D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 24. Juli - 30. Juli unabhängig - überparteilich

Um eine Attraktion reicher

Museum Putbus wurde im Kronprinzenpalais eröffnet

Gerd Rothe kümmert sich seit dem 7. Juli um die geschichtsinteressierten Besucher des Museums und bietet Führungen an. Einen Großteil der Ausstellung macht die "Natur der Insel Rügen" - Photographien von Volmar Herre aus. Fotos (2): Besch

Putbus (bs). Am 6. Juli wurde das "Museum zu Putbus" im Kronprinzenpalais Circus 1 im Beisein der Landrätin Kerstin Kassner feierlich eröffnet. Das Gebäude sollte damals ursprünglich von Fürst Wilhelm Malte an den Kronprinzen, dem späteren Wilhelm IV, verschenkt werden. Wie es jedoch aus einer Überlieferung bekannt ist, konnte dieser aber aufgrund seines Standes das Geschenk "Kronprinzenpalais" nicht annehmen.

Die Familie Lietz hingegen, damals eine der einfluss-reichsten Familien in Putbus, erwarb das Gebäude, nutzte es und wohnte auch darin. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Danach stand das Gebäude, welches übrigens nicht im typisch klassizistischen Stil sondern im Tudor Stil in der Zeit Elisabeth I erbaut wurde, leer.

Der Touristik Service Putbus GmbH, in persona Wolfgang Urmoneit, ist es dann gelungen das Gebäude Circus 1 von der Erbengemeinschaft zu erwerben. 1999 war Baubeginn. Erst beim Abbruch kam Wolfgang Urmoneit die Idee, ein Museum für Putbus zu gründen. Auf rund 1.000 Quadratmetern hat nun der Besucher die Möglichkeit, etwas über die Geschichte und die Gebäude in Putbus zu erfahren, die Zeit der Romantiker zu durchleben und zum Beispiel das alte Schloss des Fürsten Malte in einem Maßstab 1:50 als Alabasta-Modell zu bestaunen.

Dr. Reinhard Piechocki, eigentlich Biologe auf der Insel Vilm, fertigte aus Leidenschaft zur Geschichte die vielen Tafeln, die dem Besucher nun die Stadt Putbus und ihre Geschichte näher bringen sollen. Das "Museum zu Putbus" ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Vorhaben lesen Sie bitte im nächsten Rüganer.


"Ein Bayer auf Rügen"

Unions Kanzlerkandidat Edmund Stoiber
startet auf Rügen seine Sommerreise

Binz (ks). "War das schon der neue Kanzler ?", diese Frage stellten sich bestimmt einige der etwa 4.000 Leute, die am vergangenen Samstag den Auftritt des Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber, auf dem Binzer Kurplatz sahen. Einige von ihnen warteten mehr als eine Stunde auf die bayowarische Lichtgestalt, die in Begleitung von Unionschefin Angela Merkel, seine Sommerreise durch die Republik auf Deutschlands größter Insel begann.

Frenetischer Jubel, vergleichbar mit einem Rockstar, schlug Stoiber bei seinem Auftritt im Ostseebad entgegen. Nicht nur in Binz, sondern auch auch auf dem Jagdschloss Granitz, das er am Vormittag besuchte, oder im Fährhafen Mukran, wo er zu Mittag aß, gab sich der Spitzenkandidat sehr volksnah.

Ein Händedruck hier und ein kleines Schwätzchen da, Stoiber ist also doch nicht der stocksteife Politiker, den man sonst nur von der Mattscheibe kennt. Sein Inselbesuch glich mancherorts fast einem Heimspiel, verständlich wenn man die Landesfarben betrachtet, ist ein Bayer auch nur ein auf den Kopf gestellter Vorpommer.


Perfekter Chor für Klaus & Klaus

160 Gäste erlebten den zweiten Rügen-Talk der Saison 2002

Polonaise mit Klaus & Klaus durch den Saal "Hiddensee". Stimmungsvoller Höhepunkt des zweiten Rügen-Talks.

Foto : Günther

Ostseebad Binz (gü). Lachsalven ohne Ende, Musik bis zum Abwinken, politische Unterhaltung und vieles mehr erlebten die rund 160 Gäste beim zweiten Rügen-Talk der Saison ! MDR-Moderator André Holst hatte am letzten Mittwoch wieder in den Saal "Hiddensee" des gastgebenden IFA-Ferienpark Rügen geladen und zündete eine dreistündige Show der guten Laune. Die 160 Gäste brachten mit ihren Eintrittsgeldern 1.300 Euro in die Kasse, so dass jetzt bereits nach dem zweiten Talk 2.670 Euro für den 13-jährigen Felix Buse aus Rambin zusammen gekommen sind, wie die Hotelleitung in diesem Zusammenhang informiert.

