D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 15. Januar - 21. Januar 2003 unabhängig - überparteilich

Das Recht auf Mitbestimmung wahrnehmen

Ranzowerin Monika Trautmann macht auf einen wichtigen Lohmer Plan
im Amt Jasmund aufmerksam

"Solche Sonnenuntergänge sind nur im Winter möglich", schrieb Monika Trautmann in ihrer E-Mail, der sie das Foto beifügte. Der Weg, den man sehen kann, führt an ihrem Hof in Ranzow vorbei und der Blick schweift zum Sonnenuntergang in Richtung Nipmerow. "Leider ist unsere Ranzower Idylle gefährdet", sagte sie später im Gespräch. Mehr dazu im Artikel.

Foto: M. Trautmann

Von Wolfgang Urban

Gemeinde Lohme.
Ein äußerst interessanter Plan liegt noch bis zum 7. Februar im Amt Jasmund in Sagard aus. Es ist der Entwurf des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Lohme vom 14. November 2002. Das Recht der Einsichtnahme in derartige Pläne und der Meinungsäußerung zu ihnen gehören zu den Rechten eines jeden Bürgers in einer Demokratie. Doch leider wird dieses Recht immer wieder viel zu wenig wahrgenommen.

Hinterher meckern nutzt dann auch nichts mehr. Am Entscheidungsprozeß teilnehmen ist die einzige Möglichkeit eigene Vorstellungen in Beschlussfassungen einzubringen. Zu jenen Rüganerinnen und Rüganern, die ihr Recht auf Mitbestimmung in den Angelegenheiten ihrer Gemeinde wahrnehmen, gehört die Ranzowerin Monika Trautmann. Sie liebt ihr idyllisches Dorf in der Gemeinde Lohme und übermittelte aus Freude über herrliche winterliche Sonnenuntergänge vor der eigenen Haustür das Foto nebenan. Zugleich macht sie sich angesichts der für Ranzow geplanten Bebauung Sorge um ihre heimatliche Idylle.

Monika Trautmann bittet daher alle Ranzower, die dies irgendwie ermöglichen können, den Weg nach Sagard nicht zu scheuen und Einsicht in den Flächennutzungsplan zu nehmen. Mit eigenen Augen solle sich jeder davon überzeugen, was geplant ist und dazu seine Meinung einbringen.
"Doch nicht nur für Ranzow ist der ausgelegte F-Plan interessant", so Monika Trautmann. Auch für sie sei es spannend gewesen zu sehen, was auch andernorts in der Gemeinde für die nächsten 10-15 Jahre geplant werde.

Dabei verwies sie u.a. auf die "Bebauung der jetzigen Gartenanlage in Lohme entlang der Dorfstrasse. Auch der westliche Ortsrand (Salsitz), jetzt Garten- und Wochenendhäuser, sei als Wohnstandort ausgewiesen, das heißt die "Gärten verschwinden dort. Weiterhin ist die Bebauung von Teufelsberg 2 mit 22 Wohnhäusern sowie die Errichtung von 86 Ferienhäusern auf dem Telekomgelände geplant." All das werde die Gemeinde Lohme verändern, daher sollten alle
betroffenen Einwohner dazu ihre Meinung sagen und ihre Vorschläge einbringen", sagte Monika Trautmann.


Aus aller Welt kommen Gäste nach Rügen

Woher kommen ausländische Gäste in die Orte
Welchen Anteil haben sie an der Statistik (Teil I)

Bergen auf Rügen (gü). Rund 180.000 Gäste aus dem Ausland haben im letzten Jahr ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verlebt. Darüber informierte dieser Tage der Landestourismusverband. Öfter sehen auch die Rüganer fremde Kennzeichen auf den Straßen der Insel. Kein Wunder, Skandinavien liegt fast vor der Haustür, die mit Wohnmobil reisenden Holländer sind in vielen Ecken Europas unterwegs und auch Schweizer Eidgenossen haben Rügen für sich entdeckt.

