| 15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 | 21. Juli - 27. Juli 2004 | unabhängig - überparteilich |
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| Foto oben Von links:: Hans-J. Große, Siegfried Hopfgarten (beide FWG), Uwe Ahlers (FDP) und Lothar Kuhn (Pro Dranske). Foto unten Von links: Rainer Günther, Katja Harms, Jürgen Sander (alle drei FDP), Reiner Berg (Pro Dranske) und Cornelia Franz (PDS). | Von links: Manfred Weigand (PDS), Gisela Albrecht, Rita John (beide CDU) und Bürgermeister Michael Heese (FWG). Fotos (3): Urban |
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Von Wolfgang Urban |
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| Am Samstag auf dem Rügenhof: Iris Möbius-Gerber und Ernst Heinemann, beide Bündnis für Rügen. Sie wurde zum 1. Stellvertreter des Bürgermeisters von Putgarten gewählt und er am 13. Juni erneut zum Bürgermeister. Doch seine Gegner lassen nicht locker und erreichten seine zumindest zeitweise Amtsenthebung. | Taufe eines Jungfacharbeiters von „rügendruck putbus“ am Samstag auf dem Rügenhof. Er wurde auch noch in ein Wasserfaß „gesteckt“. Fotos (2): Urban |
Von Wolfgang Urban
Putgarten. „Stimmt es, dass Heinemann als Bürgermeister abgesetzt wurde?“ Der Fragende am Telefon wusste nicht, wie er das einordnen sollte, was er jenseits von Rügens nördlichster Halbinsel erfahren hatte. Nur gar zu oft jagen Gerüchte mit irreführenden Aussagen über die Insel, manchmal sogar nicht nur auf Halbwahrheiten oder Spekulationen basierend, sondern zielgerichtet im Intrigenspiel gestreut.
So ist wohl jeder immer wieder gut beraten, wenn er nicht gutgläubig das nachplappert, was gerade mit sensationsträchtigem oder zumindest prickelndem Inhalt verbreitet wird. Schlimmstenfalls stehen er oder sie irgendwann wegen übler Nachrede oder Verleumdung vor Gericht, obwohl sie bestenfalls doch „nur“ gutgläubig das verbreiteten, was andere ihnen einredeten.
Ernst Heinemann war in den vergangenen Jahren immer wieder das Angriffsobjekt von verleumderischen Gerüchten und hinterhältigen Attacken. Das ist kein Wunder. So manch einer wollte eine ganz andere oder zumindest teilweise andere Entwicklung, als sie in Rügens nordöstlicher Kommune vollzogen wurde. Einige scheinen zudem krank vor Neid und Mißgunst zu sein.
Während am vergangenen Samstag beim Gautschfest (Foto oben rechts) und der Vorstellung des Buches mit Rezepten von Peter Knobloch (Seite 15) erneut viele lobende Worte zu dem Engagement von Ernst Heinemann zu hören waren, glaubten andere, dass sie jetzt endlich den Sturz von Heinemann als Bürgermeister der Gemeinde Putgarten erreicht haben.
Heinemann selbst präsentierte sich bei den Veranstaltungen am Samstag mit tatkräftiger guter Laune. Es soll ihn jdoch als kalte Dusche getroffen haben, dass ihn ausgerechnet Landrätin Kerstin Kassner (PDS) als angeblich „bloße Vollstreckerin“ eines Hinweises aus dem Innenministerium in Schwerin dazu aufgefordert habe, sein Amt als Bürgermeister niederzulegen.
Allerdings scheint sich Heinemann von diesem Schock erholt zu haben. Etwas anderes wäre auch verwunderlich. Schließlich klingt es – angesichts des inzwischen vollzogenen und dramatisch erscheinenden Schrittes seiner zumindest zeitweisen Amtsenthebung – äußerst merkwürdig, was als Begründung die Runde macht: Heinemanns Amt als ehrenamtlicher Bürgermeister soll unvereinbar sein mit seiner Anstellung in der gemeindeeigenen Tourismusgesellschaft Kap Arkona e.V.
