D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 19. März - 25. März 2003 unabhängig - überparteilich

Schwarz-Erle ist Baum 2003

Tag des Baumes findet am 25. April statt

Eine Wandtafel, die in Vorbereitung des Theaterstücks der Sassnitzer Schüler entstanden ist, krönte sogar einen Teil der Ausstellung auf der Rügener Holz- und Regionalmesse im Juni letzten Jahres.

Foto: privat

Sassnitz (DR). In diesem Jahr kürte das Kuratorium "Baum des Jahres" die Schwarz- Erle (Alnus glutinosa) eben zum Baum des Jahres. Das teilt das Forstamt Rügen in einer entsprechenden Information mit. Diese Feuchte liebende Weichholz-Baumart ist im Forstamtsbereich auf über zehn Prozent der Waldfläche vertreten. Das sind mehr als 1.250 ha.

Beliebt ist das Holz für Brennzwecke, aber auch in der Furnierindustrie und im Wasserbau spielt es eine große Rolle. Besonders große Exemplare können Sie, liebe Leser, im Bereich des ehemaligen Forsthauses Prora an der B 196a zwischen Prora und Lubkow entdecken.

Im Gegensatz dazu stellte der Wachholder - als Baum des Jahres 2002- eher einen kleinen Vertreter des Waldes dar. Ein wunderschönes Theaterstück führte eine 5. Klasse der Verbundenen Haupt- und Realschule aus Sassnitz in Anlehnung von der Landesforstverwaltung M-V verfassten Kindergeschichte mehrmals auf.

Auch in diesem Jahr möchte das Forstamt mit Unterstützung von Kindern zum Tag des Baumes am 25. April 2003 eine kleine Aktion starten. Ideen und Anregungen nimmt gern S. Schulz unter (03 83 92) 2 27 61 vom Forstamt entgegen.


Kein Luxus !

Wirtschaftsrat der CDU steht zum Naturschutz

Bergen auf Rügen (DR). Aufgrund eines gestalterischen Fehlers bei der Headline zum Text des Wirtschaftsrates der CDU e. V., Sektion Rügen, in der letzten Ausgabe, ist es zu einem Missverständnis im Laufe der zurückliegenden Woche gekommen. Der Beitrag des Wirtschaftsrates auf der Seite 18 war mit "Wie lange leisten wir uns den Luxus Naturschutz noch ?" überschrieben.

Richtig muss es heißen, "Wie lange leisten wir uns den ,Luxus-Naturschutz' noch ?"
Diese falsche Formulierung bescherte dem Sektionssprecher Volker Boche zahlreiche Telefonate mit Lesern und Bürgern, die den Sinn der Überschrift hinterfragten. Dass der Wirtschaftsrat den Naturschutz nicht als Luxus deklariert, beweist die richtige Formulierung in der ersten Spalte in den Zeilen 33 /34 auf der Seite 18, wie Volker Boche in diesem Zusammenhang deutlich unterstrichen wissen will, wie er sich jetzt äußert.

"Als Wirtschaftsrat stehen wir zu den Prämissen des Naturschutzes. Aber wir wollen nicht, dass durch überdimensionierte Verordnungen die Entwicklungsmöglichkeiten der Bürger auf der Insel Rügen rigoros eingeschränkt werden", so Boche. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Fragen, die der Wirtschaftsrat zum geplanten Naturpark gestellt hat.

Gleichzeitig ruft er an dieser Stelle nochmals alle politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträger auf, sich an der Lösung der wahren Probleme auf Deutschlands größter Insel zu beteiligen. Denn diese sind nach Meinung des Wirtschaftsrates überwiegend hausgemacht bzw. werden durch die Politik auf Landes- und Bundesebene negativ beeinflusst.

"Die Menschen auf Rügen brauchen und wollen Arbeit. Das ist das größte Problem, das wir sicher auch gemeinsam lösen können", appelliert Boche an alle beteiligten Seiten in diesem Zusammenhang.


