D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

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Neue Partei auf Rügen gegründet

Volkspartei Mecklenburg-Vorpommern hat Kreisverband NVP gebildet

Bergen auf Rügen/Ostseebad Göhren (gü). Dirk Reichel ist Vorsitzender des Kreisverbandes Nordvorpommern der Volkspartei Mecklenburg-Vorpommern. Rund 20 interessierte Rüganer und Stralsunder gehören dem neuen Kreisverband an, wie der Vorsitzende jetzt gegenüber dem Rüganer sagte.

Demnach sei die Volkspartei M-V im Mai dieses Jahres gegründet worden und verfügt derzeit über knapp 40 Mitglieder landesweit. Ein zweiter Kreisverband ist im Bereich der Hansestadt Rostock im Aufbau begriffen. Die Volkspartei M-V versteht sich als Alternative für politisch interessierte Bürger zu den etablierten Volksparteien, wie der Vorsitzende unterstreicht. Die neue Partei bekennt sich laut vorliegendem Programm "vollinhaltlich und ohne Vorbehalte zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland".

Klare Trennungen zu links- und rechtsradikalen Parteien werden unterstrichen, so Reichel. Um die Partei auf der Insel Rügen bekannter zu machen und vielleicht weitere Mitglieder zu gewinnen, will der siebenköpfige Vorstand alle vier bis sechs Wochen eine Informationsveranstaltung durchführen. Die nächste Veranstaltung dieser Art findet am 13. November ab 19 Uhr im Ostseebad Göhren statt. Und zwar sind an diesem Tag interessierte Bürger in das Restaurant "Mönchguter Gastlichkeit" in der Poststraße eingeladen.

Informationsveranstaltungen

Der Kreisverband NVP wurde am 12. Oktober in Bergen auf Rügen aus der Taufe gehoben. Perspektivisch, so Reichel, wird nicht ausgeschlossen, dass die Volkspartei an den Landtagswahlen im kommenden September 2002 teilnehmen wird. "Sollten wir genügend Bürger finden, die sich mit unseren Inhalten identifizieren, dann bereiten wir uns auf die Teilnahme an der Wahl vor", blickt Reichel in die Zukunft. Und auch kommunalpolitisch will die Volkspartei in die Verantwortung gehen.

Dabei hat der Vorsitzende die Kommunalwahlen 2004 im Blick. Übrigens, interessierte Bürger müssen nicht zwingend Mitglied werden. Der Kreisverband freut sich über jeden Bürger, der sich an der Arbeit beteiligen will, betont Reichel. Auf der Veranstaltung in Göhren und folgenden in den nächsten Monaten soll programmatisch über die Inhalte informiert werden. So sind bisher beispielsweise Themen wie Steuern, Europapolitik, Renten, Familie und Justiz aufbereitet worden.

Wer mit dem Kreisverband der Volkspartei M-V in Kontakt treten will, der kann sich an Dirk Reichel telefonisch unter (01 71) 8 47 63 37 oder (01 74) 1 92 70 20 wenden. Die Partei ist auch im Internet unter der Homepage www.volksparteimv.de zu finden. Die Seiten befinden sich derzeit im Aufbau, so Reichel, aber es stehen bereits einige Informationen zur Verfügung.

Schriftlich erreichen Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Volkspartei unter der Adresse Postschließfach 1121 in (18521) Bergen auf Rügen und unter Fax (0 38 38) 25 35 94.


Etat 2002 mit 1,7 Millionen Euro Defizit

Kreistag beschäftigte sich in erster Lesung mit dem neuen Haushalt
Landkreis hat 30 Mio. Euro Schulden

Bergen auf Rügen (gü). Und wieder geht das finanzpolitische Feilschen in den Ausschüssen und im Kreistag für das neue Jahr los. Mit einem derzeitigen Defizit von rund 1,7 Millionen Euro hat sich der Kreistag in einer ersten Lesung mit dem Etat 2002 während seiner letzten Sitzung am zurückliegenden Donnerstag beschäftigt. Rainer Feit (parteilos), erster Beigeordneter der Landrätin und verantwortlicher Finanzdezernent, stellte den Abgeordneten das Zahlenwerk vor. "Der Verwaltungshaushalt konnte trotz Erhöhung der Kreisumlage, einer Zuführung vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt und einer globalen Kürzung in einigen Ämtern nicht ausgeglichen werden", so Feit.

Das Gesamtvolumen für das Jahr 2002 beläuft sich bei den Einnahmen auf rund 60,5 Millionen Euro und bei den Ausgaben auf knapp 62,3 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt Einnahmen von rund 53,8 Millionen Euro und Ausgaben von 55,5 Millionen Euro.

Im Vermögenshaushalt sind bei den Einnahmen und Ausgaben rund 6,8 Millionen Euro veranschlagt. Die Kreisumlage für die Kommunen ist auf 26,789 Prozent festgesetzt worden, was einer absoluten Erhöhung der Kreisumlage von 898.100 Euro entspricht. Außerdem muss der Kreis mit weniger Zuweisungen vom Land auskommen.

