D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 25. September - 1. Oktober unabhängig - überparteilich

Amtsfreies Hiddensee

Bürgerentscheid endete mit 295 zu 539 Stimmen

Von Wolfgang Urban

Hiddensee.
Am Sonntag stimmten die Einwohner des "Söten (problemgeladenen) Länneken" über diese Frage ab: "Soll die Gemeinde Seebad Insel Hiddensee beim Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern die Aufhebung der Amtsfreiheit sowie die Zuordnung zu einem Amt beantragen."
Von den 1.018 Wahlberechtigten nahmen 838 an der Abstimmung teil. 295 entschieden sich für ein "Ja" und 539 für ein "Nein".

Damit haben die Initiatoren des Bürgerentscheides ihr Ziel nicht erreicht. Mit ihren Anliegen sind sie indes voran gekommen, denn noch nie wurden die kommunalpolitischen Probleme der Insel Hiddensee so intensiv diskutiert wie in den vergangenen Wochen. Dabei kamen die Probleme der hohen Gebühren bei der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung ebenso zur Sprache wie die Bautätigkeit und der Streit um die Straßensondernutzungssatzung sowie die Arbeit der Verwaltung. Deren Mitarbeitern fiel angesichts des Abstimmungsergebnisses erst einmal ein Stein vom Herzen. Doch die zu lösenden Probleme bleiben.

Zum Bürgerentscheid erklärte Bürgermeister Leonhard (FDP) am Montag auf Nachfrage : "Im Sinne der Entwicklung der Insel Hiddensee und für die Bürgerinnen und Bürger war die Entscheidung für die Amtsfreiheit richtig. Sie kann jetzt durch den Bürgermeister und die Gemeindevertretung mit Leben erfüllt werden.

Darunter verstehe ich eine aktive Lösung der Probleme, die die Bürger auf den Einwohnerversammlungen angesprochen haben. Dabei wollen wir als Verwaltung das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, die für die Amtsfreiheit gestimmt haben, mehr als je zuvor nutzen. Wir wollen auch auf die Bürgerinnen und Bürger zugehen, die gegen die Amtsfreiheit gestimmt haben."


Ranzower wollen ihren "Schatz" behalten

"Die idyllischen Rügendörfer sind die Schatzkiste für unsere hochfrequentierten Badeorte."

Von Wolfgang Urban

Ranzow.
"Das ist eine heiße Kiste". Mit diesen Worten wurde Lohmes Bürgermeister Jörg Burwitz (Wählergemeinschaft Gemeinde Lohme) im Juli in einem Artikel im Rüganer zur Frage nach dem Stand der Planungen für ein neues Wohngebiet in Ranzow zitiert. Der kleine Ortsteil der Gemeinde Lohme liegt unmittelbar am Nationalpark Jasmund, sieben Häuser und ländliche Idylle erwarten den Besucher. "Zu uns kommen Urlauber, die genau dies möchten."

Mit diesen Worten verdeutlichte damals die Ranzowerin Monika Trautmann zugleich ihre Sorge, dass dies bald vorbei sein könnte, denn auf noch grünen Ranzower Flächen, die zum größten Teil zum Schloss Ranzow gehören, soll gebaut werden. Dabei haben die Ranzower nichts dagegen, dass sich das heruntergekommene Schloss nach den Vorstellungen des Investors in eine Schlosshotelanlage mit Wellness- und Sportmöglichkeiten verwandeln soll.

Vielmehr richtet sich ihr Protest gegen ein "Eigenheimneubaugebiet". Dieses soll "durch die Parzellierung der zum Schloss gehörenden Grundstücksflächen" entstehen und mittels Verkauf zur Finanzierung der Hotelpläne beitragen. Bevor jedoch Eigenheime gebaut werden können, ist die Umwandlung der grünen Flächen in Bauland notwendig.

Zur Verhinderung dieses Umwandlungsprozesses von grünen Flächen in ein Eigenheimgebiet haben die Ranzower seit dem Juli-Artikel im Rüganer zahlreiche Aktivitäten unternommen. "Wir Einwohner von Ranzow", so Monika Trautmann, "haben alle notwendigen Stellen in der Zwischenzeit um Unterstützung gebeten. Denn wir werden es nicht ohne weiteres zulassen, dass die schöne Ranzower Landschaft durch den Bau einer Eigenheimsiedlung zerstört wird."

Jetzt wandte sich die Familie Trautmann aus Ranzow erneut an den Rüganer und schieb: "Wir nehmen Bezug auf den Artikel im Rüganer vom 6. Juli 2002 und wollen die Leser über den neuesten Stand zum Bebauungskonzept Schloss Ranzow informieren: "Am 13. September fand eine erneute Einwohnerversammlung mit den Gemeindevertretern, dem Schlossbesitzer Herrn Zeibig und den Ranzower Bürgern statt.

