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Munition im Dorfteich von Breesen?

Was geschah 1945 am und im Teich? / Kam es schon in der DDR - Zeit
zur Teichberäumung?


Von Wolfgang Urban
Breesen.
Seit Anja und Holger Kube in das Gutshaus in Breesen zogen, wird immer wieder die Erinnerung an eine Episode wach, die ihnen der inzwischen verstorbene Fritz Grams aus Grabitz erzählte. Er war dort ihr Nachbar.

Damals ahnten sie noch nicht, dass sie einmal nach Breesen ziehen würden, das in den Erzählungen des Rentners Fritz Grams immer wieder eine Rolle spielte. Einmal in den 1970-er Jahren habe er Baggerarbeiten im Teich in der Nähe des Gutshauses in Breesen durchgeführt und plötzlich seine Baggerschaufel mit Waffen und Munition aus dem 2. Weltkrieg voll gehabt.


Holger Kube: "Hier stand eine Scheune." War dort 1945 zeitweise die SS und versenkte zum Schluss Waffen sowie Munition im Teich?
Blick über den Teich in Breesen zu den Resten der Scheune auf dem Foto links.
Wer weiß mehr als im Artikel steht?
Fotos (2): Urban

Sehr vorsichtig habe er alles wieder hinab in den Teich gesenkt. Das berührte die Kubes damals in Grabitz nicht besonders, zumal Grams viele spannende Geschichten an seinem Lebensabend erzählte. Doch jetzt wohnen sie in der Nähe des Teiches und wandten sich an das Ordnungsamt in Samtens.

Die Geschichte von der Munition im Dorfteich von Breesen hat die Familie Kube also mit ihrem Umzug nach Breesen wieder eingeholt. Jetzt, wo sie im Gutshaus neben dem Teich wohnen, müssen sie immer wieder an all das denken, was ihnen ihr einstiger Nachbar Fritz Grams in Grabitz erzählte. Zu dessen Lebensstationen gehörten ­ entsprechend seinen Erzählungen ­ die Wehrmacht im 2. Weltkrieg, die französische Kriegsgefangenschaft, die Fremdenlegion, die NVA (Nationale Volksarmee) der DDR und schließlich ein ziviles Berufsleben als Baggerführer.

Abenteuerlich und romanreich klingt all das, was die Kubes von Grams Leben erfuhren. Und oft fragten sie sich, kann das wirklich alles so gewesen sein? Das gilt auch für die Geschichte von der Munition im Teich von Breesen, in dessen Nähe sie jetzt wohnen. Gleich am Teich stand einst eine Scheune und hier soll laut Fritz Grams am Ende des 2. Weltkrieges die SS gelagert haben. "Da saßen Sie", pflegte er zu sagen und fügte hinzu, dass sie "die Waffen im Teich versenkt haben, als die Russen kamen". Die Russen sollen dann im nahe gelegenen Gutshaus zeitweise ihre Kommandantur eingerichtet haben. In dem vom Gesagten umwobenen Gutshaus in Breesen haben die Kubes seit ihrem Einzug so manches aus den Geschichten von Fritz Grams wieder entdeckt. So u.a. eine Hausecke an der zu sehen ist, dass sie einmal bei Außenarbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Diese Hausecke spielte in den Geschichten von Fritz Grams eine Lieblingsrolle. Er habe dort einmal gebaggert, erzählte er den Kubes und dabei eine Kiste mit Porzellan sowie eine Kiste mit Steinhäger gefunden. Die Porzellankiste sei kaputt gegangen, aber der Steinhäger zur Freude aller Arbeitenden heil geblieben. Dieser sei dann binnen kurzer Zeit fachgerecht entsorgt worden. Die Episoden ließen sich fortsetzen.

Was bleibt ist die Frage, wie mit der Geschichte von den Waffen im Teich umzugehen ist. Von Panzerfäusten, Gewehren und Munitionskisten habe Fritz Grams erzählt. Was passiert, wenn die Feuerwehr einmal den Teich in Breesen bei einem Löscheinsatz benutzen muss und sich im Teich tatsächlich noch Munition befindet?
Holger Kube hat sich jedenfalls entschlossen der Sache auf den Grund zu gehen. Seit dem 17. Juni befindet sich sein entsprechendes Schreiben im Amt Südwest-Rügen. In ihm bittet er um Prüfung der Angelegenheit und ggf. um eine Beräumung des Teiches.

Hilfreich wäre es sicher auch, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Hinweise geben könnten Vielleicht gibt es noch Zeugen der Baggerarbeiten am Teich von Breesen in den 70-er Jahren. Weiß vielleicht jemand, ob die DDR-Behörden damals auf Munition und Waffen im Teich von Breesen aufmerksam gemacht wurden. Kam es vielleicht sogar zur Beräumung des Teiches? Sicheres Wissen über das, was im und am Dorfteich geschah, wäre jetzt sehr hilfreich.
Wenn Sie helfen können, rufen Sie bitte an : 01 71 - 4 16 27 57.


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