D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 19. November - 25. November unabhängig - überparteilich

Brandstiftung verursacht hohen Schaden

Ehemaliger Speicher und Holzscheune in Altefähr abgebrannt
500.000 Euro Sachschaden enstanden

Nach dem Großfeuer in der Nacht vom 10. zum 11. November bleibt vom ehemaligen Speicher nur ein Bild des Schreckens. Foto : (PD)

Altefähr (gü). Schrecken stand den Einwohnern des Ortes in der Nacht vom 10. zum 11. November ins Gesicht geschrieben, als viele von ihnen das Großfeuer im alten Speicher bemerkten. Zahlreiche Anwohner alarmierten die Feuerwehr. Auch viele Einwohner der benachbarten Stadt Stralsund riefen die Feuerwehr an, da der Brand in dieser Nacht über den Strelasund bis zu ihnen zu sehen war.

"Wir gehen von Brandstiftung aus", informierte Polizeisprecher Ingo Dinse am Mittwoch letzter Woche zu den Ursachen des Großfeuers, das einen Sachschaden in Höhe von rund 500.000 Euro verursacht hat.

Dinse weiter : Gegen 23.45 Uhr erhielt die Polizei über Notruf erste Hinweise, dass es brennt. Insgesamt fünf Feuerwehren (Berufsfeuerwehr Stralsund, FFw aus Altefähr, Gustow, Samtens und Rambin) waren zur Brandbekämpfung eingesetzt. Die Wehren konnten das Ausbrennen der dort beheimateten Firma nicht verhindern, aber ein Übergreifen auf die Wohngebäude, die unmittelbar am Brandort stehen.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten noch bis weit nach 12 Uhr am Dienstag Brandwache leisten und Glutnester löschen. Personen wurden nicht verletzt. Am Vormittag nahmen die Kriminalbeamten und ein Brandursachenermittler die Ermittlungen zur Brandursache auf.


Lehrermangel auf Grund von Sparmaßnahmen

"Die Kinder gehen vor die Hunde"

Die Schüler der 2. und 3. Klasse der 2. Grundschule in Sassnitz sind jetzt auf sich alleine gestellt.

Foto: Christian Niemann

Von Christian Niemann

Sassnitz.
In den Sommerferien, wenn die Schüler sich sechs Wochen lang erholen, dann ist für den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg- Vorpommern, Prof. Dr. Dr. Hans - Robert Metelmann, die Zeit gekommen, Beschlüsse zu fassen. deren Folge weitreichende Sparmaßnahmen sind. Folge dieses Sparkurses ist, dass seit Anfang Oktober zwei PsmA-Kräfte (Personal mit sonderpädagogischen Aufgaben) nicht mehr an der 2. Grundschule in Sassnitz tätig sind.

Mitte September erhielten die Schüler, Eltern und Lehrer die Mitteilung, dass die beiden PsmA-Kräfte mit Wirkung vom 1. Oktober nicht mehr "gebraucht werden". Am 21. September demonstrierten Kinder, Eltern und Großeltern vor dem Landtag gegen diesen Beschluss. Bisher blieb der Minister die gewünschten Antworten schuldig.

Auf Briefe der Eltern antwortet Bildungsminister Metelmann: "Ihr Schreiben vom... habe ich zur Kenntnis genommen. Schwierigkeiten bestehen bei Schülern mit festgestellter LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) bekanntlich in einem erschwerten Lesen- und Schreibenlernen. Dieser Prozess wird speziell in dafür geschaffenen Klassen durch entsprechend ausgebildete Lehrer geführt".

"Alle Entscheidungen zur Kürzung der Betreuung von LRS-Kindern durch PsmA-Kräfte und zur Reduzierung der Unterrichtsversorgung wurden durch den Bildungsminister und nicht durch den Landtag getroffen", so ein Schreiben der CDU-Fraktion. Weiter heißt es "Politische Verantwortung trägt auch Ministerpräsident Dr. Harald Ringsdorff. Er hat sich bisher nicht einmal zu den öffentlichen Protesten gegen die Bildungspolitik seiner Regierung geäußert".

