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Rügener Bernsteinkrone verloren gegangen

Gitte Lehmann aus Heringsdorf (Usedom) wurde zur neuen
Bernsteinkönigin gewählt

Die Krönung des Abends : Gitte Lehmann (mitte) heißt die neue Bernsteinkönigin, die für ein Jahr das Seebad Göhren und die Insel Rügen repräsentieren wird. Rechts neben ihr die Zweitplatzierte Steffi Porada aus Stralsund und links Kristine Klatt aus Sellin, die den dritten Platz gewann.

Foto : (bs)

Ostseebad Göhren (gü). Die 17-jährige Gitte Lehmann aus dem Seebad Heringsdorf (Usedom) ist neue Bernsteinkönigin. Sicher zur Überraschung vieler der rund 300 anwesenden Gäste wurde sie während des fünften Deutschen Bernsteinfestes in der "Nordperd-Halle" von der Jury zur Siegerin des Samstagabends gekürt.

Verbindet sich mit der Krone und den Preisen (Gutscheine für Reisen und Kosmetik) für den Sieg auch die Aufgabe, für einen Urlaub auf der größten und wohl schönsten deutschen Insel in der kommenden Messe-Saison zu werben. Das haben zumindest ihre Vorgängerinnen in den letzten vier Jahren getan.

Aber auf Rügen und in diesem speziellen Fall in Göhren ist eben alles ein bisschen anders. So werden sich die Verantwortlichen des Rügener Seebades mit ihrem "Usedomer Mädchen" arrangieren.

Gitte Lehmann ist Gymnasiastin und spielt gern Klavier, wie sie bei der Vorstellung verriet. Gut unterrichtete Kreise wollten an diesem Abend auch zu wissen bekommen haben, dass sie desöfteren modelt und professionell betreut wird. Diese Vermutung würde sich zumindest mit dem sicheren Auftritt der smarten Blonden decken.

Und überhaupt schien dieser 6. Oktober 2001 nicht der Tag der Rügener Mädchen und Damen zu sein. Denn unter den zehn Kandidatinnen, die sich den Augen der Jury und dem Publikum stellten, konnte sich mit Steffi Porada gleich eine zweite Aspirantin, die nicht auf Rügen wohnt, den zweiten Platz sichern. Die 21-jährige stammt aus Stralsund und weinte große Tränen ob ihres persönlichen Triumphes. Wollte man eine politische Note in den Wettbewerb bringen, könnte der neutrale Betrachter boshaft von einem beginnenden Verwachsen des Insellandkreises mit der Hansestadt Stralsund sprechen.

Die Kastanien aus dem Feuer für die Rüganer holte mit Kristine Klatt keine Unbekannte des Deutschen Bernsteinfestes. Hatte sie doch bereits 1998 die Krone für sich entschieden. Kristine Klatt stammt aus Göhren, arbeitet und wohnt jetzt allerdings in Sellin. In der Kurverwaltung Göhren wird jetzt über eine Änderung der Ausschreibungsmodalitäten nachgedacht, so ein Mitarbeiter.


Strandstraße soll 2002 durchgebaut werden

Gemeindevertretung hält am Beschluss zur Rekonstruktion
der Strandstraße mehrheitlich fest

Ostseebad Göhren (gü). Die Strandstraße wird im kommenden Jahr eine Baustelle sein. Und das nach Möglichkeit ab März 2002 beginnend. Auch in den Sommermonaten wird gebaut, so will es jedenfalls die Gemeindevertretung. Die politischen Verantwortungsträger haben auf ihrer außerordentlichen Sitzung am 2. Oktober ihren bereits gefassten Beschluss zum Ausbau der Strandstraße nochmals bekräftigt. Außer Carola Koos und Norbert Friedrich (beide CDU) haben sich die anwesenden Gemeindevertreter für einen durchgehenden Ausbau entschieden.

Ausgenommen Hans-Harald Ott (SPD), der sich als befangen in die Zuschauerreihen setzte.
Der Beschluss ist seit Wochen in Göhren umstritten. Anlieger wie Vermieter, Hoteliers und Geschäftsleute befürchten massive Umsatzverluste und einen Imageschaden für das staatlich anerkannte Seebad.

"Wir machen in den Sommermonaten rund 60 Prozent unseres Jahresumsatzes. Wenn die Strandstraße durchgehend gebaut wird, werden wir Umsatzrückgänge in erheblichen Größenordnungen haben", sagte Georg Heissler von der AVR gegenüber den Gemeindevertretern am Abend des 2. Oktober.

Diesen sei durchaus klar, dass die Situation schwierig werden wird, so der einhellige Tenor. Aber die Gemeindevertreter sehen keine Alternative, wie sich während der Diskussion herausstellte. Auch Vertreter des Sanierungsträgers Deutsche BauBeCon und des Bauamtes des Amtes Mönchgut-Granitz sehen in der durchgehenden Rekonstruktion die einzige Möglichkeit.

Wenn das Wetter mitspielt, ist die Straße zur Saison 2003 fertig. Die Planung, die unlängst von Roland Kutzki aus dem Bauministerium kritisiert und abgelehnt worden war, wird am 19. Oktober Thema in Schwerin sein. Dann soll die Gemeindevertretung am 29. Oktober darüber abstimmen. Kutzki sagte unlängst eine schnelle Bearbeitung der Projektlagen zu, wenn alles Geforderte vorliegt.

Auch Torsten Kopplin vom Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Rügen (ZWAR) unterstrich während der Sitzung, dass die Baumaßnahme im kommenden Jahr durchgeführt werden muss. "Wir haben die Mittel für die umfangreichen Investitionen nur noch im Jahr 2002. Für 2003 können wir als ZWAR nicht garantieren", so Kopplin.

Denn im Laufe des Abends wurde wiederholt von den Anliegern angeregt, die Baumaßnahme im Sommer zu unterbrechen, die Bauzeit würde sich dadurch eventuell auf zwei Jahre ausdehnen. Weitere Straßenbauvorhaben in Göhren stehen für die kommenden Jahre bereits auch auf der Liste.

Doch damit waren die schlechten Nachrichten für die anliegenden Vermieter und Geschäftsleute an diesem Abend noch nicht zu Ende. H. Wittke von der BauBeCon blickte ins Jahr 2002 und sprach von sechs Arbeitstagen in der Woche, also inklusive des Sonnabends. Bautätigkeit ab 8 Uhr, bis in die Abendstunden. Dies ist seiner Meinung nach erforderlich, damit das Projekt bis 2003 zügig durchgeführt werden kann.

Diese Aussichten veranlassten einige Vermieter zu der Aussage, dass man "getrost seine Betten im nächsten Jahr abmelden kann". Derzeit laufen Bauarbeiten im Kreuzungsbereich der Strandstraße zur Poststraße. Es werden laut ZWAR vorbereitende Arbeiten für das Projekt 2002 durchgeführt.



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