D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 17. März - 24. März 2004 unabhängig - überparteilich

Bug-Projekt: Glücksspiel mit hohem Risiko?

Fortsetzung vom Rüganer der vergangenen Woche: Eine "geplante
Hotelanlage auf Rügen mit 2.000 Betten"

Von Wolfgang Urban
Oldenburg / Rügen. Im Rüganer der vergangenen Woche wurde über einen Gerichtsprozess in Oldenburg berichtet, bei dem "eine geplante Hotelanlage auf Rügen mit 2.000 Betten" eine Rolle spielte. Angesichts der Umschreibung des Ortes im Gerichtsbericht wurde gefragt: "Ist Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, außer dem Bug-Projekt eine geplante Hotelanlage mit 2.000 Betten auf Rügen bekannt?"

Bis Redaktionsschluss dieser Rüganer-Ausgabe gab es keine Antwort, die auf ein weiteres Projekt verwies. So scheint es also bei den Gerichtsberichten um den Bug zu gehen.

Zitiert wurde bislang aus zwei Gerichtsberichten von Franz-Josef Höffmann, die über den Verlauf des Prozesses in der Nordwest-Zeitung erschienen. In einem dritten Gerichtsbericht schildert Höffmann den Ausgang des Prozesses u.a. wie folgt: "Zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Untreue in 25 Fällen hat eine Wirtschaftsstrafkammer des Oldenburger Landgerichts... einen 47 Jahre alten Geschäftsmann aus Hude verurteilt.

Als allein zeichnungsberechtigter Vorstandsvorsitzender einer Oldenburger Aktiengesellschaft habe der Angeklagte in den Jahren 2000 / 2001 nicht nur Gelder dieser Computerfirma in die eigene Tasche gesteckt, sondern auch mehrere Millionen Mark ohne Zustimmung des Vorstandes beziehungsweise des Aufsichtsrates in unternehmensfremde Projekte investiert."

Zu diesen Investitionen heißt es im Gerichtsbericht: "Nach Überzeugung des Gerichtes bedachte der Angeklagte vor allem Projekte auf der Insel Rügen (eine in Planung stehende Hotel- und Ferienanlage mit 2.000 Betten) und im arabischen Jemen... großzügig mit Darlehen... Die investierten Gelder gingen allesamt verloren...

Die Computerfirma des Angeklagten ist heute insolvent. Die Verfehlungen des Mannes erklärte das Gericht gestern auch mit dessen Freundschaft zu einem namhaften Oldenburger Bauunternehmer, der Geschäftsführer des Rügen-Projektes ist. Der Angeklagte habe mit den Rügen-Darlehen diesem Freund, der von seiner eigenen Familie wohl nicht mehr unterstützt worden sei, helfen wollen, so die Richterin.

Eine besondere Brisanz dabei war die Tatsache, dass der Bauunternehmer auch im Aufsichtsrat der Computerfirma des Angeklagten saß. Weil er sich möglicherweise strafbar gemacht hat, gewährte ihm das Gericht ein Aussageverweigerungsrecht. Zu der Männerfreundschaft zwischen dem Angeklagten und dem Bauunternehmer gesellte sich dann noch der Geschäftsführer des Jemen-Projektes.

Die Männer hätten sich mit ihren jeweiligen Projekten gegenseitig aufgestachelt, so die Vorsitzende. Auf dem Weg zum Glück habe das begeisterte Trio aber den Realitätsbezug verloren. Im Jemen waren sieben Millionen Mark in den Sand gesetzt worden und das Feriengelände auf Rügen mit einem Wert von 150 Millionen Mark liegt immer noch brach.

Das Gericht hielt am Ende dem Angeklagten zugute, nicht die Absicht gehabt zu haben, seine Computerfirma zu schädigen. Wenn bei den unternehmensfremden Investitionen ein Erfolg eingetreten wäre, wären die Gelder wohl zurückgeflossen. Die Verteidigung will nun in Revision gehen."




Neue Attraktion am Königsstuhl öffentlich zugänglich

Offizielle Eröffnung des neuen Nationalparkzentrum KÖNIGSSTUHL
am 18. März / Familienwochenende am 20. / 21. März

Königsstuhl (ur). Am 18. März 2004 findet die offizielle Eröffnung des Nationalparkzentrums KÖNIGSSTUHL statt. Aus diesem Anlass wird Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling um 14.30 Uhr ein Grußwort halten. Dazu teilte das Umweltministerium mit: "Das ehemalige, direkt an den berühmten Kreidefelsen gelegene, denkmalgeschützte Hotel wurde durch den WWF und seine Partner in rund eineinhalbjähriger Bauzeit restauriert und in ein attraktives Besucherzentrum verwandelt.