Im Frühjahr wurden bereits schon einmal gravierende Kürzungen im Förderschulbereich vorgenommen. Derzeit werden Anträge der CDU-Fraktion des Landtages Mecklenburg-Vorpommern im Bildungsausschuss bearbeitet. Darin wird eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung für die Schulen gefordert. Vor einiger Zeit hatte die Landtagsfraktion der CDU bereits einen Antrag im Zusammenhang mit den Kürzungen im Förderschulbereich gestellt. Dieser wurde jedoch durch die Fraktionen der SPD und PDS angelehnt.

Die Lehrer können sich nicht auf jeden Einzelnen der 23 Kinder, mit Lese-Rechtschreib-Schwäche, individuell einstellen. Wie bereits erwähnt, sind seit Oktober selbst die geringsten Freiräume für die Lösung individueller Probleme "eingespart" worden. In der Vergangenheit wurden die Kinder der 2. und 3. Klasse von den PsmA-Kräften fachlich unterrichtet.

Beide haben eine Spezialausbildung und sind seit der Eröffnung der Schule im Jahr 1990 dort als Lehrer tätig gewesen. Bei den beiden, jetzt in Bergen tätigen Lehrern, stand das "Lernen mit Hand und Fuß"im Mittelpunkt. Um die Konzentrationsfähigkeit bei den Kindern zu erhöhen, wurden unter anderen Entspannungsübungen durchgeführt.

So wurde ein höherer Lernerfolg bei den Kindern erzielt. Im Rüganer - Gespräch fordern die Eltern deshalb die Wiedereinstellung der PsmA-Kräfte. "Denn durch den Wegfall der qualifizierten Lehrer gehen die Kinder vor die Hunde", so Elternsprecher Dirk Möller.


Der Weg zur Marke

Tourismustag 2003

Putbus (tw). Mit hochkarätigen Referenten hatte der Tourismusverband Rügen e.V. seinen 9. Tourismustag gespickt. Unter dem Thema "Rügen auf dem Weg zur Marke" wurden zahlreiche Facetten zum Thema beleuchtet. 120 Mitglieder und Interessierte waren der Einladung in das Theater Putbus gefolgt, um von renommierten Experten ein brandaktuelles Thema beleuchtet zu wissen.

Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden des Verbandes, Sönke Reimers, und einem Grußwort von Landrätin Kerstin Kassner (PDS), betrat zunächst Beat Krippendorf die Bühne. Der Dozent für Marketing und Rhetorik für Tourismus an der Universität Innsbruck und am Institut für Wissenschaft und Bildung in Hofen machte in seinem kurzweiligen Vortrag "Der Mensch hinter der Marke" auf das wesentliche aufmerksam.

"Wenn Sie nicht mit all ihrem Tun und dem Herzen hinter einer positiven Einstellung zur Branche und zum Gast stehen, hat alles andere wenig Sinn. Lächeln Sie ruhig öfter und zeigen Sie Freude an dem was Sie tun", forderte der Schweizer seine Zuhörerschaft auf. Dr. Mathias Feige (DWIF) bestätigte den Rüganern eine guten Stand im nationalen Vergleich. Es sei aber auch noch eine Menge zu tun, was man nur mit gemeinsamen Anstrengungen schaffen könnte, war der Tenor in seinem Vortrag "Die Marke Rügen - ist es schon soweit ?"

Dass man durchaus "von bekannten Markenauftritten lernen" kann, erklärte Ron Imelauer vom Büro für Konzepte und Gestaltung in Berlin. Schade nur, dass so wenig Tourismusverbandsmitglieder die einmalige Chance zur Information aus berufenem Munde nutzten. Dr. Thomas Gelshorn, Projektmanager der "Dachmarke Rügen" rundete die Rednerliste ab.

