D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

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"NEMO" in vorläufiger Insolvenz

Das Bad bleibt aber täglich ab 10 Uhr geöffnet

Glückliche Zeiten für Dieter Behrmann: Am 22. Dezember 1999 konnte er sein Spaßbad eröffnen.

Foto : Archiv

Ostseebad Sellin (gü). Kapitän Nemo ist untergegangen ! Für das Freizeit- und Erlebnisbad "NEMO - die wasserwelt" im Seepark wurde am 22. Dezember letzten Jahres Antrag auf Eröffnung der Insolvenz gestellt. Und zwar durch die Kredit gebende Bankaktiengesellschaft Hamm. Das Amtsgericht Stralsund hat am 7. Januar die vorläufige Insolvenzverwaltung dem Hamburger Rechtsanwalt H. Rosenkranz übergeben, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt ist.

Dieser betonte in einem Rüganer-Telefonat, dass das Verfahren noch nicht eröffnet sei. Er hat am 8. Januar das erste Mal die betreffenden Unterlagen vor Ort gesichtet und Gespräche mit der Belegschaft geführt, wie er weiter sagte. Zu einem eventuellen Sanierungsplan oder ähnlichen Plänen konnte er an diesem Tag noch keine konkreten Angaben machen, da er sich erst einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen will.

Jedoch betont er in diesem Zusammenhang, dass das Bad weiterhin geöffnet bleibt, das wurde am 8. Januar entschieden. Die Öffnungszeiten sollen sogar ab dieser Woche von 10 bis 22 Uhr verlängert werden. Bis dato war das Bad ab 14 Uhr geöffnet.

Der Rüganer telefonierte auch mit dem bisherigen Geschäftsführer Dieter Behrmann, der sich zum Zeitpunkt der Stralsunder Amtsgerichtsverfügung in Süddeutschland aufhielt. Nach eigenen Aussagen ist Behrmann per 8. oder 9. Januar aus dem Unternehmen "raus", wie er sagt. Auf alle Fälle will Dieter Behrmann nach eigenen Aussagen versuchen, das Bad unter seiner Regie weiter zu führen.

Dazu wird er ein Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter suchen. Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt natürlich abzuwarten, betonte Behrmann abschließend.
Ob das Bad eventuell zum ebenfalls in Insolvenz stehenden Seepark geschlagen wird, bleibt indes auch offen.


Neujahrsempfang der Rügener Christdemokraten

Kreisvorsitzende Andrea Köster:
"Dankeschön für die breite Unterstützung im vergangenen Jahr"

CDU-Kreisvorsitzende Andrea Köster (rechts) beim Neujahrsempfang ihrer Partei.

Bergen auf Rügen (tw). Andrea Köster, CDU-Kreisvorsitzende, begrüßte am Samstag über 100 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft zum traditionellen Neujahrsempfang der Rügener Christdemokraten. Rückblickend sagte Köster, dass man eine große Chance vertan habe, bei den Landratswahlen den eigenen Kandidaten auf den Chefsessel der Kreisverwaltung zu heben.

Positiv sei die Neuwahl des Kreisvorstandes verlaufen, die eine Reaktion auf die hausgemachten Probleme der CDU gewesen sei. Die Aussichten für das kommende Jahr seien. was die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und auf Rügen angehe, mehr als schlecht: "Die Beschäftigungszahlen sinken, die Bauwirtschaft liegt darnieder.

Die Dienstleistungsbranche und der gewerbliche Handel haben schwer zu kämpfen." Lösungsansätze für eine Ankurbelung der Wirtschaft sieht Köster in Investitionen und der nötigen Reduzierung der Abgabenpolitik. "Die negativen Auswirkungen verspüren wir auch im Kreishaushalt. Wir werden weiter an den nötigen Infrastrukturmaßnahmen wie 2. Rügenanbindung, Bau der B96n und vor allem auch an der Bildungspolitik für unsere Jugend dranbleiben", so Köster.

Gleichzeitig bedankte sie sich bei allen, die die CDU in den vergangenen Monaten unterstützt haben. Auch bei den 2002 anstehenden Wahlen sei man auf die breite Unterstützung der Bevölkerung und der Wirtschaft angewiesen. In weiteren Redebeiträgen machten der CDU-Fraktionsvorsitzende Udo Timm und Nordvorpommerns Landrat Molkethien noch einmal CDU-Standpunkte klar. Geschlossenheit und Engagement seien unbedingte Vorraussetzungen um eine Trendwende herbeizuführen.


