D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 25. Februar - 2. März 2004 unabhängig - überparteilich

Sanierungsarbeiten bis Mitte Mai beendet

Stahlgerüst für Tribünenüberdachung
des Ernst - Moritz - Arndt - Stadion wird in dieser Woche geliefert

Das zweigeschossige Mehrzweckgebäude mit Umkleideräumen und WC - Trakt.
Fotos (2): Schäfer
Der moderne Kampfrichterturm ist bereits im Rohbau vollendet. Die Installation der Technik wird in Kürze folgen.

Bergen auf Rügen (ks). Vor knapp anderthalb Jahren konnte bereits der erste Bauabschnitt für die Komplettsanierung des Bergener Ernst - Moritz- Arndt - Stadions abgeschlossen werden. Schwerpunkt dieses 1. BA mit einem Auftragsvolumen von ca. 890.000 Euro (davon 471.000 Euro Eigenmittel der Stadt Bergen, Anm. d. Red.) war die Vergrößerung des Stadionovals, dem internationalen Reglement entsprechend, sowie das Aufbringen des Tartanbelages auf diese, vorher asphaltierten, Umlaufbahnen.

Bereits 2002 war klar, "wer A sagt, muss auch B sagen", demzufolge verwies die Verwaltung auf den notwendigen zweiten Bauabschnitt. Nachdem die notwendigen Förderanträge nach Schwerin gesandt wurden, kam Ende September 2003 wie erwartet die positive Entscheidung aus der Landeshauptstadt ins Haus geflattert. Folglich fiel Anfang Oktober der Startschuss für den zweiten und wohl auch letzten Bauabschnitt zur Sanierung des Bergener Stadions.

Zwar fiel die Förderquote im Vergleich zum 1. BA etwas geringer aus (33.33 Prozent), dennoch steuert das Land ca. 327.000 Euro zum 2. BA zu, dessen Gesamtinvestition laut Stadtbauamt auf über eine Million Euro beziffert wird. Wie Der Rüganer von Seiten des Bergener Bauamtsleiters erfahren konnte, liegen die derzeitigen Arbeiten trotz witterungsbedingter Verzögerungen voll im Zeitplan.

"Wir gehen von einer Fertigstellung der Maßnahme bis zum 14. Mai aus", so Rainer Starke im Rüganer - Gespräch. Im Zuge der Arbeiten soll unter anderem ein zweigeschossiges Mehrzweckgebäude mit Sanitärtrakt und Umkleideräumen entstehen. Der Zugang für die Aktiven zum Stadion soll anders als bisher ebenerdig, also in Höhe der Tartanbahn erfolgen.

Desweiteren werden ca. 400 mit Schalensitzen ausgestattete Tribühnenplätze überdacht. Dieses "anspruchsvolle Unterfangen" starte voraussichtlich diese Woche mit dem Setzten der Stahlkonstruktion, die die Überdachung tragen soll.


Frischer Wind im Kinojahr 2004

Klaus P. Espenhain neuer Kinoleiter in Bergen

Klaus P. Espenhain ist seit Ende Januar neuer Theaterleiter im Kino Bergen. Mit ihm soll frischer Wind ins Kinojahr 2004 kommen.

Foto: Schäfer

Von Knut Schäfer

Bergen auf Rügen (ks).
Das Bergener Kino existiert in seiner jetzigen Form seit 1999 und hat nach Angaben der Geschäftsführung über eine halbe Million Besucher gesehen. Nachdem die wirtschaftliche Flaute auch um das Kino keinen Bogen gemacht hat, sprich die Besucherzahlen geringer wurden, übernahm Generalunternehmer Michel - Bau Ende Januar 2004 die Betreibung des Hauses.

Seitdem ist auch Klaus P. Espenhain als neuer Theaterleiter in Bergen tätig. Der gebürtige Leipziger und Wahlberliner verfügt über eine mehrjährige Erfahrung auf dem Kino - Sektor. "Seit 1989 bin ich in der Kino -Branche tätig. Meinen Einstieg feierte ich damals mit dem bekannten Tanzfilm `Dirty Dancing´. Und wie es der Zufall will, feiern wir in Bergen am 15. April die Premiere des zweiten Teils von Dirty Dancing `Heiße Nächte in Havanna´", so Klaus P. Espenhain im Rüganer- Gespräch.

In Sachen Veranstaltungen will der neue Theaterleiter auch künftig "frischen Wind" ins Bergener Kino bringen: "Wir werden bei der 2. Bergener Musiknacht am 1. Mai teilnehmen." Wie weiter zu erfahren war, sucht die Kinoleitung derzeit nach einem neuen Betreiber für das Bistro. Nach offiziellen Angaben liegen derzeit einige Angebote namhafter Bergener Kneipen vor. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen. Ebenfalls in diesem Jahr soll der Eingangsbereich des Kinos umgestaltet werden.