Olympia

Vierter Platz im Bericht

Frankfurt am Main (gü). Die Bewerberregion Stralsund / Rügen um die Austragung der Segelewettbewerbe für die olympischen Spiele 2012 ist vorerst auf dem vierten von fünf möglichen Plätzen gelandet. Die Evaluierungskommssion des NOK Deutschland legte am letzten Donnerstag ihre Liste in der Bankenmetropole vor.

Der stellvertretende NOK-Präsident und Kommissionsvorsitzende Dieter Graf Landsberg-Velen betonte an diesem Tag allerdings, dass diese Reihenfolge der Bewerber kein Ranking für eine mögliche Bewerbung sei. Rügens "Olympiabeauftragte" und zweite Beigeordnete, Dr. Ulrike Lucas (SPD), ist nach einer Mitteilung des Landratsamtes weiterhin optimistisch, dass die Region es noch packen kann.

Auf Platz eins liegt der Bewerber Kiel, es folgt auf zwei Rostock / Warnemünde. Bei den Städten hat derzeit Hamburg vor Leipzig die Nase vorn. Die endgültige Entscheidung fällt das NOK am 12. April in München.


Akzeptanz der Verbraucher ist wichtig

Kreisbauernverband Rügen:
Bauern und Verbraucher sind aufeinander angewiesen

Von Robby Günther

Bergen auf Rügen.
"Uns ist die Akzeptanz der Verbraucher für unsere Produkte sehr wichtig", unterstreicht Walter Lonskowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Rügen, anlässlich eines unlängst stattgefundenen Pressegesprächs das Ansinnen der Rügener Landwirte, wenn es wieder einmal um die Preise für landwirtschaftliche Produkte geht. Seiner Meinung nach sind Bauern und Verbraucher aufeinander angewiesen, muss jede Seite die Position der anderen verstehen und akzeptieren.

Nicht nur aus diesem Grund will der Kreisbauernverband in nächster Zeit mehr mit seinen Themen in die Öffentlichkeit gehen, wie Lothar Püschel, Geschäftsführer des Verbandes, ergänzend sagte.
"Die Verbraucher müssen wissen, wie die Landwirte arbeiten, und die Landwirte müssen die Probleme der Verbraucher kennen, ist für Lonskowski der Weg klar. Trotz etlicher Probleme, mit denen gerade die Landwirtschaft zu kämpfen hat, ist "die Situation nicht ganz so dramatisch", schätzt der Vorsitzende ein.

Dass das Aus der Landwirtschaft besiegelt sei, wenn die Vorschläge von EU-Kommissar Fischler umgesetzt würden, ist ein derzeit unter den Bauern heiß diskutiertes Thema, unterstrich der Vorsitzende die Auswirkungen auf den einzelnen Landwirt und seine Existenz (Der Rüganer berichtete).

Denn die Vorschläge sehen unter anderem vor, dass die Modulation (Ausgleichszahlungen für landwirtschaftliche Flächen) gesenkt werden sollen. Das ist für Deutschland noch in diesem Jahr im Gespräch, in der EU ab 2006 geplant. Das würde Einkommensverluste von einem Drittel ausmachen, sind sich die Bauern sicher und damit Existenzen vernichten.

Damit kamen die anwesenden Vertreter des Verbandes zur eingangs erwähnten Akzeptanz durch die Verbraucher zurück. "Wenn die Leute einen Autopreis ohne große Diskussion akzeptieren, aber nicht bereit sind, die Preise für den Liter Milch zu zahlen, dann ist grundsätzlich etwas nicht in Ordnung", lautet ihre Meinung. Aber, die Bauern wollen auch unterstrichen wissen, dass sie nichts für die Preise im Supermarkt können und keinerlei Möglichkeiten haben, auf die Rahmenbedingungen einzuwirken. "

Wir müssen den aufgerufenen Abnehmerpreis akzeptieren, oder aber wir bleiben auf unseren Erzeugnissen sitzen", hieß es dazu von Landwirt Dr. H. Möller aus Samtens. Den Verkaufspreis bestimmen dann Großhändler und Supermarktketten. Die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft verdienen seit zehn Jahren das selbe Geld. Lohnsteigerungen sind aufgrund der niedrigen Erträge gar nicht drin (Jahresverdienst rund 21.500 Euro brutto), hieß es dazu weiter.