Grund genug, einmal bei den Kurverwaltungen und Gästeinformationen an der Südost-Rügener Bäderküste sowie auf Jasmund und Wittow, in Bergen und Stralsund nachzufragen, wieviele ausländische Gäste 2002 in den einzelnen Regionen weilten. Wo kommen sie her, was sehen sie sich an und welche Aktivitäten werden gestartet, um im Ausland zu werben ?

Ostseebad Binz

Kurdirektorin Petra Wolter informiert, dass aufgrund der aktuellen Statistik (noch nicht komplett) über 7.700 Gäste in Binz weilten, die für 27.600 Übernachtungen sorgten. Die Schweden sind mit 4.270 Gästen Spitzenreiter, gefolgt von den Schweizern mit 1.208 und den Holländern mit 626 Gästen. Auch die Österreicher sind mit fast 500 Gästen stark vertreten. Die Aufenthaltsdauer schwankt von 1,9 bis 6,6 Tagen. Mit Australiern, Mexikanern und Südafrikanern waren einige "Exoten" im Ostseebad.

Die Kurverwaltung Binz belegt mittlerweile Messen in Schweden und der Schweiz, betreut Journalisten aus diesen Ländern, ist laut Petra Wolter sporadisch in Österreich präsent und arbeitet gegenwärtig an der schwedischen Übersetzung der Imagebroschüre. Besonders nachgefragt durch die ausländische Gäste ist der "Koloss von Rügen" in Prora sowie Historisches zu Binz, informiert die Kurdirektorin abschließend.

Ostseebad Sellin

Auch im zweitgrößten Seebad der Insel fühlen sich Schweden und Schweizer wohl. Hier konnten im letzten Jahr 846 Schweden und 528 Schweizer bei den Ankünften gezählt werden. Es folgen mit 204 Gästen die Österreicher und mit 133 Gästen die Holländer. Über 2.100 ausländische Gäste konnten 2002 in Sellin begrüßt werden, informiert Kurdirektorin Roswitha Kempe.

Diese sorgten für über 9.000 Übernachtungen in den Selliner Betten. Mit Iren und Griechen hat Sellin auch seine Exoten. Allerdings, so sagt Roswitha Kempe weiter, betreibe die Kurverwaltung derzeit noch keine gezielten Marketingmaßnahmen wie beispielsweise Binz.

Ostseebad Göhren

Als "verschwindend gering" bezeichnet Jörn Fenske von der Kurverwaltung Göhren den Anteil ausländischer Gäste im drittgrößten Seebad der Insel. Gerade einmal 1.657 Gäste kamen nach Göhren und sorgten somit für knapp 10.000 Übernachtungen. Die Schweizer sind mit 182 Gästen vor den Holländern mit 112 Gästen in der Statistik führend. Es folgen 97 Schweden, jeweils 44 Österreicher und Dänen und jeweils 40 Luxemburger und Norweger.

Japaner, Kanadier und Amerikaner sind die "Exoten". Die Kurverwaltung beteiligt sich an Messen im Ausland, hat ihre Internet-Homepage teilweise in englischer und schwedischer Version gestaltet und arbeitet in punkto Werbung im Auland auch mit Journalisten zusammen. Nachgefragt sind der "Koloss von Rügen", die Kreidefelsen, das Kap Arkona und auch die Mönchguter Museen, wie Jörn Fenske abschließend informiert.

Seebad Hiddensee

Auch auf dem söten Länneken sind die Schweizer mit 190 Gästen die führende Kraft. Immerhin 355 ausländische Gäste konnten im Jahr 2002 (Kurkarten noch nicht komplett) begrüßt werden. 51 Österreicher und 21 Franzosen folgen den Schweizern auf Platz zwei und drei. Chinesen und Australier kamen ebenfalls auf die kleine Insel.