Das Kino Bergen verfügt über sechs Säle mit insgesamt 735 Sitzplätzen, wobei alle dem Multiplexstandard (Tribünenbestuhlung, Dolby-Soundsystem) entsprechen. Die Säle sind bei rechtzeitiger Anmeldung auch für andere Veranstaltungen, wie z. B. Seminare, buchbar.
Das ehemalige "Capitol-Arthaus" im Kino, heißt künftig "Der besondere Film - Kino 1".

Es wird als Programmkino mit festem monatlichem Filmprogramm anspruchsvolle Filme, wie "Die Träume" und "Deep Blue" zeigen. Die Säle 2 bis 6 des Kinos zeigen jeweils die aktuellen Blockbuster und Mainstreamfilme.

Angesprochen auf die günstige verkehrstechnische Anbindung, betont Theaterleiter Espenhain: "Durch die verkehrsgünstige Lage (direkt neben real,-) ist unser Kino bequem zu erreichen. Sie finden 600 kostenlose Parkplätze in unmittelbarer Umgebung und direkte Anbindung an den Bahnhof Bergen. " Wann waren Sie eigentlich das letzte Mal im Kino?


Rügener Tourismus präsent

TZR zufrieden mit Hamburger Reisemesse
und Touristikmesse München

Hamburg / München (TZR). Die unlängst stattgefundene Hamburger Reisemesse verlief in diesem Jahr außergewöhnlich erfolgreich. Wie die Messestandbetreuer der Tourismuszentrale Rügen (TZR) berichteten, war das Rügener Prospektmaterial bei den Hanseaten sehr gefragt. Allein vom Rügenkatalog wurden an den fünf Messetagen über 1.900 Exemplare ausgegeben. Insgesamt waren es 7.000 Kataloge und Prospekte, die das Interesse der Besucher fanden.

Wellness ist nach wie vor im Trend und die Wellnessbroschüre der TZR wurde entsprechend häufig verlangt, wie auch der Campingführer und die Radkarte. Immer wieder nachgefragt wurden Pauschalangebote zu Ostern oder für einen kurzen Wochenendurlaub. Die Insel Hiddensee und das Ostseebad Binz stehen bei den Hamburgern auf der Wunschliste ganz oben.

"Die Messe »Reisen Hamburg« gehört nach diesen positiven Eindrücken zu den Tourismusmessen, die von der TZR auch weiterhin beschickt werden", so Geschäftsführer Raymond Kiesbye. Mit insgesamt 105.000 Besuchern aus dem großen Hamburger Einzugsgebiet sei die Messe für Rügen sehr bedeutsam, so Kiesbye.

Gutes Reisejahr in Sicht ?

Die 35. Ausstellung "Caravan-Wassersport-Touristik" in München schloss für Rügen ebenfalls ausgesprochen positiv. Zwar strömten mit 140.000 etwa acht Prozent weniger Besucher als im Vorjahr auf das Messegelände, der Gemeinschaftsstand Rügen und Usedom war indes weit stärker umlagert als noch 2003. Mehr als 1.000 Rügenkataloge und fast 7.000 weitere Prospekte der Insel wurden nach Beratungsgesprächen herausgegeben.

"Über die positive Resonanz der CBR München freuen wir uns sehr", so Raymond Kiesbye weiter. "Wir waren mit zwei eigenen Mitarbeitern vor Ort, die alle Hände voll zu tun hatten." Damit habe sich nicht nur auch diese Messe für das nächste Jahr empfohlen, so Kiesbye weiter, sondern auch die gute Zusammenarbeit mit Usedom solle weiter ausgebaut werden.


Abrissbirne ab zehnter KW?

Investor informiert über aktuellen Stand zum Hafenprojekt

Gager (gü). Beginnen in der kommenden Woche die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen "Bootswerft Gager GmbH", dann beginnt in der Gemeinde eine neue Ära. Zumindest den Hafen betreffend, das Sorgenkind der Kommune seit vielen Jahren.

Investor Wolfgang Wandt informierte in der letzten Woche während der stattgefundenen Gemeindevertretersitzung über den aktuellen Stand der Planungen für das betreffende Areal. Die benötigte Abrissgenehmigung sei seit einiger Zeit gestellt, trifft sie pünktlich ein, sollen diese Arbeiten in der zehnten Kalenderwoche beginnen.

Die Tiefbauplanung ist abgeschlossen, so Wolfgang Wandt weiter. Sie umfasst besonders die Anhebung des Gebietes um eine Höhe von 1,30 bis 1,40 Meter, aus Hochwasserschutzgründen für das neue Hafengebiet. Hierbei rechnet der Investor mit einem Baubeginn im Juni dieses Jahres. Die fünf anwesenden Gemeindevertreter fassten während ihrer Sitzung dazu einen Beschluss zum Bebauungsplan Nr. 3 "Hafenrand Gager", hier Abwägungs- und Satzungsbeschluss. Ein wichtiger Beschluss aus Sicht des Investors.

