D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 24. April - 30. April unabhängig - überparteilich

Middelhagen verabschiedet Kurdirektorin

Martina Pisch hat nach zehn Jahren die Kurverwaltung verlassen

Bürgermeister Ulrich Kliesow (CDU) verabschiedete Martina Pisch als Kurdirektorin des staatlich anerkannten Erholungsortes am letzten Donnerstag.

Foto : Besch.

Middelhagen (gü). Martina Pisch ist nicht mehr Kurdirektorin des Ortes! Aus gesundheitlichen Gründen hatte sie nach zehn Jahren in der Kurverwaltung jetzt zum 30. April gekündigt.

Bürgermeister Ulrich Kliesow (CDU) und die Gemeindevertretung nutzten am letzten Donnerstag während der Sitzung des Gemeinderates die Gelegenheit, Martin Pisch zu verabschieden und ihr für das Engagement beim Aufbau der Kurverwaltung zu danken. Damit geht nach zehn Jahren eine Ära zu Ende. Stand doch der Tourismus in Middelhagen und seinen Ortsteilen immer untrennbar mit dem Namen Martina Pisch in Zusammenhang.

Die scheidende Kurdirektorin dankte während der Verabschiedung allen, mit denen sie in den letzten zehn Jahren zusammen gearbeitet hat. Gleichzeitig appellierte sie auch an die politischen Verantwortungsträger und touristischen Leistungsträger, dass sich Middelhagen überlegen muss, in welche Richtung die touristische Reise künftig gehen soll.

In der Middelhägener Kurverwaltung wird Karin Müller nach wie vor Ansprechpartnerin sein. Eine zusätzliche Kraft wird sie in der kommenden Saison unterstützen.


Kreisstadt kann Zuwächse verbuchen

Im Rückblick: Das Tourismus - Jahr 2001

Allein die Mitarbeiterinnen der Touristeninformation konnten über 17.770 Übernachtungen vermitteln.

Foto: Schäfer

Von Knut Schäfer

Bergen auf Rügen.
Wer glaubt, dass die Inselmetropole während der Saison nur Tagesgäste anzieht, der irrt gewaltig, wie die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen aus dem Tourismus - Jahr 2001 belegen. Nach der Erfassung aller statistischen Daten der touristischen Anbieter Bergens ist eine durchaus positive Entwicklung ersichtlich.

So konnten im vergangenen Jahr im Bereich der Kreisstadt 42.576 Gäste begrüßt werden, die 116.859 Übernachtungen buchten, informierte Bürgermeisterin Andrea Köster (CDU) auf der letzten Stadtvertretersitzung. Das bedeutet allein bei den Gästeankünften ein Plus von 15 Prozent im vergleich zum Jahr 2000. Bei den Übernachtungen beläuft sich die Zuwachsrate auf immerhin 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 2,75 Tage.

Im Bereich Touristeninformation wurden 4.229 Gäste mit 17.713 Übernachtungen gebucht. Dies entspricht, laut Bürgermeisterin Köster, in etwa den Zahlen aus dem Vorjahr. "Die Steigerung der Gästeankünfte und Übernachtungen konnte vor allem durch eine positive Entwicklung bei den Hotels und Pensionen der Stadt erreicht werden. Bis auf ein Hotel gingen hier die Gästezahlen nach oben", so Köster weiter.

Etwas kritischer sieht die Verwaltung die Entwicklung im Tagesbesucherverkehr. Der entspricht noch immer nicht den erwünschten Vorstellungen. Obwohl auch in diesem Bereich eine Steigerung von 310.000 auf 330.000 Gäste erfolgte, erhofft man sich für die Zukunft größere Zuwachsraten. "Bauarbeiten im Museum und am Arndt - Turm nahmen uns zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus dem Angebot und das Nichtvorhandensein von Busparkplätzen im Zentrum schreckt viele Reiseveranstalter vor einem Besuch unserer Stadt zurück"; erklärte Andrea Köster.

Mit der diesjährigen Eröffnung des Arndt - Turmes, des Museums sowie der Gaststätte im Klosterhof und vielleicht auch der Schauwerkstatt kann die Stadt nun über ein Angebot verfügen, das sicherlich weitaus mehr Touristen in die Inselmetropole lockt. Ein positive Tendenz zeigte sich bereits schon bei den ersten Veranstaltungshöhepunkten in diesem Jahr. So erfreut sich zum Beispiel die Veranstaltungsreihe im Benedix - Haus großer Beliebtheit.

Ein weiterer Erfolg war in diesem Jahr auch das Mittelalterfest anlässlich der Eröffnung des Ernst - Moritz - Arndt - Turmes. Allein an den Osterfeiertagen konnten in Bergen über 6.000 Besucher gezählt werden. Der nächste Höhepunkt ist die Burgwall- und Turmparty am Samstag, 27. April, auf dem Rugard.


Powilleits Rücktritt zum 31. Mai?

Bürgermeisterin will sich am kommenden Montag auf der öffentlichen Gemeindevertretersitzung erklären

Ostseebad Göhren (gü). Steht der Rücktritt von Bürgermeisterin Bärbel Powilleit (Bündnis für Rügen) kurz bevor ? Die Gerüchteküche um einen etwaigen Rückzug der Bürgermeisterin aus der Kommunalpolitik brodelt bereits seit letztem Jahr. Nunmehr haben diese wieder neuen Auftrieb erhalten.

Nach Rüganer-Informationen hat Powilleit gegenüber ihrem ersten Stellvertreter Helmut Eder (CDU) den Rücktritt von ihrem Ehrenamt zum 31. Mai verkündet.

