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Von Robby Günther
Bergen auf Rügen.
Die Liberalen der Insel haben ihren Vorstand neu
gewählt und dabei einige personelle Veränderungen vorgenommen.
Gerhard Weber bleibt weiterhin Vorsitzender des Kreisverbandes der FDP.
Bereits seit 1993 steht er der Insel-FDP vor, will es für die
kommenden zwei Jahre nochmals wissen, wie er den anwesenden 20 Mitgliedern
(81 gesamt auf Rügen) sagte.
Er wurde während des Kreisparteitages am letzten Mittwoch erneut in
dieses Amt gewählt. Und zwar mit 18 Ja-Stimmen sowie einer Enthaltung
(eine Stimme war ungültig). Anschließend wählten die
Parteimitglieder zwei neue Stellvertreter für den Vorsitzenden. Der
langjährige Stellvertreter, Christian Tiede, hatte nicht mehr für
dieses Amt kandidiert.
So konnte sich Hiddensees Bürgermeister Gino Leonhardt mit 20 Stimmen
durchsetzen. In einer Stichwahl entschied Ronny Thurow mit 12 Stimmen die
Wahl zu seinen Gunsten gegen André Wittkamp, der auf acht Stimmen
kam.
Trotz der Verjüngung wurde aber auch Bewährtes beibehalten. Fritz
Barthel wurde einstimmig wieder zum Schatzmeister des Kreisverbandes
gewählt. Ebenso wie Neuenkirchens Bürgermeisterin Ute Arndt
einstimmig als Schriftführerin.
Um die Plätze der insgesamt fünf Beisitzer im Vorstand bewarben
sich sechs Parteifreunde. Der in der Stellvertreterwahl gescheiterte
Wittkamp wurde klar mit 20 Stimmen bestätigt. Ihm folgten Wolfgang
Schröder mit 18 Stimmen, Christian Thiede mit 17 Stimmen, Helge
Saathof mit 16 Stimmen und Dorothee Günhter mit 14 Stimmen.
Die Bewerberin Kathrin Schwarze wurde nicht gewählt (13 Stimmen). Die
größte Aufgabe der kommenden Monate sieht Weber in der
Vorbereitung auf die Kommunalwahlen 2004.
FDP für Freihandelszone Rügen
Derzeit ist die FDP in 18 von 44 Gemeinde- und Stadtvertretungen mit
Abgeordneten präsent und stellt neun Bürgermeister (davon zwei
hauptamtliche). Das Wahlziel für den Mai 2004 heißt für die
Liberalen, diese Ergebnisse mindestens zu halten, oder gar zu verbessern,
so der Vorsitzende. Gleichzeitig verordnete er dem Kreisverband einen
strikten Sparkurs für dieses Jahr, damit genügend finanzielle
Mittel für den Wahlkampf zur Verfügung stehen.
Und als Gerhard Weber bei den Finanzen war, schwenkte er um zum derzeit
alles überlagernden Thema "Selbstständigkeit des Landkreises
Rügen". "Denn dieses Thema hat auch mit Finanzen zu tun, und
nicht zu knapp", wie er betonte.
Weber fehlen in den derzeitigen Diskussionen zur Reform der Verwaltungen
und Gebietskörperschaften zwei wichtige Aussagen. Erstens, dass es bei
den Modellen über neue Kreise "plus eins" heißen
müsse. Die eins steht hierbei für den Insellandkreis Rügen.
Und zweitens die Aussagen des SPD-Innenministers Timm zu den Inhalten der
von ihm angestrebten Funktionalreform.
Denn nur wenn diese konkret auf dem Tisch liegen, machen Neuzuschnitte bei
Kreisen, Ämtern und Verwaltungen wirklichen Sinn, fordert er den
Schweriner Minister auf, endlich seine Hausaufgaben zu machen, damit die
Gemeinden wissen, was sie wie entscheiden sollen und können. In diesem
Zusammenhang verteidigte er den Vorschlag der FDP über die vier
Ämter auf Rügen (der von der SPD unterstützt wird - Anm. d.
Red.) und erteilte den gegenwärtigen Überlegungen über eine
Stadt Rügen eine klare Absage.
"Den Landkreis zu einer Stadt zu machen, ist nicht der richtige Weg.
Vielmehr wird ein Aushöhlen der Demokratie forciert", so Weber.
Und nannte dabei den Namen einer Schweizer Stadt, die als Vorbild wirken
könnte. Denn Samnaun (www.samnaun.ch) ist eine Freihandelszone und
vieles andere mehr.
"Das wäre für die Insel überlegenswert", so der
FDP-Chef, der auch den seitens des ersten Beigeordneten Feit ins Spiel
gebrachte Vergleich mit der Isle of Man (Der Rüganer berichtete)
ablehnt. Jedenfalls, so Weber, die Insel-Liberalen wollen ihren Beitrag zum
Thema leisten, damit sinnvolle und an Bürgerinteressen ausgerichtete
Entscheidungen getroffen werden.
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