Herr Zeibig legte ein neues Konzept zur Bebauung des Schlosses Ranzow vor. Daraus resultiert, dass die Schlosshotelanlage um eine Golfakademie erweitert werden soll. Der eigentliche Streitpunkt, das zur Finanzierung notwendige Eigenheimgebiet bleibt bestehen, wird aber jetzt konzipiert als hochwertige Ferien- und Wochenendhäuser für zahlungskräftige Kapitalanleger. Dieses Bauvorhaben wird weiterhin von allen Ranzower Einwohnern und dem Naturbund Rügen abgelehnt.

Diese Feriensiedlung würde
1. zwei Objekte (das Schlosshotel und das Dorf) verbinden
2. in seiner friesischen Gestaltung nicht in die Umgebung passen und
3. für den überwiegenden Zeitraum des Jahres als tote Siedlung darstehen.

Weiterhin wurde angezweifelt, dass eine Auslastung der Erweiterung der Golfanlage gegeben ist. Wir schließen uns der Meinung der Vorsitzenden des Tourismusausschusses im Landtag, Frau Skrzepski, im Rüganer an: ,Der ländliche Siedlungsraum; die idyllischen Rügendörfer sind die Schatzkiste für unsere hochfrequentierten Badeorte.' So sollte es unserer Meinung nach auch bleiben, um somit ein friedliches Zusammenleben zwischen einer naturverträglichen Schlossanlage und dem Dorf Ranzow zu erreichen."


Erntefest und Kohlwochenstart

Erstmals Kampf um den Titel "Tonnenkönig des Rügenhofes am Kap Arkona"

Von Wolfgang Urban

Putgarten.
Anlässlich des Erntefestes am 28.September lädt der Bürgermeister der Gemeinde Putgarten, Ernst Heinemann (Bündnis für Rügen), zum Tonnenabschlagen mit Haflingern um den Titel "Tonnenkönig des Rügenhofes am Kap Arkona" ein. Wie Heinemann erklärte, gab es das Tonnenabschlagen bis in die 20er- Jahre des 20. Jahrhunderts auch in Vitt. Dann sei dieses traditionelle Ereignis zur Erntezeit aus dem Brauchtum der Gemeinde Putgarten verschwunden.

"Jetzt wollen wir es wiederbeleben", sagt Heinemann. Beim ersten Mal wird die "Haflingerzucht Ummanz ­p; Briesemeister" als Ausrichter tatkräftig helfen. Damit erklärt sich auch, warum dieses Mal nur Haflinger beim Tonnenabschlagen am Kap zu sehen sein werden. In Putgarten hofft man nun, dass beim diesjährigen Tonnenabschlagen auch viele Reiter im Norden von Rügen auf den Geschmack kommen und dies im nächsten Jahr selbst als Veranstalter austragen.

Das Tonnenabschlagen beginnt am Samstag ab 13 Uhr auf dem Reitplatz hinter dem Rügenhof in Putgarten. Bereits um 11 Uhr setzt sich der traditionelle Putgartener Ernteumzug in Bewegung. Sammelplatz ist Fernlüttkevitz. Gegen 11.30 Uhr werden die traditionellen Rügener Kohlwochen durch den Vorsitzenden des Bauernverbandes, Walter Lonskowski, durch den Vorsitzenden des Kreisverbandes der DEHOGA, Wilfried Rothkirch, den Bürgermeister von Putgarten, Ernst Heinemann, und durch die Wittower Kohlbauern eröffnet.

"Ein großes, buntes Programm", so Heinemann, erwartet die Besucher (u.a. die Wieker Blasmusik und Fritz Buschners Showband). Ein Bauernmarkt wird Rügenprodukte präsentieren. Die Attraktion wird wieder die große Kohlpfanne des Rügener Köchevereins sein.


Besitzerwechsel in Nationalparks

482 ha gingen in das Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern über

Rügen / Vorpommern (ur) Rund 482 Hektar Naturschutzflächen in den Nationalparks Jasmund und Vorpommersche Boddenlandschaft wechselten Anfang September den Besitzer. Sie wurden von der Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG) dem Land Mecklenburg-Vorpommern unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde vom Geschäftsführer der BVVG, Dr. Wilhelm Müller, und vom Staatssekretär im Umweltministerium M-V, Dietmar Glitz, unterzeichnet. "Von den 482 Hektar, die in Landeseigentum übergehen, befinden sich 201 Hektar im Nationalpark Jasmund und 281 Hektar im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft."

Das teilte das Umweltministerium mit. Bei den Flächen, die den Besitzer wechselten, handele es sich um wertvolle Buchen- , Eschen- und Ahornwälder sowie um schützenswerte Salzgraslandschaften.


