Ranzower wollen ihren "Schatz" behalten
"Die idyllischen
Rügendörfer sind die Schatzkiste für
unsere hochfrequentierten Badeorte."
Von Wolfgang Urban
Ranzow.
"Das ist eine heiße Kiste". Mit diesen Worten wurde
Lohmes Bürgermeister Jörg Burwitz (Wählergemeinschaft
Gemeinde Lohme) im Juli in einem Artikel im Rüganer zur Frage nach dem
Stand der Planungen für ein neues Wohngebiet in Ranzow zitiert. Der
kleine Ortsteil der Gemeinde Lohme liegt unmittelbar am Nationalpark
Jasmund, sieben Häuser und ländliche Idylle erwarten den
Besucher. "Zu uns kommen Urlauber, die genau dies möchten."
Mit diesen Worten verdeutlichte damals die Ranzowerin Monika Trautmann
zugleich ihre Sorge, dass dies bald vorbei sein könnte, denn auf noch
grünen Ranzower Flächen, die zum größten Teil zum
Schloss Ranzow gehören, soll gebaut werden. Dabei haben die Ranzower
nichts dagegen, dass sich das heruntergekommene Schloss nach den
Vorstellungen des Investors in eine Schlosshotelanlage mit Wellness- und
Sportmöglichkeiten verwandeln soll.
Vielmehr richtet sich ihr Protest gegen ein
"Eigenheimneubaugebiet". Dieses soll "durch die
Parzellierung der zum Schloss gehörenden
Grundstücksflächen" entstehen und mittels Verkauf zur
Finanzierung der Hotelpläne beitragen. Bevor jedoch Eigenheime gebaut
werden können, ist die Umwandlung der grünen Flächen in
Bauland notwendig.
Zur Verhinderung dieses Umwandlungsprozesses von grünen Flächen
in ein Eigenheimgebiet haben die Ranzower seit dem Juli-Artikel im
Rüganer zahlreiche Aktivitäten unternommen. "Wir Einwohner
von Ranzow", so Monika Trautmann, "haben alle notwendigen Stellen
in der Zwischenzeit um Unterstützung gebeten. Denn wir werden es nicht
ohne weiteres zulassen, dass die schöne Ranzower Landschaft durch den
Bau einer Eigenheimsiedlung zerstört wird."
Jetzt wandte sich die Familie Trautmann aus Ranzow erneut an den
Rüganer und schieb: "Wir nehmen Bezug auf den Artikel im
Rüganer vom 6. Juli 2002 und wollen die Leser über den neuesten
Stand zum Bebauungskonzept Schloss Ranzow informieren: "Am 13.
September fand eine erneute Einwohnerversammlung mit den
Gemeindevertretern, dem Schlossbesitzer Herrn Zeibig und den Ranzower
Bürgern statt.
Herr Zeibig legte ein neues Konzept zur Bebauung des Schlosses Ranzow vor.
Daraus resultiert, dass die Schlosshotelanlage um eine Golfakademie
erweitert werden soll. Der eigentliche Streitpunkt, das zur Finanzierung
notwendige Eigenheimgebiet bleibt bestehen, wird aber jetzt konzipiert als
hochwertige Ferien- und Wochenendhäuser für zahlungskräftige
Kapitalanleger. Dieses Bauvorhaben wird weiterhin von allen Ranzower
Einwohnern und dem Naturbund Rügen abgelehnt.
Diese Feriensiedlung würde
1. zwei Objekte (das Schlosshotel und das Dorf) verbinden
2. in seiner friesischen Gestaltung nicht in die Umgebung passen und
3. für den überwiegenden Zeitraum des Jahres als tote Siedlung
darstehen.
Weiterhin wurde angezweifelt, dass eine Auslastung der Erweiterung der
Golfanlage gegeben ist. Wir schließen uns der Meinung der
Vorsitzenden des Tourismusausschusses im Landtag, Frau Skrzepski, im
Rüganer an: ,Der ländliche Siedlungsraum; die idyllischen
Rügendörfer sind die Schatzkiste für unsere
hochfrequentierten Badeorte.' So sollte es unserer Meinung nach auch
bleiben, um somit ein friedliches Zusammenleben zwischen einer
naturverträglichen Schlossanlage und dem Dorf Ranzow zu
erreichen."
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