Deshalb müssen beispielsweise neue Produkte entwickelt werden, wollen sich die auf Rügen befindlichen Betriebe spezialisieren. Um die Erzeugnisse professioneller zu vermarkten, stellen sich Verbandschef und Geschäftsführer eine Anlaufstelle auf Rügen vor, wo man alles kaufen kann. "Wir denken momentan über eine Lösung nach, haben allerdings noch bei der quantitativen Belieferung unsere Sorgen", gibt Lothar Püschel zu.

Aber, so der Geschäftsführer weiter, der Kreisbauernverband hat einen Antrag für ein Projekt im Rahmen des "Leader+-Programmes" gestellt, mit dem Nachfrage und Bedarf geklärt und auch gesteuert werden sollen. "Unser Ziel sind hochwertige Produkte für einen guten Preis", so Walter Lonskowski, der damit den Mitgliedern des Verbandes aus dem Herzen spricht.

Aber der Kreisbauernverband will sich auch offen halten für landwirtschaftliche Betriebe, die nicht Mitglied sind, betont er an dieser Stelle. Momentan sind sind 155 Einzelpersonen bis zum Familienbetrieb Mitglieder im Verband. Diese bewirtschaften rund 43.500 Hektar (71,2 Prozent) der landwirtschaftlichen Fläche auf Rügen.

Trotz der teilweise schwierigen Begleiterscheinungen ist der Beruf des Landwirtes einer mit Zukunft, sagen die Betroffenen und stecken nicht den Kopf in den Sand. Allerdings ist es nach wie vor schwer, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. Sollten es landesweit derzeit rund 600 Azubis sein, sind es konkret nur 200.


Schwarzer Arbeitsmonat

Statistiktag im Arbeitsamt:
10.362 Rüganer waren im Februar 2003 ohne Arbeit

Stralsund (gü). Keine Veränderungen auf dem Rügener Arbeitsmarkt vom Januar zum Februar konnte Dr. Jürgen Radloff, Direktor des Arbeitsamtes Stralsund, beim letzten Statistiktag konstatieren. Mit 10.362 Frauen und Männern waren zwei Personen im Februar mehr arbeitslos als im Januar.

Fazit: Null Abwärtstrend bei den schlimmen Zahlen. Die Quote auf der Insel betrug damit 26,4 Prozent, im gesamten Arbeitsamtsbezirk lag sie bei 25,2 Prozent.
Wie den vorliegenden Unterlagen des Arbeitsamtes zu entnehmen ist, haben sich in diesem Zeitraum genauso viele Rüganer arbeitslos gemeldet, wie freie Stellen trotzdem besetzt werden konnten.

Im Land Mecklenburg-Vorpommern wurde eine Quote von 22,1 Prozent gemeldet, damit nimmt das nordöstlichste Bundesland den letzten Platz unter allen 16 Bundesländern ein. Für Verwunderung und Empörung sorgte in diesem Zusammenhang wieder einmal der verantwortliche Arbeitsminister des Landes, Helmut Holter von der PDS. Er reihte sich mit PDS-Landtagsfraktionschefin Angelika Gramkow in eine Demonstration von Arbeitslosen in Schwerin ein und demonstrierte damit gegen seine eigene desaströse Politik !

Auf Rügen sind die arbeitslos gemeldeten Männer in der Überzahl. Diese werden in der Statistik mit 5.667 (54,7 Prozent) geführt, 4.695 Frauen sind gemeldet, das entspricht 45,3 Prozent.

Auch in unserem Kreis hat die Jugendarbeitslosigkeit eine Größenordnung erreicht, die ins Dramatische abzurutschen droht. So waren zum Monatsende 1.146 Jugendliche (11,1 Prozent) von 20 bis unter 25 Jahren arbeitslos, weitere 188 Jugendliche (1,8 Prozent) unter 20 Jahre kommen hinzu.

