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"Weichenstellung beim Rasenden Roland". Foto : Schäfer |
Von Knut Schäfer
Bergen auf Rügen. Seit März hat der "Rasende Roland" einen neuen Eigentümer. Ludger Guttwein, Inhaber des Eisenbahn- und Technikmuseums in Prora, erwarb vor einigen Wochen offiziell die Gesellschafteranteile der Rügenschen Kleinbahn GmbH & Co KG von Bernhard van Engelen. Für van Engelen, der Anfang des Jahres auf Grund der Insolvenzen zweier seiner Unternehmen in die Schlagzeilen geraten war, endete somit sein Engagement auf Rügen. Schon nach Bekanntwerden des Verkaufs schrieb Der Rüganer: "Hinter vorgehaltener Hand scheinen Land und Landkreis von der Transaktion eher negativ überrascht gewesen zu sein" und traf damit wieder einmal den Nagel auf den Kopf, wie auf einer letztwöchigen Pressekonferenz im Landratsamt bekannt wurde.
"Der Rasende Roland ist ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs sowie ein bedeutendes technisches Denkmal auf der Insel Rügen. (…) Land und Landkreis waren seinerzeit über den Insolvenzantrag bezüglich der anderen Geschäftsbereiche des ehemaligen Eigentümers sowie des schnellen Verkaufes der Geschäftsanteile an Herrn Guttwein sehr überrascht", betonte Landrätin Kerstin Kassner (PDS), die als Mitglied im Beirat der RügKB genauso wie Kreistagspräsidentin Gesine Skrzepski (CDU) nahezu keinen Einfluss nehmen konnte.
Doch auch nach dem Verkauf nehmen die Sorgen des Landkreises um "seine Kleinbahn" nicht ab. "Wenn Herr Guttwein die Geschäfte der Kleinbahn mit dem gleichen Personal weiterbetreibt, gibt es von unserer Seite keinen Grund zur Sorge. Doch wie wir in den letzten Tagen erfahren haben, scheint fraglich zu sein, ob der Verkauf verbindlich zustande gekommen ist ?", so die Landrätin. Ihren Aussagen nach seien die Verbindlichkeiten, die der neue Eingentümer nach dem Studium der Bilanzen errechnet habe, größer als die Summe der Verbindlichkeiten, die als Liste Bestandteil des notariellen Kaufvertrages zwischen Guttwein und van Engelen war. Aus diesem Grund scheint sich zwischen den Vertragsparteien ein Rechtsstreit "anzubahnen".
Das Land, in persona von Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD), betonte gegenüber Landrätin Kassner, dass man durch die weitere regelmäßige Zahlung der Förderabschläge den Betrieb der Kleinbahn aufrecht erhalten wird.
Der Kreistag Rügen verabschiedete im nichtöffentlichen Teil seiner letztwöchigen Sitzung einstimmig den Beschluss zur "Sicherung des dauerhaften Erhaltes des Systems `Rasender Roland´ als aktives technisches Denmal mit seinem gegenwärtigen Betriebsumfang sowie als Bestandteil des Schienenpersonennahverkehrs auf der Insel Rügen im Verfahren des Eigentumsübergangs und Änderung der Gesellschafterverhältnisse".
Dieser Beschluss dient aus Sicht der Verwaltung als Untermauerung der eingangs erwähnten Bedeutung der Kleinbahn. Im Zuge des Pressegespräches ließ Landrätin Kassner aber auch durchblicken, dass der Landkreis entsprechende Konzepte für eine sichere wirtschaftliche Zukunft im Notfall in der "Schublade" habe. Ebenfalls verwies Kassner darauf, dass die unlängst erhobenen Vorwürfe des Fördervereines der RügKB über die scheinbar unsauberen Geschäftsmethoden van Engelens im Ministerium geprüft werden.
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Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet, Bauleiter Dietmar Hänsch, Polier Rüdiger Hirsch, Landrätin Kerstin Kassner und Bürgermeister Dieter Holtz bei der Grundsteinlegung. Foto : Niemann |
Sassnitz (DR / chn). Im nächsten Jahr wird das neue Informations- und Servicecenter am Molenfuß in Betrieb genommen werden können. Am Freitag vergangener Woche wurde für das 900.00 Euro teure Objekt der Grundstein gelegt. Der zentrale Infopunkt am Hafen wird vom Land mit 800.000 Euro gefördert. Bürgermeister Dieter Holtz (PDS) zeigte sich überaus glücklich über die Entwicklung am Hafen. Nicht nur, dass acht Touristikbüros in dieses morderne Objekt ziehen werden, sondern das Nationalparkzentrum Köningsstuhl hat signalisiert, dass von diesem Gebäude aus Führungen für Touristen angeboten werden könnten.