Marke Rügen - jetzt geht es los !
Der Leiter des Dachmarkenbüros Rügen, Dr. Thomas Gelshorn

Rügen (tw). "Jetzt haben wir heute von verschiedenen Seiten gehört, wie gut es ist, eine Marke zu haben. Für die Käufer beziehungsweise in unserem Fall Gäste soll es wertvoll sein, die Marke Rügen zu haben, weil sie gut ist, Qualität verspricht, unvergessene Urlaubserlebnisse vermittelt. Und es ist auch gut, eine Marke zu sein. Für Rügen ist es gut und es wird immer wichtiger werden, die Marke zu sein, die jeder haben will.

An beidem werden wir jetzt intensiv arbeiten", so Dr. Thomas Gelshorn, Projektmanager des Dachmarkenbüros. Im Oktober konnte das LEADER+ Projekt Dachmarke Rügen seine Arbeit aufnehmen und endlich das fortsetzen, was bereits vor ziemlich genau zwei Jahren schon einmal so hoffnungsvoll und richtungsweisend begonnen hatte.

Der Aufbau eines Qualitätsnetzwerkes zur Entwicklung und Umsetzung einer Dachmarke Rügen ist der volle Titel dessen, was im Volksmund gemeinhin Dachmarkenprojekt heißt. Die Dachmarke ist eins der vier Leitprojekte, Träger dieses Projektes ist der Landkreis Rügen. Unterstützung, die erforderlichen Eigenmittel aufzubringen, erhielt der Landkreis von der Sparkasse Rügen, vom Tourismusverband und vom E-Werk Sassnitz , vom Rügenprodukt e.V. und der Gemeinde Putgarten.

Im Oktober begann das Projektbüro in Bergen Markt 10, seine Arbeit aufzunehmen. Die Finanzierung ist zunächst bis Ende 2004 gesichert. Die im Raum stehende Frage "Und was wird jetzt mit »seiner« Binz AG?", beantwortete Gelshorn denn auch prompt. "Die wird es weiter geben. Ich werde sie zunächst in einer Übergangsphase, deren Dauer wir noch nicht definiert haben, begleiten. Anja Radtke, die dort fast von Beginn an dabei ist, wird die Fäden mehr und mehr in die Hand nehmen", so Gelshorn.

Doch zurück zur Zukunft und den Perspektiven für Rügen als Marke. "Wie gesagt waren wir vor zwei Jahren schon einmal ziemlich weit. Wir hatten die Werte und die Botschaft einer Marke Rügen definiert und erste Ansätze für das Erscheinungsbild festgelegt und erste Ideen zu Führung und Trägerschaft einer Marke Rügen definiert. Es gab eine breite Zustimmung zu diesem Konzept. Dann folgte die langwierige Suche nach Finanzierungen - zuerst im Programm Regionen Aktiv, schließlich in Leader+. Jetzt ist es so weit, dass wir weitermachen können", erläuterte Thomas Gelshorn die Entwicklung.

Was haben die Verantwortlichen denn jetzt in den nächsten 14 Monaten vor? Wie will man die Marke entwickeln? Ziel sei es nach wie vor, die vor allem im ländlichen Bereich Rügens vorhandenen und noch weitgehend ungenutzten Wertschöpfungspotenziale zu nutzen, insbesondere durch die Steigerung der Nachfrage nach Rügener Produkten. Hier seien Möglichkeiten zu eröffnen, die für den Aufbau von beispielsweise Verarbeitungskapazitäten und damit zu schaffenden Arbeitsplätzen verbunden werden können.

Aber eine höhere Wertschöpfung könne auch im Tourismus möglich werden, so durch neue Angebote. Der Projektmanager geht davon aus, dass es wie auch in anderen Regionen möglich sein werde, durch neue und höherwertige Qualitäten die Chance zu eröffnen, höhere Preise zu erzielen und Gäste durch die Qualität zu binden.

