D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 12. März - 18. März 2003 unabhängig - überparteilich

Gewinner des Bilderwettbewerbs

Binzer und schwedische Schüler begeisterten Gäste der KulturKunststatt

Silke Meyer, Tochter von Museumsgründer Kurt Meyer, Rebecca Becher, Pauline Kasch und Rommy Lenz sowie Museumsmitarbeiter Thomas Wolff mit den Gewinner-Bildern.

Foto : Günther

Prora (gü). Strahlende Gesichter von drei Mädchen konnte Kurt Meyer, Gründer und Betreiber der KulturKunststatt Prora, am letzten Mittwoch in seinen Räumlichkeiten begrüßen. Gemeinsam mit Tochter Silke wurden drei Gewinner der letzten Monate im Jahr 2002 des Schüler-Bilderwettbewerbs ausgezeichnet.

Die Binzer Schulen hatten den Wettbewerb im letzten Jahr gemeinsam mit der Schule im schwedischen Helsingborg veranstaltet. Die teilnehmenden Schüler konnten malen und zeichnen wonach ihnen der Sinn stand, thematisch waren in 2002 keine Vorgaben gestellt. Rebecca Becher von der 5. Klasse des Gymnasiums konnte gleich mit zwei Bildern bei den Gästen der KulturKunststatt punkten.

Sie entschied die Monate Juni und August mit ihren Bildern "Eisbären" und Sonnenblumen" für sich. Rommy Lenz von der sechsten Klasse der Realschule gewann den Juli mit ihrem Bild "Mädchen mit Taube". Pauline Kasch, ebenfalls fünfte Klasse Gymnasium, hat mit einer Face-Collage den Oktober gewonnen. Weitere Gewinner waren Maurice Boxler und zwei Schüler aus der schwedischen Schule.

Silke Meyer und Museumsmitarbeiter Thomas Wollf überreichten am letzten Mittwoch jedem Gewinner einen 50 Euro-Schein, einen Kalender mit großen Komponisten, der im Verlag von Kurt Meyer herausgebracht wurde, sowie das Buch "Rügenfreunde".


Neun Richter am Amtsgericht

Johann-Peter Bischoff verhandelt Strafsachen

Ist der nunmehr neunte Richter am Amtsgericht Rügen in der Stadt Bergen auf Rügen : Johann-Peter Bischoff.

Foto: privat

Bergen auf Rügen (eow). Zum Jahresbeginn 2003 wurde Harald Nolte im Rahmen seiner richterlichen Laufbahn vom Rügener Amtsgericht an das Landgericht Stralsund versetzt. Sein Aufgabengebiet als Vorsitzender des Schöffengerichtes im Erwachsenenstrafrecht und als Einzelrichter für die Verhandlungen von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten übernahm Johann-Peter Bischoff.

Der neue Richter verlebte Kindheit und Jugend in Hannover, besuchte dort das Ratsgymnasium, in dessen Unterricht Altgriechisch und Latein noch einen bedeutenden Platz einnehmen. Diese Schulzeit und das engagierte Wirken vieler Lehrer sind ihm heute noch in guter Erinnerung. Nach dem Abitur studierte er in Göttingen Rechtswissenschaft und trat damit beruflich in die Fußstapfen des Vaters.

Seine Referendarzeit absolvierte Bischoff jun. am Oberlandesgericht und Landgericht, bei der Staatsanwaltschaft und der Bezirksregierung seiner Heimatstadt, erhielt Einblicke in kommunalrechtliche Probleme einer kleinen niedersächsischen Gemeinde. Nach dem zweiten Staatsexamen kämpfte der junge Jurist sieben Jahre als Einze-lanwalt in der eigenen Kanzlei im Paragrafendschungel für Recht und Gesetz, ehe er sich für den Justizdienst in M-V bewarb.

Sein Einsatz erfolgte am 2. Mai 2001 in Stralsund zunächst in der Zivilkammer des Landgerichtes und danach am hansestätischen Amtsgericht im Insolvenz- und Handelsbereich, im Landwirtschaftsrecht und Nachlasswesen. Ergebnisse dieser Tätigkeit konnte man in der Presse u.a. bei der Ankündigung von Insolvenzverfahren und den Eintragungen im Handelsregister nachlesen.

