D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 20. November - 26. November unabhängig - überparteilich

"Rahmenkonzept Prora" für Block III

Gemeinde und Bundesvermögensamt einigen sich auf Planungen
S.E.P.P. bietet konkrete Entwicklung

Die Gemeinde will Prora aus der Mitte entwickeln. Interessierte Gäste sollen neben Museen multifunktionale Erlebnisbereiche vorfinden. Darauf setzen auch die Planer von S.E.P.P.

Ostseebad Binz (gü). Die Zukunft Proras beginnt in der Mitte ! Dies soll mehr als eine zentrale Aussage der S.T.E.R.N.-Studie sein, darüber sind sich augenscheinlich das Bundesvermögensamt als Eigentümer, die Oberfinanzdirektion Rostock und die Gemeinde einig. Der Städteplaner letztgenannter stellte zumindest während der letzten Sitzung des Bauausschusses am 12. November das "Rahmenkonzept Prora" vor.

Anlehnend an den B-Plan Nr. 13 soll nunmehr der Block III (Museumsmeile) als erster aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden, wie es hieß. Das aus der Rahmenplanung ein möglicher B-Plan Nr. 14 werden könnte, wollte Planer Bruns nicht ausgeschlossen wissen. Denn er sieht in der gegenwärtigen Situation Defizite, die besonders die Museen betreffen.

So nannte er die Versammlungsstättenverordnung, dort seien Fluchtwege, Rettungswege und anderes reglementiert. Und die wird und kann größtenteils im Block III nicht umgesetzt werden, urteilte er gegenüber den anwesenden Ausschussmitgliedern. Was sieht das "Rahmenkonzept Prora" nun vor ?

In der alten Sporthalle ist ein Bereich für Messe- und Ausstellungstätigkeit vorgesehen. Weiterhin sieht der Planungsentwurf im Block III ein Hotel mit rund 230 Zimmern im Kopfbau vor. Der jetzige Bereich der sog. "Ostsee-Akademie" könne so genutzt werden, wie er ausgebaut sei. Zur eigentlichen Nutzung des Blockes III sieht das Rahmenkonzept eine komplette Erschließung, also auch der Treppenhäuser, vor, so Bruns.

Im Erdgeschoss und den beiden darüber befindlichen Etagen sollen die Museen, ähnlich dem NVA-Museum, ihren Platz künftig finden. In den oberen drei Geschossen kann sich der Planer Atelierwohnungen für Künstler mit Werkstätten vorstellen. Rund 65 solcher Wohnungen sind im Gespräch. Rund um das Gelände müssten Parkplätze angeordnet werden.

In den Planungen ist weiterhin die Rede vom Meerwasserschwimmbad, Jugendtourismus und einer Multifunktionsfläche auf dem alten Sportplatz. Planer Bruns ist sich sicher, dass mit dem vorliegenden Entwurf eine "mittelfristig machbare Nutzung" realisierbar ist.

Vielleicht ? Denn nur zwei Tage später lud die Planungsgruppe Sport- und Erlebnispark Prora (S.E.P.P.) zu einer Vorstellung der Projektentwicklung Prora in das Hotel "Kurhaus Binz" ein. Der Gruppe steht der in Binz bekannte Kurt Dreher vor. Knapp 20 Vertreter der Kommune, des Bundesvermögensamtes und anderer öffentlicher Behörden folgten den Ausführungen, die ein 130 Millionen Euro schweres Projekt ab Block III in Richtung der Blöcke IV und V beinhalten.

Geplant ist eben jener Sport- und Erlebnispark mit einer 7.000 Plätze fassenden Veranstaltungshalle. Weiterhin sind vorgesehen ein Vier-Sterne-Hotel mit 200 Betten, ein Jugendhotel mit 1.200 Betten und mehrere sportliche Anlagen wie Golfplatz, Schwimmsportpalast und Erlebniswelt.

In fünf Monaten soll ein möglicher Investor vorgestellt werden, bis 2006 könnte das Projekt umgesetzt sein, so Kurt Dreher. Raymund Karg vom Bundesvermögensamt : "Ich sehe eine hochinteressante Vision, die sich mit unseren Interessen beinden ließe."


"Heiße Winternächte" kommen

Kartenvorverkauf für das neue Varieté-Programm
im "Kurhaus" hat begonnen

Der schräge Varieté-Hausmeister Herr Riesling wird die Gäste der "Heißen Winternächte" zum Lachen bringen.

Ostseebad Binz (DR). Kaum zu glauben, aber Weihnachten ist nicht mehr weit (knapp fünf Wochen). Und damit die Varietésaison im neuen "Kurhaus-Saal" Binz zum Jahreswechsel 2002 / 03. Vom 25. bis 30. Dezember sowie am 1. und 2. Januar wird dort eine neue Show unter dem Titel "Heiße Winternächte" sicher wieder viele Rüganer und ihre Gäste zum Lachen, Staunen und Unterhalten bringen, informiert Kurhaus-Saal-Manager Sven Rothkirch gegenüber dieser Zeitung jetzt in einer entsprechend vorliegenden Mitteilung zum Inhalt des neuen Programms.

