D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 16. Juni - 22. Juni 2004 unabhängig - überparteilich

Moderne Architektur

Grundsteinlegung für neues Service- und Verwaltungsgebäude der Weißen Flotte

Hansestadt Stralsund(DR). Am Montag, 14. Juni 2004, erfolgte in feierlichem Rahmen die Grundsteinlegung für das neue Service- und Verwaltungsgebäude der Reederei "Weiße Flotte GmbH" am historischen Stammsitz des Unternehmens in der Stralsunder Fährstraße. "Nachdem wir in den vergangenen Jahren vor allem in den Ausbau unserer modernen Fährschiffflotte investiert haben, wurde es Zeit, bauliche und architektonische Veränderungen am alten Verwaltungsgebäude in der Fährstraße vorzunehmen", sagte Betriebsleiter Jörg Lettau anlässlich der Grundsteinlegung.


Feierliche Grundsteinlegung in Stralsund. Foto: Wermke

Das Projekt umfasst insgesamt zwei Bauabschnitte: Im ersten Abschnitt erfolgt der Neubau eines modernen Verwaltungsgebäudes, dessen Highlight unbestritten die verglaste Gebäudefassade zur Fährstraße sein wird. Die Fertigstellung dieses Bauabschnittes ist für den Februar 2005 avisiert. Der neue Gebäudeteil wird als "Pfahlbau" auf insgesamt 52 (bis zu 20 Meter tief ins Erdreich gerammten) Pfähle errichtet. Im Zuge des 2. BA, dessen Fertigstellung im August 2005 erfolgt, wird die angrenzende Altbausubstanz saniert und so eine Symbiose zwischen historischer und moderner Architektur geschaffen. "Wir sind froh, dass wir mit dem Stralsunder Bauunternehmen Hoppenrath einen verlässlichen Partner direkt vor Ort gefunden haben", so Jörg Lettau weiter.

Insgesamt verfügt das neue Service- und Verwaltungsgebäude dann über eine Nutzfläche von 843 Quadratmetern. Neben Büroräumen für die 22 Verwaltungsmitarbeiter und vier Azubis der Weißen Flotte ist ebenfalls eine Gewerbeeinheit mit maritimem Bezug sowie ein "Fahrgastinfozentrum" geplant. "Dieses neue Anlaufzentrum dient zur Erfüllung der gewachsenen Service- und Dienstleistungswünsche unserer Fahrgäste", betont Jörg Lettau, der die Investitionssumme des Bauvorhabens auf ca. 1,3 Millionen Euro beziffert, wobei auf Fördermittel komplett verzichtet wurde. "Wir sehen unser neues Service- und Verwaltungsgebäude als einen weiteren Mosaikstein zur Aufwertung des historischen Hafenumfeldes", unterstrich Lettau abschließend.



Saisonentwicklung

Leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Bergen auf Rügen (chn). Die Saison steht vor der Tür. Das merken nicht nur die Hoteliers, sondern auch das Arbeitsamt. So gab es im Monat Mai eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Insgesamt stehen auf der Insel 786 Rüganer wieder in Lohn und Brot.

Wie das Arbeitsamt in ihrem Arbeitsmarktreport mitteilt, sind im Geschäftsbereich des Arbeitsamtes Bergen 7.019 Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 18 Prozent. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres lag die Arbeitslosenquote noch bei 18,4 Prozent. Im Vormonat war noch jeder fünfte ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote lag bei 20 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 177.765 Menschen ohne Arbeit und auf die finanzielle Unterstützung der Agentur für Arbeit angewiesen. Derzeit befinden sich auf Rügen 171 Einwohner in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Das sind 76 mehr als im Vormonat.

Die Entwicklung ist auf die bevorstehende Saison zurückzuführen. Trotzdem schätzt die Agentur für Arbeit die Situation, trotz des Saisonbeginnes, als angespannt ein. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich erstmals seit September 2003 in Mecklenburg - Vorpommern wieder ein Anstieg der Arbeitslosigkeit. Laut der Information der Agentur für Arbeit waren Ende Mai 127 Personen mehr arbeitslos als 12 Monate zuvor. Insgesamt ist ein Anstieg von 0,3 Prozent zu verzeichnen.



