D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

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Nationalparkzentrum Königsstuhl

18. März 2004: Der König vom Königsstuhl sorgte für freudvolle Unterhaltung im Reigen der Eröffnungsreden

Von Wolfgang Urban
Königsstuhl. Es muss nicht immer nur mit würdigem Ernst zugehen, wenn etwas Großartiges eröffnet wird. Im Gegenteil, man kann es auch mit Vergnügen ehren. Das bewies der König vom Königsstuhl (Foto oben links) während der Eröffnung des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl am vergangenen Donnerstag.

Dank an den König vom Königsstuhl
Immer wieder musste der König vom Königsstuhl ausgebremst werden, als er nur gar zu gern etwas ausführlicher von alten Zeiten und seiner Bezwingung des Königsstuhls berichtet hätte. Doch nicht weniger als acht Redner wollten bei der Eröffnung des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl am Nachmittag des 18. März 2004 zwischen 14.30 Uhr und 15.30 Uhr zu Worte kommen. Zunächst erhielt dabei der König vom Königsstuhl eine gebührende Danksagung durch Joachim Gottschalk (Geschäftsführer der Nationalpark-Zentrum Königsstuhl Sassnitz gemeinnützige GmbH). Er bedankte sich dafür, dass "seine Majestät" die Errichtung eines Nationalparkzentrums in seinem Reich zugelassen habe.

Zwei Landesväter
Dass es auf Rügen andere Maßstäbe des Denkens gibt, musste nach Joachim Gottschalk kein geringerer als Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff (SPD) zur Kenntnis nehmen. Schließlich war er am Königsstuhl "nur ein zeitweilig gewählter, und damit nicht ewiger Landesvater". Ruhm und Ehre gebührt hier vor allem jenem legendären Helden, der von der Seeseite aus den Königsstuhl kletternd bezwang und damit zum König der RÜGANER wurde. Inzwischen ist er zwar auch in die Jahre gekommen, wie auf dem Foto oben links zu sehen ist, aber noch keiner hat ihm die Heldentat erfolgreich nachgemacht. Zudem wirkte er viel lebendiger als der gewählte Landesvater Ringstorff, dem die Schwere der Last beim Regieren des Landes anzumerken war, wenn er sich jenseits des Rednerpultes und der wahrgenommenen Zielrichtung von Kameras befand.

Eingerahmt von Birgit Schuster und Kerstin Kassner: Der König vom Königsstuhl. Er sorgte zwischen den acht Festrednern bei der Eröffnungsveranstaltung für vergnügungs
volle Momente.

Durchschneiden des Bandes zum National-
park-Zentrum: Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff, Bürgermeister Dieter Holtz und WWF-Präsident Carl Albrecht von Treuenfels.

Fotos (2): (ur)

Dagegen agierten Wirtschaftsminister Ebnet (SPD) und Umweltminister Methling (PDS) noch bedeutend frischer bei ihrer Wahrnehmung von politischen Pflichtveranstaltungen. Sie verfolgten die Späße des Königs vom Königsstuhl mit einer Lebensfreude, die dem trockenen Stil der Pressemitteilungen nicht anzumerken ist, mit denen sowohl das Wirtschafts- als auch das Umweltministerium die Eröffnung des Nationalpark-Zentrums am Königsstuhl würdigten. Allerdings gehört natürlich auch die trockene Fakten-Prosa zu den wichtigen Infos von Eröffnungen.

"Schmuckstück für Rügen"
Zweifelsohne hat das Wirtschaftsministerium des Landes M-V recht, wenn es das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl als "Schmuckstück für Rügen" würdigt und Wirtschaftsminister Ebnet betont: "Das Zentrum ist ein Erlebnis für die Sinne und ist eine Attraktion für die ganze Insel". Zu den unbedingt erwähnenswerten Fakten heißt es dann u.a.: "Die Anlage wurde mit einem Investitionszuschuss von über 3,5 Millionen Euro durch das Wirtschaftsministerium unterstützt. Insgesamt wurden in den Bau sowie in die Gestaltung der Außenanlagen fast zehn Millionen Euro investiert."

