D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 22. Januar - 28. Januar 2003 unabhängig - überparteilich

"Schiet, schiet - lat' se!"

Carneval-Club-Sagard will in ernsten Zeiten
"Freude und gute Laune verbreiten"

Von Wolfgang Urban

Sagard.
Eigentlich ist dies die Zeit der Karnevalsvorbereitung. Alljährlich engagieren sich auch auf Rügen viele für den Karneval und bereiten ihn mit viel Freude an der Verbreitung von Geselligkeit und Spaß vor. Doch angesichts der Besorgnis erregenden Zuspitzung der internationalen Lage sowie der Negativrekorde von Arbeitslosigkeit und mieser sozialer Stimmung entsteht die Frage, ob nicht auch den Karnevalveranstaltern in diesem Jahr das Lachen im Halse stecken bleibt.

Zu diesem Thema fand am Sonntag ein Gespräch mit Ralf Kaulitz, Präsident des CCS (Carneval-Club-Sagard) und CCS-Elferratsmitglied Siegfried Bruhn statt. CCS-Präsident Kaulitz erklärte dabei, dass er nach wie vor die Meinung habe, die von ihm auch schon im letzten Jahr vertreten wurde: "Gerade auch in ernsten Zeiten muss man den Leuten Abwechslung bieten. Das tägliche Leben muss immer weiter gehen. Dazu gehört auch Freude und gute Laune zu verbreiten. Man darf sich nicht nur mit den schlechten Dingen der Welt beschäftigen."

Kaulitz und Bruhn ließen keinen Zweifel daran, dass sie das ihnen Mögliche tun werden, damit wieder tolle Karnevalstage gefeiert werden können. Dabei verwiesen sie auch darauf, dass sie sich bei ihren Karneval-Vorbereitungen in Übereinstimmung mit Äußerungen von Verantwortlichen des BDK (Bund Deutscher Karnevalsvereine) befinden. Diese hätten u.a. erklärt, dass die Rosenmontagsumzüge im Rheinland durchgeführt werden.

Der lebensfrohe Sagarder Karneval soll wieder im Steigenberger Ressort Hotel in Neddesitz gefeiert werden. Dort wird sich der CCS im 23. Jahr seines Bestehens auf eine Safari in den Dschungel begeben. Das Motto heißt dieses Mal "Safari 23 - Der Dschungel bebt". Und in diesem Dschungel wird sicher immer wieder der clubeigene Schlachtruf "Schiet, schiet - lat' se!" erschallen.
Auch die Sagarder-Karnevalstermine stehen schon fest. Am 27. Februar wird Rentnerkarneval sein. Die Hauptveranstaltungen sind dann am 28. Februar, 1. März, 3. März (Rosenmontag) und am 8. März (Nachtwäscheball). Dies Veranstaltungen beginnen jeweils um 20.11 Uhr. Der beliebte Kinderkarneval für die ganze Familie soll auch in diesem Jahr nicht fehlen.

Er steht am 2. März von 15-17 Uhr auf dem Programm. Der Kartenverkauf beginnt am 8. Februar von 15-17 Uhr im Eiscafe Görts in Sagard. Wer schon jetzt Karten bestellen möchte, kann sich an Annette Rademacher wenden (Tel.-Nr. 038302-3895). Weitere Infos zum CCS gibt es auch auf der Internetseite www.carneval-club-sagard.de.


Aus aller Welt kommen Gäste nach Rügen

Woher kommen ausländische Gäste in die Orte
Welchen Anteil haben sie an der Statistik (Teil II)

Bergen auf Rügen (gü). Rund 180.000 Gäste aus dem Ausland haben im letzten Jahr ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verlebt. Darüber informierte dieser Tage der Landestourismusverband. Öfter sehen auch die Rüganer fremde Kennzeichen auf den Straßen der Insel. Kein Wunder, Skandinavien liegt fast vor der Haustür, die mit Wohnmobil reisenden Holländer sind in vielen Ecken Europas unterwegs und auch Schweizer Eidgenossen haben Rügen für sich entdeckt.

Grund genug, einmal bei den Kurverwaltungen und Gäste-Informationen an der Südost-Rügener Bäderküste sowie auf Jasmund und Wittow, in Bergen und Stralsund nachzufragen, wieviele ausländische Gäste 2002 in den einzelnen Regionen weilten. Wo kommen sie her, was sehen sie sich an und welche Aktivitäten werden gestartet, um im Ausland zu werben ?