Ziel müsse es sein, dass die Gäste und auch die Rüganer, Rügen - erleben, schmecken, genießen wollen - und das dann auch bekommen. Um diese dafür notwendigen Produktketten aufzubauen gebe es das Schwesterprojekt "Kompetenzzentrum Landwirtschaftliche Rügenprodukte", des Bauerverbandes. Es wird von Frieder Rock betreut. Beide Projekte teilen sich das Büro in Bergen.

Was heißt denn Dachmarke und wie soll sie aussehen? "Häufig werde ich derzeit gefragt, wie denn dieses Dach aussehen kann und ob dann wieder alles neu entwickelt wird? Was wird aus den vorhandenen Ansätzen wie "Das Beste", "Regionale Esskultur" usw ? Nun, die Marke soll - und das zeigt ja auch schon der Arbeitstitel, ein Dach sein, eben eine Dachmarke, die den Rahmen vorgibt für mehrere Marken und Gütesiegel.

Unter diesem Dach soll sich, orientiert an einem gemeinsamen Leitbild, all das ordnen, was für Rügen wirbt oder seine Qualität hervorhebt", erklärt Gelshorn und nannte auch sofort ein Beispiel. "Vielleicht kann man es sich einfach so vorstellen: Stellen wir es mal so dar anhand dessen, was wir heute gehört haben für den Tourismus: Es gibt den Wunsch nach Urlaub in Deutschland - und nehmen wir an, es gäbe so etwas wie eine Marke Deutschlandtourismus - das ist die Basis.

Noch besser wäre es auf einer Insel in Deutschland. Und als logische Konsequenz: Am allerbesten auf Rügen. Das ganze steht unter dem Dach Deutschland und wird immer präziser oder auch besser. Das ist ja letztlich die Bedeutung einer Marke, wie wir sie heute gelernt haben. Dieses Beispiel vermischt zwar etwas Spezialisierung, Hierarchie und Wiedererkennung, hilft uns aber glaube ich, erstmal etwas weiter.

Ähnlich wird sich das Dach der Marke Rügen darstellen. Es gibt die Basis, auf der das Dach steht - Das ist zur Zeit der Tourismus, der mit all seinen Marketingaktivitäten, die Rügen schon jetzt zu einem Begriff gemacht hat. Er sorgt für die Bekanntheit Rügens - dieses Label (die Bekanntheitsmarke) wird daher nur wenigen Einschränkungen unterliegen. Dann gibt es Marken Gütesiegel, Qualitätslables, die sagen: gut, weil von Rügen für die verschiedensten Bereiche. Sie versprechen die besondere Qualität Rügens, werben für bestimmte Angebotssegmente: Tourismus, Landwirtschaftliche Produkte, Dienstleistungen etc..

Dieses Dach gilt es jetzt zu bauen, also es mit einem Leitbild zu unterstützen, das die Konstruktion vorgibt, die Stützen einzuziehen aus den verschiedenen Bereichen die das Dach tragen sollen und die Regeln zu definieren, die einzuhalten sind, will man dieses Dach nutzen, die aber auch nötig sind, wenn die Marke eine klare und ehrliche Botschaft vermitteln soll", so Gelshorn.

Welche Schritte werden aber jetzt unternommen? Derzeit befasse man sich mit der Aufarbeitung dessen, was war, wird recherchiert, welche Ansätze es bereits gibt, was man dort lernen könne. Es werden Workshops mit zentralen Akteuren und interessierten Rüganern durchgeführt, um mit ihnen gemeinsam den Weg zur Marke entwerfen.

Eine Steuerungsgruppe oder Beirat, der sich noch in diesem Jahr konstituieren wird, soll die Entwicklung des Prozesses begleiten, soll Impulse geben und die Basis bilden für eine breite Akzeptanz der Marke Rügen. Im nächsten Jahr stehen dann die Markenhierarchie, Bekanntheitsmarke, Qualitätsmarke, Qualitätskriterien, Markenverwendung, Kommunikationsstrategien nach innen und außen, Internet und der Aufbau der Markenorganisation an.