Der Mann aus Niedersachsen findet lobende Worte über die kollegiale Atmosphäre an seiner neuen Wirkungsstätte und für die freundliche Unterstützung aller Mitarbeiter, die ihm bei der Einarbeitung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das ist für ihn auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil Ehefrau Katrin und die drei Söhne Robin (8), Tom (10) und Moritz (14) noch in Hannover wohnen.

Nicht an jedem Wochenende ist dem Pendler Johann-Peter die strapaziöse Heimfahrt möglich, doch besteht begründete Aussicht auf einen baldigen Umzug der Familie nach Rügen. Ob er dann, wenn vor allem die Jungen den Vater mit Beschlag belegen, noch Zeit für die klassische und moderne deutsche Literatur und die Schwarz-Weiß-Fotografie mit einer Rollei Cord finden wird, bleibt zumindest fraglich. Denn auch Frau Katrin, die sich nach ihrer Ausbildung zur Gartenbauingeneurin für ein Pädagogikstudium entschloss, bedarf sicher der Unterstützung durch das Familienoberhaupt.


Küstenabbrüche im Südosten

Nationalparkamt Rügen mahnt Spaziergänger zur Vorsicht

Blieschow (DR). Meteorologisch hat der Frühling zwar schon am 1. März begonnen. In Wirklichkeit lässt er aber gerade hier im Norden noch etwas auf sich warten. Bei strahlendem Sonnenschein, Temperaturen um den Gefrierpunkt und vereisten Ufern zieht es immer wieder viele Spaziergänger an die Küste Südost-Rügens, denn so eindrucksvoll, wie in den letzten Wochen waren Rügens Strände wohl lange nicht mehr.

Doch birgt die derzeitige Witterungslage auch Gefahren in sich. Tauwetter am Tage und Fröste in der Nacht lockern vor allem an den Steilufern das Material, so dass Küstenabbrüche hier fast vorprogrammiert sind. Darüber informiert das Nationalparkamt Rügen. Sie treten überraschend auf, so wie kürzlich nahe des Göhrener Nordperds, wodurch der Hochuferweg arg gefährdet wurde.

Trotz ständiger Geländekontrollen durch die Naturwacht des Nationalparkamtes lassen sich diese natürlichen Prozesse nicht verhindern. Man kann nur immer wieder darauf verweisen, dass diejenigen, die sich jetzt zu einer Wanderung an der Küste entschließen, ganz besonders vorsichtig sein und immer ein Auge auf die Küste haben sollten, um sich gegebenenfalls rechtzeitig in Sicherheit bringen zu können. Es muss um diese Jahreszeit immer damit gerechnet werden, dass Material abgeht, gleich, ob es Erdmassen, Findlinge oder Uferbewuchs ist, so das Nationalparkamt.


Ein Prozent Kreisumlage pro Jahr mehr ?

Finanzausschuss spricht sich für Erhöhung der Abgabe aus
Landratsamt soll 20 Stellen pro Jahr abbauen

Bergen auf Rügen (gü). Nicht mit der "Rasenmähermethode" will Landrätin Kerstin Kassner (PDS) Personal in den kommenden Jahren aus ihrer Verwaltung entlassen. Das ginge auch nicht so, wie sich das beispielsweise der Finanz- und Haushaltsausschuss des Kreistages vorstellt, so die Verwaltungchefin während der letzten Sitzung am 3. März. Dieser hatte während seiner Diskussion zum Haushaltssicherungskonzept eine Entlassung von 20 Mitarbeitern pro Jahr in den kommenden Jahren gefordert, um so das Millionendefizit des Kreises in der Kasse zu senken.

Die Parteien sollten sich seit dem letzten Kreistag Gedanken über das Sparen machen. Neben dem radikalen Stellenabbau wurde nun seitens der SPD-Fraktion eine pauschale Kürzung aller Ämterbudgets in Höhe von fünf Prozent ins Gespräch gebracht. "Das würde eine Einsparung von rund 1,5 Millionen Euro bringen", so Ausschussmitglied und SPD-Fraktionschefin Kristine Kasten.