Umgestoßene Cocktails, eine geduschte Kellnerin und zerbrochene Gläser leiteten die Show an diesem Abend ein. Aber dies tat der guten Stimmung im Saal keinen Abbruch, denn der Gäste-Mix versprach kurzweilige Unterhaltung. Ein politisches Leichtgewicht mit dem FDP-Generalsekretär von M-V, Sebastian Ratjen, trat dabei gegen SPD-Schwergewicht Walter Momper aus Berlin an. Beide Politiker glauben natürlich an die guten Wahlerfolge ihrer Parteien auf Landes- bzw. Bundesebene. Am 22. September um 18.05 Uhr sind wir schlauer.

Lachen ist sein Beruf, Witze machen gehört dazu. Fips Asmussen steht in diesem Jahr seit 30 Jahren auf der Bühne und redet wie ein Wasserfall, der gestoppt werden muss, kommentierte André Holst. Jedoch, 160 lachende Gäste bezeugten, dass der Altstar immer noch zu den Großen dieser Branche gehört.

Musikalisch unterhielten Ilona und Alex, Peter Beil sowie das Duo Klaus & Klaus die Gäste. Nach fast drei Stunden erfolgte die obligatorische Polonaise durch den Saal.


Sondersitzung zum Straßenbau

Arbeiten in der Strandstraße führen zu chaotischen Zuständen / Beschwerdeflut

Ostseebad Göhren (gü). Und es war doch eine politische Entscheidung, die die Mehrheit der Göhrener Gemeindevertretung zum Straßenbau im Sommer getroffen hat ! Mit Realität und Vernunft konnte das Votum nicht viel zu tun haben, urteilen Gäste des Ostseebades und auch die Anlieger, die jetzt unter den Straßenbaumaßnahmen mitten in der Hochsaison zu leiden haben.

Und dieses Leiden verursacht Frust. Den werden die Mitglieder des Ausschusses für Tourismus auf ihrer morgigen Sitzung wohl sehr deutlich zu hören bekommen. Denn auf der Tagesordnung des Ausschusses steht die Beratung zu den Straßenbaumaßnahmen ! Zahlreiche Gäste und Unternehmer haben ihr Kommen angekündigt, wie Der Rüganer in Erfahrung bringen konnte.
Mittlerweile reißt die Beschwerdeflut in der Kurverwaltung nicht ab, so eine Aussage von Jörn Fenske, der dies gleich auf die Baumaßnahme an der Strandpromenade ausgedehnt wissen will.

Täglich 15 bis 20 Beschwerden, so seine Aussage, laufen allein bei ihm auf. Das Dreifache am Counter im "Haus des Gastes", dem Sitz der Kurverwaltung. Und DLRG-Wachleiter Stefan Lauble ergänzte während der letzten Sitzung des Ausschusses am 10. Juli, dass "dies nur ein Bruchteil dessen sei, was die Rettungsschwimmer täglich von den Gästen zu hören bekommen".
Chaotische Zustände also in Göhren ?

Irgendwie kann sich der neutrale Beobachter des Verdachts nicht erwehren, dass das vorprogrammiert war. Zwar verteidigte der Sanierungsträger, die Deutsche BauBeCon, die Straßenbauarbeiten als wichtige Infrastrukturmaßnahme für den Ort, und nicht als politisches Vorhaben. Doch die jetzigen Zustände werden dem Ort, trotz der "wichtigen Infrastrukturmaßnahme" keine Freu(n)de bringen.


Bartels als Einzelkandidat

CDU von Göhren steht hinter Carola Koos

Ostseebad Göhren (gü). Wird der ehemalige Leiter des kommunalen Eigenbetriebes, Hardmund Bartels, am 22. September auf dem Wahlzettel für die Wahlen zum neuen Bürgermeister stehen ? Nach dem Rüganer vorliegenden Informationen hat sich Bartels jetzt die betreffenden Unterlagen für die Wahl geholt, wird wohl kandidieren.

Politisches Problem der beabsichtigten Kandidatur ist hingegen ein anderes. Bartels ist Mitglied im CDU-Ortsverband Göhren. Dieser hatte jedoch bereits vor einigen Wochen seine Kandidatin, Gemeindevertreterin Carola Koos, mit einem Wahlergebnis von 92 Prozent während einer Mitgliederversammlung nominiert.