Das Nationalparkzentrum wird einen bedeutenden Beitrag zur weiteren Erhöhung der touristischen Anziehungskraft des Naturdenkmals Königsstuhl und des Nationalparks Jasmund leisten... Das Zentrum wird sich mit zahlreichen Attraktionen den jährlich rund eine Million Besuchern präsentieren"

Am 20. und 21. März 2004 lädt das Nationalparkzentrum KÖNIGSSTUHL dann zu einem Familienwochenende ein: "Neben den Rundgängen durch die Ausstellung und den ersten Vorführungen der Multivisions-Schau erwartet Sie ein buntes Programm für die ganze Familie: mit Nationalpark-Wanderung, Malwettbewerb, Puppenspiel, technischen Führungen hinter den Kulissen und regionalen und ökologischen Spezialitäten im Restaurant, das mit seinem Namen ,Caspar1s3' den Romantiker Caspar David Friedrich ehrt."


Hier das Programm:

Samstag, 20. März 2004

  • 10-18 Uhr Präsentation der Entstehungsgeschichte (Seminarraum in der 3. Etage)
  • 10-18 Uhr Erinnerungsfotos mit dem WWF-Panda (Seminarraum in der 3. Etage)
  • 10-15 Uhr Malwettbewerb mit urigen Ast-Stiften sowie um 15.30 Uhr Preisverleihung (Shop im
         Erdgeschoss)
  • 11-17 Uhr Masken basteln aus Gips: "Welches Tier bist Du?" (Experimentier-Raum, 3. Etage)
  • 11-17 Uhr Mikroskopieren für kleine (und große) Forscher (Experimentier-Raum / 3. Etage)
  • 11 + 15 Uhr Kinderlieder und Bewegungsspiele mit Ulf und Zwulf Multivision (Erdgeschoss) sowie 11,
         13 + 15 Uhr technische Führungen: Ein Blick hinter die Kulissen (Start im Foyer / Erdgeschoss)
  • 12 Uhr Nationalpark-Wanderung (Start vor dem Haupteingang) und Wahrnehmungsspiele mit dem
         Umwelt-Rucksack (wetterabhängig mit Start im Foyer / Erdgeschoss)
  • 14 Uhr "Schnuppe" Kinder-Figuren-Theater (Seminarraum in der 3. Etage)
  • 14.30 Uhr interne WWF-Veranstaltung für Paten und Spender Multivision (Erdgeschoss)

    Sonntag, 21. März 2004
  • 10-18 Uhr Präsentation der Entstehungsgeschichte (Seminarraum in der 3. Etage)
  • 10-18 Uhr Erinnerungsfotos mit dem WWF-Panda (Seminarraum in der 3. Etage)
  • 10-15 Uhr Malwettbewerb mit urigen Ast-Stiften sowie um 15.30 Uhr Preisverleihung (Shop im
         Erdgeschoss)
  • 11-17 Uhr Masken basteln aus Gips: "Welches Tier bist Du?" (Experimentier-Raum in der 3. Etage)
         und ebenfalls von 11-17 Uhr Mikroskopieren für kleine (und große) Forscher (Experimentier-Raum in
         der 3. Etage)
  • 11, 13 und 15 Uhr Lesestunde: Märchen und Sagen rund um den Königsstuhl (Seminarraum in der
         3. Etage)
  • 12 Uhr Wahrnehmungsspiele mit dem Umwelt-Rucksack (wetterabhängig / Start im Foyer)
  • 13.30 Uhr Einweihung des Rundwanderweges mit den Nationalparkwächtern (Start vor dem
         Haupteingang).



  • Dorferneuerung in den Bergener Ortsteilen

    Förderung durch Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern

    Bergen auf Rügen (DR). Im Dezember 2003 wurden die Ortsteile der Stadt Bergen auf Rügen in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Ziel der Dorferneuerung ist es: Die typischen Dorf- und Landschaftsstrukturen zu erhalten. Die Verbesserung der ländlichen Bausubstanz.

    Überkommene Siedlungsstrukturen zu bewahren und entsprechend den neuen Anforderungen an Wohnen und Wirtschaften im ländlichen Raum zu erneuern bzw. fortzuentwickeln. Die Lebensverhältnisse der Familien und vor allem die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft zu verbessern. Die Schaffung dorfgemäßer Verkehrsverhältnisse. Der Schutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren im Dorf.

    Die unterschiedlichen Maßnahmen werden durch das Dorferneuerungsprogramm finanziell unterstützt. Privateigentümer, die Renovierungsarbeiten an ortsbildprägenden Gebäuden im Sinne der Dorferneuerung durchführen wollen, können bis zu 40% Zuschuss erhalten, maximal jedoch 20.000 Euro. Neubauten, die nicht älter als 50 Jahre sind, erhalten in der Regel keine vorrangige Förderung.

    Um einen Überblick zu erhalten, wie groß das Interesse an evtl. durchzuführenden Privatmaßnahmen ist, werden sie gebeten, einen Fragebogen auszufüllen und zur Informationsveranstaltung am 17. März 2004 mitzubringen.

