D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

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Elefant für Friedrichstadtpalast

Bildhauer Peter Unsicker schuf sein "Weltstadtwerk"
in Rothenkirchen

Ganz behutsam hoben die Männer von der Firma "Peters Umzüge" den glamurösen Elefanten in den LKW. Bildhauer Peter Unsicker erleichtert nach dem Heben.
Fotos (2): Besch

Rothenkirchen (bs). Seit der vergangenen Woche schmückt ein Rügener Elefant die Bühne des Friedrichstadtpalastes in Berlin. Bildhauer Peter Unsicker der mit seiner "(W)all-StreetGallery" in Berlin sehr erfolgreich ist, hat auch ein Atelier in Rothenkirchen bei dem Erfinder der "Kaffeetasse" Klaus Hanitzsch gefunden.

Vor guten zweieinhalb Monaten kam der Künstler auf die Insel, um seinen Auftrag für den Friedrichstadtpalast in Angriff zu nehmen. In dieser Zeit fertigte er einen prächtigen Elefanten aus einem Aluminiumgestell und Styropor. Die Oberfläche behandelte er mit einem speziellen Papier, welches dann mit Farben und Lacken versehen wurde und den glamurösen Eindruck des Elefanten verstärkt.

Vor fast drei Jahren, so berichtet der Bildhauer gegenüber dem Rüganer, habe er bereits einen Auftrag für den Friedrichstadtpalast bekommen. Damals habe er Masken angefertigt. Und man zeigte sich zufrieden mit den Arbeiten des Künstlers. Doch nun galt es eine Bühne zu gestalten. Der Elefant, der hier nun in der vergangenen Woche fertiggestellt und durch die Firma Peters Umzüge nach Berlin Mitte abtransportiert wurde, bleibt aber nicht allein.

Denn Peter Unsicker hat in seiner Galerie in Berlin bereits ein Dromeda gefertigt, dass dem Elefanten auf den "Brettern die die Welt bedeuten" in der nächsten Zeit Gesellschaft leisten wird. Aufgeregt war der Künstler dennoch. Schließlich ist so ein Jungtier ja auch sehr empfindlich. "Ankommen muss er".


Einfach fürstlich

Biographie über den Ortsgründer von Putbus vorgestellt

Dieses Buch sollte im Bücherschrank aller Rügenfans nicht fehlen.

Titelgestaltung: Rügen-Druck Putbus

Von Rüdiger Zeige

Putbus.
Der große Saal des Putbusser Rathauses konnte am Montag, 8. Oktober, die Menschenmassen gar nicht aufnehmen, die da zur angekündigten Buchpräsentation strömten. "Der heutige Anlass stößt offenbar auf mehr Interesse als die spannendste Stadtvertretersitzung", kommentierte Bürgermeister Reese den Andrang und in kurzer Absprache wurde sofort ein Wiederholungstermin für den 15. Oktober festgelegt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Biographie "Wilhelm Malte zu Putbus und seine Fürstenresidenz auf der Insel Rügen".

Der Autor André Farin, hauptberuflich Lehrer und selbst Putbusser, berichtete der lauschenden Zuhörerschafft über das Zustandekommen des Buches, erzählte von der Mutter, die bei dem zehnjährigen Neugier weckte, weil sie immer wieder beim Gang durch den Park die Stelle benannte, wo einst das Schloss gestanden hatte, und von dem Mann da auf dem Sockel.

Farin nannte aber auch andere Menschen, die sein Interesse auf die Putbusser Geschichte lenkten und ihn veranlassten, sich intensiv und zielgerichtet damit zu befassen. Zehn Jahre "wühlen" in Archiven und Bibliotheken, "das, was da irgendwo schon mal gestanden hat, zusammenzufassen und überschaubar aufzuarbeiten, das Puzzel zusammenzufügen, war mein Ziel", gesteht er und bedankt sich gleichzeitig bei allen, die ihn, in welcher Form auch immer, unterstützten.

Dem Leser liegt ein handliches, in der Tat überschaubares Buch vor, das durch ein hervorragend gestaltetes Titelbild die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Mit Pfiff auch die Umschlagklappen, die die Reliefs am Sockel des Denkmals für den Fürsten zu Putbus zeigen.

