Sehr vorsichtig habe er alles wieder hinab in den Teich gesenkt. Das
berührte die Kubes damals in Grabitz nicht besonders, zumal Grams viele
spannende Geschichten an seinem Lebensabend erzählte. Doch jetzt wohnen sie
in der Nähe des Teiches und wandten sich an das Ordnungsamt in Samtens.
Die Geschichte von der Munition im Dorfteich von Breesen hat
die Familie Kube also mit ihrem Umzug nach Breesen wieder eingeholt. Jetzt,
wo sie im Gutshaus neben dem Teich wohnen, müssen sie immer wieder an all
das denken, was ihnen ihr einstiger Nachbar Fritz Grams in Grabitz erzählte.
Zu dessen Lebensstationen gehörten entsprechend seinen Erzählungen die
Wehrmacht im 2. Weltkrieg, die französische Kriegsgefangenschaft, die
Fremdenlegion, die NVA (Nationale Volksarmee) der DDR und schließlich ein
ziviles Berufsleben als Baggerführer.
Abenteuerlich und romanreich klingt all das, was die Kubes von Grams Leben
erfuhren. Und oft fragten sie sich, kann das wirklich alles so gewesen sein?
Das gilt auch für die Geschichte von der Munition im Teich von Breesen, in
dessen Nähe sie jetzt wohnen. Gleich am Teich stand einst eine Scheune und
hier soll laut Fritz Grams am Ende des 2. Weltkrieges die SS gelagert haben.
"Da saßen Sie", pflegte er zu sagen und fügte hinzu, dass sie "die Waffen im
Teich versenkt haben, als die Russen kamen". Die Russen sollen dann im nahe
gelegenen Gutshaus zeitweise ihre Kommandantur eingerichtet haben. In dem
vom Gesagten umwobenen Gutshaus in Breesen haben die Kubes seit ihrem Einzug
so manches aus den Geschichten von Fritz Grams wieder entdeckt. So u.a. eine
Hausecke an der zu sehen ist, dass sie einmal bei Außenarbeiten in
Mitleidenschaft gezogen wurde.
Diese Hausecke spielte in den Geschichten von Fritz Grams eine
Lieblingsrolle. Er habe dort einmal gebaggert, erzählte er den Kubes und
dabei eine Kiste mit Porzellan sowie eine Kiste mit Steinhäger gefunden. Die
Porzellankiste sei kaputt gegangen, aber der Steinhäger zur Freude aller
Arbeitenden heil geblieben. Dieser sei dann binnen kurzer Zeit fachgerecht
entsorgt worden. Die Episoden ließen sich fortsetzen.
Was bleibt ist die Frage, wie mit der Geschichte von den Waffen im Teich
umzugehen ist. Von Panzerfäusten, Gewehren und Munitionskisten habe Fritz
Grams erzählt. Was passiert, wenn die Feuerwehr einmal den Teich in Breesen
bei einem Löscheinsatz benutzen muss und sich im Teich tatsächlich noch
Munition befindet?
Holger Kube hat sich jedenfalls entschlossen der Sache auf den Grund zu
gehen. Seit dem 17. Juni befindet sich sein entsprechendes Schreiben im Amt
Südwest-Rügen. In ihm bittet er um Prüfung der Angelegenheit und ggf. um
eine Beräumung des Teiches.
Hilfreich wäre es sicher auch, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser,
Hinweise geben könnten Vielleicht gibt es noch Zeugen der Baggerarbeiten am
Teich von Breesen in den 70-er Jahren. Weiß vielleicht jemand, ob die
DDR-Behörden damals auf Munition und Waffen im Teich von Breesen aufmerksam
gemacht wurden. Kam es vielleicht sogar zur Beräumung des Teiches?
Sicheres Wissen über das, was im und am Dorfteich geschah, wäre jetzt sehr
hilfreich. Wenn Sie helfen können, rufen Sie
bitte an : 01 71 - 4 16 27 57.
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