D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 24. Juli - 30. Juli 2001 unabhängig - überparteilich

Es geht nur noch um das liebe Geld

Termin vor Ort in der Klagesache Familie König
gegen die Likedeeler Theater-Betriebs GmbH


Von Thomas Wuitschik

Rügen.
Das Landgericht Stralsund hatte in der vergangenen Woche einen Termin im Hause der Familie König in Ralswiek anberaumt. "Öffentliche Verhandlung" oder "Nichtöffentliche Beweisaufnahme" lautete die Frage. Familie König wollte keine Presse dabei haben.

Kein Kaffeekränzchen sondern eine nichtöffentliche Beweisaufnahme. Familie König (Roswitha König in der weißen Bluse), daneben ihr Mann im blauen Hemd. Mit dem Rücken zum Fotografen: Ruth und Peter Hick (2. und 3. von rechts).

Foto: Wuitschik

Also eine Beweisaufnahme unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es ist dies das zweite offizielle Aufeinandertreffen der Parteien. Im Juni 2001 sagten Königs noch vor dem Gericht in Stralsund: "Das Haus ist unverkäuflich."

Alle Kompromissvorschläge werden abgelehnt

Mittlerweile haben es sich die Königs wohl doch anders überlegt. Ihre Klage gegen die Störtebeker Festspiele wegen Lärmbelästigung hat wohl nur noch den Grund reichlich Geld zu machen. Ein Angebot der Festspiele über ein Mehrfaches des Wertes des Hauses wurde ausgeschlagen. Über eine halbe Million EURO will man jetzt.

Vorschläge der Familie Hick, das Haus mit Schallschutzfenstern und einer Klimaanlage zu versehen, sollen erst akzeptiert, dann aber wieder von Königs verworfen worden sein. Der Verdacht der Abzocke macht sich breit. "Wir lassen uns aber nicht erpressen", so Peter Hick. Hick hat bereits Maßnahmen zur Schallreduzierung ergriffen. Eine neue Lautsprecheranlage wurde installiert, keine Konzerte mehr während der Festspielzeit. Auch die Mittagsschau der Adler wurde gestrichen.

Doch das reicht Familie König nicht. Roswita König, jahrelang Mitstreiterin im Kostüm auf der Freilichtbühne, scheint nicht das wirkliche Problem zu sein. Ihr Mann und Sohn sollen immer wieder diejenigen sein, die alle bisherigen Kompromissvorschläge abgelehnt haben. "Die wollen wohl nur was vom Kuchen abhaben, ohne was dafür tun zu müssen", äußert einer der ausgeschlossenen Medienvertreter.

Peter und Ruth Hick sind sich einig: "Wir klagen uns durch die Instanzen. So schnell geben wir nicht auf. Und die tausenden von glücklichen Besuchern jeden Abend ermuntern uns dazu." Ein Ende des Streites ist nicht in Sicht. "Gewinner wird es keine geben", so Richter Könning. Er hofft immer noch auf einen Vergleich.

Den wird es aber nicht um jeden Preis geben. "Das wäre ja noch schöner. Fast der ganze Ort lebt von den Festspielen. Aber wir arbeiten auch dafür. Nicht so wie die", so ein Ralswieker gegenüber der Presse mit Blick aufs König-Haus.

Vertreter der Zivilkammer des Landgerichts Stralsund. Vorne Richter Andreas Könning. Das Haus der Familie König hinter der Bühne in Ralswiek. Rechts der Anbau des Sohnes. Ihm war bekannt, dass die Festspiele Lärm erzeugen. Jetzt möchte auch er Geld haben.

Fotos (2): Wuitschik

Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing

Impressum