32 Fotos lockern die gut gegliederten Textpassagen auf (es hätten ruhig noch mehr sein können - aber das war sicher eine Kostenfrage). Benutzerfreundlich auch die Fußnoten sowie die Zeittafel, Quellen- und Bildnachweise. Soweit der erste, zunächst "äußerliche" Eindruck.

Inhaltlich hat sich Farin auf geschichtliche Fakten, aber auch auf mündlich und schriftlich überlieferte Episoden gestützt, so dass man vermuten kann, keine "trockene" Datensammlung in den Händen zu halten. Auf die Leserresonanz darf man - aber auch der Autor - gespannt sein.

Nachtrag: Das Buch ist mit einem Vorwort von Franz zu Putbus versehen, das mit dem Satz endet: "Warum lassen wir uns hindern, den notwendigen Neuanfang und dringende Veränderungen von heute auch mit Erfahrungen aus der Vergangenheit zu unterstützen ?" Franz zu Putbus nahm an der Buchpräsentation teil, sprach von der Vorbildwirkung seiner Vorfahren (!) und forderte das Publikum auf, "im freundlichen Miteinander Gespräche zu führen, die in die Zukunft weisen.

Ohne eine Zukunft nützt uns die Vergangenheit gar nichts !" Es scheint dies der Versuch eines Mannes zu sein, eigene, ganz persönliche Erfahrungen aus der allerjüngsten Vergangenheit, der Zeit der Restitutionsansprüche, aufzuarbeiten. Sehen wir´s doch mal positiv.


1,8 Millionen Euro Defizit in der Kreiskasse

Haushaltsberatungen für 2002 beginnen
Ausschüsse suchen nach Einsparmöglichkeiten

Bergen auf Rügen (gü). Die finanzielle Situation des Landkreises ist gleich miserabel, nur das Jahr ändert sich. Das mussten auch die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses des Kreistags während ihrer Beratungen am 8. Oktober zur Kenntnis nehmen. Ein Defizit von rund 1,8 Millionen Euro für den Etat 2002 steht bisher zu Buche. Vor der Beratung waren es 775.800 Euro.

Und wie im letzten Jahr auch werden sich die Fachausschüsse unter Koordinierung des Haushalts- und Finanzausschusses in den kommenden Wochen und Monaten um die Gelder des Insellandkreises streiten. Dass dies wieder eine mühsame Aufgabe wird, zeigt die Tatsache, dass die Sitzung am 8. Oktober nach dreieinhalbstündiger Debatte abgebrochen wurde. Fortgesetzt wurden die Beratungen am zurückliegenden Montag. Bei Redaktionsschluss lagen allerdings noch keine Ergebnisse vor.

Kaum konkrete Ergebnisse gab es während der Sitzung am 8. Oktober zu erfahren. Die Mitglieder des Ausschusses beschäftigten sich besonders mit dem Bereich Soziales und Jugendhilfe im Verwaltungshaushalt.

Nur mühsam bahnten sie sich einen Weg durch das Zahlenwerk, das von der Kämmerei vorgelegt worden war. Und wieder tauchten die gleichen Fragen auf, wie im letzten Jahr an gleicher Stelle. "Wo können wir sparen ?". Die Mitarbeiter des Amtes stellten dar, dass sich Einsparungen in den Haushalten Soziales und Jugendhilfe schwer realisieren lassen. Das mochten wiederum die Ausschussmitglieder nicht wahrhaben.

Sind die hausgemachten Probleme des Landkreises zwischenzeitlich nicht kleiner geworden, gibt es zusätzlich schlechte Nachrichten aus Schwerin. Das Land wird dem Kreis 2002 weniger an Finanzausstattungen zuweisen wie bisher. Immerhin 870.000 Euro weniger schickt das Finanzministerium auf die Reise Richtung Rügen. Immerhin 482.600 Euro Schlüsselzuweisungen und 428.700 Euro für den Sozialbereich sind als Mindereinnahmen für die Inselkasse bereits prog-nostiziert, so Kämmerin Roswitha Juhnke.