"Auch diese Schritte werden wieder von Workshops begleitet sein, da wir es für unabdingbar halten, diese Entwicklung gemeinsam zu tragen, wenn sie am Ende auch von einer breiten Basis akzeptiert werden soll. Am Ende wird eine definierte Marke stehen mit einem Leitbild, welches die Corporate Identity Rügens beschreibt, einem Corporate Design einschließlich Logo, und allem, was man so braucht. Mit Richtlinien und Qualitätskriterien, die regeln, wer unter welchen Bedingungen die Marke oder Teile von ihr verwenden kann.

Am Ende dieser ersten Projektphase werden wir wissen, was wir meinen, wenn wir Rügen sagen", so Thomas Gelshorn über den weiteren Ablauf.


Ziel 1. Januar 2005: Amt Nord

Amtsausschuss Wittow billigt Entwurf des öffentlich-rechtlichen Vertrages

Lanckensburg (gü). "Die Weichen sind gestellt, in dieser Frage gibt es nun auch kein Zurück mehr", kommentiert Ulrich Mielke (Bündnis für Rügen), Amtsvorsteher des Amtes Wittow, die Billigung des Amtsausschusses zum Vertragsentwurf, der als Grundlage für die Fusion der Ämter Jasmund und Wittow dienen soll. In der Sache mehrheitlich haben die Mitglieder des Amtsausschusses während ihrer Sitzung am letzten Donnerstag dem vorliegenden Papier zugestimmt. Um es nun in ihre Gemeindevertretung mitzunehmen und dort beraten zu lassen, wie Mielke weiter sagt.

"Angestrebt ist", so der Amtsvorsteher, dass "in den Gemeinden bis zum Februar 2004 die Billigung über die Inhalte erreicht wird. Der Amtsausschuss soll Ende Februar 2004 dann einen Beschluss fassen, anschließend geht der Vertrag zur Unteren Rechtsaufsicht zur Prüfung und danach zum Innenministerium nach Schwerin, zeigt Mielke die zeitliche Abfolge auf. Das gleiche Verfahren ist übrigens mit den Kollegen im benachbarten Amt Jasmund verabredet, der Amtsausschuss trifft sich am heutigen Mittwoch, um ebenfalls über den Vertragsentwurf zu beraten.

Sollte der dann im Februar 2004 durch die beiden Amtsausschüsse beschlossene öffentlich-rechtliche Vertrag in eine Verordnung des Schweriner Innenministeriums münden, wird es ab dem 1. Januar 2005 das Amt Nord geben. Befragt nach einer Möglichkeit, mit der Stadt Sass-nitz gemeinsam ein Amt aufzumachen, äußert sich Amtsvorsteher Mielke wie folgt : "Diese Überlegungen standen noch nie auf der Tagesordnung der Stadt Sassnitz und der Ämter Jasmund und Wittow.

Es würde sich hierbei auch nicht um eine Alternative handeln. Wir müssen für das Jetzt und Heute entscheiden. Außerdem müssen wir die Inhalte der angekündigten Funktional- und Kreisgebietsreform seitens des Landes abwarten, um dann sicher weitere Entscheidungen zu treffen."

Größter Knackpunkt zwischen den Ämtern Jasmund und Wittow ist derzeit noch die Frage nach dem künftigen Sitz der Amtsverwaltung. Beide Ämter haben in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Mittel in den Ausbau ihrer Amtsverwaltung in Sagard bzw. Lanckensburg investiert. "Natürlich befürworten wir unsere Amtsverwaltung", sagt der erste stellvertretende Bürgermeister von Dranske, Manfred Weigand (PDS), gegenüber dieser Zeitung.