Übrigens, im letzten Jahr besuchten insgesamt rund 3,4 Millionen Gäste Mecklenburg-Vorpommern, um hier ihren Urlaub zu verleben. Das ist eine Steigerung von 5,7 Prozent zum Jahr 2001. Nachdem wir in der letzten Woche an der Bäderküste unterwegs waren und uns auch auf der Insel Hiddensee Informationen zum Thema haben geben lassen, schauen wir heute in die Städte.

Bergen auf Rügen

Die Kreisstadt Bergen auf Rügen wurde im letzten Jahr von 157 ausländischen Gästen besucht. Diese kamen besonders aus Skandinavien, aus der Schweiz und Österreich sowie aus Holland. Aber auch Franzosen, Belgier und Polen verbrachten ihre schönsten Tage des Jahres im Inselherzen. Einige Anfragen waren zudem in der Touristen-Information zu verzeichnen, wie die Mitarbeiter gegenüber dem Rüganer ausführen.

Fremdsprachige Ortsprospekte und auch die Städtepartnerschaft mit dem schwedischen Svedala sorgen dafür, dass die Gäste umfangreiche Informationen über die Kreisstadt erhalten. Natürlich ist der Ernst-Moritz-Arndt-Turm das Ausflugsziel für ausländische Gäste. Aber auch der "Koloss von Rügen" in Prora sowie die Bäderküste im Südosten der Insel erfreuten sich großer Beliebtheit und Nachfrage, wie es seitens der Information abschließend heißt.

Hansestadt Stralsund

Wesentlich anders sieht es hingegen in der Hansestadt Stralsund mit Gästen aus aller Welt aus. Hier konnte die Stralsund-Information vermelden, dass per Oktober 2002 rund 16.000 solcher Gäste die Stadt besucht haben. Auch hier führend die Schweden und die Schweizer mit 36,7 bzw. 19,4 Prozent Anteil am Gästeaufkommen.

Der Eigenbetrieb der Stadt Stralsund hat in den letzten Jahren Aktivitäten auf der schwedischen Messe in Göteborg entwickelt sowie umfangreiche Kontakte zu ausländischen Journalisten aufgenommen, um die historische Stadt, die zum Weltkulturerbe gehört, bekannter zu machen. Dazu kommen Kontakte zu Reiseveranstaltern sowie die Betreuung der Flusskreuzfahrtschiffe mit Schweizer Reedern, wie es weiter heißt.

Prospekte und Stadtführungen in schwedischer Sprache sowie Brauereibesichtigungen mit einer zünftigen Bierverkostung für die Skandinavier runden das Angebot ab. Natürlich ist die Brauerei neben dem Meeresmuseum der Renner unter den ausländischen Gästen, weiß die Stadtinformation. Aber auch der Hafen, die Kirchen und kulturelle Veranstaltungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, wird ab-schließend ausgeführt.

Dieser Tage wurde gerade durch den Tourismusverband des Landes Mecklenburg-Vorpommern mitgeteilt, dass knapp 19.000 Niederländer (plus 45 Prozent zu 2001) im Jahr 2002 das nördlichste Bundesland besucht haben. Damit schieben sie sich nach den Schweden auf Platz zwei dieser gesamten Gästestatistik. Die Holländer sorgten immerhin für rund 59.000 Übernachtungen (plus 62 Prozent zu 2001) in den Pensionen und Hotels sowie auf den Campingplätzen (allein 33.700 Übernachtungen).

Abschließend

Leider waren die ebenfalls angeschriebenen Kurverwaltungen und Touristen-Informationen der Orte Gager, Breege / Juliusruh, Middelhagen, Sassnitz und Thiessow nicht in der Lage, dieser Zeitung einige entsprechende Informationen zukommen zu lassen.


Debatte über Kreisumlage ?

Finanzausschuss lehnt Haushaltskonsolidierungskonzept der Landrätin ab

Bergen auf Rügen (gü). Die Debatte um eine Erhöhung der Kreisumlage wird in den kommenden Sitzungen der Fachausschüsse des Kreistages und im Kreistag selber vermutlich nicht mehr aufzuhalten sein. Den Anfang machte Ferdinand Pieper (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses, während der letzten Sitzung des Ausschusses am 13. Januar.