Diese Kürzungen betreffen allerdings nicht das Personal und Pflichtaufgaben, wie unterstrichen wurde. Die angedachten fünf Prozent wurden allerdings auf einen Prozentpunkt während der Dringlichkeitssitzung des Ausschusses drei Tage später reduziert.

In diesem Zusammenhang wurde auch über eine Erhöhung der Kreisumlage um zwei Prozent pro Jahr nachgedacht. Dies allerdings nur im Gegenzug des eingangs erwähnten Stellenabbaus. Ein Prozentpunkt Kreisumlage bringt rund 400.000 Euro in die Kasse des Kreises. Hier entschied sich der Ausschuss ebenfalls für einen Prozentpunkt weniger.

Weitere Einsparungen sieht Rainer Feit (parteilos), erster Beigeordneter der Landrätin, bei der beabsichtigten Sanierung des Verwaltungsgebäudes in Rotensee. Diese hatte der Kreistag während seiner letzten Sitzung noch mit knapper Stimmenmehrheit abgelehnt. Statt der veranschlagten 1,5 Millionen Euro sollen in diesem Jahr das Dach und die Fenster für 300.000 Euro saniert werden. "Diese beiden Positionen müssen gemacht werden", mahnte Feit an.

Dazu kommt eine "Minimalsanierung" in Höhe von 700.000 Euro. Derzeit können von den rund 4.000 Quadratmetern Bürofläche lediglich 2.000 genutzt werden. Mit der Fertigstellung neuer Räume könnten Jugend- und Sozialamt unter ein Dach ziehen. Denn dann würde der Kreis seine Räumlichkeiten im City-Center aufgeben (35.000 Euro Miete jährlich) sowie das Objekt in der Dammstraße 10 veräußern können.

"Hier haben wir derzeit einen ernsthaften Interessenten", so Rainer Feit. Aus informierten Kreisen verlautete, dass sich dort eine Kaufhauskette niederlassen will. Die vier Ämter der zweiten Beigeordneten Dr. Ulrike Lucas (SPD) befinden sich in vier unterschiedlichen Gebäuden. Der Umzug von Jugend- und Sozialamt wäre ein Fortschritt für die Arbeit, betonte die ebenfalls anwesende Beigordnete.

Aber damit war die Liste der möglichen Einsparungen noch nicht am Ende, wie deutlich wurde. Rainer Feit will in den nächsten Wochen den Status der insgesamt fast 110 Kilometer Kreisstraßen prüfen lassen. Das könnte für die eine oder andere Kommune bedeuten, dass Straßen herabgestuft werden und in die Straßenlast der Gemeinden übergehen. Auch die Feuerwehrzentrale soll in eine andere Betriebsform übergehen, ergänzte der Beigeordnete.

Der immer wieder unterstrich, dass der Kreis nur noch bis zum 31. März einen Antrag für das Konsolidierungskonzept beim Innenministerium einreichen kann. Und damit verbunden ist nur noch bis 31. Mai Zeit, um in der Landeshauptstadt einen Antrag auf Fehlbedarfszuweisung zu stellen. Der Kreis hat momentan ein Defizit im Etat 2003 von 2,65 Millionen Euro (davon 1,3 Millionen Euro aus 2002).

"Wir hätten mit einem soliden Haushaltskonsolidierungskonzept die realistische Chance, fast 930.000 Euro an Fehlbedarf zugewiesen zu bekommen, so Rainer Feit. Und auch der Innenminister hat seinen Standpunkt in einem Brief gegenüber der Verwaltung deutlich gemacht. Demnach wird der Haushalt des Kreises erst bestätigt, wenn das Haushaltskonsolidierungskonzept auf dem Tisch liegt.

Der Kreisausschuss hat sich während seiner Sitzung am letzten Donnerstag dafür ausgesprochen, dass Haushaltskonsolidierungskonzept auf die Tagesordnung des Kreistages am 20. März zu setzen.



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