"Aber das werden die Kollegen von Jasmund mit ihrem Amtssitz in Sagard ähnlich sehen", schätzt Weigand ein. Der übrigens seinen Bürgermeister, Uwe Ahlers (FDP), während der Sitzung des Amtsausschusses vertrat. Ahlers selbst äußerte sich auf Nachfrage dieser Zeitung zum Amtssitz : "Ich könnte auch mit einer Außenstelle des Amtes Nord in Lanckensburg leben. Wichtig ist, dass dort kompetente Mitarbeiter für Sachfragen vor Ort durch den Bürger anzutreffen sind."

Hingegen sieht sein Stellvertreter in einem Rüganer-Telefonat generell die "Bürgernähe verloren", was die Bildung von größere Amtsstrukturen angeht. Schließlich wird das künftige Amt Nord Heimat von rund 9.800 Bürgern sein.

Auch hat Manfred Weigand Bauchschmerzen, wenn es um die viel beschworenen Ein-
sparungen geht. "Die sehe ich erst einmal nicht", drückt er seine Meinung beispielsweise mit Blick auf Personalabbau aus. "Entlassungen bringen hohe Abfindungen mit sich, also müssen die Mitarbeiter aus altersbedingten Gründen ausscheiden, damit hierbei keine Kosten auftreten", so der Kommunalpolitiker.

Wie eingangs erwähnt, wird der Vertragsentwurf nun in den Gemeinden diskutiert. Bürger sollten sich informieren . . .


Tödlicher Unfall auf der B 96

58-jährige Rüganerin starb am letzten Donnerstag auf dem Weg zur Arbeit

Sagard / Glowe (DR / gü). Der nahende Winter hat sein erstes Todesopfer auf den Straßen der Insel gefordert ! Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Stralsund ereigneten sich am 13. November im Laufe des Vormittags insgesamt 23 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Davon allein zehn auf Rügen, die durch die Beamten der Polizeireviere Bergen auf Rügen und Sassnitz aufgenommen wurden.

Der schwerste Unfall passierte auf der Bundesstraße 96 in Höhe Sagard. Die 58-jährige Fahrerin eines Pkw Suzuki kam gegen 06.34 Uhr auf der Eisenbahnbrücke ins Schleudern, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden VW-Transporter. Dabei verletzte sich die Pkw-Fahrerin aus Sassnitz so schwer, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Der 39-jährige Fahrer des VW blieb unverletzt. Am Suzuki entstand Totalschaden. Die Straße war einige Stunden voll gesperrt.

Ebenfalls auf Rügen prallte eine 36-jährige Frau mit ihrem Pkw gegen einen Baum. Sie war am selben Morgen gegen 08.25 Uhr auf der Landesstraße 30 von Glowe in Richtung Sagard unterwegs, als sie mit ihrem Pkw Audi auf dem Ruschvitzer Berg ins Schleudern geriet. Bei dem Anprall an den Baum wurde sie in ihrem Auto eingeklemmt und musste von Rettungskräften herausgeschnitten werden. Die Einheimische verletzte sich schwer. Eine stationäre Aufnahme erfolgte im Krankenhaus Bergen. Am Pkw entstand Totalschaden.

Bei einem weiteren Unfall am Morgen des 13. November kam eine 26-jährige Fahrerin gegen 7.30 Uhr mit ihrem Pkw auf der B 196 bei Dalkvitz in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und überschlug sich mit dem Fahrzeug. Sie erlitt leichte Verletzungen, wie es zusammenfassend im Bericht der Polizeidirektion Stralsund heißt.

Die Polizei bittet alle Kraftfahrer, sich an die Straßenverhältnisse dieser Tage anzupassen. Es muss zunehmend auch mit glatten Straßen auf der Insel Rügen gerechnet werden. Die Witterungsbedingungen gerade in der Nacht "bescheren" den Verkehrsteilnehmern erhebliche "Überraschungen" und fordern hohe Konzentration von allen.



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