Deren Insel-Information beteiligt sich an der TUR in Göteborg und will aber in den kommenden Jahren weitere Marketingmaßnahmen ergreifen, um Hiddensee im Ausland bekannter zu machen. Soweit unser erster Teil dieses Artikels. Wir setzen nächste Woche mit den Städten Bergen und Stralsund fort.


Rügen ist fast Schlusslicht

Statistiktag im Arbeitsamt:
9.419 Rüganer waren im Dezember 2002 arbeitslos

Stralsund (gü). Das neue Jahr beginnt auf dem Rügener Arbeitsmarkt mit einer schlechten Nachricht ! Die Insel ist im Vergleich der Arbeitsämter im Land M-V fast Schlusslicht. Mit einer Arbeitslosenquote von 23,9 Prozent im Dezember 2002 (9.419 Frauen und Männer ohne Arbeit) schneiden von den insgesamt 18 Ämtern lediglich Uecker-Randow mit 25,4 Prozent und Demmin mit 25,6 Prozent noch katastrophaler ab.

Mit der o. g. Zahl arbeitsloser Rüganer sind 1.000 mehr ohne Job als im Dezember 2001, im Vergleich zum November 2002 ist die Zahl um 910 gestiegen. Und auch das trauriger Rekord : Noch nie waren seit 1991 so viele Rüganer in einem Dezember arbeitslos gemeldet, wie im letzten.
Laut Statistik kommen die zusätzlichen Meldungen nach wie vor aus dem Baugewerbe, dem der frühe Frosteintritt zu schaffen macht.

Und auch in der Hotellerie und Gastronomie sind nach wie vor Entlassungen zu verzeichnen. Die diesjährige Saison wird mit dem Osterwochenende vom 18. bis 20. April eröffnet. Vermutlich zu spät, um vor dem April eine Verbesserung der Zahlen in dieser Branche verzeichnen zu können, schätzen Experten ein. Alle Hoffnungen auf Baubranche zu legen wäre verkehrt, sind sich auch hier die Verantwortlichen sicher. In M-V waren 181.100, im Bund 4.225.100 Arbeitslose im Dezember 2002 registriert.


Binz ist gefragt !

Fremdenverkehrsverein lud zum Neujahrsempfang ins DORINT-Strandhotel ein

Ostseebad Binz (gü). "Mit mir kann man Pferde stehlen", bot Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) den rund 40 anwesenden Unternehmern aus Hotellerie und Gastronomie während des Neujahrsempfanges des Fremdenverkehrsvereins Binz am letzten Mittwoch im DORINT-Strandhotel an.

War dieses Angebot sicher sprichwörtlich gemeint, wurde das Gemeindeoberhaupt während seiner Grußworte zum neuen Jahr gegenüber Hoteliers und Gastronomen in punkto anstehender Ausgaben deutlicher. "Lassen sie uns miteinander statt übereinander reden. Ich habe ein offenes Ohr für die Anliegen der Vermieter und Gastronomen", sagte er gegenüber den Anwesenden. Natürlich verband er seine Worte mit den besten Wünschen für ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Zuvor hatte Volker Krönert, Vorsitzender des Vereins, den Gästen die Wünsche des Vorstandes für das neue Jahr überbracht und deutete in seiner Ansprache an, dass Binz "knapp an den zwei Millionen Übernachtungen für 2002 dran ist". Laut seinen Worten fehle in der Auswertung allerdings noch fast der gesamte Dezember.

Kurdirektorin Petra Wolter sieht auf eine entsprechende Rüganer-Nachfrage das Ziel "knapp verfehlt. Wir haben bis jetzt eine Steigerung von 9,5 Prozent im Jahresdurchschnitt. Wenn wir auf zehn Prozent kommen, dann könnten wir die zwei Millionen Übernachtungen vielleicht doch noch schaffen. Aber die genauen Zahlen liegen im Februar vor", so die Kurdirektorin.