Mit ökologischem Bauen verwirklicht
Umweltminister Methling: "Als Umweltminister freut es mich besonders, dass schon bei der Konzeption zur Errichtung des Zentrums dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung getragen wurde. So entstand ein Informationszentrum, das nach allen Regeln der Kunst des ökologischen Bauens errichtet wurde... Das Umweltministerium ... hat den Einbau regenerativer Energietechnik in das historische Gebäude mit mehr als 300.000 Euro aus dem Klimaschutzprogramm des Landes unterstützt. Das Besucherinformations-zentrum trägt Modellcharakter auch für andere Nationalparke".

Geldquellen
Mit den erwähnten fast zehn Mio Euro ist viel Geld in das neue Nationalpark-Zentrum geflossen und das nicht nur aus Steuermitteln. Während der Eröffnungsveranstaltung wurden auch Stiftungen sowie private Spender genannt, die maßgeblich zu dem Geldsegen beitrugen, der zum Entstehen des Nationalpark-Zentrums am Königsstuhl führte.

Naturbezwinger
Dem erfolgreichen Bemühen um das Nationalpark-Zentrum zollte auch der König vom Königsstuhl durchaus seinen Respekt. Er betonte indes, dass er "doch mehr zu den Naturbezwingern gehöre". Stolz verwies er darauf, dass noch keiner nach ihm den Königsstuhl von der Seeseite bezwungen habe. Wiederholungsversuche sind angesichts der Lebensgefahr beim Klettern in der Kreide auch nicht ratsam. Erfreuen wir uns an der einmalig geglückten Heldentat.




Eröffnung des "Waldschulhauses"

Neue Attraktion für Kinder und Jugendliche

Sassnitz (chn). Eine neue Attraktion für Kinder und Jugendliche wurde am Freitag vergangener Woche im Nationalpark Jasmund feierlich präsentiert. Dort, wo noch bis vor zwei Monaten gearbeitet wurde, konnte durch Dipl. Forstwirtin Sylvia Schulz das "Waldschulhaus" eröffnet werden. In einem Jahr wurde aus einem herunter-gekommenen Gebäude durch Mitarbeiter der BBR ein modern eingerichtetes Haus mit Möglichkeiten zum Basteln und Spielen erstellt. Mit der vierten und fünften Klasse der Förderschule aus Sassnitz starteten Sylvia Schulz und Natur- und Landschaftspfleger und Forstwirt Frank Rekow um 8 Uhr eine Exkursion zum "Waldschulhaus".

Die Kinder der Förderschule beim Basteln.
Foto: Niemann

Sie waren die Ersten, die ihre Spuren in dem Gebäude hinterlassen durften. Mit Naturmaterialien wurde gebastelt und der Raum verschönert. "Ziel ist es, durch das direkte Erleben von Natur die Sensibilität zu schärfen und das Gesehene in einem Bild darzustellen", so Sylvia Schulz. Neben der Begleitung von Projekttagen an Schulen sollen unter anderem auch mit Schulklassen Exkursionen durchgeführt werden. Ebenso werden Ausstellungen vorbereitet. Eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen wird mit diesem Projekt angestrebt. Das Haus, in dem das "Waldschulhaus" jetzt beheimatet ist, wurde bis 1992 als Försterei genutzt.




Pfingst-Open-Air bei Störti

Antenne Mecklenburg-Vorpommern feiert Geburtstag: Auf der Bühne in Ralswiek

Ralswiek (gü). Am Pfingstsonnabend wird die Open-Air-Saison auf Deutschlands größter Insel eingeläutet! Der beliebte Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern lädt zum diesjährigen Pfingst-Open-Air und damit zu seiner Geburtstagsparty ein. Waren die Radiomacher aus Plate letztes Jahr zum Zehnjährigen in Rostock, rollt der Tross dieses Jahr wieder auf die Insel und damit auf die Naturbühne der Störtebeker Festspiele am Großen Jasmunder Bodden. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Und zwar an allen bekannten Vorverkaufsstellen, an den Tourist-Informationen in Binz, Bergen auf Rügen und Sassnitz sowie unter der Ticket-Hotline (0 38 38) 80 77 80. Los geht es an diesem 29. Mai in Ralswiek um 16 Uhr. Mit dabei sind die Partykanonen "Right Said Fred", die deutschen Schmuserocker "PUR" und die ECHO-Preisträgerin Yvonne Catterfeld aus Erfurt! Übrigens, "PUR" haben auch einen ECHO bekommen. Also, hochkarätige Besetzung auf der Bühne bei Antenne Mecklenburg-Vorpommern. Yvonne Catterfeld setzt mit ihrem zweiten Album "FARBEN MEINER WELT" zu einem Quantensprung an: Soulige Balladen und groovige Midtempo-Songs wechseln einander ab, Deutschlands beste Produzenten, Komponisten und Texter haben mit ihrer musikalischen Vielfalt Yvonnes Welt noch farbiger erscheinen lassen.

