Stadt und Insel wollen Spiele
Olympia 2012 : Segelwettbewerbe sollen am Bug ausegtragen werden
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Sind optimistisch, dass die olympischen Segelwettbewerbe 2012 in der Region
Stralsund / Rügen stattfinden : Hans-Jörg Vellguth (CDU),
Stralsunder Senator, Dr. Ulrike Lucas (SPD), zweite Beigeordnete des
Landkreises Rügen, Wolfgang Fröhling (CDU), Stralsunder Senator,
Burghard Isemer von der BUG Baltic Sea Resort GmbH und Stralsunds
Hafenkapitän Hans-Wolfgang Weinert (v. l.)
Foto: Wermke
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Von Walter Olaf Wermke
Stralsund.
Cuxhaven, Lübeck, Kiel, Rostock-Warnemünde und die
Region Stralsund / Rügen sind die Interessentenorte für eine
Bewerbung als Ausrichter der olympischen Segelwettbewerbe im Jahr 2012.
Eigentlich noch viel Zeit bis dahin ­p; ganze zehn Jahre, doch das
sportliche Großereignis wirft schon jetzt seine Schatten voraus.
Dann wird es 40 Jahre her sein, dass Deutschland wieder Olympialand sein
könnte. 1972 war München Austragungsort und Kiel war Gastgeber
für die Segelwettbewerbe. Nachdem Berlin mit seiner Bewerbung für
das Jahr 2000 kein Glück hatte, soll nun ein neuer Anlauf genommen
werden. Jetzt stehen die Städte Stuttgart, Hamburg, Leipzig sowie die
Gebiete Rhein-Main und das Ruhrgebiet in den Startlöchern.
Chancen als Außenstelle für wirtschaftliche Entwicklung
Diese Hauptaustragungsorte brauchen aber alle die
"Außenstellen" für die Segelwettbewerbe und das sind
eben die eingangs genannten. Am 1. Februar gab es im Stralsunder
Wulflamhaus am Alten Markt nun eine erste Pressekonferenz, bei der
Vertreter der Stadt, des Landkreises Rügen und der Bug Baltic Sea
Resort GmbH ihr Bewerbungsinteresse vorstellten.
Gerüchte und verschiedene Zeitungsmeldungen im westlichen Teil unseres
Landes und in Schleswig-Holstein hatten in den letzten Tagen immer wieder
zu Irritationen geführt. Darin wurde berichtet, dass die Chancen
für die Austragung für die Region Stralsund / Rügen
"sehr schlecht" seien. Die Landesvertreter des Sportbundes, der
Segler und auch der Landesregierung würden Rostock-Warnemünde
favorisieren und diesen Standort auch unterstützen.
Das dies nicht so ist, betonte nicht nur Stralsunds Senator Wolfgang
Fröhling (CDU), sondern auch Rügens zweite Beigeordnete Dr.
Ulrike Lucas (SPD) und der Vertreter der Stralsunder Segler,
Hafenkapitän Hans-Wolfgang Weinert. "In der gegenwärtigen
Phase sind alle Orte erstmal Interessenten für eine Bewerbung.
Die Bewerbungsunterlagen selber müssen bis zum 15. Mai dieses Jahres
beim Nationalen Olympischen Komitee (NOK) abgegeben werden. Dann wird ein
Jahr darüber beraten. Am 15. April 2003 erfolgt die Präsentation
und das NOK entscheidet über die nationale Vergabe. Ein weiteres Jahr
später bestimmt dann das IOC, in welchem Land die Spiele
stattfinden", so Wolfgang Fröhling.
Man habe auch mit verschiedenen Vertretern von Land und einzelnen
Fachverbänden gesprochen und diese haben immer wieder betont, dass
sich sowohl das Land, der Landessportbund und auch der Verband der Segler
absolut neutral verhalten wollen. "Die Entscheidung, welche deutschen
Vertreter dem IOC gemeldet werden, fällt einzig und allein das IOC.
Vellguth : "Auf die Lobby wird es ankommen"
In einem Gespräch mit dem Rüganer erinnert Senator Hans-Jörg
Vellguth (CDU) auch daran, dass dies hoch angebundene Sportpolitik ist, bei
dem "die Lobby ein beträchtliches Wort mitspricht. Das haben wir
bei unserer ersten Bewerbung gespürt." "Doch jetzt haben wir
ganz andere Voraussetzungen", hob Wolfgang Fröhling hervor.
Bis dahin ist die Ostseeautobahn fertig, die 2. Rügenquerung ist da,
in Stralsund wird das dann stehende Ozeaneum eine weitere Attraktion sein
und wir haben mit der Bug Baltic Sea Resort einen starken Partner, der am
Regattaort selber bis dahin die besten Voraussetzungen geschaffen hat und
die natürlichen Vorzüge mit den technischen sehr gut kombinieren
wird", so Fröhling.
Der Projektentwickler Burkhardt Isemer erläuterte dann, was sich am
Bug alles in den nächsten Jahren verändern wird. Rund 300
Millionen Euro werden investiert, um hier ein maritimes Erlebniszentrum mit
2.000 Betten und rund 400 Bootsliegeplätzen zu errichten. Im
Frühjahr 2006 soll das Projekt fertig sein. Die Bauanträge
werden demnächst eingereicht.
Dieses Erlebniszentrum soll dann auch die Olympioniken beherbergen. Es
braucht also nicht extra gebaut werden. "Urlauber sind vor dem
Wettbewerb da, müssen nur etwa sechs Wochen während der Spiele
verzichten und können danach die Einrichtungen wieder nutzen",
hob Burkhardt Isemer diesen Vorteil hervor.
Mit diesen Zahlen war auch die Frage beantwortet, ob die Kapazitäten
der Bugregion für Olympia ausreichen. Hans-Wolfgang Weinert dazu :
"Wir können uns aus sportlicher Sicht kein besseres Terrain
vorstellen. Nach dem heutigen Stand würden in den elf olympischen
Klassen ca. 275 Segler an den Start gehen. Die haben hier ausreichend
Platz, auch wenn wir Begleitboote etc. noch mitrechnen.
Auch die hydrologischen Verhältnisse (Strömungen usw.) sind in
diesem Revier optimal. Von der landschaftlichen Schönheit
überhaupt nicht zu reden." "Wir werden all diese
Vorzüge bei unserer Bewerbung in die Waagschale werfen, aber wir
werden auch unsere Gegenbewerber beachten. Wir gehen da mit der Meinung des
NOK völlig konform, dass die Bewerber- städte keine Gegner sind.
Wichtig ist in erster Linie, dass die Spiele nach Deutschland kommen",
so Wolfgang Fröhling. Natürlich hoffen nicht nur die direkt
Beteiligten, dass die Region Stralsund / Rügen den Zuschlag
erhält, ein wirtschaftlicher Aufschwung wäre schon in der
Bewerbungsphase möglich.
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