Einfach fürstlich
Biographie über den Ortsgründer von Putbus vorgestellt
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Dieses Buch sollte im Bücherschrank aller Rügenfans nicht fehlen.
Titelgestaltung: Rügen-Druck Putbus
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Von Rüdiger Zeige
Putbus.
Der große Saal des Putbusser Rathauses konnte am Montag, 8.
Oktober, die Menschenmassen gar nicht aufnehmen, die da zur
angekündigten Buchpräsentation strömten. "Der heutige
Anlass stößt offenbar auf mehr Interesse als die spannendste
Stadtvertretersitzung", kommentierte Bürgermeister Reese den
Andrang und in kurzer Absprache wurde sofort ein Wiederholungstermin
für den 15. Oktober festgelegt. Im Mittelpunkt des Abends stand die
Biographie "Wilhelm Malte zu Putbus und seine Fürstenresidenz auf
der Insel Rügen".
Der Autor André Farin, hauptberuflich Lehrer und selbst Putbusser,
berichtete der lauschenden Zuhörerschafft über das Zustandekommen
des Buches, erzählte von der Mutter, die bei dem zehnjährigen
Neugier weckte, weil sie immer wieder beim Gang durch den Park die Stelle
benannte, wo einst das Schloss gestanden hatte, und von dem Mann da auf dem
Sockel.
Farin nannte aber auch andere Menschen, die sein Interesse auf die
Putbusser Geschichte lenkten und ihn veranlassten, sich intensiv und
zielgerichtet damit zu befassen. Zehn Jahre "wühlen" in
Archiven und Bibliotheken, "das, was da irgendwo schon mal gestanden
hat, zusammenzufassen und überschaubar aufzuarbeiten, das Puzzel
zusammenzufügen, war mein Ziel", gesteht er und bedankt sich
gleichzeitig bei allen, die ihn, in welcher Form auch immer,
unterstützten.
Dem Leser liegt ein handliches, in der Tat überschaubares Buch vor,
das durch ein hervorragend gestaltetes Titelbild die Aufmerksamkeit auf
sich zieht. Mit Pfiff auch die Umschlagklappen, die die Reliefs am Sockel
des Denkmals für den Fürsten zu Putbus zeigen.
32 Fotos lockern die gut gegliederten Textpassagen auf (es hätten
ruhig noch mehr sein können - aber das war sicher eine
Kostenfrage). Benutzerfreundlich auch die Fußnoten sowie die
Zeittafel, Quellen- und Bildnachweise. Soweit der erste, zunächst
"äußerliche" Eindruck.
Inhaltlich hat sich Farin auf geschichtliche Fakten, aber auch auf
mündlich und schriftlich überlieferte Episoden gestützt, so
dass man vermuten kann, keine "trockene" Datensammlung in den
Händen zu halten. Auf die Leserresonanz darf man - aber auch der Autor
- gespannt sein.
Nachtrag: Das Buch ist mit einem Vorwort von Franz zu Putbus versehen, das
mit dem Satz endet: "Warum lassen wir uns hindern, den notwendigen
Neuanfang und dringende Veränderungen von heute auch mit Erfahrungen
aus der Vergangenheit zu unterstützen ?" Franz zu Putbus nahm an
der Buchpräsentation teil, sprach von der Vorbildwirkung seiner
Vorfahren (!) und forderte das Publikum auf, "im freundlichen
Miteinander Gespräche zu führen, die in die Zukunft weisen.
Ohne eine Zukunft nützt uns die Vergangenheit gar nichts !" Es
scheint dies der Versuch eines Mannes zu sein, eigene, ganz
persönliche Erfahrungen aus der allerjüngsten Vergangenheit, der
Zeit der Restitutionsansprüche, aufzuarbeiten. Sehen wir´s doch
mal positiv.
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