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Votum für Merkel

Nur drei Gegenstimmen bei Nominierungswahl

Jörg Vierkant, der Stralsunder Kreisvorsitzende der CDU gratulierte Dr. Angela Merkel zu ihrem Wahlergebnis. Foto: Wermke

Foto : Archiv

Stralsund (ow). Erstmals seit ihrer Entscheidung, nicht als Bundeskanzler zu kandidieren, weilte CDU-Chefin und Bundestagsabgeordnete Angela Merkel am Freitagabend wieder in ihrem Wahlkreis. Im Saal der Alten Brauerei fand die Nominierungsveranstaltung der CDU für den Bundestagskandidaten des Wahlkreises 15 statt. Eingangs erläuterte Wolfhard Molkentin aus Nordvorpommern, dass es sich bei diesem Wahlkreis um den ehemaligen WK 267 handelt.

Aufgrund der Umstruktuierung des Bundestages wurde der neue Wahlkreis 15 territorial noch erweitert. Damit gehört hier neben der Insel Rügen und der Hansestadt Stralsund der gesamte Landkreis Nordvorpommern hinzu. Nach der Eröffnung wechselten sich mehrere Redner einander ab und ihre Beiträgen hatten alle einen Grundtenor: Lobes- und Dankeshymnen an Merkel, die diesen Wahlkreis bereits seit mehreren Wahlperioden im Bundestag vertritt und hier "ihre unverwechselbare Handschrift hinterlassen hat".

So sprach Oberbürgermeister Lastovka über Merkel : "Sie hat der Region in Bonn und Berlin eine Lobby verschafft." Lastovka weiter : "Die beeindruckendste Leistung von Angela Merkel war für mich, wie sie in einer schwierigen Phase die CDU aus der Krise herausgeführt hat."

Die Stralsunderin Waltraud Lewing zitierte aus einem Brief eines Osnabrückers, der Angela Merkels Zukunft als Kanzlerin in vier Jahren sieht. "Sie ist doch erst 47, ihr gehört die Zukunft!"
Doch Freitag ging es nun erst einmal um die nächsten vier Jahre, in der die CDU-Mitglieder Angela Merkel als Direktkandidatin im Bundestag sehen möchten.

Sie stand als einziger Vorschlag auf dem Wahlzettel. Insgesamt 249 Mitglieder aus den drei Landkreisen traten an die Wahlurne. Das überwältigende Ergebnis quittierten die Anwesenden mit stehenden Ovationen. 246 Wahlberechtigte stimmten für Angela Merkel. Es gab nur drei Gegenstimmen. Nun wird Dr. Angela Dorothea Merkel für die CDU in den Wahlkampf ziehen.


Insolvenzverfahren wurde eröffnet

Freizeit- und Erlebnisbad "NEMO - die wasserwelt" soll gerettet werden
Käufer gesucht

Ostseebad Sellin (gü). Dieter Behrmann, ehemaliger Geschäftsführer des Freizeit- und Erlebnisbades "NEMO - die wasserwelt" ist raus ! Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat Insolvenzverwalter Ulrich Rosenkranz das Kommando in der Freizeitanlage komplett übernommen. Zuvor hatte der Rechtsanwalt aus Hamburg die Unterlagen gesichtet und war vom Amtsgericht Stralsund als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden (Der Rüganer berichtete).

Wichtigste Nachricht für alle, die gern ins Bad gekommen sind, das Bad bleibt geöffnet. Und zwar täglich ab 10 Uhr. Außerdem sollen nach wie vor Veranstaltungen dort stattfinden.
So werden sich die Selliner Närrinnen und Narren am 26. Januar zum diesjährigen Fasching dort treffen.

Mit einer neuen Marketingkonzeption sollen außerdem zusätzliche Gäste eingeworben werden, so Ulrich Rosenkranz. Auch die Kredit gebende Bankaktiengesellschaft Hamm, die mit ihrem Antrag auf Insolvenz im letzten Jahr den Untergang von Dieter Behrmann besiegelte, will einen Käufer für das Objekt im Seepark finden, wie es in diesem Zusammenhang heißt.

Die Bank stattete Dieter Behrmann mit einem Kredit von rund zehn Millionen Euro aus, um sein Bad bauen zu können. Jedoch konnte dieser in den letzten Monaten nicht mehr Tilgung und Zinsen bedienen, woraufhin sich das Geldinstitut zum Handeln gezwungen sah.


Einwohnerverluste im Landkreis

Auf Rügen leben über 10.000 Menschen weniger als 1990

Bergen auf Rügen (gü). Unser Land verliert immer mehr Einwohner ! Ein Trend, der auch in den letzten zehn Jahren auf der Insel Rügen zu beobachten war. Wie das Statistische Landesamt dieser Tage mitteilte, sank die Einwohnerzahl im ersten Quartal 2001 in M-V auf 1.771.713 Bürger. Das sind somit 3.990 Menschen weniger als am 1. Januar 2001. Im ersten Quartal des Jahres 2000 sank die Einwohnerzahl "lediglich" um 3.241 Bürger.

Als Gründe für das immer schnellere Absinken der Einwohnerzahlen nennt das Landesamt zunehmende Wanderungsverluste in andere Bundesländer sowie abnehmende Geburtenraten im Land.

Der Landkreis Rügen hat seit dem Jahr 1990 immerhin 10.131 Bürger statistisch verloren, wie den aktuellen Tabellen zur Einwohnerentwicklung zu entnehmen ist. Am meisten zur "Ader gelassen" wurden die Städte Bergen auf Rügen (3.562 Menschen weniger) und Sassnitz (1.431 Menschen weniger).

Auch im Ostseebad Binz sind 1.221 weniger Menschen gemeldet als noch 1990. In Putbus und auf Hiddensee sind die Verluste mit 239 bzw. 64 Bürgern geringer. Unter den Rügener Ämtern ist das Amt Wittow mit 2.200 Bürgern weniger der große Verlierer. Es folgt das Amt Jasmund mit 828 Bürgern weniger.

Gewinner sind in diesem Zusammenhang die Ämter Bergen-Land mit einem Plus von 260 Bürgern und Südwest-Rügen mit 169 mehr gemeldeten Einwohnern. Jedoch "erfüllt" nur das Amt Mönchgut-Granitz mit derzeit 6.599 Einwohnern einigermaßen die vom Land M-V ausgegebenen Forderungen an ein "solides und wirtschaftliches" Amt. Das sollte mindestens 8.000 Einwohner haben, unterstrich Innenminister Dr. Gottfried Timm (SPD) dieser Tage.

In den letzten Monaten wurden desöfteren Diskussionen über die sog. Ämterfusion von verschiedenen politischen Verantwortungsträgern angeschoben. Besonders in den Ämtern Jasmund und Wittow "flackert" dieses Thema immer wieder auf, konkrete Vorschläge fehlen allerdings immer noch.

Im Landratsamt ist eine Arbeitsgruppe "Verwaltungsstrukturen" damit beschäftigt, eventuelle Lösungen für die Ämter zu erarbeiten. Innenminister Timm drohte unverhohlen ab dem Jahr 2005 mit "Zwangsehen" zwischen Gemeinden oder Ämtern. Darüber hinaus soll auch die Hochzeitsprämie gestrichen werden.

Der o. g. statistische Verlust auf Rügen ist in Wirklichkeit viel größer. Es sind in den letzten Jahren auch reichlich neue Bürger nach Rügen gekommen.


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