"Wie geht es weiter, wo ist das Ende?", fragte Ausschussmitglied Gogalla (PDS) in die Runde der Anwesenden. Er forderte Prioritäten bei den Kreisfinanzen, um einen "akzeptablen" Etat zu erstellen. Dem fügte Angelika Peters (SPD) hinzu, dass "es unsere Aufgabe ist, unpopuläre Entscheidungen zu treffen". Sie unterstrich, dass die Selbstständigkeit des Landkreises erhalten bleiben muss.

Doch allein der Jugendhilfeausschuss hat eine Aufstockung des Etats in diesem Bereich um 213.000 Euro beschlossen. Wo also soll effektiv gespart werden, lautet die allgemeine Frage.
Dr. Ulrike Lucas (SPD), zweite Beigeordnete der Landrätin, könnte sich vorstellen, dass besonders ihr Bereich "klare Prioritäten" setzen könnte. "Die Verwaltung ist angehalten, Prioritäten zu setzen", so die Beigeordnete. Wie diese allerdings konkret aussehen sollen, stellte Dr. Lucas nicht zur Aussprache.

Im Zuge der Debatte wurde auch wieder über Budgetierungen der Haushalte der einzelnen Ämter gesprochen. Klaus-Dietmar Koesling (CDU) bemängelte in diesem Zusammenhang, dass bei der betreffenden Diskussion im letzten Jahr "kein Signal der Verwaltung" zu diesem Vorschlag erkennbar war.

Gestrichen wurden am 8. Oktober Gelder für das Gründer- und Technologiezentrum im Fährhafen Sassnitz sowie Eigenmittel für das Programm "LEADER plus".


6.434 Rüganer arbeitslos

Quote stieg im September auf 16,3 Prozent

Stralsund/Rügen (gü). Mit dem Ende des Sommers steigen auch wieder die Arbeitslosenzahlen auf der Insel. Während des sog. Statistiktages am 9. Oktober im Arbeitsamt der Hansestadt wurde die Septemberzahl für den Landkreis mit 6.434 arbeitslosen Frauen und Männern angegeben. Das entspricht einer Quote von 16,3 Prozent.

Immerhin 1.317 Rüganer haben im zurückliegenden Monat ihren Arbeitsplatz verloren. Spitzenreiter sind wieder das Baugewerbe und der Tourismus. Voraussehbar ist ein weiteres Steigen der Arbeitslosenzahlen. Wie in den letzten Jahren auch, werden zum Winter zahlreiche Hotels und Pensionen sowie gastronomische Einrichtungen geschlossen. Das Baugewerbe befindet sich landesweit in einer Krise. Bei diesen beiden "Konjunkturmotoren" für Mecklenburg-Vorpommern ist keine positive Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten zu sehen.

Auch der jahresabschließende Höhepunkt mit Weihnachten und Silvester wird die schlechten Zahlen nicht wesentlich korrigieren können, sind sich die Experten des Arbeitsamtes sicher. Mecklenburg-Vorpommern ist in den Herbst- und Wintermonaten noch zu wenig Reiseziel, im Gegensatz zu Bayern beispielsweise.

Viele kleine Betriebe wollen auch gar nicht "Experimente" in diesen Jahreszeiten unternehmen, da wirtschaftliche Risiken viel hoch seien, äußern sich auf eine entsprechende Rüganer-Umfrage mehrere Betriebe. Man überlässt es vielmehr den großen Häusern im Land, so wie auch auf der Insel Rügen, neugierige Gäste zu beherbergen.

In der Landestabelle der Arbeitsämter liegt Rügen nur knapp im hinteren Drittel von 18 Arbeitsämtern. Doch dies wird sich ändern. Auf dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit sind über 8.000 arbeitslose Rüganer in der Vergangenheit keine Seltenheit gewesen. Ein Markenzeichen der Saison an der Küste.

Statistisch schlüsseln sich die Arbeitslosen auf der Insel im September wie folgt auf : 3.682 Männer und 2.752 Frauen. Davon sind 238 Jugendliche unter 20 Jahre, 629 Jugendliche von 20 bis unter 25 Jahre, 844 Arbeitslose 55 Jahre und älter, 133 Schwerbehinderte, 149 Teilzeit suchende Arbeitslose, 1.706 Landzeitarbeitslose, 62 Aussiedler und 44 Ausländer. Beschäftigte in ABM 588, darunter 258 Frauen und 455 in SAM-Stellen.



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