Diese Anstellung gab es auch schon vor der Wahl am 13. Juni, als er bekanntlich ebenfalls Bürgermeister war. Er selbst sagte auf Nachfrage, dass er sich zur neu entstandenen kommunalpolitischen Situation in Putgarten nicht äußern wolle. Fest stehe jedoch, dass er nicht aufgeben werde. Er prüfe gegenwärtig geeignete Schritte der Gegenwehr. Seine gewählte 1. Stellvertreterin, Iris Möbius-Gerber, bejahte die Frage, ob sie vorerst die amtierende Bürgermeisterin in der Gemeinde Putgarten sei.
Gager / Thiessow (gü). Alle Abgeordneten von einer Partei bzw. von einer Wählergemeinschaft in der neuen Gemeindevertretung! Wann hat es so etwas schon einmal gegeben? Die sieben Mitglieder des neuen Gemeinderates Gager kommen alle von der Wählergemeinschaft Gager / Groß Zicker und trafen sich bereits am 5. Juli zur Konstituierung. Dr. Detlef Besch und Edgar Drombowski sind die beiden Stellvertreter von Bürgermeister Peter Quilitzsch.
Im Finanz- und Tourismusausschuss sind künftig Frank Westphal und Sandy Stöckmann sowie als sachkundige Einwohnerin Manuela Fröhlich vertreten. Im Bau- und Sozialausschuss sind dies Edgar Dombrowski und Andreas Gröpler. Als sachkundiger Einwohner ist Robert Fröhlich vorgesehen.
Seine Zustimmung muss allerdings erst noch eingeholt werden, wie es dazu heißt. Manuela Wulf wird neben Bürgermeister Quilitzsch im Schul- und Kindertagesstättenverband „Mönchgut“ der Gemeinden Gager, Middelhagen und Thiessow vertreten sein.
Auch im Ostseebad Thiessow trafen sich die neuen Gemeindevertreter am 5. Juli zu ihrer konstituierenden Sitzung. Hierbei gab es bei der Wahl zum ersten stellvertretenden Bürgermeister zwei Kandidaten und eine geheime Wahl. Aus dieser konnte Maik Mehler als Gewinner gegenüber Jürgen Freese (beide Wählergemeinschaft Freiwillige Wehren Thiessow) hervorgehen. Bei der Wahl zum zweiten Stellvertreter konnte sich Bernhard Peters (PDS) gegen Jürgen
Freese durchsetzen.
Im Finanz- und Betriebsausschuss sind künftig die Abgeordneten Hartmut Karken, Reinhard Horn und Jürgen Freese (alle Wählergemeinschaft) zu finden. Als sachkundige Einwohnerin wurde Christel Nitsch bestimmt.
Thomas Looks (CDU) ist neben Bürgermeisterin Gisela Zorn (Einzelbewerberin) im Schul- und Kindertagesstättenverband „Mönchgut“ vertreten. Neben den drei Bürgermeistern Kliesow, Quilitzsch und Zorn sind dort jetzt auch die Abgeordneten Mark Houben, Manuela Wulf und Thomas Looks zu finden. Dieser Ausschuss kümmert sich um die Belange der Grundschule „Mönchgut“ und der angeschlossenen Kita.
Ostseebad Sellin (gü). „Die neue Gemeindevertretung ist gut aufgestellt“, mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Reinhard Liedtke (Selliner Wählergemeinschaft) die 13 neuen Gemeindevertreter zur konstituierenden Sitzung. Diese fand am 13. Juli statt.
Der Hotelier Thomas Dorißen (SWG) ist im Laufe der Sitzung zum ersten stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden. Als zweiter Stellvertreter wurde Matthias Scheibe (PDS) bestätigt.
Insgesamt haben sich die Kräfteverhältnisse in der neuen Gemeindevertretung geändert. War vorher die CDU stärkste Fraktion, ist dies nun die Wählergemeinschaft mit fünf Mitgliedern. Neben Liedtke und Dorißen sind dies noch Martin Liedtke, Andreas Käske, Antje Beilfuß.
