D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 14. Januar - 20. Januar 2004 unabhängig - überparteilich

Tourismus begrüßt neues Jahr

DeHoGa-Regionalverband Rügen lud zum Neujahrsempfang

Stießen auf das neue Jahr an : DeHoGa-Regionalchef Wilfried Rothkirch, DeHoGa-Hauptgeschäftsführer Uwe Barsewitz, sowie die Rügener Vorstandsmitglieder Slavka Petan, Wolfgang Kannengießer und Manfred Rakelmann.

Foto : Günther

Ostseebad Binz (gü). "Ein guter Gastgeber ist mehr sein als fehlerfrei Getränke und Speisen servieren", mit diesen Worten blickte DeHoGa-Regionalchef Wilfried Rothkirch auf eine erfolgreiche Saison 2003 zurück. Er und seine Vorstandskollegen hatten am letzten Donnerstag zum Neujahrsempfang in das Strandhotel "Arkona" geladen. Rund 100 Gäste aus Hotellerie und Gastronomie, aber auch vermehrt aus der hiesigen Politik konnten an diesem Nachmittag begrüßt werden.

Rothkirch verband seine Begrüßung mit den besten Wünschen für ein gesundes neues Jahr und eine gute Saison. "Denn", so der Vorsitzende weiter, "die dienstleistenden Rüganer haben es selber in der Hand, die Nummer eins im Land zu werden". Mit 232 Mitgliedern ist der Kreisverband Rügen der stärkste, der im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern organisiert ist.

Immerhin sind von den 22 Millionen Übernachtungen im letzten Jahr in M-V rund ein Drittel auf Rügen realisiert worden. Trotz der Einbrüche im ersten Quartal sowie der schleppend begonnenen Saison, wie Rothkirch erinnerte. "Die Produkte unserer Mitglieder sind wie Mosaiksteine für unsere Gäste zusammengesetzt und angeboten worden und diese haben es honoriert", sagte der Kreischef mit Blick auf die vielfältigen Entwicklungen im Rügener Tourismus. "Unser Erfolg heißt, dass wir die Gäste das Quentchen mehr begeistern, dadurch heben wir uns gegenüber den Mitbewerbern ab", so seine Prognose.

Thematisch wird sich der DeHoGa-Regionalverband dieses Jahr mit der Dachmarke Rügen, der Entwicklung von Golfsport und dem weiteren Ausbau von Radwegen sowie der Solarenergie beschäftigen. Kategorisch abgelehnt werden Offshore-Anlagen vor den Küsten der Insel. Auch der geplanten Kreisgebietsreform mit dem Fünf-Kreise-Modell der rot-roten Landesregierung wird vom Vorstand mehrheitlich widersprochen.

Als "Erfolg" für die Insel wertete Rothkirch die Zusage seitens der Europäischen Union (EU), die Fördermittel für den zweiten Rügenzubringer jetzt schnell fließen zu lassen. Damit war der Kreischef auch bei der Politik angekommen. Mit Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen im Juni forderte Rothkirch Hoteliers und Gastronomen auf, sich aktiv in die Stadt- und Gemeindevertretungen und auch den Kreistag einzubringen, um die Forderungen des Tourismus gegenüber der Politik besser zu unterstreichen und durchzusetzen.

DeHoGa-Hauptgeschäftsführer Uwe Barsewitz ging in seinem Grußwort an die Rüganer hart mit den Banken im Land ins Gericht. "Wir brauchen eine Mittelstandsbank", forderte er. Er begründete seine Forderung damit, dass "rund 80 Prozent der Unternehmen im Land in der Hotellerie jetzt reinvestieren müssten, aber die Banken die Unternehmen nicht begleiten". Er griff auch die Diskussion nach Senkung der Mehrwertsteuer auf.

"Eine von der EU gestartete Initiative zur Angleichung der Sätze in den Ländern wird allerdings von Bundesfinanzminister Hans Eichel abgelehnt." Die CDU-Landtagsfraktion hatte im Dezember einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht, der aber von der Koalition aus SPD und PDS abgelehnt wurde, informierte Landtagsmitglied Udo Timm (CDU) am Rande des Empfangs gegenüber dieser Zeitung. "Und dass, obwohl PDS-Fraktionschefin Gramkow in der Debatte deutliche Sympathien für den CDU-Antrag erkennen ließ", so Timm.

