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Keine Busline als Schiffslinienersatzverkehr?

Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde Hiddensee
und der Reederei Hiddensee GmbH

Noch ist der Hiddenseer Inselbus ein Schülerbus, der Linienverkehr zwar beschlossen, aber noch nicht genehmigt., aber in einem Entwurf des Winterfahrplanes der Reederei Hiddensee war er schon als "Schiffslinienersatzverkehr" eingeplant.

Foto: Urban

Von Wolfgang Urban

Hiddensee.
Im Rüganer der vergangenen Woche wurde darüber berichtet, dass die Mehrheit der Hiddenseer Gemeindevertreter den Abschluss eines "Kooperationsvertrages für die Durchführung eines Personen- und Nahverkehrs" mit dem RPNV (Rügener Personennahverkehrs GmbH) zugestimmt hat. Ziel dessen ist die Beantragung eines Linienverkehrs auf Hiddensee durch den RPNV und dessen Betreibung durch den Hafen- und Kurbetrieb der Gemeinde Hiddensee als Subunternehmer im Auftrage des RPNV.

In der gleichen Gemeindevertretersitzung, in der der Beschluss für den Linienverkehr gefasst wurde, erregten sich aber sogar dessen Befürworter darüber, dass die Reederei Hiddensee GmbH den beabsichtigten Linienbus auch wie einen Schiffslinienersatzverkehr für unrentable Zeiten eingeplant hat. Das mag Außenstehenden kurios erklingen.

Ein Schülerbus richtet sich nun einmal mit seinen Abfahrtzeiten nach den Schulzeiten und ein öffentlicher Linienbus nach den Notwendigkeiten des Linienverkehrs. Das dies zwei verschiedene Denkansätze in der Planung sind, war zumindest der Reederei Hiddensee GmbH klar.

Daher ist es wohl aus deren betriebswirtschaftlicher Sicht verständlich, dass sie im ersten Entwurf ihres Winterfahrplanes 2003 / 2004 zu bestimmten Zeiten nicht mehr alle Häfen anlaufen wollte, sondern statt dessen einen Linienbus-Anschluss von Neuendorf bzw. Kloster vermerkt hatte. Das jedoch stieß auf der Gemeindevertretersitzung auf entschiedenen Widerstand.

Die Hiddenseer Gemeindevertretung hat schließlich folgende Forderungen zum Winterfahrplan der Reederei Hiddensee GmbH beschlossen:

1. Abfahrt eines Fahrgastschiffes um 7 Uhr ab Hafen Kloster. Im 1. Entwurf der Reederei Hiddensee GmbH war eine Busabfahrt von Kloster über Vitte nach Neuendorf vorgesehen. Schiffsanschluss um 7.40 Uhr. Ankunft in Schaprode um 8.10 Uhr

2. Anbindung der Häfen Neuendorf, Vitte und Kloster mit dem Fahrgastschiff um 18.30 Uhr ab Schaprode. Im 1. Entwurf der Reederei Hiddensee GmbH war nur eine Abfahrt von Schaprode um 18.30 Uhr mit Ankunft in Neuendorf um 19 Uhr vorgesehen. Von dort Busanschluss nach Vitte und Kloster.

3. Einfügen einer nachmittäglichen Anbindung ab Schaprode nach Neuendorf.

4. Sicherstellung der täglichen Warenbelieferung der Insel Hiddensee durch den Einsatz der MF "Vitte".

5. Kein Einsatz des Inselbusses im Rahmen eines Schiffslinienersatzverkehrs, außer ggf. notwendiger Ersatzfahrten bei widrigen Witterungsbedingungen.

Auf Nachfrage zum aktuellen Stand der Auseinandersetzungen zum Winterfahrplan 2003 / 2004 erklärte der Hiddenseer Bürgermeister Gino Leonhard am Montag: "Es konnte Einvernehmen zwischen der Reederei Hiddensee GmbH und der Gemeinde Hiddensee dahin gehend erzielt werden, dass der bereits für 2002/2003 genehmigte Winterfahrplan auch für das Winterhalbjahr 2003/2004 bestehen bleibt.