ECHO-Preisträgerin Yvonne Catterfeld wird am 29. Mai auf der Naturbühne live zu erleben sein.
Foto: Agentur




Selbstständigkeit

Kreistagspräsidentin erhielt Antwort vom Landkreistag

Bergen auf Rügen (DR). Mit einem Antwortschreiben reagierte jetzt der Landkreistag Mecklenburg-Vorpommern auf den Beschluss des Kreistages Rügen vom 15. Januar dieses Jahres, sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen eine Liquidierung des selbständigen Landkreises Rügen zur Wehr zu setzen. Die Gremien des Landkreistages hätten sich inzwischen mehrfach mit den Reformvorhaben der rot-roten Landesregierung befasst und mit deutlicher Mehrheit die bekannt gewordenen Absichten des Koalitionsausschusses vom 8. Dezember 2003 zur künftigen Kreisgebietsreform abgelehnt.

Die Prüfung der Klagemöglichkeiten betreffend, erklärt der Geschäftsführer des Landkreistages, Dr. Hubert Meyer: "Inwieweit es sinnvoll und leistbar ist, Klagemöglichkeiten einzelner Landkreise gegen eine evtl. erneute Landkreisneugliederung zu unterstützen, wird in den Gremien des Landkreistages zu gegebener Zeit zu diskutieren und zu entscheiden sein. In der gegenwärtigen Phase ist zunächst einmal die Landesregierung gefordert, ein tragfähiges Konzept und einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den selbst gesteckten Ansprüchen zu genügen vermag."

In jedem Fall wird sich der Landkreis Rügen in der Zwischenzeit nicht in die Warteschleife begeben, sondern gezielt für den Erhalt der Selbstständigkeit des Inselkreises eintreten. Ein parteienübergreifender Beschluss auf der nächsten Sitzung des Kreistages zur Herbeiführung eines Bürgerentscheides anlässlich der Kommunalwahlen am 13. Juni steht nun bei den weiteren Überlegungen im Vordergrund, so Kreistagspräsidentin Gesine Skrzepski (CDU). "Wir müssen uns gewiss sein, dass die Rüganer selbst hinter diesem Beschluss stehen, denn schließlich geht es um eine existenzielle Entscheidung für alle Bürger." Die 13.000 Unterschriften für den Erhalt der Selbstständigkeit sieht Landrätin Kerstin Kassner (PDS) schon als Legitimation für die Kreistagsmitglieder, einen derartigen Beschluss zu fassen. Indes werden die rechtlichen Bedingungen für dieses Verfahren geprüft und der Verfahrensablauf skizziert.




Minister Ebnet: "Blödsinnige Auflage aus Brüssel"

EU droht mit Strafe von bis zu 791.000 Euro, wenn Mecklenburg-Vorpommern kein Seilbahngesetz verabschiedet


Hinter die Kulissen geschaut: Minister Ebnet und die ZDF-Reporterin nach dem Interview zum Seilbahngesetz.
Fotos (3): Urban
Von Wolfgang Urban