    Falls Sie an der Veranstaltung nicht teilnehmen können, besteht auch die Möglichkeit die Anmeldungen an das Bauamt, Markt 5/6, 18528 Stadt Bergen auf Rügen, z.Hd. Herrn Wegener zu senden. "Eine Dorferneuerung kann nur gelingen, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger der einzelnen Ortsteile aktiv an ihr beteiligen. Ihre Ideen und Vorschläge sind uns in der Planungsphase besonders wichtig", so die Bergener Stadtverwaltung.

    Zur Klärung von noch offenen Fragen wird die Stadt Bergen einen Bürgerinformationsabend durchführen, an dem die Dorferneuerungsplaner und das Bauamt ihnen weitere Informationen über den Ablauf der Dorferneuerung und die förderfähigen Maßnahmen im privaten Bereich geben werden. Darüber hinaus möchte die Stadt auch ihre Ideen und Vorschläge für Maßnahmen im öffentlichen Bereich sammeln.

    Bürgerinformationsabend
    Ort:Aula Grundschule Alstadt
    Termin:17. März um 19 Uhr




    Stabwechsel

    TVR-Vorstand Sönke Reimes scheidet aus

    Bergen auf Rügen (gü). "Es war mir eine Ehre", mit diesen Worten verabschiedete sich Sönke Reimers, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Rügen, am letzten Donnerstag gegenüber der örtlichen Presse aus seinem Amt.

    Dieses legt er nach fünf Jahren aus beruflichen Gründen nieder. Der Sparkassenvorstand wird von Rügen zur Sparkasse Vorpommern nach Greifswald wechseln, wie er informierte. Und da Reimers kein Freund von halbherzigen Übergangslösungen ist, stellt er sein Amt zur Verfügung, ein gutes Jahr vor den nächsten regulären Vorstandswahlen des Verbandes.

    Die Mitgliederversammlung des TVR hat am 26. März über einen Nachfolger abzustimmen. "Der Vorstand wird den Mitgliedern Ende März einen Vorschlag unterbreiten", so Reimers, der an diesem Tag seinen potenziellen Nachfolger vorstellte. Es handelt sich dabei um Thomas Wuitschik, Inhaber der Rüganer Informations- und Anzeigenverlags GmbH und Herausgeber der Wochenzeitung Der Rüganer.

    Er soll nach dem Willen des Vorstandes diesem für ein Jahr bis zu den nächsten Wahlen vorstehen. Da ein Platz im Vorstand durch das Ausscheiden von Reimers neu besetzt werden muss, wird es am 26. März auch hierfür einen Vorschlag geben. Der Vorstand schickt den Selliner Hoteldirektor Stefan von Heine ins Rennen.

    Sönke Reimers war insgesamt neun Jahre im Vorstand des TVR tätig, davon die letzten fünf als Vorsitzender. Auch nach dem Wechsel nach Greifswald wird er "einen Koffer auf Rügen haben", wie er am letzten Donnerstag unterstrich. Er selbst schätzt die Zeit im TVR als "toll" ein und dankte während des Gesprächs den Kollegen im Vorstand, den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle sowie seiner Familie, die in den letzten Jahren immer an seiner Seite gestanden haben.

    Sönke Reimes konnte einschätzen, dass der Tourismusverband Rügen in den letzten Jahren viel geschafft hat. Dazu nannte der Vorstand zwei Zahlen : 1995 wurden rund 800.000 Gästeankünfte gezählt, im letzten Jahr waren es rund 1,6 Millionen.

    Das spiegelt sich auch in den Übernachtungen wider, die von 4,15 auf sieben Millionen gestiegen sind. Und zwei weitere Zahlen belegen für ihn die Schlagkraft des Verbandes selbst : Waren 1995 noch 164 Mitglieder zu verzeichnen, so sind es aktuell 230. Die Umsätze des TVR stiegen von 166.000 Euro (1995) auf gegenwärtig 1,166 Millionen Euro.

    Aber es gibt auch noch Potenziale, die besser ausgeschöpft werden müssen, mahnte der scheidende Vorsitzende seinen Verband. So sei zwar die Bekanntheit der Insel Rügen in den jungen Bundesländern unschlagbar, doch in den alten Ländern hat Deutschlands größte Insel nach wie vor einen riesigen Nachholebedarf. Diese liegt laut Reimers gerade einmal bei sieben Prozent, zu wenig für die "beste Adresse in M-V".

    Themen und Projekte wie die Ablehnung von Offshore-Anlagen vor der Rügener Küste, der Ausbau der Internet-Präsenz ruegen.de und die Fortführung des Ortsbildwettbewerbs und der LEADER-Projekte sieht Reimers als ständige Tagesordnungspunkte des Verbandes in der Zukunft.
    Der Vorsitzende wird sich am 26. März von der Mitgliederversammlung verabschieden. Wer seine Worte über Geschafftes und Ausblicke in die Zukunft hören möchte, der sollte sich an diesem Tag einfinden.



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