Damit sind die fünf Forderungen der Gemeindevertretung erfüllt worden und damit auch die Bedingungen zur Zustimmung der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee zum Fahrplan der Reederei Hiddensee GmbH. Das habe ich heute auch dem Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg - Vorpommern mitgeteilt.

Sorgen bereitet uns, dass die Reederei Hiddensee GmbH aber angekündigt hat, dass die in ihrem ersten Entwurf für den Winterfahrplan 2003 / 2004 vorgesehenen Einsparungen in der nächsten Tarifanpassung keine Berücksichtigung finden können. Darüber müssen wir in nächster Zeit weiter verhandeln."

Kommentar: Halbschwanger geht nicht! Wer den Bus-Linienverkehr zur Welt bringen will und dabei das Stadium der Schwangeschaft erreicht hat, der sollte sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein.

Wer das nicht will, was die Reederei Hiddensee GmbH in Vorwegnahme eines geborenen Bus-Linienverkehrs ursprünglich für den Winterfahrplan angedacht hatte, der sollte sich für einen Schwangerschaftsabbruch einsetzen.

Ansonsten folgt die Desillusionierung über den zur Geburt gebrachten Bus-Linienverkehr und die sich dann vollziehende Eigendynamik der weiteren Entwicklung.


"50 Jahre Stromversorgung auf Ummanz"

e.dis, Kulturwerk Pfarrscheune und Gemeinde sorgten für buntes Rahmenprogramm

"50 Jahre Stromversorgung auf der Insel Ummanz".

Foto: Schäfer

Ummanz (ks). Kaum zu glauben, aber es ist erst 50 Jahre her, da die Insel erstmals mit Strom versorgt wurde. Dieses Jubiläum begingen die Ummanzer am vergangenen Samstag mit einer Festveranstaltung. Dr. Christian Schnitzer, seines Zeichens Vorsitzender des Kulturwerk Pfarrscheune e.V., dankte während seiner Eröffnungsrede vor allem Brigitte Fröhlich, "die vor einiger Zeit auf dieses Jubiläum aufmerksam wurde und so diese Festveranstaltung erst möglich machte."

Friedhelm Wolff, Leiter des e.dis Regionalzentrum Bergen, nutzte die Gelegenheit, um einige historische Ausführungen zur Elektrifizierung der Insel Ummanz zu machen. So resümierte er, dass die Stromversorgung nach dem zweiten Weltkrieg auf Rügen nur schleppend in Gang kam, obwohl Bergen und Sassnitz bereits seit 1899 bzw. 1896 über ein E - Werk verfügten.

Erst nach dem Neubauern- Anschlussprogramm 1948 kam auch auf dem Lande der eigentliche Aufschwung. "Im Jahr 53/54 erfolgte dann der Neubau einer 15 kV - Freileitung von Trent nach Ummanz. Die erste 15 kV - Freileitung auf Ummanz selbst war die Verbindung zwischen Waase und Suhrendorf."

Wolff erinnerte auch daran, dass die Bäume, die damals als Strommast dienen sollten, vor Ort ausgesucht, geschlagen, entrinnt, imprägniert und eingebaut wurden. Als Transportmittel dienten damals neben Pferdefuhrwerken auch Fahrräder, von denen die e.dis zwei Exemplare als Zeitzeugen auftreiben und in der Ummanzer Ausstellung zeigen konnte.

Unglaublich, aber die bis zu zehn Meter langen Masten wurden mit Stricken ans Fahrrad gebunden und dann zum gewünschten Ort transportiert. Das bunte Unterhaltungsprogramm bot neben Musik, Tanz und Witz einen ganz besonderen Leckerbissen. Jeder, egal welchen Alters, konnte beim "Mastklettern" seinen Mut unter Beweis stellen, durch eine Leine gesichert versteht sich.


"Es hat Spaß gemacht"

Verabschiedung des technischen Leiters bei der Rügenschen Kleinbahn

Jochen Warsow wünschte seinem Nachfolger viel Spaß.