Ebenfalls gewonnen hat die FDP. Sie stellt mit Hans-Joachim Kreß, Holger Volk und Kai Ohl drei Abgeordnete. Bei der PDS ist es bei ebenfalls drei Abgeordneten geblieben. Das sind Matthias Scheibe, Daniel Adler und Brigitte Grabowski. Die CDU stellt mit Hans-Peter Hellbach und Henry Dürre zwei Abgeordnete und komplettiert den neuen Gemeinderat. Von den 13 Gemeindevertretern sind immerhin sieben neue Gesichter zu finden.
Im Zuge der ersten Sitzung wurden die Fachausschüsse besetzt. Im künftigen Tourismusausschuss arbeiten mit : Hans-Joachim Kreß, Kai Ohl, Thomas Dorißen, Matthias Scheibe, Henry Dürre und Andreas Käske. Als sachkundige Einwohner sind Michael Pfeffer, Thomas Weißenborn, Horst Samulevitz, Katrin Brombach und Gudrun Benedict berufen worden. Im Sozialausschuss sind vertreten : Brigitte Grabowski, Antje Beilfuß, Henry Dürre, Kai Ohl und Daniel Adler. Unterstützt werden sie von den sachkundigen Einwohnern Gudrun Benedict, Dorothea Streck, F. Hellmann und F. Müller.
Im sog. Ortsteileausschuss werden Martin Liedtke, Hans-Peter Hellbach, Reinhard Liedtke und Brigitte Grabowski zu finden sein. Hinzu kommen als sachkundige Einwohner Petra Glawe, Thomas Pawlak und Hermann Adermann. Im nichtöffentlich tagenden Bauausschuss sind neun Mitglieder vorgesehen.
Ostseebad Baabe (gü). Nach den stattgefundenen Konstituierungen der neuen Gemeindevertretungen in den sieben Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz steht damit auch die Zusammensetzung des künftigen Amtsausschusses fest. Dieser wird sich am Montag, 6. September, zu seiner ersten Sitzung in der Amtsverwaltung im Göhrener Weg 1 in Baabe treffen, wie es in diesem Zusammenhang hieß.
Die sieben Bürgermeister sind Kraft ihres Amtes für den Ausschuss gesetzt. Hinzu kommen je nach Einwohnerzahl weitere Vertreter, die durch die Gemeindevertretung bestimmt worden sind. So stellt Sellin als größter Ort weitere vier Mitglieder, Göhren zwei Vertreter, die beiden Orte Middelhagen und Baabe jeweils ein weiteres Mitglied.
Im einzelnen sind dies folgende Abgeordnete : Für die Gemeinde Sellin Reinhard Liedtke, Martin Liedtke (SWG), Hans-Joachim Kreß (FDP), Hans-Peter Hellbach (CDU) und Matthias Scheibe (PDS). Für die Gemeinde Göhren Carola Koos (CDU), Hans-Harald Ott und Edwin Kopplin (beide SPD). Für die Gemeinde Baabe Dieter Mathis und Wolfgang Husmann (beide CDU). Für die Gemeinde Middelhagen Ulrich Kliesow (Einzelbewerber) und Mark Houben (CDU). Für die Gemeinde Lancken-Granitz Klaus Golle (WG), für die Gemeinde Gager Peter Quilitzsch (WG) und für die Gemeinde Thiessow Gisela Zorn (Einzelbewerberin).
Die insgesamt 15 Mitglieder des Ausschusses werden auf ihrer konstituierenden Sitzung den neuen Amtsvorsteher sowie seine beiden Stellvertreter wählen. Bisher hatten diese Ämter Dieter Mathis, Reinhard Liedtke und Ulrich Kliesow inne.
Middelhagen (gü). Personell alles beim Alten, heißt es in punkto Bürgermeister und Stellvertreter. Der als Einzelbewerber angetretene Ulrich Kliesow wurde von den Middelhägenern wieder zum Bürgermeister gewählt. Auf der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertreter am 8. Juli wurden mit Mark Houben (CDU) und Joachim Werner (Wählergemeinschaft Lobbe) auch wieder die beiden alten Stellvertreter bestimmt.