Das Defizit ist unter anderem auf den Ausgleich des 2000er-Fehlbedarfs in Höhe von 272.000 Euro, steigenden Personalkosten von 460.000 Euro, dem Schuldendienst von 302.000 Euro sowie der Bewirtschaftungskosten der Turnhalle am Arndt-Gymnasium und der Beruflichen Schule in Höhe von 81.000 Euro zurückzuführen.

Bauanträge harren ihrer Bearbeitung

Eine interessante Mitteilung machte Rainer Feit in diesem Zusammenhang mit sinkenden Baugebühren in Höhe von 500.000 Euro. Nach Rüganer-Informationen liegen im Rügener Bauamt über 400 Bauanträge aus den Jahren 2000 und 2001, die einer Bearbeitung durch das Amt harren. Sie sollen ein Auftragsvolumen von rund 51,2 Millionen Euro besitzen, wie diese Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen erfahren konnte.

Da der Ausgleich des genannten Defizits nicht erreicht werden wird, so Feit, ist der Beschluss für ein Haushaltssicherungskonzept notwendig. Damit ist auch die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 3,4 Millionen Euro fraglich, unterstrich der Finanzdezernent. Weiterhin forderte er, dass die "freiwilligen Aufgaben auf den Prüfstand" müssen, um weitere Ein-sparpotenziale zu erschließen.

Diese Potenziale wurden von mehreren Rednern der im Kreistag vertretenen Parteien besonders beim Personal gesehen. Klaus-Dietmar Koesling (CDU) mahnte auch dieses Jahr, dass der Landkreis die "Silbermedaille" in Mecklenburg-Vorpommern bei den Personalkosten besitzt. Gleichzeitig forderte er, dass die neue Landrätin, Kerstin Kassner (PDS), die Umsetzung des erstellten Personalentwicklungskonzeptes angeht.

Dieses wurde vom Kreistag zu Beginn des Jahres verabschiedet, Ergebnisse sind bisher nicht zu verzeichnen gewesen, so die Kritik in Richtung der scheidenden Verwaltungschefin Dr. Karin Timmel (BfR), die an diesem Tag allerdings nicht anwesend war. Weitere Themen wie Konzept der Sonderschulen oder das Schulwohnheim des Landkreises wurden in diesem Zusammenhang genannt, um Einsparungen zu erzielen.

"Sparen heißt das Gebot der Stunde", sagte SPD-Fraktionschefin Kristine Kasten. Gleichzeitig betonte sie, dass "die Probleme nicht neu sind. Was ist geschehen", blickte sie in das Jahr 2001 zurück und bemerkte, dass "zwar kräftige Worte gesprochen worden sind, diese aber wie Luftballons zerplatzt sind".

"Sparkonzept ist ein Flickwerk"

"Halbherzigkeit und wenig Konsequenz sowie Professionalität" attestierte sie der Verwaltungsspitze, um die Forderungen des Kreistages endlich umzusetzen. "Wir müssen unsere Hausaufgaben selber erledigen", und regte an, dass die Verwaltung "sach- und fachkundige Vorschläge" zu unterbreiten habe. "Das Sparkonzept ist ein Flickwerk", schloss sie ihre Ausführungen.

Rainer Feit, der sich vor einigen Jahren das Finanzresort von Landrätin Timmel in seine Zuständigkeit geholt hatte, betonte, dass die "finanzielle Mindestausstattung in der Verwaltung fehlt". Mit dem Satz "Die Kasse ist leer", verwies er darauf, dass in M-V kein Landkreis einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann.


Touristiker diskutierten zum Thema Verkehr

"Rügen unter Blech? - Entwicklung des motorisierten Individualverkehrs
nach Fertigstellung der großräumigen Infrastrukturprojekte"

Bergen auf Rügen (tw). Verkehr auf Rügen - ein Thema, das nicht nur im Sommer hitzig diskutiert wird. Dann nämlich droht die Insel regelmäßig unter einer Blechlawine zu ersticken. Sollten im Jahre 2005 alle bis heute geplanten Verkehrsprojekte (A 20, Rügenzubringer, 2. Rügendamm und B 96n) realisiert sein, könnte sich das Problem noch potenzieren.

Grund genug also für den Tourismusverband, sich dieses Themas anzunehmen und auf dem Tourismustag am vergangenen Freitag zu diskutieren. Hochkarätige Referenten waren der Einladung ins Bergener Treff-Hotel gefolgt, um die Verbandsmitglieder über Zukünftiges zu informieren und sich den Fragen zu stellen.

"Wir wollen heute aber nicht über bereits beschlossene Projekte diskutieren, sondern uns vielmehr mit den schon vorhandenen und aus den Maßnahmen ergebenden Problemen beschäftigen", so Sönke Reimers, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes. Den Auftakt der Referenten machte Thilo Schelling, Abteilungsleiter Verkehr/Straßenbau im Wirtschaftsministerium

M - V. Er machte deutlich, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern alles daran getan habe, die Voraussetzungen für eine schnelle Erreichbarkeit Rügens zu verwirklichen. Um die Probleme vor Ort zu lösen, stehe man gern zu Gesprächen bereit. Dies sei jedoch in erster Linie ein auf Rügen zu lösendes Problem.