Er stellte den Antrag im Rahmen der Diskussion um das von Landrätin Kerstin Kassner (PDS) vorgelegte Haushaltskonsolidierungskonzept, eine Erhöhung der Kreisumlage um drei Prozent in das Papier aufzunehmen. Dieser Antrag wurde bei lediglich zwei Ja-Stimmen mit fünf Nein-Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt.

Abgelehnt wurde aber auch das "neue" Haushaltskonsolidierungskonzept, das jetzt nur noch Einsparungen in Höhe von rund 60.000 Euro vorsieht. Im ersten Entwurf, der im Dezember 2002 auf dem Tisch lag, waren es noch 208.000 Euro. Landrätin Kassner geht in ihrem Entwurf ebenfalls von einer Erhöhung der Kreisumlage aus.

Wörtlich schreibt sie dazu : "Neben der Finanzzuweisung vom Land kann auch die Kreisumlage nicht unberücksichtigt bleiben. In Abhängigkeit von der Entwicklung der eigenen Einnahmen der Städte und Gemeinden (Steuerkraft) und der Leistungsfähigkeit der Haushalte der Kommunen muss sich die Höhe der Kreisumlage entwickeln."

Immerhin würde die Erhöhung der Abgabe der Gemeinden an den Kreis um einen Prozentpunkt 415.000 Euro auf Basis der Berechnung 2002 bringen, wie Kreiskämmerin Roswitha Juhnke ergänzte. Ferdinand Pieper begründete seinen Antrag damit, dass der Landkreis zunehmend Aufgaben für die Gemeinden wahrnimmt. "Also sollten wir als Kreis darüber nachdenken, angemessen anzupassen", so sein Standpunkt.

Ausschussmitglied Kristine Kasten (SPD) stellte während der Diskussion fest, dass "eine Lösung der finanziellen Probleme des Kreises mit dem Haushaltskonsolidierungskonzept nicht in Sicht ist. Es kann nur über den Personalabbau gehen", sagte sie auch mit Blick auf die rund 100.000 Euro Mehrausgaben nach dem jetzt erfolgten Abschluss zwischen den öffentlichen Arbeitgebern und der Gewerkschaft ver.di. Der Kreistag wird sich am 6. Februar mit dem Haushaltskonsolidierungskonzept beschäftigen.


1,5 Millionen Euro für Sanierung

Verwaltungsgebäude in Rotensee soll ausgebaut werden

Bergen auf Rügen (gü). Der Neubau eines Verwaltungsgebäudes für das Landratsamt ist vom Tisch ! Hatte dies Landrätin Kerstin Kassner (PDS) bereits in ihrem Bericht während der Sitzung des Kreistags im Dezember 2002 angekündigt, wurde das Thema während des letzten Haushalts- und Finanzausschusses wohl endgültig zu den Akten gelegt.

Vielmehr zielt eine diskutierte und nur knapp angenommene (4/2/4) Beschlussvorlage auf den weiteren Ausbau des ehemaligen Alten- und Pflegeheimes in Rotensee. Für rund 1,5 Millionen Euro sollen in einem zweiten Bauabschnitt Räumlichkeiten vorbereitet werden, so dass weitere Ämter der Dezernate I und II dorthin umziehen können.

Perspektivisch sieht die Verwaltung alle Ämter der beiden Dezernate dort, die Ämter der Landrätin bleiben in den Gebäuden Billroth- und Gartenstraße. Mit dem Umzug will die Verwaltung auch sparen.

Rund 70.000 Euro Miete für die Räumlichkeiten Industriestraße und City-Center. Die Gebäude Dammstraße und Schulstraße könnten nach Freizug veräußert werden, sieht ein Anhang zum Beschlussvorschlag vor. Dem muss jetzt der Kreistag zustimmen.


Gemeinde sauer auf Bürger

Bürgermeister kritisiert fehlendes Engagement bei Problemen und Aktionen

Lancken-Granitz (gü). "Die Bürger haben so eine gute Gemeindevertretung wie uns gar nicht verdient. Wir machen uns einen Kopf und denken über die Lösung von Problemen nach und wenn wir die Bürger einmal brauchen, dann kann man nicht auf sie zählen !" Deutliche Worte des Unmutes von Bürgermeister Klaus Golle (WG) während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung am zurückliegenden Mittwoch. Was war passiert ?