Uwe Barsewitz rechnet allerdings damit, dass "vielleicht im Jahr 2005 der Mehrwertsteuersatz gesenkt ist".


Segler vor Altefähr gestrandet

Treibeis schlug Leck in den Bug der "Ninive"

Mit einer Schlagseite von 40 Grad kam der Segler am Samstag vor Altefähr auf einer Sandbank zum Liegen.

Foto: Wermke

Altefähr (ow). Während einer Überführungsfahrt von Rostock nach Greifswald kam es auf dem Traditionssegler "Ninive" am letzten Samstag zu einer Havarie. Im nördlichen Strelasund, zwischen der Südspitze von Hiddensee und dem Festlandort Barhöft, drückte Treibeis ein etwa zehn mal 30 Zentimeter großes Leck in die rechte Bugseite des holzbeplankten Schiffes.

Das eindringende Wasser versuchte die sechsköpfige Besatzung des Seglers mit der Lenzpumpe sowie Eimern und anderen Behältnissen auszuschöpfen. Dies gelang jedoch nicht. Daraufhin entschloss sich Schiffsführer Oliver Schmidt ins flachere Wasser zu steuern, um so ein sinken zu verhindern. Rund 150 Meter vom "Gelben Ufer" bei Altefähr schob sich der Segler auf eine Sandbank, wo er mit einer Schlagseite von knapp 40 Grad liegen blieb.

Die bereits zuvor per Funk alarmierten Rettungskräfte von Wasserschutzpolizei und Hafenfeuerwehr eilten den Havaristen zu Hilfe. Die Besatzung konnte unverletzt geborgen werden. Die Nachricht von dem Unglück machte schnell die Runde und im Laufe des Sonntags machten sich viele Rüganer und Stralsunder auf den Weg, um sich den feststeckenden Traditionssegler anzuschauen.

Das THW wollte am Montag im Laufe des Tages das Leck abdichten. Anschließend sollte das Schiff frei- und dann in eine Stralsunder Werft geschleppt werden. Diese Arbeiten dauerten zum Redaktionsschluss an.


Dreiköningstreffen der FDP

Wichtigster Punkt für Rügen:
Eigenständigkeit muss erhalten bleiben

Generalsekretärin Cornelia Pieper und Kreisvorsitzender der FDP Gerhard Weber konnten beim Dreiköningstreffen der FDP am vergangenen Samstag im "Aquamaris" auch Michael vom Baur von der Aker KV Aerner Werft begrüßen(v.l.n.r.)

Foto: Niemann

Juliusruh (chn). Eine nicht so alltägliche Veranstaltung fand am vergangenen Samstag auf Rügen statt. Gerhard Weber begrüßte über 120 Gäste zum Dreikönigstreffen der FDP. Unter ihnen waren unter anderen Generalsekretärin Cornelia Pieper, Landrätin Kerstin Kassner (PDS), Kreiswehrführer Lothar Maaske und der Präsident der Inselkooperation B-7 Uwe Ahlers.

Außerdem konnte Kreisvorsitzender Gerhard Weber den Landesvorsitzenden der FDP in Mecklenburg-Vorpommern Hans Kreher begrüßen. Der Abend stand unter dem Motto "Für eine freie und faire Gesellschaft". Gehard Weber ging in seiner Rede auf die kommunalpolitischen Probleme ein.

"Eines der größten Defizite liegt seit vielen Jahren in der Arbeitslosigkeit". Auf Rügen sind derzeit über 8.800 Menschen ohne Arbeit. "Man wird nachdenklich wenn man diese erschreckende Zahl sieht. Menschen müssen Chancen bekommen. Lösungen für die Probleme müssen ehrlich und fair sein", so Weber weiter.

Conelia Pieper, die seit 2001 Generalsekretärin der FDP ist, war von der langen Gästeliste beeindruckt und fand es gut, dass auch andrere politische Parteien unter den Gästen vertreten waren. In einer sehr emotionalen Rede wies Pieper darauf hin, dass der Mensch im Mittelpunkt der Politik stehen muss. "Visonen sollen Wirklichkeit werden."

Außerdem ist sie stolz darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern einen so starken Landesverband hat. Auf Rügen sind neun Bürgermeister von der FDP im Amt. "Wir schaffen das dank den engagierten Mitstreitern. Diese setzen sich für Probleme der Menschen vor Ort ein. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", so Pieper.