In den beiden Fachausschüssen der Gemeindevertretung sind nunmehr Petra Bull und Wolfgang Kliesow (beide CDU) sowie Joachim Werner für die Finanzen zuständig. Wenn es um Bauangelegenheiten geht, sind Ulrich Kliesow, Otto Kankel und Mark Houben (beide CDU) sowie Horst Soyka (WG) zuständig.
Als sachkundige Einwohner unterstützen Gerhard Köpnick, Matthias Lorenz und Michael Hellwig die Arbeit dieses Ausschusses. Mark Houben wird neben Bürgermeister Ulrich Kliesow im Schul- und Kindertagesstättenverband „Mönchgut“ der Gemeinden Gager, Middelhagen und Thiessow vertreten sein.
In der neuen Gemeindevertretung stellt die CDU insgesamt sechs Abgeordnete. Die Wählergemeinschaft Lobbe ist mit drei Abgeordneten vertreten. Neben Werner und Soyka ist dies noch Sylvia Siebert, die erstmals in den Gemeinderat einzog.
Bergen auf Rügen (DR). Der Austritt des Tourismusvereins Glowe aus dem Tourismusverband Rügen (TVR) zum Jahresende war vor kurzem Thema der hiesigen Presse, obwohl das Austrittsschreiben bereits ein Jahr alt ist.
Der Vorstand des TVR bedauert diesen Schritt, da die Mitgliedschaft offensichtlich auf die Rabattgewährung reduziert wurde. Ein Treffen der Vorstände in Glowe und weitere Gesprächsangebote blieben ohne Erfolg, die Solidargemeinschaft der Rügener Touristiker wird verlassen. Glowe ist damit der einzige unter den 12 Fremdenverkehrsvereinen Rügens, der dem Dachverband damit nicht mehr angehört. Darüber informiert jetzt der TVR gegenüber dieser Zeitung.
Der TVR legt ausdrücklich Wert auf die Feststellung, dass Einzelmitglieder im Verband weiterhin willkommen sind. Bedingungen werden an die Auf-nahme in den TVR nicht geknüpft. Die gleichzeitige Mitgliedschaft in einem örtlichen Fremdenverkehrsverein wäre zwar von Seiten des Tourismusverbandes sehr wünschenswert, ist aber keinesfalls Voraussetzung, wie in der Information unterstrichen wird.
„Insgesamt ist unsere Mitgliederentwicklung sehr positiv“, resümiert denn auch TVR-Vorsitzender Thomas Wuitschik. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren einen Zuwachs von fast 20 Prozent zu verzeichnen.“ Natürlich gebe es immer mal wieder auch einen Austritt. Aber diese erfolgten meist aufgrund nachvollziehbarer Entwicklungen, wie z. B. bei Geschäftsaufgabe, heißt es in der Information weiter.
Die Angebote, die der TVR den Mitgliedern macht, sind erheblich. Neben den Rabatten,
z. B. auf Anzeigenschaltungen, Messeteilnahmen und Internet-werbung, wird eine Vielzahl kostenloser Prospekte angeboten. Touristische Beratungen und Stellungnahmen zu gemeindlichen Bauvorhaben gehören ebenso zum Spektrum, wie die Durchführung des jährlichen Tourismustages und die Herausgabe der Touristiker Zeitung.
Die erstmalige Herausgabe eines eigenen Gastgeberverzeichnisses für Glowe wird vom TVR kritisch gesehen. Abgesehen davon, dass den 14 Verzeichnissen auf Rügen ein weiteres hinzugefügt würde, gäbe es für den Einsatz der Fremdenverkehrsabgabe sicher bessere Möglichkeiten. Neben den Kosten für Akquisition, Gestaltung und Produktion muss insbesondere für die Bewerbung der neuen Broschüre gesorgt werden.
Das schönste Druckwerk nützt nichts, wenn keiner davon weiß, heißt es aus der Zentrale des TVR. Daneben fallen erhebliche Porto- und Versandkosten an und es wird eine ständig besetzte Info-Stelle benötigt, um Bestellungen anzunehmen und umgehend zu bearbeiten. Andere Orte auf Rügen mussten mit unvollständigen Broschürenkonzepten bereits bittere Erfahrungen sammeln, warnt der TVR.
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