Foto: chn)

Putbus (chn). Mit den Worten "Es hat Spaß gemacht" verabschiedete sich der langjährige Betriebsleiter der Rügenschen Kleinbahn am vergangenen Donnerstag und übergab symbolisch eine Kelle an seinen Nachfolger Harald Gau.

Nach 40 Dienstjahren ging Jochen Warsow als "örtlicher Betriebleiter" in den Ruhestand. Er begann mit einer Ausbildung zum Motorenschlosser. Nach seinem Studium wurde er 1966 zum Werksmeister in Putbus ernannt. Vier Jahre später wurde die offizielle Ernennung zum Einsatzstellenleiter der Außenstelle Putbus vollzogen und seither stand er mit Rat und Tat den Kollegen zur Seite. J

ochen Warsow geht sowohl mit einem weinenden als auch einem lachenden Auge in den wohlverdienten Ruhestand. Denn nun kann er sich endlich seinen Hobbys widmen. Die Geschichte und die Ereignisse rund um die Kleinbahn haben den 65-Jährigen sehr geprägt. Er hat miterlebt wie der Betrieb der Schmalspurbahn in den 70er-Jahren von der Einstellung bedroht war.

Jochen Warsow war es auch, der mit dazu beigetragen hat, dass die Kleinbahn heute immer noch fährt. Auch Anfang der 90er-Jahre stand die Rügensche Kleinbahn kurz vor dem Aus. Jochen Warsow wurde Vorsitzender des Vereins "Rügensche Kleinbahnen e.V." und hat aktiv am Vorankommen, auch nach der Privatisierung, mitgearbeitet. Seit 1995 existiert die "Rügensche Kleinbahn GmbH & Co.".

Auch in dieser Zeit war Jochen Warsow immer Ansprechpartner im Betrieb. "Nun müssen Jüngere ran", sagte er zum Nachfolger Harald Gau. Der 32-jährige gebürtige Rüganer ist noch einer von wenigen, dessen Traum es war Lokführer zu werden. Schon sehr früh zeigte sich bei ihm das Interesse für die Eisenbahn und Dampflokomotiven. "Noch interessanter als die moderne Technik sind die alten Dampflokomotiven", sagte Harald Gau bei der Ernennung zum "örtlichen Betriebleiter".

Vor zwei Jahren war er einer der Bewerber um die Nachfolge von Jochen Warsow. Seine Kenntnisse als Dipl. Ingenieur waren für ihn von Vorteil für die Einstellung. Er blickt optimistisch in die Zukunft.


Führungsstil kritisiert

Debatte um Verhalten des Vorsitzenden des Verkehrsausschusses

Bergen auf Rügen (ks /gü). Weniger die Sachthemen jedoch mehr der Führungstil des Ausschussvorsitzenden Wolfgang Jepp (Unabh. Stadtvertreter) spielte auf der letzten Sitzung des Ausschusses Ordnung, Sicherheit, Verkehr, Umwelt und Naturschutz eine entscheidene Rolle.

Grund dafür war ein Antrag des sachkundigen Einwohners Kay - Uwe Hermes (CDU) auf Abberufung Jepps. Hermes sah es als erwiesen an, dass Jepp in den letzten Wochen öffentliches und privates Interesse zu stark verwechselt und damit seine Stellung als Ausschussvorsitzender missbraucht hat. Mit der Kritik an Jepps Arbeit stand Hermes nicht allein da, auch andere Auschussmitglieder teilten in einigen Punkten die Meinung des CDU - Mannes.

Dennoch waren sie in der anschließenden Abstimmung nicht bereit ihrem Ausschussvorsitzenden das Vertrauen zu entziehen. Bei zwei Ja- Stimmen, sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Abwahlantrag nicht angenommen.