Auf eine entsprechende Rüganer-Nachfrage antwortet Bärbel Powilleit : "Ich werde mich zu diesem Thema während des öffentlichen Teils der Gemeindevertretung am 29. April deutlich äußern." Bürgermeisterin Powilleit hatte in der Vergangenheit immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu tun, das führte unter anderem auch dazu, dass Helmut Eder die Amtsgeschäfte während der Saison 2001 vollständig führte. Powilleit befand sich in dieser Zeit auf Kur, wie es hieß.

Ein weiterer Beweis für den bevorstehenden Rücktritt könnte außerdem sein, dass Eder die Beschlussvorlagen der Gemeindevertretung für die Mai-Sitzung vorbereiten soll, wie diese Zeitung aus dem Amt Mönchgut-Granitz erfahren hat.

Helmut Eder auf Nachfrage : "Bürgermeisterin Powilleit hat mir gegenüber gesagt, dass sie auf der Sitzung am kommenden Montag eine Erklärung zu diesem Vorgang abgeben wird." Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr in der Aula der Realschule in der Gerhart-Hauptmann-Straße 1.

Sollte Bürgermeisterin Powilleit wirklich zum 31. Mai zurücktreten, müssten innerhalb von vier Monaten Neuwahlen in Göhren stattfinden. Kandidaten während der Kommunalwahl im Juni 1999 waren neben Powilleit Carola Koos (CDU), Paul Bolle (SPD) und Hans-Jürgen Gogalla (PDS).


Windkraft bestimmt Landtag

CDU-Abgeordnete Gesine Skrzepski bringt Antrag ein

Schwerin / Rügen (gü). Politischer Schlagabtausch im Schweriner Landtag zum Thema "Offshore-Windparke" vor den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns ! CDU-Landtagsabgeordnete Gesine Skrzepski wird mit ihren Fraktionskollegen Reinhardt Thomas (sicherheitspolitischer Sprecher) und Martin Brick (ehemaliger Agrarminister) am morgigen Donnerstag einen von der CDU-Fraktion unabhängigen Antrag einbringen.

Darin wird von dem politischen Dreiergestirn gefordert, dass die Landesregierung unter Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff (SPD) aufgefordert wird, bis zum 30. Mai darüber zu berichten, welche Maßnahmen sie ergreift, um die Sicherheit des Schiffsverkehrs auf der Ostsee und den Schutz der Küstenregion vor Umweltkatastrophen festzuschreiben. Außerdem soll in diesem Zusammenhang auch die störungsfreie Entwicklung des naturverbundenen Tourismus und des Fischereiwesens in der Seeanlagenverordnung berücksichtigt werden.

Weiterhin fordern die Abgeordneten auch, dass die rot-rote Landesregierung berichten soll, wie die Interessen der Energiewirtschaft und anderer Unternehmen bei der Genehmigung von Offshore-Windkraftanlagen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) und der 12-Meilen-Seezone angemessen berücksichtigt werden.

Die drei CDU-Parlamentarier befürchten nach wie vor überwiegend negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Fischerei, wenn der Flut von Anträgen auf Errichtung der o. g. Anlagen zugestimmt wird.

Gesine Skrzepski, die gleichzeitig Vorsitzende des Tourismusausschusses im Landtag ist, hatte auf einer Ausschusssitzung am 10. Mai über Aussagen von Dr. Klaus Sühl, Staatssekretär im Agrarministerium, berichtet.

Laut diesem liegen bereits heute Anträge für 1.298 Offshore-Anlagen in einer Größenordnung zwischen zwei und fünf MW vor. Die dabei von der Energiewirtschaft in M-V ausgewählten Standorte befinden sich u.a. nördlich des Darß, bei der Oderbank, im Adlergrund sowie im Arkonabecken (südöstlich). Zwei weitere Projekte lassen sich auf der Liste finden. Hierbei sind Entfernungen von 13 bis 42 Kilometern vom Festland vorgesehen. Die Projekte sollen fast ausnahmslos in der Ausschließlich Wirtschaftszone gebaut werden.

Als Pilotprojekt wird das Vorhaben nördlich des Darß angesehen.Hierbei soll am 1. Juni dieses Jahres mit dem vollen Programm der Umweltverträglichkeitsuntersuchung durch den Vorhabenträger begonnen werden.

Dr. Klaus Sühl zeigt in seinen Ausarbeitungen gegenüber dem Ausschuss auf, dass die Möglichkeiten der Einflussnahme der Landkreise auf die Verfahren im Rahmen der sog. Trägerbeteiligung als Träger öffentlicher Belange (TÖB) möglich sind. Dies betrifft innerhalb der 12-Seemeilenzone das Raumordnungsverfahren und das Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, in der AWZ das Verfahren nach der Seeanlagenverordnung.

Die Landkreise seien berechtigt, so der Staatssekretär, und verpflichtet, ihre eigenen Belange in diesen Verfahren einzubringen. Die jeweilig über das Verfahren entscheidende Behörde hat die entsprechend vorgetragenen Belange in die vorzunehmende Abwägung nach den gesetzlichen Vorgaben einzustellen.

Dr. Sühl weist noch auf einen weiteren Fakt in diesem Zusammenhang hin : "Darauf hinzuweisen ist, dass sowohl nach BImSchG als auch nach Seeanlagenverordnung es sich um gebundene Verwaltungsakte handelt. Dies bedeutet, dass, sofern keine Versagungsgründe vorliegen, ein Rechtsanspruch des Antragstellers auf Erteilung der Genehmigung besteht."



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing
Impressum