Auch die Stadtinformation wird im neuen Servicecenter einen "Infopoint" einrichten. "Als Stadt werden wir weiterhin jede Chance nutzen, um weitere Projekte mit Fördergeldern zu realisieren", so Bürgermeister Holtz. Besonders wichtig war allen Beteilligten, dass mittelständische Unternehmen von der Insel die Arbeiten an dem Gebäude übernehmen. Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet (SPD) sagte während der Grundsteinlegung: "Der Tourismus ist ein wichtigstes Standbein für die Insel und auch für Sassnitz.
Der Bau dieses Gebäudes ist ein Meilenstein für die Touristen". "Der Standort könnte nicht besser gewählt sein. Der Stadthafen mit der angrenzenden Strandpromenade und dem Kurplatz ist der von Touristen am meisten besuchte Bereich der Stadt", sagte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet bei der Grundsteinlegung. Landrätin Kerstin Kassner (PDS) wünschte der Stadt viel Erfolg mit diesem Vorhaben.
Jährlich besuchen
1,7 Millionen Tagesbesucher die Stadt. Über 450.000 Euro werden in die Zugangsstraße zur Mole, eine Treppenanlage und die Außengestaltung investiert. Die Stadt erhält damit, direkt am Fuß der längsten Steinmole Europas, eine weitere Attraktion.
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Dr. Rüdiger Herchenröder (li.) und Alfred Rüßen (re.) überreichten Hoteldirektor Joachim Schulz (zweiter von re.) und Küchenchef Roland Erich am letzten Sonnabend das Wappen der Conf-rérie (Bruderschaft) de la Chaine des Rotisseurs (Spießbräter) für das Cliff-Hotel Rügen. Foto : Ohl |
Ostseebad Sellin (gü). Gastronomische Ehre für das Cliff-Hotel Rügen ! Direktor Joachim Schulz und Küchenchef Roland Ehrich konnten am letzten Sonnabend im Rahmen eines Fünf-Gänge-Menüs die Mitgliedsurkunde des renommierten Confrérie de la Chaine des Rotisseurs in Empfang nehmen. Damit ist das Hotel, das am gestrigen Dienstag den fünften Stern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes M-V überreicht bekommen hat, das erste Haus auf Deutschlands größter Insel, das der "Bruderschaft der Spießbräter" angehört.
Die Baillis (Zunftmeister) Dr. Rüdiger Herchenröder und Alfred Rüßel der Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern überbrachten die Urkunde sowie die Plakette der Bruderschaft, die nunmehr den anreisenden Gast darauf hinweist, dass das Cliff-Hotel Rügen zu der weltweiten Vereinigung von Gourmets gehört. Die Bruderschaft (gegründet 1248 in Frankreich) hat sich dem qualitativ anspruchsvollen Essen und Trinken auf der Welt verschrieben.
Essen und Trinken werden als Lebensfreude verstanden und sollten als diese auch im Tourismus entsprechend zelebriert werden, hieß es an diesem Abend im Restaurant "Seeterrassen".
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Der frische Hering wird zur Weiterverarbeitung über vollautomatische Fließbänder transportiert. Fotos (3): ap Marketing |
Sassnitz (tw/ddp). Die erste Heringssaison im neuen Fischwerk Mukran auf Rügen übersteigt nach Angaben der holländischen Betreibergesellschaft Parlevliet & Van der Plas alle Erwartungen. Bislang seien bereits rund 12.000 Tonnen Hering verarbeitet worden, sagte am Freitag Geschäftsführer Diederik Parlevliet. Die in diesem Jahr vergleichsweise großen Fische von höchster Qualität seien zu Heringslappen, Filets und Frostware für die Fischindustrie verarbeitet worden. Man rechne damit, in diesem Jahr 30.000 Tonnen Fisch auszuliefern.
Die Hälfte der Anlandungen stammte von Fischern aus Mecklenburg-Vorpommern, die zu vereinbarten Festpreisen ihre Fänge mit eigenen Kuttern, mit angemieteten Fischtankern oder per Lkw direkt an der Pier des modernsten Fischverarbeitungszentrums in Europa anliefern. Der Rest wird aus Schleswig-Holstein, Dänemark und Schweden importiert.