Immerhin konnten rund 283.000 Gäste (2001 : 302.000 Gäste) begrüßt werden, die in der aktuellen Statistik für 1.929.000 Übernachtungen gesorgt hätten, so Krönert. Der Vorsitzende verwies gleichzeitig darauf, dass "die Vermieter mit dem Ergebnis wohl zufrieden sein können. Allerdings ist die Gastronomie etwas hinter den Vorjahresergebnissen zurück geblieben", so sein Fazit. "Unser Badeort wächst, und das trotz der gesellschaftlichen Entwicklung", so Krönert.

Dem Fremdenverkehrsverein stehen neben einem neuen Tourismusjahr auch Vorstandswahlen Ende März bzw. Anfang April ins Haus. Überraschend, so Volker Krönert, sei, dass sich bereits jetzt eine Reihe von Interessenten für einen Posten im Vorstand gemeldet hätten, wie er weiter ausführte.

Und noch einmal zu den zwei Millionen Übernachtungen : "Falls wir es nicht schaffen, ist es ein Ansporn für 2003." Das äußerte Bürgermeister Horst Schaumann abschließend.


Falscher Granit für die Mauer ?

Lieferschwierigkeiten sorgten für neue Variante im Farbton

Ostseebad Göhren (gü). Die Baumaßnahmen an der künftigen Bernsteinpromenade stehen wieder einmal in der Kritik ! So hat Wilfried Horst vom "Akzent"-Waldhotel Göhren dieser Tage die Redaktion darauf aufmerksam gemacht, dass seiner Meinung nach das falsche Pflaster in der Mauer eingebaut wird, die als Trennung zwischen Düne und Promenade fungieren soll.

Nach den Worten des Hoteliers unverständlich, da die Bernsteinpromenade erstens ein Vorzeigeobjekt sein soll, zweitens mindestens für 50 oder mehr Jahre gebaut wird. Die Redaktion fragte bei Bürgermeisterin Carola Koos (CDU) nach:

"Ich kann diese Aufregung nicht verstehen. Wir haben aufgrund eines Lieferfehlers eine falsche Variante des Farbtones bekommen, nach vier Monaten Lieferzeit. Wenn wir jetzt auf den wirklich bestellten gedrungen hätten, könnten wir die Promenade als Außenstandort der IGA 2003 nicht mehr präsentieren, von der Saison ganz zu schweigen", sagt die Bürgermeisterin.

Und verweist gleichzeitig darauf, dass es natürlich eine Entscheidung der Gemeindevertretung gemeinsam mit dem zuständigen Planer Thomas Nießen und Rücksprache mit dem verantwortlichen Ämtern gegeben habe.

So hat es nach Bemerken der falschen Lieferung Gespräche mit dem Landesförderinstitut und dem Straßenbauamt Stralsund gegeben, so Koos. Hierbei haben die beide Behörden (eine fördert das Vorhaben, die andere zeichnet für die baufachliche Prüfung verantwortlich) grünes Licht für den leicht anderen Farbton gegeben, weil die laut Ausschreibung festgelegten Qualitätsmerkmale des Pflasters nicht verletzt wurden.

"Also haben wir und als Gemeindevertretung nach mehreren Treffen und Aussprachen dafür entschieden, diesen Granitstein einbauen zu lassen. Einziges Problem in diesem Zusmamenhang, so Koos, ist, dass der ursprüngliche Deckstein jetzt nicht mehr farblich passt. "Aber wir werden uns als Gemeinde noch im Januar eine neue Bemusterung vorstellen lassen, so dass dies nicht zu Verzögerungen führt", schließt die Bürgermeisterin ihre Ausführungen zu diesem Thema ab.

Jörn Fenske, Leiter des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung, verweist in diesem Zusammenhang ergänzend darauf, dass die Maßnahmen an der Promenade im Zeitplan liegen und der Termin gehalten werden kann.



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