufen Bauarbeiten im Kreuzungsbereich der Strandstraße zur
Poststraße. Es werden laut ZWAR vorbereitende Arbeiten für das
Projekt 2002 durchgeführt.
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