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Dr. Klostermann mit der Dokumentation "Maritime Sicherheit" des
Landtages Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Wermke |
Stralsund. Die Welt schaut zu, wie ein tagelang dümpelnder,
havarierter Öltanker, infolge fast laienhaften Katastrophenmanagements
und infolge der Untätgkeiten seitens zuständiger
Küstenstaaten (Spanien und Portugal) mit seiner verseuchenden Fracht
versinkt. Wollen wir uns wirklich damit abfinden, dass an Europas
Küsten jährlich ein großer Schiffsuntergang
grüßt?
Da fährt ein veralteter, jahrelang ungeprüfter und kaum
gewarteter Supertanker unter der Flagge der Bahamas, gehört einem
liberianischen Unternehmer, verwaltet durch ein Unternehmen mit Sitz Athen,
gechartert von einer Ölhandelsgesellschaft mit Sitz erst Virgin
Islands, dann Gibraltar und jetzt Schweiz mit russischem Kapital...noch
Fragen? Auf dem globalisierten gnadenlosen Welt- und Arbeitsmarkt herrscht
harte kriminelle Energie.
Das ist der dokumentierte Missbrauch der "Freiheit der Meere".
Ausgerechnet mit dem anspruchsvollen Namen "Prestige" wird ein
Öltanker zum Verursacher einer Ölpest mit ungeahntem Ausmaß
und dominiert die Medienschlagzeilen. Der Schaden ist da, viele Fragen
bleiben offen und doch stimmen einige Kassen der Verdienenden. Zahlreiche
europäische Minister fordern, nun endlich zu handeln. Mit Sicherheit
wird manipuliert. Und alle wissen, angemessene Sicherheit gibt es nicht zum
Nulltarif.
Nach meinem dreijährigen intensiven Engagement im Rahmen
interparlamentarischer Initiativen im Ostseeraum kann ich feststellen, wir
als Parlamentarier haben unsere Schularbeiten gemacht und die Ostseestaaten
in die Pflicht genommen (siehe dazu die Dokumentation "Maritime
Sicherheit" des Landtages M-V, Band 2). Und trotzdem ist unser
Einfluss auf die aufstrebende Ölexportmacht Russland relativ gering.
Einhüllentanker können, noch länger als EU-Recht
verkündet, russische Häfen anlaufen.
Es klingt schizophren, öfter große Schiffskatastrophen
herbeizuwünschen, damit die Öffentlichkeit schneller zur Vernunft
kommt und den Ölhasardeuren das Handwerk endlich legen kann. Havarien,
wie solche mit der "Prestige", sind menschengemacht, ebenso die
bisher praktizierten und angedrohten Terrorakte gegen Schiffe, insbesondere
Fähren. Als Lösung bedarf es eines höheren Drucks auf die
Weltschiffahrtsorganisation (IMO).
Es gilt, Defizite auf internationaler Ebene zur Durchsetzung technischer,
nautischer, sozialer und ökologischer Standards abzubauen. Auf
nationaler Ebene fehlt uns leider immer noch die ständige zentrale
Küstenwache, während das Havariekommando als erster Schritt
gerade aufgebaut wird. Auf Landesebene begrüße ich für
unsere Region die Schiffstaufe des Gewässerüberwachungs- und
Ölfangschiffs "Strelasund" in Stralsund und wünsche dem
Reeder und der Crew allzeit gute Fahrt und wenige harte Einsätze.
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Landrätin Kerstin Kassner (PDS) bei der Schiffstaufe der
"Strelasund" am 25. November 2002 in Stralsund. Das Schiff siehe
rechts. Foto : Wermke |
Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff
"Strelasund". Möge ihr Auftrag immer nur
"Gewässerüberwachung" heißen Foto : Wermke |
Von Wolfgang Urban
Ostsee.
Mit Schrecken schaut die Welt auf die Umweltkatastrophe im
Atlantik, die der Tanker "Prestige" auslöste. Es hätte
auch die Ostsee treffen können, denn die "Prestige" war auch
hier. Mehr noch, schon bald darauf titelte der WWF eine alarmierende
Meldung mit den Worten: "WWF fordert Fahrverbot für Uralt-Tanker
Byzantio".
Darin hieß es u.a.: Der "26 Jahre alte Einhüllentanker...
hat 53.000 Tonnen Schweröl geladen". Er sei wie der havarierte
Tanker "Prestige" von "der Firma Crown Ressource
gechartert" worden und soll, "quer über die Ostsee und durch
den Ärmelkanal nach Singapur fahren". Laut WWF war der Tanker
"auf Druck der französischen Behörden" in Estland
festgehalten und erneut auf Sicherheit überprüft worden.