Würden die Arbeiten planmäßig vonstatten gehen, könnte der Hochbau der gewerblichen Teile des Projektes (Der Rüganer berichtete ausführlich) bis zum 15. Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein, so Wandt. Der entsprechende Bauantrag für die geplante Räucherei mit Nebengebäuden soll zum Ende des Monats gestellt sein, informierte er weiter.

"Somit könnten wir zur Saison 2005 mit unserem gewerblichen Vorhaben an den Start gehen", blickte er bereits ins kommende Jahr. Die angedachten Ferienhäuser seien anschließend zu realisieren.

Auf die Frage nach dem Projekt der benachbarten "Hafen Gager GmbH" konnte Wolfgang Wandt lediglich ausführen, dass es in "seinem eigenen Interesse liege", wenn dort ebenfalls schnell mit den Arbeiten begonnen werde. Die GmbH wird die maritime Erschließung des Hafens vornehmen.

So sollen Liegeplätze und Stege sowie eine Bootshalle entstehen, um den Hafen Gager zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Skipper zu gestalten. Abschließend dankte Wolfgang Wandt der Gemeinde und dem Landkreis für die "tolle Unterstützung" bei seinem Vorhaben.


Das rund "Fünf-Millionen-Euro-Problem"

Nichtöffentliche Behandlung der Forderungen
aus Bürgschaften der Stadt Sassnitz

Von Wolfgang Urban

Sassnitz.
Im Rüganer der letzten Woche wurde berichtet, dass eine Mehrheit der Sassnitzer Stadtvertreter (CLW, Freie Wähler und SPD-Fraktion) ein besonders heißes Thema in letzter Minute in den nichtöffentlichen Teil der Stadtvertretersitzung verlegten. Zu beachten ist dabei, dass es mit Dieter Neels auch einen SPD-Abgeordneten gibt, der nicht zur SPD-Fraktion gehört und genauso wie die PDS ein Interesse an einer öffentlichen Behandlung der Angelegenheit haben dürfte.

Der aus dem öffentlichen in den nichtöffentlichen Teil der Stadtvertretersitzung verlegte Beschlussvorschlag hatte den Titel "Beschluss zur Begleichung der Forderung der Westdeutschen Landesbank (West-LB) aus der Bürgschaft der Stadt Sassnitz für die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadt Sassnitz mbH (STEG)."

"Die jetzt bestehende Situation", so der Sassnitzer Stadtvertreter Norbert Schier (PDS) in der vergangenen Woche, "ist für die Zukunft der Stadt so schwerwiegend und bedeutend, dass geradezu die Pflicht besteht, die Bürgerinnen und Bürger umfassend und kontinuierlich in den Fortgang der Geschehnisse einzubeziehen. Wenigstens jetzt sollte ein Minimum an politischem Anstand und ein Einstehen für Verantwortlichkeiten an den Tag gelegt werden."

Doch die Mehrheit der Sassnitzer Stadtvertreter sieht dies offensichtlich anders und entscheidet lieber hinter verschlossenen Türen. Dabei musste der nichtöffentliche Teil der Sitzung am 16. Februar zwei Tage später fortgesetzt werden. Bis Redaktionsschluss wurde nicht öffentlich bekannt gegeben, was dort entschieden wurde.

Anzunehmen ist, dass ein erster unausweichlich zu bezahlender Betrag an die Westdeutsche Landesbank (West-LB) auch beglichen wird. Noch immer gibt es bestimmt auch die Hoffnung, nicht die gesamte Forderung begleichen zu müssen. Ferner dürfte eine Mehrheit in der Stadtvertretung wohl daran interessiert sein, hinsichtlich der Forderungen der Deutschen Kreditbank AG (DKB) noch einen juristischen Schritt zu gehen.

Dabei geht es vor allem um Zeitgewinn, denn ein Erfolg in einem Berufungsverfahren ist wenig wahrscheinlich. Insgesamt hätte die Stadt an die West-LB und DKB rund fünf Millionen Euro zu zahlen, wenn alle Hoffnungen auf Änderung und Milderung scheitern. Über die Lagergrenzen der Stadtvertretung hinweg gibt es dabei die Auffassung, dass der Landkreis und das Land M-V durch das Verhalten ihrer Aufsichtsbehörden eine Mitverantwortung für die Situation tragen und daher ggf. an der Bezahlung der "Rechnung" beteiligt werden müssen.

Diese Einigkeit in der Stadtvertretung beinhaltet zugleich vollkommen verschiedene Sichtweisen zur Geschichte der STEG-Insolvenz Bleibt abzuwarten, wann dies öffentlich auf einer Stadtvertretersitzung diskutiert wird. Schließlich haben die Sassnitzer Einwohner ein Recht darauf, die Hintergründe des "Fünf-Millionen-Euro-Problems" von ihren Stadtvertretern zu erfahren.



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