Bleibt abzuwarten, ob die Streitigkeiten, die seit mehreren Monaten in diesem Ausschuss an der Tagesordnung sind, nun für beendet erklärt werden und der Wählerauftrag wieder ernst genommen wird. Jedoch sollten sich Bergens Stadtvertrteter zu Beginn der nächsten Legislaturperiode Gedanken um das Fortbestehen dieses noch "jungen" Ausschusses machen, denn seine Daseinsberechtigung ist derzeit nicht unbedingt erkennbar.

Während der Aussprache zwischen den einzelnen Ausschussmitgliedern im Vorfeld der Abstimmung zeigte sich deutlich, dass die Arbeit im Ausschuss straffer und ergebnisorientierter ausfallen müsse. Nach dem gescheiterten Abberufungsantrag gelobte man auf allen Seiten Besserung im Sinne der Sache.


Sellin-Card für Gäste geplant

Tagesgäste und -verkehr sollen auf den neuen Großparkplatz geleitet werden

Ostseebad Sellin (gü). Mit Fertigstellung des neuen Großparkplatzes an der B 196 sollen Tagesgäste und -verkehr dorthin geleitet werden. Damit will die Gemeinde den jährlich wiederkehrenden Verkehrsinfarkt in den Straßen von Sellin eindämmen.

Damit die Gäste aber trotzdem von A nach B kommen und "mobil" bleiben, soll ein Mix an ÖPNV geschaffen werden. Erste Vorstellungen dazu stellte Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) dieser Tage während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vor.

Demnach ist eine Sellin-Card angedacht, die es in drei unterschiedlichen Formen geben soll. Entweder als reine Parkkarte für den Parkplatz, die Sellin-Card, mit der dann die Bäderbahn, der Parkplatz sowie kulturelle Angebote abgegolten wären (Rabatte Dritter sind möglich) oder aber die jetzt schon existierende Rügen-Card, mit der der Nutzer in vielen Geschäften Nachlässe bekommt, so Liedtke.

"Unsere Gäste sollen einmalig für in Anspruch genommene Leistungen zahlen", formulierte der Bürgermeister eine nicht ganz neue Forderung. Perspektivisch könne er sich sogar eine Ablösung der bisher gültigen Kurkarte durch die Sellin-Card vorstellen.

Der Großparkplatz soll zur Saison 2005 fertig gestellt und eröffnet sein, dann sollen durch Sellin auch drei Bäderbahnen fahren, eine davon ganzjährig, so Liedtke abschließend.


Maritime Zukunft eines Sees

Gemeinde plant einen Wasserwanderrastplatz statt Yachthafen

Ostseebad Sellin (gü). Über die maritime Nutzung des Selliner Sees ist in den letzten Jahren öfter gesprochen worden. Ein beschwerlicher Weg zu diesem Ziel wurde seitens der politischen Verantwortungsträger immer wieder betont, jetzt könnte es eine zeitnahe Umsetzung des Projektes Wasserwanderrastplatz geben, wie es während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung dieser Tage hieß.

Der einst geplante Yachthafen ist nunmehr zum Wasserwanderrastplatz umprojektiert worden. Rund 80 statt der einst geplanten 100 Liegeplätze sollen realisiert werden. Nachgeordnete Landflächen ergänzen das Vorhaben, wie es durch die zuständigen Planer dazu heißt.

Das kleine Bollwerk am Selliner See soll künftig ein Fahrgasthafen sein, größere Rügener Reedereien haben in jüngster Vergangenheit Interesse an einer Nutzung des Sees signalisiert. Knackpunkt : Die rund 1,6 Kilometer lange und 15 Meter breite Fahrrinne muss ausgebaggert werden. Kosten von zwei Millionen Euro würden entstehen, die nach Ansicht der Gemeinde das Wasser- und Schifffahrtsamt übernehmen soll.

"Wir werden über ein Gutachten nachweisen, dass es ein öffentliches Interesse an einem Fahrgasthafen mit dem Wasserwanderrastplatz gibt", so Bürgermeister Liedtke dazu. Das Wirtschaftsministerium des Landes hat eine Förderung bereits signalisiert, die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,5 Millionen Euro für den Bau. Mit Glück kann 2006 Eröffnung gefeiert werden.



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