"Leider ist der Tanker inzwischen schon in der Ostsee unterwegs",
sagte Jochen Lamp vom Projektbüro Ostsee des WWF Deutschland, in einem
Gespräch am 2. Dezember.
Warnend fügte er hinzu: "Eine Tankerhavarie in der Ostsee
würde eine Umweltkatastrophe von gleichem Ausmaß zur Folge haben
wie vor Galiziens Küste... Deshalb ist es bedauerlich, dass der Tanker
Byzantio den Hafen Tallinn verlassen durfte." Nach Ansicht des WWF
sind u.a. "strengere Richtlinien für Schiffe in europäischen
Gewässern, unabhängig vom Herkunftsland und das Verbot von
Tankern ohne Doppelwand dringend nötig.
In der Ostsee sind dies 30 Prozent der Tanker." Der WWF fordert u.a.
die "Ausweisung eines Schutzgebietes für die Ostsee inklusive der
Lotsenpflicht und des Verbotes von Einhüllentankern zu
beschließen. Schnellst möglich sollten auch die Lotsen
verpflichtet werden, Sicherheitsmängel sofort den Behörden zu
melden und damit gefährdende Schiffe sofort in die nächsten
Häfen zu beordern.
Außerdem muss die Haftungspflicht für Reedereien auf die
Umweltfolgen und deren Beseitigung ausgedehnt werden, damit es sich
für die Reeder nicht mehr lohnt, fahrende Zeitbomben auf die Meere zu
schicken." Bleibt zu hoffen, dass die Ostsee nicht erst nach einer
Katastrophe von "Zeitbomben" gesäubert wird.
Stralsund. Mit der Taufe der "Strelasund" nehmen wir heute
ein weiteres, mit modernster Technik ausgestattetes und vielseitig
einsetzbares Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff in
Betrieb. Angesichts der aktuellen Ereignisse vor der spanischen und
portugiesischen Küste müssen wir uns jedoch auch realistisch vor
Augen führen, dass wir eine solche Katastrophe, wie sie von der
"Prestige" verursacht wurde, auch mit aller uns zur
Verfügung stehenden Ölbekämpfungstechnik nicht werden
verhindern können.
Im Namen von Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling kann ich jedoch
versichern, dass insbesondere die nach dem Ölunfall der "Baltic
Carrier" im März 2001 umgesetzten Aktivitäten des Bundes und
der Küstenländer einen erheblichen Teil dazu beigetragen haben,
die präventive Schiffssicherheit vor der Ostseeküste zu
erhöhen.
So wurde in Warnemünde das Weitbereichsradar in Betrieb genommen, das
zu einer besseren Überwachung der Kadetrinne beiträgt.
Außerdem wurde die Betonnung dieser vielbefahrenen, engen
Wasserstraße verbessert.
Im Bereich der Kadetrinne konnte weiterhin eine Lotsenannahmeempfehlung
für alle Schiffe mit einem Tiefgang von mehr als elf Metern
durchgesetzt werden. Diese Maßnahmen haben unter anderem dazu
beigetragen, dass es in diesem Jahr bisher zu keiner Grundberührung
eines Schiffes in der Kadetrinne gekommen ist. Auch die
"Prestige" hat auf ihrer Fahrt zum Atlantik die Kadetrinne
passiert.
Einheitliche Leitungs- und Lenkungsstrukturen zur Verhinderung oder
Bekämpfung einer eingetretenen Schadenslage bilden die Voraussetzung
für eine erfolgreiche Bekämpfungsstrategie. Das nunmehr
installierte Havariekommando in Cuxhaven soll in Zukunft die
unterschiedlichen Zuständigkeiten im Havariefall bündeln und
unter einheitlicher Führung eine möglichst hohe Effizienz bei
allen Bekämpfungsmaßnahmen erreichen.
Für den Havariefall ist in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend
Notschleppkapazität vorhanden. Ölbekämpfungsschiffe wie zum
Beispiel die "Bottsand" und "Vilm" in Rostock oder die
"Scharhörn" als Einsatzschiff des Bundes können
jederzeit zum Einsatz auslaufen. Auch die Unterstützung durch Schiffe
der anderen Bundesländer ist im Havariefall gewährleistet...
Das neue Schiff verfügt über modernste Einrichtungen sowohl
für die Gewässerüberwachung als auch für die
Ölunfallbekämpfung. Dadurch wird gewährleistet, dass unter
vertretbaren Kosten eine optimale Mehrfachnutzung der
"Strelasund" möglich ist. Hoffen wir, dass die neue
"Strelasund" ihr tatsächliches Leistungsvermögen
ständig als Gewässeraufsichtsschiff, aber nie bei einem
Ölunfall, beweisen muss.