Immer wieder hatten sich Bürger über Geruchsbelästigungen in Lancken am unteren Ende der Dorfstraße aus der Abwasserkanalisation beklagt. Nun hatte die Gemeinde an 25 anliegende Grundstückseigentümer Fragebögen verteilt, die dem Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR) zur Klärung des immer wieder auftretenden Problems zugeleitet werden sollten.

Die Betonung liegt auf sollten ! Denn ganze drei Bürger haben den Fragebogen an den Bürgermeister zurückgegeben, wie dieser informierte. "Mit diesen drei Stimmen brauchen wir nicht beim ZWAR vorstellig werden", konstatierte er.

Auch beim stattgefundenen Wettbewerb des Tourismusverbandes über das schönste Dorf zeigte sich das Gemeindeoberhaupt enttäuscht über die Bürger. Lediglich 14 von ihnen (drei davon der Bürgermeister und seine Familie selbst) haben sich an der Frageaktion beteiligt, um Lancken-Granitz zu bewerten.

Über 60 kopierte Fragebögen sind in diesem Zusammenhang verteilt worden, wie Golle ergänzte. "Bei diesem Engagement der Bürger für ihren Ort brauchen wir nicht auf einen guten Platz hoffen", schloss er seine Worte des Unmutes, denen die Gemeindevertretung nichts hinzufügte.


Gemeinde beschließt Etat

Neubau des Feuerwehrgerätehauses ist größte Investition
des Jahres 2003

Lancken-Granitz (gü). Endlich bekommen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ihr neues Gerätehaus. Einstimmig beschlossen die sechs anwesenden Gemeindevertreter auf der letzten Sitzung am zurückliegenden Mittwoch den Haushaltsplan für das Jahr 2003. Im Vermögenshaushalt ist mit dem Neubau des Gerätehauses die größte Investition dieses Jahres verankert.

Bürgermeister Klaus Golle (WG) stellte die Eckdaten des aktuellen Etats vor. Dieser ist ausgeglichen und umfasst bei den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt 338.400 Euro und im Vermögenshaushalt bei Einnahmen und Ausgaben 463.000 Euro. Erstgenannter ist durch eine Zuführung von 2.300 Euro aus dem Vermögenshaushalt ausgeglichen worden. Die Schulden der Kommune belaufen sich auf 166.000 Euro zu Ende 2002 (rund 400 Euro pro Einwohner), so der Bürgermeister.

Fast den größten Posten im Verwaltungshaushalt macht die Unterhaltung der Straßen in Lancken, in Neu Reddevitz sowie des Verbindungsweges Garftitz mit 18.000 Euro aus. Die Instandsetzung der Friedrichstraße ist nicht realisierbar, so Golle weiter. Hierfür müssten rund 35.000 Euro veranschlagt werden. "Aber selbst wenn wir unsere derzeitige Rücklage in Höhe von 20.000 Euro einsetzen würden, könnten wir dieses Vorhaben nicht umsetzen", machte Golle gegenüber den Anwesenden deutlich.

Weitere Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind 19.000 Euro für den Schullastenausgleich für 24 Schüler (1999 waren es noch 33), 15.000 Euro für die Kindertagesstätte und 17.900 Euro für den Winterdienst. Hier sind allerdings auch Einnahmen von 7.600 Euro zu verbuchen, denn innerorts bezahlen diesen die Bürger.

Die Touristeninformation der Gemeinde wird dieses Jahr rund 26.000 Euro Einnahmen durch die Kurtaxe haben, dem stehen allerdings 44.100 Euro Ausgaben für die Aufgaben gegenüber.
Im Vermögenshaushalt wird wie eingangs erwähnt der Neubau des Gerätehauses am Ort des ehemaligen Agrarstützpunktes mit 292.500 Euro als das größte Vorhaben stehen.

Derzeit gibt es eine Zusage in Höhe von 100.000 Euro zur Förderung des Neubaus. Der Straßenbau in Blieschow mit 67.000 Euro sowie der Erwerb von Grundstücken mit 20.000 Euro im Zusammenhang mit dem Neubau des Gerätehauses und der Buswendeschleife in Neu Reddevitz sind die nächstgrößten Investitionen. Der Straßenbau Bäckertrift wird in 2004 erfolgen.



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