Königsstuhl. Eine herrliche Kulisse wählte sich ein ZDF-Team in der vergangenen Woche, um Dr. Otto Ebnet (SPD), Wirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, zu einem der merkwürdigsten hiesigen Gesetzesvorhaben zu interviewen. Es handelt sich um das Seilbahngesetz, das jetzt im Entwurf vorliegt (siehe Foto oben rechts). Genau gegenüber dem 118 m hohen Königsstuhl wurde das ZDF-Interview mit dem Minister im Vordergrund und dem faszinierenden Kreidefelsen im Hintergrund durchgeführt. Das Foto oben links zeigt den Minister nach dem Interview. Zuvor schaute er mit ernstem Blick in die Fernsehkamera. Dabei betonte er vor laufender Kamera, dass das Seilbahngesetz für Mecklenburg-Vorpommern nur aufgrund einer Auflage der EU (Europäischen Union) erarbeitet wurde. Weniger diplomatisch sagte er nach dem ZDF-Interview, dass es sich "um eine blödsinnige Auflage aus Brüssel" handele. Hierzulande weiß man natürlich, wie hoch unsere "Berge" sind. Selbst wenn es auf diesen Hügeln mal Schnee gibt, würde wohl keiner sehnsuchtsvoll nach einer Seilbahn Ausschau halten, geschweige denn für die "lange Fahrt" hinauf in die Höhe einige Euros ausgeben. Doch all dies zählt in der Brüsseler Bürokratie nicht. Regionale Besonderheiten sind Schall und Rauch für die von der EU in Gang gesetzte Gesetzesmaschinerie. Hier scheint es nur den Wahn zu geben, alles für alle Regionen der EU in gleicher Weise mit Gesetzen regeln zu wollen. Rationale Einwände zählen dabei offensichtlich nicht. Im Gegenteil, wer nicht mitspielt, dem drohen hohe Strafen. So muss das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit einer Geldstrafe von bis zu 791.000 Euro rechnen, wenn es der EU-Aufforderung zum Erlass eines Seilbahngesetzes nicht entspricht. Angesichts dessen wird es wohl keinen verantwortungsvollen Politiker in Mecklenburg-Vorpommern geben, der demnächst bei der Beschlussfassung im Landtag gegen das Seilbahngesetz stimmen wird: "Lieber Blödsinn beschließen, solange er nicht zum Schaden des Landes ist, als ein Strafgeld an die EU zahlen."

Hinweisschild
auf der Aussichtsplattform des Königsstuhls.

Das Gesetz ist noch nicht beschlossen, aber es ist für keine Partei im Landtag sinnvoll dagegen zu stimmen. Mehr dazu im Artikel.

Oder wird es evtl. doch Politiker geben, die selbst das Seilbahn-Thema für ihren Wahlkampf zu nutzen versuchen? Frei nach dem Motto: "Mit uns nicht!", um an der Macht dann zu sagen: "Wir müssen das Gesetz leider verabschieden."




"Umzingelten" Strandkörben ein Ende bereitet!

Gemeindevertretung stimmt mit elf Ja- und zwei Nein-Stimmen für die neue Strand- und Badeordnung

Ostseebad Binz (gü). Die neue Strand- und Badeordnung ist beschlossen! Ungewöhnlich viele Einwohner kamen am letzten Donnerstag zur Sitzung der Gemeindevertretung - Gegner und Befürworter der neuen Satzung, wie sich während der eingeräumten Wortmeldungen zeigte. Kurdirektorin Petra Wolter stellte vor der Beschlussfassung nochmals in aller Deutlichkeit die Fakten dar. Zahlreiche Beschwerden der Gäste in den letzten zwei Jahren haben die Kurverwaltung gezwungen zu handeln. Besonders das Aufstellen von sog. Strandmuscheln der Tagesgäste zwischen den Strandkörben hat sich verselbständigt. Ordnung und Sauberkeit am Binzer Strand in der Hochsaison sind zu Fremdwörtern geworden. Also ist eine folgerichtige Antwort darauf, das Strand- und Badeleben ein wenig geordneter zu gestalten.