Positive Effekte für Umwelt und Landwirtschaft

Einweihung der erweiterten Biogasanlage in Sagard am 10. Juni

Sagard (ur ). Die Biogasanlage der Nehlsen Entsorgungs GmbH Rügen in der Nähe von Sagard wurde am 10. Juni nach Abschluss der Erweiterungsarbeiten feierlich in Betrieb genommen. "Mit der Erweiterung der Biogasanlage Sagard werden die positiven Auswirkungen für Umwelt und Landwirtschaft erhöht. Dies ist sowohl für den Wohn- und Tourismusstandort Rügen als auch für die Naturinsel Rügen von Bedeutung", sagte Landrätin Kerstin Kassner (PDS) anlässlich der Inbetriebnahme der erweiterten Anlage am vergangenen Donnerstag.

In einer Biogasanlage werden organische Stoffe wie Gülle, Biomasse, und Speiseabfälle mikrobiell zu Biogas umgewandelt. Das Biogas wird anschließend durch ein Blockheizkraftwerk zu Strom umgewan-delt. "Durch den Ausbau der Anlage auf Rügen", so die Nehlsen Entsorgungs GmbH Rügen, "werden Kapazitäten besser genutzt und nun bis zu 836 kW Strom erzeugt.

Landrätin Kerstin
Kassner (PDS) setzte die erweiterte Anlage mit Knopfdruck in Gang.
Biogasanlage Sagard der Nehlsen Entsorgungs
GmbH Rügen. In der Anlage werden organische
Stoffe wie Gülle, Biomasse und Speiseabfälle
mikrobiell zu Biogas umgewandelt.
Fotos (2): LRA
Dies bedeutet eine Steigerung von über 70 Prozent. Dieser Strom aus regenerativen Energiequellen substituiert Primärenergieträger wie Kohle und Erdöl. So werden klimaschädliche Emissionen vermieden und ein Stück Unabhängigkeit von primären Energieträgern geschaffen. Im vorliegenden Fall wird zusätzlich ein neues Geschäftsfeld für die Agrarwirtschaft erschlossen."

Auch für das Landratsamt Rügen steht der positive Effekt der Anlage fest: "Mit der Biogasanlage wird dazu beigetragen, die Weiterentwicklung und Verbreitung umweltverträglicher Energie zu fördern. Statt organische Stoffe nur zu entsorgen, wird einerseits Energie erzeugt und andererseits werden Nährstoffe landwirtschaftlich genutzt. Die Art und Weise der Energieerzeugung führt zur Verminderung treibhauswirksamer Emissionen und unterstützt so letztendlich den Klimaschutz. Gleichzeitig nimmt die Wirtschaftlichkeit des ländlichen Raumes zu."

"Damit", so Landrätin Kerstin Kassner, "leistet die Biogastechnik auch einen Beitrag zur umweltgerechten Kreislaufwirtschaft". Durch Erzeugung des regenerativen Energieträgers Biogas werde konsequent zur Schonung von Ressourcen beigetragen: "Außerdem wird durch die Behandlung der Gülle die Geruchsemission reduziert. Zudem hat Biogasgülle eine bessere Düngewirkung als unvergorene Gülle, so dass der Einsatz von zusätzlichem Dünger und zusätzlichen Pflanzenschutzmitteln vermindert werden kann." Für Landrätin Kerstin Kassner ist die Investition der Nehlsen Entsorgungs GmbH Rügen am Standort der Biogasanlage Sagard ein "wichtiger Schritt zur richtigen Zeit".

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Umweltbelastungen und Problemen in der Agrarwirtschaft setze das Unternehmen ein deutliches Signal, wie mit dem Einsatz moderner Technologien beide Bereiche neue Impulse im Interesse von Mensch und Natur erhalten können.

Mit der Erweiterung der Anlage in Sagard, so die Nehlsen Entsorgungs GmbH Rügen, "hat die Biogasanlage in Sagard ein zusätzliches Modul für nachwachsende Rohstoffe aus der Agrarwirtschaft sowie ein größeres Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung erhalten. Weiterhin werden zusätzlich Substrate eingesetzt, die speziell von der Jasmunder Milcherzeugungs GmbH zur Energieerzeugung angebaut werden. Die zusätzliche Substratmenge liegt bei 5.000 - 6.000 Mg im Jahr, so dass die Gesamtinputmenge an Biomasse nun 50.000 Mg beträgt." Die Biogasanlage Sagard wurde 1996 in Betrieb genommen. Eine weitere Biogasanlage steht in Pastitz bei Putbus. Beide Rügener Anlagen waren seinerzeit die ersten im Land Mecklenburg-Vorpommern.


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