Der renommierte Regisseur Udo Püschel (hatte bereits die "Rügener Sommernachtsträume" auf die berühmten Bretter gezaubert) hat erneut ein wirklich tolles Programm zusammengestellt.
Ob die Tempojonglage von Daniel Hochsteiner, das Duo Krims mit einer kraftvollen Partnerakrobatik, Rimma Krilowa und ihre Hula-Hoop-Darbietung zu heißen Samba-Rhythmen, die charmanten Akrobatinnen vom Duo Lotos, der junge Rolo-Rola-Equilibrist Maxim, die reizende Olena mit ihrer Kontorsion im schwebenden Ring oder der schräge Varieté-Hausmeister Herr Riesling, für jeden Geschmack ist etwas dabei, ist sich Sven Rothkirch sicher.

Moderiert wird das Programm auf atemberaubende und zauberhafte Weise von Thomas Otto. Den Höhepunkt der neun Vorstellungstage bildet der glanzvolle Silvesterball "Die Nacht der Artisten" mit Varietéshow und Gala-Büfett, wie der Manager das Bonbon bezeichnet.

Als Alternative bietet das Kurhaus-Restaurant eine klassische Gala mit musikalischer Umrahmung und Varietéeinlagen zum stilvollen 5-Gänge-Menü. Nach Mitternacht dann Feuerwerk und Tanz in allen Räumen mit drei Kapellen. Karten dafür sowie für die Varietévorstellungen können ab sofort unter der Kurhaus-Saal-Hotline 01804-665 665 (-, 24 Euro pro Anruf) reserviert werden.

Der Varieté-Vorverkauf findet ebenfalls an der Rezeption des Kurhauses und bei den bekannten Vorverkaufsstellen auf der Insel statt. Als originelles Weihnachtsgeschenk wäre eine Eintrittskarte für die "Heißen Winternächte" sicher eine Bereicherung für jeden Gabentisch, so Sven Rothkirch abschließend.

Also, liebe Rüganer und Gäste der Insel, lassen Sie sich diesen kulturellen Leckerbissen zum Jahresende auf keinen Fall entgehen. Wer im Sommer das Varieté besucht, weiß welche Qualität ihn erwartet. Nicht vergessen, Karten sichern !


Echt keinen Bock mehr auf Schule

Rügens Schulverweigerer finden neue Motivation und
Selbstvertrauen in der "Schulwerkstatt" in Poseritz

Von Stefanie Besch

Poseritz.
Es sind keine verkrachten Existenzen, keine Gewalttäter oder allgemein Menschen aus den unteren sozialen Milieus. Es sind einfach nur Schulverweigerer, die in der Poseritzer Außenstelle des CJD Garz (Christliches Jugenddorfwerk), der "Schulwerkstatt", zur Integration aufgenommen werden. Über 14 Plätze, die mehrfach im Jahr belegt werden, verfügt diese alternative Bildungseinrichtung, die mit zwei Lehrern und drei Betreuern arbeitet.

Viele der sogenannten "Schulverweigerer" haben schon seit über zwei Jahren keine Schule mehr von innen gesehen. Um ihnen nun aber doch noch zu einem Schulabschluss zu verhelfen, können sie in der "Schulwerkstatt" Mathe, Deutsch, Englisch und aufbauend auch andere Fächer pauken und sich dennoch in der Holz- und Kreativwerkstatt austoben und ihre besonderen Fertigkeiten und Fähigkeiten hier herausfiltern.

"Wir haben momentan 14 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren hier bei uns. Ein Großteil von ihnen weist Persönlichkeitsstörungen auf, andere sind verhaltensauffällig. Mit einem individuellen Förderantrag werden die Jugendlichen über das Jugendamt zu uns vermittelt.

In den ersten sechs Wochen können die Schulverweigerer erstmal reinschnuppern und sich vielleicht schon einmal die ersten Gedanken für die Zukunft machen. Die Schüler sollen sich hier auf keinen Fall so gezwungen vorkommen wie in der Regelschule", sagt Betreuer Volker Haase, der für die Holzwerkstatt verantwortlich zeichnet.

Seit gut dreieinhalb Jahren existiert diese Einrichtung nun schon in Poseritz. Mit dem CJD als Träger und dem Schulamt bzw. dem Landkreis Rügen als Kooperationspartner leitet Susanne Lindner-Melzer die "Schulwerkstatt".

Alle die den Gang zur Regelschule verweigern oder aber auch wegen Mobbing u.ä. einfach keine Lust mehr auf die Schule haben bzw. sich vor dem Besuch wehren, verweilen im Durchschnitt ein bis zwei Jahre in der "Schulwerkstatt", können dort voll integriert werden und nach dem Aufenthalt in Poseritz an der Partnerschule in Garz oder aber an einer Schule ihrer Wahl den Haupt- oder Realschulabschluss nachholen.