Gerhard Weber machte noch einmal deutlich, dass diese Veranstaltung auch dazu genutzt werden soll, um das derzeit größte Problem auf Rügen, die Verwaltungsreform anzupacken. Darüber wurde an dem Abend parteiübergreifend diskutiert.


Wasservogelzählung in Nordeuropa

Einladung in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Idyllischer Blick in Richtung Hiddensee. Der Schaproder Bodden ist im Winter ein Rastplatz für viele Wasservögel.

Foto: (NAVB)

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (ur / NAVB). Am kommenden Samstag (17. Januar) findet im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft eine Wasservogelzählung statt. Das ist nicht nur eine Angelegenheit für Spezialisten. Vielmehr hat das Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft die Wasservogelzählung mit Führungen verbunden. Wer also möchte, kann teilnehmen und wird dabei viel Wissenswertes erfahren.

Erlebnisreiche Aktivitäten in der Natur am 17. Januar

Die Wasservogelzählung an westrügenschen Boddengewässern beginnt um 8 Uhr in Gingst am Markt. Bei dieser Zählung ist die Anreise mit PKW notwendig, da verschiedene Orte angefahren werden, von denen aus zu den Beobachtungspunkten vorgelaufen wird. Ende der Führung ist ca. 15 Uhr.

Weitere Möglichkeiten der Teilnahme an Führungen bei der Zählung von Wasservögeln gibt es im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft u.a. auf dem Darß. Bei entsprechendem Wetter ist dies sicher auch ein reizvolles Ausflugsziel für Rüganer. Wer es also im Trubel der Saison nicht geschafft hat, mal wieder ein Darß - Zingst - Wochenende zu genießen, der kann dies jetzt mit interessanten Führungen verbinden.

Dafür gibt es am 17. Januar gleich mehrere Angebote. Spätestens um 16 Uhr soll in Prerow die Wasservogelzählung an der Darßküste enden, die um 9.30 Uhr am Parkplatz "Drei Eichen" beginnt. Der Darßer Weststrand ist erstes Ziel dieser gemeinsamen Wanderung.

Bei guten Bedingungen ist vorgesehen, auch den Nordstrand einzubeziehen. Eine weitere Führung beginnt um 10 Uhr am Strandübergang 4 in der Nähe von Zingsthof. Die Zählung wird am Strand begonnen und dann an der Boddenküste fortgeführt. Es wird wieder zu Fuß gegangen. Die Wanderung dauert ca. vier Stunden.

Eine weitere Wasservogelzählung im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft führt entlang der Barhöfter Boddenküste. Sie beginnt um 10 Uhr am Hafen Barhöft. Die Zählung dauert ca. zwei Stunden. Danach besteht die Möglichkeit, die Nationalparkausstellung am Barhöfter Kliff zu besuchen, die auch an diesem Tag von 10 bis 16 Uhr geöffnet hat.

Teilnehmer sind an den genannten Führungen gern gesehen. Entsprechend der Wetterlage kann es jedoch zu Änderungen im Ablauf kommen. Wärmende und wetterfeste Kleidung ist wichtig, empfehlenswert ist auch ein Fernglas.

Das Wanderverhalten der Wasservögel

Bei 85 Prozent Wasserfläche hat der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gerade für Wasservögel eine besonders große Bedeutung. Nur ein geringer Teil von ihnen lebt jedoch ganzjährig an der vorpommerschen Küste. Die meisten benötigen innerhalb des Jahres unterschiedliche Lebensräume.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Vogelwelt des Sommers keineswegs identisch ist mit der des Winters. Selbst Vögel, die ganzjährig, zumindest aber länger bleiben, verändern je nach Bedingungen ihre Aufenthaltsorte. Entenvögel und Schwäne sieht man zumeist auf den Boddengewässern.

Die Bodden bieten ihnen relative Sicherheit vor Feinden sowie einen reich "gedeckten Tisch". Erst wenn die Bodden vereist sind, wechseln die Vögel zur länger offenbleibenden Ostsee über. Die zumindest teilweise offene Ostsee stellt für viele Arten ein bedeutsames Überwinterungsgebiet dar.