Demzufolge gibt es zwei Möglichkeiten für Hardmund Bartels. Entweder er steht mit seiner Parteizugehörigkeit auf dem Wahlzettel oder aber er tritt als Einzelbewerber ohne Parteinennung an. Auf eine entsprechende Nachfrage dieser Zeitung äußert sich der in sog. Altersteilzeit befindliche Bartels wie folgt :

"Mich haben zahlreiche Bürger angesprochen, ob ich nicht kandidieren will. Deswege habe ich in den letzten Wochen überlegt und mich entschieden." Kommunalaufsichtlich sei alles geklärt, sagt er weiter. Denn Bartels ist ehrenamtlich für den kommunalen Eigenbetrieb tätig.

Nun braucht er 15 Unterschriften von Bürgern, die seine unabhängige Kandidatur unterstützen. Diese hat er nach eigenen Aussagen auch fast zusammen. Hardmund Bartels wird sich als Einzelbewerber ohne Parteinennung den Göhrenern stellen, wie er ergänzt. Seine CDU-Mitgliedschaft will er bis zum 22. September ruhen lassen.

Bei der CDU des Ostseebades stößt die Kandidatur auf Unverständnis, wie Gespräche mit dem Vorstand des Ortsverbandes zeigen. "Hardmund Bartels hatte in einem Gespräch innerhalb der CDU eine Kandidatur ausgeschlossen", äußerten sich Vorstandsmitglieder gegenüber dieser Zeitung.


Überreaktion des Marktes ?

Brückenbau Liddow in Gefahr
Kreisausschuss tagt am Donnerstag zum Thema

Neuenkirchen (gü / ur). Finanzielle Schwierigkeiten beim geplanten Neubau der Brücke zum Gut Liddow ! Die vor neun Wochen abgebrannte Brücke soll neu gebaut werden (Der Rüganer berichtete ausführlich). Die Ergebnisse der Ausschreibung haben die politischen Verantwortungsträger jetzt hart auf dem Boden der Realitäten aufschlagen lassen.

Wie Der Rüganer in Erfahrung bringen konnte, sind sechs Angebote und diverse Nebenangebote abgegeben worden. Allerdings, das "billigste" Angebot liegt mit 819.000 Euro weit über den bisher eingestellten Eigenmitteln der Gemeinde sowie den vom Schweriner Agrarministerium bereit gestellten Fördermitteln in Höhe von zusammen 546.262 Euro. Das bedeutet, dass immerhin 272.738 Euro (rund 533.430 Deutsche Mark !) für den Brückenneubau fehlen.

Heftige Geschäftigkeit brach daraufhin in der Gemeinde Neuenkirchen aus, auch der Landkreis sieht Handlungsbedarf. Der Kreisausschuss wird sich am kommenden Donnerstag, 25. Juli, zu einer außerordentlichen nichtöffentlichen Sitzung treffen, um über Vergabe und Umwidmung von KIP-Mitteln für den Brückenbau zu beraten.

Landrätin Kerstin Kassner (PDS) hat sich bereits an das Schweriner Landwirtschaftsministerium gewandt, und um weitere finanzielle Mittel gebeten, wie das Landratsamt auf eine entsprechende Rüganer-Nachfrage mitgeteilt hat.

Denn, mit der erfolgten Ausschreibung ist der Ausbau der Brücke im Rahmen des ländlichen Wegebaus vorgesehen. Das war vorher nicht der Fall. Die Planungen für die neue Brücke sind bereits einige Jahre alt und mit der Einordnung in den ländlichen Wegebau machen sich unter anderem neue Berechnungen für die Statik des Bauwerkes nötig. Laut Kassner habe das Schweriner Ministerium bereits "mündlich zugesagt, weitere Mittel für den ländlichen Wegebau zur Verfügung zu stellen".

Die in zwei Lager gespaltene Neuenkirchener Gemeindevertretung will in dieser Woche ebenfalls das weitere Vorgehen beraten. Auf Nachfragen dieser Zeitung wurden allerdings keine Details bekannt gegeben.

Die "finanziellen Unstimmigkeiten" sind jedoch vermutlich auf die alte Brückenplanung zurück zu führen. Dafür wird jetzt die politische Verantwortung gesucht, ließ jetzt ein Insider durchblicken. Das Brückenprojekt bleibt damit ein Politikum der besonderen Art.



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen   © wild-east®marketing
Impressum