- "Rügen ohne Alternative? - Bestehende und zukünftige ÖPNV-Angebote" lautete das Thema von Lutz Däumler, Geschäftsführer der Rügener Personennahverkehrsgesellschaft. Däumler machte deutlich, dass das jetzige Angebot des ÖPNV nicht attraktiv genug wäre, um Insulaner und Urlauber dazu zu bewegen, ihren PKW stehen zu lassen. Die Gespräche über eine enge Zusammenarbeit aller am ÖPNV Beteiligter und Interessierter seien aber wieder aufgenommen worden, um eine gute Lösung für Rügen zu realisieren. Dies könne aber auch noch eine Weile dauern bis konkrete Ergebnisse auf dem Tisch liegen würden.

Horst Gibtner, Konzernbeauftragter der Deutsche Bahn AG für das Land M - V bezog Stellung zum Thema " Rügen ohne Netz? - Zieht sich die Bahn aus Fern- und Regionalverkehr zurück? " Er erläuterte die geplanten Maßnahmen vom Streckenausbau in puncto Geschwindigkeit bis hin zu den einzusetzenden Zügen aus dem Ruhrgebiet. "Wir beobachten das Verhalten unserer Kunden ganz genau und werden daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen. Wir werden jedoch Rügen auf keinen Fall vom Netz nehmen", so seine Botschaft.

Mit besonders großem Interesse wurde der Vortrag "Rügen-Tourismus im Stau?- Möglichkeiten touristischer Paketangebote am Beispiel anderer Regionen" erwartet. Referent Stephan Maurer, von der mobilito Bischofshofen aus Österreich zeigte, wie es gehen kann. Attraktive Angebote von der Abholung am Bahnhof bis hin zu kostenfreien Elektromobilen reicht das Spektrum in der österreichischen Region Pongau. In Bad Hofgastein und in Werfenweng werden solche Angebote mit Erfolg den Gästen und Einheimischen präsentiert.

"Natürlich ist hierfür eine Anschubfinanzierung in Form einer EU-Förderung nötig", so Maurer. Er sei aber sicher, dass es später auch ohne Bezuschussung laufen wird. Die Zahlen sprechen schon jetzt für sich. Deutliche Zuwächse in den beiden Orten bei den Übernachtungen wären ein deutliches Indiz hierfür.

Fazit des 7. Tourismustages: "Alle auf Rügen müssen sich der Problematik "Verkehr" bewusst sein und gemeinsam nach Lösungen suchen. Ein attraktiver Nahverkehr mit weiteren Zusatzangeboten ist zur Vermeidung des Inselkollaps unvermeidlich.

Dazu gehört auch nicht nur zu diskutieren wer, mit wem, unter welchen Voraussetzungen darf, sondern jetzt auch darüber zu reden, wie es gehen kann. Der Tourismusverband und die Tourismuszentrale Rügen (TZR) stehen für Gespräche und zu findende Lösungen bereit", so Reimers abschließend.


Spielzeug

3. Börse

Bergen auf Rügen/Samtens (DR). Ein Jahr ist schon wieder vergangen : Am Sonntag, 18. November, von 10 bis 16 Uhr, findet im Best Western Sporthotel Tiet un Wiel in Samtens zum dritten Mal die große Rügener Spielzeugbörse statt. Dann haben wieder alle Modellauto-, Modelleisenbahn- und Spielzeugfans die Gelegenheit, Modelle aller Maßstäbe in bunter Vielfalt zu kaufen, verkaufen, tauschen oder auch "nur" zu bestaunen.

Neben Modellautos aller Maßstäbe werden auch diesmal wieder Modelleisenbahnen, Ü - Eier, Kinderbücher sowie Teddies, Puppen, Brauereiwerbeartikel und weiteres Spielzeug die Ausstellerpalette bereichern.

Es findet zusätzlich eine Ausstellung diverser Feuerwehrmodelle und Dioramen von Feuerwehreinsätzen des Modellautoclubs der Freiwilligen Feuerwehr Bad Doberan statt. Aber auch andere Modellbauclubs werden werden eine Auswahl ihrer Modelle präsentieren. Also, schauen Sie doch einfach vorbei.


Kreistag

Personalien

Bergen auf Rügen (gü). Viola Biederstädt ist neue Kreistagsabgeordnete in der SPD-Fraktion. Sie wurde auf der letzten Sitzung des Kreistages am zurückliegenden Donnerstag von Kreistagspräsidentin Gesine Skrzepski (CDU) begrüßt.

Sie folgt dem von seinem Amt zurückgetretenen Ingulf Donig nach. Das fraktionslose Kreistagsmitglied Oliver Gurk (CDU) wurde zu Beginn der letzten Sitzung in die Fraktion der CDU aufgenommen und hat auf der vierten Bank der Christdemokraten Platz genommen.

Gurk war zu Beginn des Jahres in die CDU eingetreten, wollte seine politische Arbeit vorerst fraktionslos gestalten. Nunmehr hat die CDU-Fraktion 18 Mitglieder.



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