Auch an dieser Stelle kann man nicht davon ausgehen, dass alle Schüler der "Schulwerkstatt" generell von der Hauptschule abgegangen sind. Nach dem Stand März 2002 kommen zwar rund 40 Prozent aus der Hauptschule und 30 Prozent aus der Realschule aber immerhin auch sieben Prozent von der Grundschule und vier Prozent auch vom Gymnasium. Sie alle befolgen gleichermaßen ein klares Regelwerk in Poseritz, sollen sich aber dennoch wohlfühlen, lernen und auch selbstbewusster werden.

Dabei helfen viele verschiedene Projekte die gemeinsam mit den Jugendlichen durchgeführt werden. So besuchte vor drei Wochen eine Frederike Kastner vom Rostocker Offenen Kanal die "Schulwerkstatt".

Mit Kamera und nötiger Schnitttechnik im Kleinbus bepackt nahm sie sich zwei Tage Zeit um gemeinsam mit den Jugendlichen eine Art "Homestory" über den Alltag in der "Schulwerkstatt" zu drehen. In dem siebenminütigen Videoclip interviewen sich die Schüler gegenseitig, befragen sich nach ihrer Motivation, dem Schulverlauf und nach Maßnahme-Zielen. Ein Projekt, das sicherlich noch vielen Schulverweigerern eine Zukunft bieten wird.

Mit etwas Glück können interessierte Rüganer diesen Beitrag demnächst auf Rügen-Campus sehen. Der Rüganer wird sie aber darüber noch rechtzeitig informieren.


Wehrmachtsausstellung in Prora

Bildungsausschuss des Kreistages votiert für Idee
der Stiftung NEUE KULTUR

Sassnitz / Prora (gü). Politischer Rückenwind für die sog. Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialgeschichte durch den Bildungsausschuss des Kreistages ! Dieser votierte während seiner letzten Sitzung am vergangenen Mittwoch bei lediglich zwei Enthaltungen für das Vorhaben der Stiftung NEUE KULTUR, die Ausstellung zu zeigen.

Zuvor hatte Dr. Jürgen Rostock den anwesenden Ausschussmitgliedern die angedachte Ausstellung vorgestellt. Demnach führt die jetzige Planung auf eine Idee des ehemaligen Landtagspräsidenten Hinrich Kuessner (SPD) zurück, der die Ausstellung für Prora ins Gespräch brachte. Nachdem die umstrittene Ausstellung (zahlreiche Bilder waren falsch beschriftet - Anm. d. Red.) von 2000 bis 2001 überarbeitet worden ist, soll sie nun nach dem Willen der Stiftung im Sommer 2003 zu sehen sein.

Begehungen vor Ort mit Vertretern des Instituts haben stattgefunden. Als Ort der Ausstellung nannte Dr. Rostock die ehemalige Sporthalle im Block III. Diese ist rund 110 Meter lang, für die Ausstellung würde ein Drittel der Fläche benötigt. Landkreis, Kommune Binz und Bundesvermögensamt (BVA) seien informiert, so der Vertreter der Stiftung.

Ob denn seitens der Kommune und des BVA bereits Zustimmung signalisiert wurde, wollte Ausschussmitglied Gisela Lemke (CDU) wissen. Zumindest seitens des BVA konnte Dr. Rostock dies mit "ja" beantworten. Wie Der Rüganer aus gut informierten Kreisen erfahren hat, will das BVA allerdings keine Zustimmung ohne die Gemeinde Binz geben.


And the Winner is . . .

Fünf Rüganer haben beim Gaststättenwettbewerb
"Essen & Trinken" abgesahnt

Rostock (gü). Großartiger Erfolg für Rügens Gastronomie ! Gleich fünf der 15 diesjährigen Preisträger im Gaststättenwettbewerb kommen von Deutschlands größter Insel. Premierminister Dr. Harald Rings-torff und Agrarminister Till Backhaus (beide SPD) sowie Peter Weide, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes-Landesverband M-V, zeichneten dieser Tage auf der Gastro 2002 die Preisträger aus.

In der Kategorie "Hotel und Restaurant" haben der Selliner Hotel-Park "Ambiance", das Binzer Strandhotel "Arkona" und das Sassnitzer Restaurant "Gastmahl des Meeres" einen Preis bekommen. In der Kategorie "Landgasthof und Pension" wurde das Restaurant "Zur Kastanie" in Sehlen geehrt. Und in der Kategorie "Speiserestaurant" kann sich das Lietzower "Räucherhus" über einen Preis freuen.

Der Hotelpark "Ambiance" und der Landgasthof "Kiebitz-ort" in Lieschow auf Ummanz sind zudem von der Centrale Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Erstgenanntes Hotel konnte mit einer gepökelten Schulter vom rauwolligen pommerschen Lamm mit einem Graupengemüse überzeugen. Der Landgasthof mit einem Soufflé von Boddenzander und Hopfensprossen auf Lieschower Spargelstroh und Bärlauchsauce.



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing
Impressum