D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 14. Juli - 20. Juli 2004 unabhängig - überparteilich

125.000 Runden Golf pro Jahr

Fortsetzung vom Titel: Golf(en) auf Rügen

Um diese fünf Plätze perspektivisch wirtschaftlich zu unterhalten und zu betreiben, sind mehrere Faktoren erforderlich, schrieben Sandner und Billion dem Landkreis und auch der Hotellerie ins Stammbuch. Pro Platz müssen rund 25.000 Runden gespielt werden. Die Golfsaison dauert in aller Regel von April bis Oktober.

Die in der Aufzählung favorisierten Standorte müssen auf einen einheitlichen Planungsstand gebracht werden, damit mögliche Investoren zeitgleich mit dem Bau beginnen und die Eröffnung parallel vollziehen können. Denn ein Golfer wechselt nach spätestens zwei Tagen den Platz, will sich dann anderen Ansprüchen stellen.

Grundstückssuche und -sicherung sowie Klärung der Genehmigungen sind in diesem Zuge eine weitere Maßnahme, um das "Golfmodell Rügen" Wirklichkeit werden zu lassen. Diese beiden Aufgaben sind Grundlagen eines Konzeptes, das jetzt so schnell wie möglich in die Tat umgesetzt werden soll, damit die Insel Rügen in punkto Golfsport vom "Geheimtipp zum Muss" wird, sahen die Planer an diesem Tag in die Zukunft.

Nach Möglichkeit soll das Management in einer Hand liegen, um die fünf Plätze sinnvoll zu betreiben und einen lukrativen Spielbetrieb aufzubauen. Vorverträge zwischen den Betreibern und der Rügener Hotellerie müssen geschlossen werden und auch das Finanzierungskapital muss beschafft sein, ehe man sich auf die Zielgerade begibt.

Immerhin veranschlagen die Experten eine Netto-Invesition von rund 3,6 Millionen Euro pro 18-Loch-Platz und Unterhaltungskosten in Höhe von rund 750.000 Euro im ersten Jahr. Die roten Zahlen sollen sich im dritten Jahr auf eine Null minimieren, ehe sich die Einnahmen im vierten Jahr positiv gestalten können. Immer vorausgesetzt, dass es erreicht wird, 125.000 gespielte Runden für die Plätze zu akquirieren. Um das alles jetzt weiter zügig voran zu treiben, empfehlen die Planer einen sog. "Kümmerer", der als eine Art zentraler Projektmananger alle wichtigen Dinge bündelt und als Ansprechpartner dient.

Mit Blick auf ein auslaufendes Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums mahnte der ebenfalls anwesende Abteilungsleiter Tourismus des Ministeriums, Dr. Wolfgang Rühle, dass "sich die Unternehmer aus Hotellerie und Wirtschaft der Insel einig sein müssen", wie sie jetzt mit dem Thema umgehen wollen. Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) schlug vor, dass sich die betreffenden Gemeinden schnell zusammenfinden sollten, um verschiedene Fragen auf der kommunalen Ebene zu klären und Aufträge auch gemeinsam auszulösen. So könnte man Zeit und Geld sparen, ist er sich in diesem Zusammenhang sicher.



J. Drews steht Gemeinderat vor

Gisela Lemke (CDU) und Helmut Klement (PDS) sind Stellvertreter

Ostseebad Binz (gü). Jürgen Drews von der Wählerinitiative für Binz (WFB) geht als Gemeindevertretervorsteher in seine dritte Wahlperiode. Darauf verständigte sich die neue Gemeindevertretung während ihrer konstituierenden Sitzung am letzten Donnerstag, Drews wurde bei einer Enthaltung einstimmig in das Ehrenamt gewählt.

Zu Beginn der Sitzung stellte die FDP-Fraktion den Antrag, alle im Gemeinderat vertretenen Abgeordneten auf eine hauptamtliche oder inoffizielle Mitarbeit im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR zu überprüfen. Der Antrag wurde einstimmig auf die Tagesordnung aufgenommen und im nichtöffentlichen Teil beraten. Wie Der Rüganer erfahren konnte, ist er dort ebenfalls mit großer Mehrheit der Abgeordneten angenommen worden, so dass die Überprüfungen stattfinden werden.