Eine Mischung aus Ballermann 6 und Rimini beherrschte bisher den Strand von Binz. Das soll sich jetzt zu Gunsten der Binz-Gäste und der Einwohner mit der neuen Strand- und Badeordnung ändern.                   Foto: Archiv

In der Satzung ist deswegen verankert, dass das Aufstellen von Strandmuscheln und das Liegen von Tagesgästen in diesen Abschnitten nicht mehr erlaubt sein soll. Der bewirtschaftete Strand erstreckt sich vom Fischerstrand bis zur Kaimauer Prora. Dabei handelt es sich nach den Worten von Petra Wolter um 242.000 Quadratmeter. Davon sind rund 120.000 Quadratmeter an Strandkorbvermieter und Hotels verpachtet, die restlichen 122.000 Quadratmeter stehen den Tagesgästen nach wie vor zur Verfügung. "Wir planen keine Erweiterung der Strandkorbkapazitäten", so Wolter. Die Strandkörbe werden ab Düne (fünf Meter entfernt aus naturschutz- und hochwasserschutzfachlichen Gründen) in Richtung Wasser in vier Reihen stehen.

Die Gemeindevertretung räumte allen Anwesenden vor der Beschlussfassung einen Redebeitrag ein. Die Binzerin Bettina Linow trug einen umfangreichen Protestbrief gegenüber der Gemeindevertretung vor und untermauerte die Forderung mit fast 800 Unterschriften, die neue Strand- und Badeordnung nicht zu beschließen. Volker Krönert, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Binz, befürwortete im Namen des Vorstandes die Entscheidung ordnend einzugreifen. Er und viele Hoteliers aber auch Binzer Einwohner, die selbst einen Strandkorb im Sommer am Strand haben, sehen die Erholungsqualität für Gäste und Bürger stark gefährdet. "Wir müssen eine vernünftige Symbiose finden", so Krönert. DORINT-Hoteldirektor Norbert Lang: "Wir reden nicht von unseren Interessen, wir reden von unseren Gästen! Wir sollten auch darüber nachdenken, die Hochsaison attraktiver zu gestalten."


Der Kommentar
von Robby Günther

Die harte und unsachliche Debatte im Zuge der neuen Strand- und Badeordnung für Binz zeigt in aller Deutlichkeit zwei Probleme auf! Erstens: Das staatlich anerkannte Ostseebad hat zu lange gewartet, hat die Scharen von Tagesgästen als Negativum für den Binz-Gast und auch den Einwohner ignoriert. Das musste sogar der ehemalige Bürgermeister Reinhardt in seiner Wortmeldung zugeben. Zweitens: Die durch das Parlament einst eingeführte Bürgerfragestunde in den Ausschüssen wird von den Einwohnern des Ortes fast komplett nicht genutzt. Bereits im November des letzten Jahres beschäftigte sich der Betriebsausschuss mit der Neufassung der Strand- und Badeordnung. Grund damals wie heute sind steigende Beschwerden der Gäste, die in Binz wohnen, ihre Kurtaxe zahlen und durch Umsatz Arbeitsplätze sichern. Der RÜGANER berichtete über die geplanten Änderungen in seiner Ausgabe vom 12. November - es passierte nichts! Nun auf einmal schwante den Gegnern, dass sie vom Strand verdrängt werden sollen. Übelste Beschimpfungen musste sich beispielsweise Bürgermeister Schaumann gefallen lassen. Populistisch und an den eigentlichen Änderungen in der Ordnung vorbei vorgetragene Meinungen in der Öffentlichkeit vergifteten das Klima in Binz. Eine Bürgerin sammelte rund 800 Unterschriften von Einwohnern, die sich vermutlich den Inhalt des Briefes, den sie während der Gemeindevertretersitzung vorgelesen hat, selber nicht durchgelesen haben. Dort wurden Behauptungen erhoben, die seitens der Kurverwaltung, der Hoteliers und der Gemeinde nie verfolgt worden sind.

Zu diesem Kenntnisstand wären die Gegner längst gekommen, hätten sie die Sitzungen des Betriebsausschusses besucht und von ihrem Recht Gebrauch gemacht, bei Unverständnis zu fragen und niveauvoll mit den politischen Verantwortungsträgern zu diskutieren. Nummehr ist die Strand- und Badeordnung demokratisch beschlossen - im Sinne der Binz-Gäste und der Einwohner! Niemand wird verdrängt, es soll lediglich ein bisschen ordentlicher am Strand zugehen, damit der Erholungswert steigt. Diejenigen, die sich verbal vergriffen haben, gehören nicht an den Strand, sondern in die Ecke!



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