Nach der Heringssaison in der Ostsee sollen von Juli an große Fangschiffe aus Schottland, Dänemark und Norwegen Nordseehering auf Rügen anlanden. Im Oktober beginne dann wieder die Herbstsaison der Ostseefischer, sagte Parlevliet. Die Halbprodukte verschicke man an Feinkostproduzenten in ganz Europa. Zusätzlich gehe Frostware ins Baltikum. Darüber hinaus werde über die holländische Muttergesellschaft auch Hering nach Afrika und in den Fernen Osten exportiert.
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Produktionsleiter Th. Markert. |
Mittelfristig soll die Palette der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH in Mukran erweitert werden. So soll neben der Herstellung von Matjes und Salzheringen noch in diesem Jahr eine Versuchsproduktion für Plattfische gestartet werden. Dorsch werde dagegen wegen der geringen Preise nicht wie ursprünglich geplant in Mukran verarbeitet, sagte Parlevliet.
Die in Mukran für insgesamt
79 Millionen Euro installierte Technik hat sich nach Firmenangaben inzwischen weitgehend bewährt.
"Alle Verarbeitungslinien laufen auf Hochtouren und erfüllen die Normen", sagte Produktionsleiter Thomas Markert. In Spitzenzeiten würden bis zu 350 Tonnen pro Tag angelandet, vollautomatisch ausgenommen und eingelagert. Um den Fischern längere Wartezeiten bei der Anlandung zu ersparen, soll noch eine zweite Vakuumfischpumpe erworben werden, mit der stündlich bis zu 20 Tonnen Hering direkt zu den Produktionslinien gepumpt werden könnten.
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Das gereinigte Abwasser. |
Mittlerweile erfülle auch die betriebseigene Kläranlage alle ökologischen Anforderungen, sagte Parlevliet. Alle Probleme seien behoben. Der STAUN kontrolliere weiterhin regelmäßig die Werte. In dieser Woche soll auch die bislang noch nach Cuxhaven verlagerte Produktion von Fischmehl in Mukran beginnen. Das auf einem Spülfeld errichtete Fischwerk war im Oktober 03 von dem holländischen Fischvermarkter Parlevliet & Van der Plas in Betrieb genommen worden. An den Kosten hatten sich EU, Bund und Land mit rund 61 Millionen Euro beteiligt. Nach Plänen der Betreiber soll in den nächsten Jahren ein Großteil der bisherigen Fischverarbeitung von Holland nach Mecklenburg-Vorpommern verlagert werden.
| Parlevliet & Van der Plas Das weltweit agierende niederländische Unternehmen Parlevliet & Van der Plas wurde 1949 von einer alteingesessenen Fischerfamilie in Valkenburg bei Katwijk aan Zee gegründet. Anfang der 60er-Jahre expandierte das Unternehmen und erschloss sich vor allem in Deutschland neue Absatzmärkte. 1986 gründete der mittelständische Familienbetrieb die Doggerbank Seefischerei GmbH (Bremerhaven) und startete den Herings- und Makrelenfang. Sieben Jahre später folgte die Oderbank Hochseefischerei GmbH mit Sitz in Warnemünde, die 1998 die Mecklenburgische Hochseefischerei GmbH übernahm. Parlevliet & Van der Plas gilt heute als einer der bedeutendsten Fischexporteure Europas. Das Unternehmen beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und erzielte 2002 einen Gesamtumsatz von rund 200 Millionen Euro. Die Verarbeitung eines Herings vom fangfrischen Fisch bis zum marinierten Filet dauert im neuen Fischwerk Mukran nur etwa eine Stunde. Die sortierten Fische werden den jeweiligen Verarbeitungslinien zugeführt. Die ausgenommenen Fische werden gewaschen und zum Beispiel zu Sauerlappen weiterverarbeitet. Dabei gelangen die Halbfertigprodukte in eine Marinade, die je nach Kundenwunsch mit besonderen Zugaben wie Dill, Lorbeer oder Zucker angereichert wird. In einem kühlen Reiferaum werden die marinierten Heringe bis zu zwölf Tage zwischengelagert. Außerdem können täglich bis zu 240 Tonnen Fisch in Vakuumbeutel verpackt und anschließend bei minus 40 Grad Celsius im werkseigenen Kühlkomplex mit 22.000 Tonnen Lagerkapazität eingefroren werden. Den Transport der Fischbehälter durch das gesamt Werk übernehmen zwölf selbstständig fahrende Logistikroboter. |
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