Spannend wurde es im weiteren Verlauf der Sitzung bei den Wahlen zum ersten und zweiten Stellvertreter des Gemeindevertretervorstehers. Hierbei standen mit Gisela Lemke (CDU) und Frank Siepelt (SPD) zwei Kandidaten für den ersten Stellvertreter zur Wahl. Mit 15 Stimmen konnte sich Gisela Lemke deutlich gegen den SPD-Mann durchsetzen.

Im zweiten Wahlgang gab es drei Kandidaten : Helmut Klement (PDS), Andreas Horn (FDP) und wieder Frank Siepelt bewarben sich um das Stellvertreteramt. Hierbei konnte sich Helmut Klement mit zehn Stimmen durchsetzen und wurde zum zweiten Stellvertreter gewählt. Anschließend hatten die Abgeordneten noch die beiden Stellvertreter des Bürgermeisters für die neue Legislaturperiode zu wählen.

Mit Gudrun Reimer (Leiterin Bauamt) und Rita Köster (Leiterin Sozialamt) wurden die bisherigen Stellvertreter bestätigt. Die erfolgte Wahl der Mitglieder der einzelnen Ausschüsse können Sie, liebe Leserinnen und Leser, unter diesem Artikel entnehmen.



Grundstein für "Altersgerechtes Wohnen"

Fertigstellung des Objektes im August 2005

Von Knut Schäfer
Bergen auf Rügen. Als "Wohnen mit Service" bezeichnet die Wohnungsgenossenschaft Rugard den Gebäudekomplex in Bergen - Süd, für den in der vergangenen Woche der Grundstein gelegt wurde. Insgesamt 30 Wohneinheiten für betreutes Wohnen werden auf dem Grundstück, das einst der sogenannte "Fresswürfel" zierte, bis August 2005 entstehen. Zwei Gebäudeteile mit fünf bzw. drei Geschossen verbunden durch einen Flachbau sollen sich nach den Vorstellungen der Wohnungsgenossenschaft harmonisch in das Gesamtensemble einfügen. "Mit diesem Objekt wollen wir der demografischen Entwicklung in Bergen Rechnung tragen", betonte Dr. Helmut Voltz vom Vorstand der Genossenschaft.

Er verwies darauf, dass man den künftigen Bewohnern des Hauses das Altern in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen wolle. Aus diesem Grund wurde eigens ein Betreuungskonzept entwickelt und die notwendigen Serviceleistungen mit in das Haus integriert. So werden eine Zahnarztpraxis, eine Physiotherapie sowie eine ambulante Krankenpflege im Gebäude zu finden sein. Ein weiterer Standortvorteil sind laut Voltz die kurzen Wege zum Einkaufen oder zur Apotheke.

Damit auch die Kommunikation zwischen den Bewohnern nicht zu kurz kommt, ist ebenfalls ein Saal für "gesellige Veranstaltungen" angedacht. Und wie im Zuge der feierlichen Grundsteinlegung zu vernehmen war, ist das Interesse an den betreuten Wohnungen unheimlich groß. Alle Wohnungen verfügen über eine Terrasse oder einen Balkon und sind über einen für Elektrorollstühle geeigneten Aufzug erreichbar. Voltz betonte weiterhin, dass dieser Bau ohne Fördermittel errichtet wird, wobei die Aufträge zumeist an einheimische Firmen vergeben wurden, getreu der Unternehmensphilosophie "Auftragsvergabe zum Wohle des lokalen Wirtschaftskreislaufes".

Dr. Helmut Voltz beim ersten Hammerschlag. Im Hintergrund seine Vorstandskollegen Renate Eckardt und Egon Mikolajtschek sowie Architekt Peter Jacobsen (li.) Foto: Schäfer Diese Planungszeichnung vermittelt einen umfassenden Eindruck zur architektonischen Gestaltung des neuen Gebäudekomplexes "Wohnen mit Service". Bild : Privat




Dorfplatzerneuerung

Detailplanung wurde in Lohme festgelegt

Lohme (ur). Im Rüganer der vergangenen Woche wurde ausführlich über die geplante Dorfplatzerneuerung in Lohme berichtet und angekündigt, dass sich die alte Lohmer Gemeindevertretung am 8. Juli trifft, um die Details zu beraten.

Zum Ergebnis erklärte der amtierende Stellvertretende Lohmer Bürgermeister Joachim Ahlgrimm (Wählergemeinschaft Lohme) am Montag auf Nachfrage: "Ich habe mich gefreut, dass so viele Lohmer Einwohner an der Beratung teilnahmen. Wir sind die einzelnen Punkte der Planung durchgegangen und haben dazu Festlegungen getroffen."