"Inventur" mit Fernglas und Notizen

Die Wasservogelzählung im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist Bestandteil einer "Inventur" aller Wasservögel Nordeuropas, die jedes Jahr im Januar stattfindet. Zum gleichen Zeitpunkt werden die Wasservögel an den Küsten und auf den Flussläufen erfasst.

An der Mittwinterzählung, wie sie genannt wird, sind auch zahlreiche Ornithologen aus den Reihen der Nationalparkwacht und der Verwaltung des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft beteiligt. Ferngläser, Spektive, Notizbücher gehören zu ihren Begleitern. Ein Teil dieser Zählungen findet als öffentliche Führung statt. Die Termine sind bereits genannt. Erlebnisreiche Stunden erwarten Sie.


Mecklenburg - Vorpommern auf Der Grünen Woche

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Berlin (ur). Mecklenburg-Vorpommern wird mit einer eigenen Länderhalle auf der Internationalen Grünen Woche vom 16. bis 25. Januar in Berlin vertreten sein. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt die Präsentation des Landes auf der weltgrößten Ernährungsmesse mit rund 750.000 Euro.

Auf 2.400 Quadratmeter Fläche stellen sich 75 Aussteller der Land- und Ernährungswirtschaft sowie Gastronomie und Tourismus vor. Auf weiteren 600 Quadratmetern ist ein Unternehmen mit Gastronomie und Unterhaltung aus der Hansestadt Stralsund vertreten.

Der Ländertag für Mecklenburg - Vorpommern findet am 17. Januar 2004 statt und wird vom Landkreis Müritz gestaltet. Auf drei weiteren "Regionentagen" stellen sich der Landkreis Westmecklenburg (18. Januar), der Landkreis Rügen zusammen mit der Region Rostock (23. Januar) und die Region Mecklenburgische Seenplatte (24. Januar) den Besuchern mit einem bunten Programm vor. Rügen ist auf der Messe mit einem Gemeinschaftsstand des Rügen Produkte e.V. und der Tourismuszentrale Rügen vertreten.


Arbeitslosigkeit schnellt weiter nach oben

Statistiktag im Arbeitsamt:
8.838 Rüganer waren im Dezember arbeitslos gemeldet

Stralsund / Rügen (gü). Es wird immer schlimmer ! Die Arbeitslosenzahl auf Deutschlands größter Insel hat im Dezember nochmals dramatisch zugenommen. Insgesamt waren zum 31. Dezember 8.838 Frauen und Männer (!) arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 22,7 Prozent.

Das eigentlich Ausmaß der prekären Arbeitsmarktsituation, die überwiegend mit der Saison zu tun hat, erkennt man mit Blick auf die Zahlen vom November 2003. In diesem Monat waren 8.138 Rüganer (20,9 Prozent) ohne Beschäftigung. Das heißt, 700 Frauen und Männer haben keine neue Anstellung gefunden. Insgesamt meldeten sich 1.810 Einwohner, nachdem sie ihre bisherige Arbeit verloren haben.

Trotz der derzeitigen düsteren Zahlen gibt es auch kleine Lichtblicke. So lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2002 noch bei 24 Prozent. Immerhin 1.100 der im Dezember 2003 gemeldeten Personen konnten wieder in den Arbeitsmarkt aufgenomen werden, wie ein Blick in die aktuelle Statistik verrät. Die Arbeitsmarktdaten wurden am letzten Donnerstag während des sog. Statistiktages von Dr. Jürgen Radloff, Leiter des Stralsunder Arbeitsamtes, vorgestellt.

Im gesamten Arbeitsamtsbezirk lag die Arbeitslosenquote bei 22 Prozent zum Jahresende. Durch die saisonale Ausprägung der heimischen Wirtschaft (Tourismus, Landwirtschaft und Baugewerbe) ist hierbei die Ursache für die starken Anstiege zu finden.

Die Arbeitslosen auf Rügen gliedern sich wie folgt:
174 Jugendliche unter 20 Jahren,
924 Jugendliche zwischen 20 und 25 Jahren,
773 Arbeitnehmer älter als 55 Jahre,
189 Schwerbehinderte,
207 Teilzeitarbeitsuchende,
2.574 Langzeitarbeitslose,
71 Aussiedler sowie 98 Ausländer.

Von den 8.838 Arbeitslosen waren 4.214 Frauen, die keine Beschäftigung hatten.



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