Koos neue Bürgermeisterin

CDU-Kommunalpolitikerin gewinnt die Wahlen gegen Hardmund Bartels

Ostseebad Göhren (gü). Carola Koos (CDU) ist neue Bürgermeisterin des drittgrößten Seebades ! Sie setzte sich mit 405 Stimmen deutlich gegen ihren Mitbewerber Hardmund Bartels (ebenfalls CDU) durch, der auf 304 Stimmen kam. Damit wird Carola Koos, die bereits von 1994 bis 1999 ehrenamtliche Bürgermeisterin war, die Arbeit bis zu den nächsten Kommunalwahlen 2004 aufnehmen.

Insgesamt waren am Sonntag 1.125 Göhrener aufgerufen, neben Land- und Bundestagswahlen auch einen neuen Bürgermeister zu bestimmen. Die Wahl machte sich notwendig, da die bisherige Bürgermeisterin Bärbel Powilleit (Bündnis für Rügen) im Mai ihren Rücktritt erklärt hatte. Im Jahre 1999 lieferten sich die beiden Frauen eine Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters.

Markus Pigard wird nun für die CDU in das Gemeindeparlament einziehen, da er auf der Liste der Christdemokraten als Nachrücker feststeht. Damit verändert sich auch das Kräfteverhältnis innerhalb der Gemeindevertretung. Die CDU ist mit vier Mitgliedern stärkste Fraktion, jeweils drei Mitglieder stellen SPD und Bündnis für Rügen, ein PDS-Abgeordneter komplettiert die Gemeindevertretung, die dann wieder elf Abgeordnete hat.

Eine erste Reaktion von Carola Koos auf die gewonnene Wahl gegenüber dem Rüganer formulierte sie folgt : "Es gibt genug in Göhren zu tun. Ich will mit allen Gemeindevertretern diese Aufgaben packen."


"Lecker" Klogeschichte

42 Mal mit einer Spülung!

Bergen auf Rügen (DR). Der Mensch ist das höchstentwickelteste Wesen. Das behauptet er jedenfalls von sich und um dies täglich unter Beweis zu stellen, lassen sich einige ständig etwas Besonderes einfallen.

So auch die menschliche Bus-Reisegruppe weiblichen Geschlechts, die geschlossen der automatischen Toilette am Markt in Bergen zuströmte, wie von einem Bürger beobachtet und berichtet. Der Intelligenzbeweis bestand darin, dass einmal 30 Cent in den Automaten gesteckt wurden und sich nun Person um Person die offengehaltene Tür in die Hand gaben, um nacheinander und kostenfrei das Geschäft zu erledigen. So überlisteten ca. 42 hochentwickelte Wesen die Technik, die Stadtverwaltung und die Toilettenpächter.

Da die Anlage aber nur spült, wenn die 30 Cent investiert und die Tür nach Verlassen geschlossen wird, haben also (ca.) 42 Personen ihre "Abgaben" übereinander gestapelt, bevor die Tür sich dann endlich schließen durfte und die automatische Spülung einsetzte. Na, lecker - und wie intelligent gemacht - und was für einen Dreck muss diese Truppe hinterlassen haben ... . Diese kleine Geschichte aus dem realen Bergener Stadtleben als Überleitung zu einem "Problem", das mit sturer Regelmäßigkeit einmal im Jahr per Artikel in der Presse thematisiert wird: Die Toilettensituation am Markt in Bergen während der RÜGANA.

In diesem Jahr schildert der Reporter in markigen Worten die lange Suche einer Schülerin nach einem Klo im Marktbereich und es entsteht der Eindruck als wäre für die RÜGANA-Besucher der Toilettennotstand ausgebrochen.

Machen wir es kurz, die Stadtverwaltung hat bei der Organisation von Großveranstaltungen vergangener Jahre gelernt und Erfahrungen in Handeln umgesetzt. Während der gesamten RÜGANA waren rund um den Markt die öffentliche Automatentoilette, die Toiletten im Rathaus und im Benedix-Haus sowie der zusätzlich und in bequemer Reichweite aufgestellte Toiletten-Container geöffnet und auch ausgeschildert.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Pächter der Automatentoilette sorgten regelmäßig für die Sauberkeit aller Anlagen. Allerdings musste ein Schlosser auch mehrmals die Schließanlage des Automatenhäuschens reparieren, weil eine andere Kategorie von "Geldsparern" mit Gewalt die Türen aufreißen, damit die Schließ- und Spültechnik zerstören und die weitere Nutzung unmöglich machen.

Sollte gerade diese Reparaturzeit dem jungen Mädchen diesen Leidensweg beschert haben? Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Organisatoren der RÜGANA und die meisten Besucher sind jedenfalls nicht die Verursacher des vermeintlichen Ärgers, das ist u.a. dieser Menschentyp "siehe oben".



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