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Manfred Schittko überreicht Trautchen Haas vom "Haus der
Generationen" den Scheck über 500 Euro als Wettbewerbspreis,
gesponsert von der Sparkasse Rügen.
Foto: Besch |
Dreschvitz (bs).
Der Seniorenbeirat des Landkreises Rügen hatte im
Frühjahr den Projektwettbewerb "Solidarität der
Generationen" ausgeschrieben. Inzwischen ist die Auswertung erfolgt.
Gewinner ist der Senioren- und Jugendtreff im "Haus der
Generationen" in Dreschvitz. Er wurde für seine
generationsübergreifenden Projekte anlässlich des "Tages des
Ehrenamtes" am vergangenen Donnerstagabend in Dreschvitz geehrt. Ziel
des Wettbewerbes ist es, die fördernden Projekte der Jugend- und
Sozialarbeit im Landkreis zu würdigen und zu belohnen.
"In unserer Gesellschaft haben wir immer mehr aktive Senioren, die
durch die vielen Erfahrungen und Potenziale der älteren Menschen
bereichert wird. Wir alle wünschen uns auch weiterhin eine gute
Entwicklung des Senioren- und Jugendtreffs hier auf der Insel. Sie, meine
Damen und Herren, sind hier in Dreschvitz mit einem guten Beispiel
vorangegangen. Jetzt sollten viele weitere Treffs dieses Modell
umsetzen", sagte Manfred Schittko, Vorsitzender des Seniorenbeirats
des Landkreises Rügen gegenüber den Anwesenden.
Dies waren nicht nur die Senioren des Ortes, sondern auch der Frauentreff
des Hauses und eine handvoll Jugendlicher, die aus diesem freudigen Anlass
vor der Scheckübergabe drei Stücke auf ihren Schalmeien spielten.
Das "Haus der Generationen" besteht seit 1992 und wurde Dank der
Gemeindeverwaltung ausgebaut.
So entstand ein Raum für die Senioren, ein Raum für die
Dreschvitzer Schalmeienkapelle für die Proben, ein Raum für die
Jugendlichen, ein extra Discoraum und eine Küche für den
Frauentreff. Die Bürger von Dreschvitz und Umgebung wissen jedenfalls
wo sie ihre Freizeit sinnvoll getsalten können.
In der Weihnachtsbäckerei
zum Plätzchen backen ein
Ostseebad Binz (gü).
Leckere Plätzchen konnten wieder Kinder der
Kindertagesstätte "Lütt Matten" backen. Und zwar hatte
der IFA Ferienpark Rügen die Knirpse am 4. und 5. Dezember in die
"hauseigene" Weihnachtsbäckerei eingeladen. Gemeinsam mit
dem Ehepaar Peters aus Sassnitz von der gleichnamigen Bäckerei wurden
den Kindern wieder zwei schöne Vormittage beschert. |
Hafen wird konkret
Ostseebad Göhren (gü). "Das Projekt Neubau des
Außenhafens Göhren - Südstrand ist in der Weise zu
fördern, dass es kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden kann."
Mit dieser Empfehlung eines unabhängigen Planungsbüros kam
Bürgermeisterin Carola Koos (CDU) am 28. November aus der
Antragskonferenz im Amt für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern
in Greifswald. |
Erschreckende Zahlen
8.509 Rüganer (21,7 Prozent) ohne Arbeit im November
Stralsund (gü). Katastrophale Zahlen in der Arbeitslosenstatistik
für den letzten November ! Neuer Negativrekord mit 8.509 arbeitslosen
Frauen und Männern von der Insel Rügen seit 1991 in solch einem
Monat. Gunther Gerner, stellvertretender Direktor des Arbeitsamtes
Stralsund, stellte während des sog. Statistiktages am letzten Mittwoch
die ernüchternden Zahlen vor. |
Haushalt und Wirtschaftsplan
Ostseebad Binz (gü). Die Gemeindevertreter des größten
Rügener Seebades haben während ihrer Sitzung am morgigen
Donnerstag über den Haushalt 2003 und den Wirtschaftsplan der
Kurverwaltung für das kommende Jahr zu entscheiden. Der Haushaltsplan
der Gemeinde sieht sowohl beim Verwaltungs- als auch Vermögenshaushalt
(VWH bzw. VMH) ausgeglichene Zahlen vor. So sind die Einnahmen und Ausgaben
beim VWH auf 5.172.900 Euro festgesetzt. |
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