Mit 2.355 Langzeitarbeitslosen (22,7 Prozent) ist das der größte Anteil an Arbeitslosen. 996 Arbeitslose ab 55 Jahre und älter (9,6 Prozent), 172 Schwerbehinderte (1,7 Prozent) 217 Teilzeitarbeitsuchende (2,1 Prozent) kommen hinzu. Weiterhin sind 128 Ausländer (1,2 Prozent) und 93 Aussiedler (0,9 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Jetzt wartet die Insel wieder auf den Beginn der Saison. Dann erfolgen Einstellungen im Gastgewerbe und auch in der Bauwirtschaft. Doch nach der Saison geht vermutlich alles wieder von vorn los.


Positive Kriminalstatistik 2002

Die Polizeiinspektion Bergen lud zur Bekanntgabe

Bergen auf Rügen (bs). Wie in jedem Frühjahr lud auch diesmal die Polizeiinspektion Bergen vor zwei Wochen zu einem Pressegespräch, um die Kriminalstatistik des Jahres 2002 bekanntzugeben.
Die Entwicklung der im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Stralsund im Jahre 2002 angezeigten Kriminalität ist insgesamt positiv zu bewerten. Auf der einen Seite ist die Anzahl der registrierten Fälle gegenüber dem Vorjahr gesunken (im Landkreis Rügen 6.846, 2001 waren es noch 6.944) und auf der anderen Seite konnte die Aufklärungsquote erneut gesteigert werden (60,2 Prozent, 2001 waren es im Vergleich 56,1 Prozent).

Wie Gustav Lüth von der Polizeiinspektion Bergen und Johannes Fritzsche, Leiter des Kriminalkommissariats Stralsund, mitteilten, wurden im Jahr 2002 in der Polizeidirektion Stralsund insgesamt 25.359 Fälle abschließend bearbeitet und an die Staatsanwaltschaft übergeben. Im Jahre 2001 waren es noch 26.483 Fälle.

Das bedeutet einen Rückgang um 4,2 Prozent. Dabei stellte auch im Jahre 2002 die Diebstahlskriminalität den größten Anteil am Gesamtkriminalitätsaufkommen dar und ist damit absoluter Spitzenreiter, obwohl die Fallzahlen in diesem Deliktsbereich gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Der Anteil konnte erneut unter 50 Prozent gehalten werden. (2002: 48,7 Prozent, 2001: 49,2 Prozent)

Bei den Delikten der Straßenkriminalität, also die Straftaten, die überwiegend in der Öffentlichkeit begangen werden, verzeichnete das Kriminalkommissariat 2002 einen Rückgang um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 9.274 Tatverdächtige konnten im vergangenen Jahr durch polizeiliche Ermittlungen festgestellt werden. Das sind 284 tatverdächtige Personen weniger als im Jahr zuvor.
Im Bereich der Jugendkriminalität ist eine positive Entwicklung festzustellen.

Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden (Personen unter 21 Jahren) an allen ermittelten Tatverdächtigen sank 2002 auf 35,1 Prozent auf der Insel Rügen. "Das ist aber Jahrgangsbedingt, hier spiegelt sich die demographische Entwicklung wider", so Lüth. Dies stellt den niedrigsten Wert der zurückliegenden Jahre dar.

Erfreulich ist auch, dass sich die Zahl der Rauschgiftdelikte verringerte. So waren es im Jahr 2001 noch 200 Fälle auf der Insel, 2002 178 Fälle. Mit einer Aufklärungsquote von 98,9 Prozent können die Polizeibeamten sehr zufrieden sein.

Bei den Straftaten gegen das Leben (Mord bzw. Totschlag) wurden im letzten Jahr drei Fälle registriert, die auch alle aufgeklärt wurden. Die Polizeidirektion Stralsund wird auch im laufenden Jahr erhebliche Anstrengungen unternehmen, um innerhalb der neuen organisatorischen Rahmenbedingungen weiterhin positiv auf die Kriminalitätsentwicklung einzuwirken.

Dabei stehen Repression und Prävention in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Besondere Schwerpunkte der Arbeit werden bei Mehrfach- und Intensivtätern sowie Straftatenserien zu setzen sein. Dabei steht nicht zuletzt eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung im Vordergrund, hieß es dazu abschließend.



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