So soll die im vergangenen Rüganer als "zu teuer für den Lohmer Haushalt kritisierte Fahrradüberdachung ganz wegfallen. Anstelle dessen sind einfache Anlehnbügel geplant. Ferner wird der Informationspunkt in seiner Größe verkleinert und in seiner Form neu gestaltet. Auch die ursprüngliche Verlegung der Verbindungsstraße von der Dorfstraße zum Hafen um einige Meter in Richtung Parkplatz wird es nicht gegen. Sie sollte ursprünglich dazu führen, dass die Straße links und rechts eine Baumreihe erhalten kann. Die Baumreihe rechts der Straße wird angelegt, dann folgt ein Fußgängerweg und die zweite Baumreihe in Richtung Parkplatz." Festlegungen gab es ebenfalls zur Ausstattung des Dorfplatzes mit Papierkörben, der Pflasterung und Sitzgelegenheiten sowie der Beleuchtung.

Laut Joachim Ahlgrimm erhält jetzt das Planungsbüro das Festlegungsprotokoll der Gemeindevertretersitzung. Es kann damit die Details der Ausschreibungsunterlagen noch im Rahmen der zentral vorgegebenen Fristen für die Fördergelder fertigstellen.





Gemeinde Glowe: Aus Kräfteverhältnis 5:4 wurde 6:3

Konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung: Höherer Stellenwert des Tourismus in der Arbeit der Kommunalpolitiker

Von Wolfgang Urban
Glowe. Am vergangenen Donnerstag fand die konstituierende Sitzung der Glower Gemeindevertretung statt. Die markanteste Veränderung gegenüber der Vergangenheit besteht in dem Fehlen jedweder SPD-Präsenz in der neuen Gemeindevertretung. Der SPD-Einzelkandidat Jürgen Csallner erreichte keinen Sitz, und Heide Großnick, die 1999 auf der SPD-Liste ein Mandat errang, sammelte dieses Mal Stimmen auf der CDU-Liste, ohne selbst erneut ein Abgeordneten-Mandat zu erreichen.

Bereits in der vergangenen Gemeindevertretung war sie im "kommunalpolitischen Lager" von Thomas Feistauer und Jürgen Oeser (beide CDU) sowie Thomas Jäcker (FDP) zu finden, die alle erneut gewählt wurden. Allerdings sind diese drei Abgeordneten jetzt als Fraktion eindeutig in der Minderheitensituation von 3:6, da das einstige SPD-Mandat von Heike Großnick durch den Wahlverlauf zum Bündnis für Rügen (BfR) "wanderte".

Mit fünf von neun Abgeordneten hat dieses damit sogar die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung. Eigentlich ist es daher nicht mehr auf die Stimme von Dieter Schäfer (PDS) angewiesen. Als das BfR nur vier Mandate hatte und SPD, FDP sowie CDU ebenfalls zusammen vier Mandate war Dieter Schäfer bei den 5:4 Abstimmungen in der Glower Gemeindevertretung meist das Zünglein an der Waage zugunsten des BfR.

Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung wurde daher darüber spekuliert, ob er jetzt seinen Einfluss verliert und das siegreiche BfR künftig allein regieren wird. Dem ist offensichtlich nicht so, denn in der jetzigen Gemeindevertretung bilden das BfR und die PDS eine Fraktion.

Im Hauptausschuss haben sie eine Mehrheit von 3:2 (Hasselberg, Radeisen, Schäfer / Feistauer, Jäcker), im Bauausschuss von 3:1 (Blöthner, Mielke, Schäfer / Oehser) und im Ausschuss für Soziales, Kultur, Altenpflege und Tourismus ebenfalls von 3:1 (Hasselberg, Hartlieb, Radeisen / Jäcker). Der letztgenannte Ausschuss erhielt erst im Rahmen einer Satzungsänderung den Zusatz "Tourismus". Damit soll dessen Rolle in der Arbeit der Gemeindevertretung gestärkt werden. In ihn sowie in den Bauausschuss wurden auch noch jeweils zwei fachkundige Bürger berufen. Zum 1. Stellvertreter des Bürgermeisters wurde Thomas Mielke gewählt und zum 2. Stellvertreter Birgit Hasselberg.


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