7.960 Rüganer ohne Arbeit

Statistiktag: 20,2 Prozent der erwerbsfähigen Rüganer sind arbeitslos

Stralsund/Rügen (gü). Steigerung der Arbeitslosenzahlen auf der Insel zum Jahresende 2001 ! Wie erwartet stieg die Zahl der erwerbslosen Rüganer im letzten Monat des alten Jahres nochmals an. Immerhin 7.960 Frauen und Männer sind in der Statistik zu finden, die am letzten Mittwoch während des sog. Statistiktages im Arbeits-amt Stralsund veröffentlicht wurde.

Diese Zahl entspricht einer Quote von 20,2 Prozent. Damit liegt Rügen auf dem 12. Platz von insgesamt 18 Arbeitsämtern im Land. Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ist im Dezember deutlich gestiegen, sagten die Verantwortlichen des Landesarbeitsamtes Nord in diesem Zusammenhang aus. Mit 167.400 Arbeitslosen ist der zweithöchste Dezemberwert (1997 : 182.808 Arbeitslose) seit 1990 zu verzeichnen. Alarmierende Zeichen, so die oppositionelle CDU im Schweriner Landtag nach den Veröffentlichungen.

Im Vergleich zum Dezember 2000 im Arbeitsamt Bergen auf Rügen kann allerdings eine leicht zurück gegangene Arbeitslosenzahl in absoluten Zahlen und Prozenten ausgemacht werden. Diese täuscht jedoch nicht über die nach wie vor auftretenden Strukturmängel hinweg. Wie in den letzten Jahren sind gerade in Gastronomie und Hotellerie die meisten Entlassungen zu verzeichnen, merkte

Dr. Jürgen Radloff, Direktor des Arbeitsamtes Stralsund, vor einer Woche während der Veröffentlichung an. Im Zusammenhang mit Entlassungen das Sorgenkind Baubranche zu nennen, versteht sich mittlerweile leider von selbst. Der arg gebeutelte Wirtschaftszweig kann auf längere Sicht auch nicht auf tiefgreifende Erholung hoffen.

Auch wenn im langsam beginnenden Wahlkampfjahr anstehende Projekte großzügiger und schneller durch die Landesregierung befördert werden, wie es aus der Landeshauptstadt seitens der CDU heißt. Experten erwarten für Ende Januar nochmals steigende Zahlen auf Landesebene.


Radeln auf der Promenade?

Betriebsausschuss spricht sich für Radweg neben Düne aus
Bauausschuss dagegen

Ostseebad Binz (gü). Radeln auf oder neben der Düne ? Eine der schönsten Promenaden an der ostdeutschen Ostseeküste soll mit einem Radweg versehen werden. Dafür stimmte zumindest der Betriebsausschuss der Gemeinde während seiner letzten Sitzung am 7. Januar.

Mit einem knappen Votum von fünf zu vier Stimmen der anwesenden Ausschussmitglieder wurde die von der Kurverwaltung vorgelegte Beschlussvorlage angenommen. Landschaftsgestalter Dierk Evert stellte die Planungen vor, die von der Kurverwaltung in Auftrag gegeben worden waren.
Dabei lagen den Ausschussmitgliedern zwei Varianten vor. Einen Ausbau der Strandpromenade mit Radweg und ein Ausbau ohne diesen.

Über die Verbreiterung der Strandpromenade wurde in Binz in der Vergangenheit öfter diskutiert. Und zwar soll der seeseitige Sandstreifen befestigt werden. Das hatte die Kurverwaltung als Maßnahme auch Ende 2001 für das erste Quartal 2002 in Aussicht gestellt.

Während dieser Vorschlag im Betriebsausschuss eine knappe Mehrheit erhielt, wurde er im Bauausschuss komplett von dessen Mitgliedern abgelehnt. Der Ausschuss tagte am 8. Januar und zeigt Unverständnis für die Befürwortung des Betriebsausschusses.

Die Kurverwaltung beruft sich in ihrem Beschlussvorschlag auf eine parallele Alternative für Radfahrer zur Strandpromenade. Diese sei nicht gegeben und außerdem würden auch die Gemeinden Baabe, Göhren und Sellin einen Radweg an ihren Promenaden bauen wollen. Dass das aber nicht zu vergleichen ist, äußerten Mitglieder sowohl des Betriebs- als auch des Bauausschusses.
Die Binzer Strandpromenade lebt von ihrer Historie, dem Gefühl, am Meer spazieren zu gehen. Radfahrer, und vermutlich auch Inline-Skater, würden überflüssigerweise nur Unruhe in das Gesamtbild der Promenade bringen, lauteten die Argumente der Gegner eines solchen Ausbaus.
Zusätzlich muss die Gemeinde ebenfalls auf die Ausarbeitungen der Agentur "Ahrens & Berehnt" achten, die im Laufe der letzten Monate ein touristisches Konzept erarbeitet hat, um Binz als außergewöhnliche Destination am Markt zu platzieren. Beim genauen Lesen widersprechen sich die Dinge.


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