D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 26. Mai - 01. Juni 2004 unabhängig - überparteilich

Die 8. Rügener Holzmesse

Am 5. und 6. Juni ist es wieder soweit

Lauterbach (DR) Zum 8. Mal laden die Organisatoren, das Nationalparkamt Rügen, das Bundesforstamt Stralsund und das Forstamt Rügen zur Holzmesse auf die Insel Rügen ein. In letzter Zeit haben wir vermehrt Nachfragen verwunderter Nutzer des Internets gehabt, ob sich denn in diesem Jahr weniger Aussteller angemeldet haben. Das ist jedoch nicht der Fall. Auf dieser Messe wird es zwar neben der Ausstellungshalle kein großes Ausstellerzelt mehr geben, aber die Anzahl der Aussteller ist mit bisher 73 nahezu gleich geblieben. Das große Zelt konnte eingespart werden, weil die Halle um 20 Meter verlängert wurde und somit ausreichend Platz vorhanden ist. Dadurch konnten die Leihkosten für das Zelt und der große Aufwand zum Aufbau eingespart werden.

Unter dem Motto "Kunst & Garten" gab es auch im Jahr 2003 einiges zu sehen.

Foto: Schäfer

Auf der Messe sind natürlich nicht nur die Aussteller zu sehen, es wird auch ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten. Neben Wanderungen in das Naturschutzgebiet "Goor" mit dem Thema Botanik und Großstein- sowie Hügelgräber wird auch der Exkursionspunkt Gutshaus Posewald des Kreisdiakonischen Werkes Stralsund angeboten. Außerdem wird es wieder ein großes Kinderfest mit Basteleien und Spielen geben. Samstag abends wird an einem Lagerfeuer Stockbrot gebacken. Die Musikalische Umrahmung reicht von Livemusik mit dem "Duo Querbeet" über Peter Spychalla, dem "Duo Apollo", dem "Sassnitzer Jugendblasorchester" bis zu Irish Folk mit "Any Excuse". Es wird wie in den Vorjahren einen Regionalmarkt geben, auf dem Rügener Produkte angeboten werden. Die Verpflegung wird durch verschiedene Rügener Firmen sicher gestellt. So werden neben Fisch, gegrilltem Fleisch und Räucherwürsten auch Kaffee und Kuchen sowie Crépes und Eis angeboten. Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen. Weitere Informationen unter www.ruegener-holzmesse.de.



Junge Menschen dienen dem Land

40 Rekruten der Marinetechnikschule Parow wurden vereidigt

Von Robby Günther
Ostseebad Binz. Zackige Befehle hallten am frühen Abend des 18. Mai über den Kurplatz des Ortes! 40 Rekruten der 14. Inspektion der Marinetechnikschule Parow wurden an diesem Tag vereidigt, darunter acht Zeitsoldaten. Und unter diesen auch Vita Matrose Aika Klein, eine junge Frau aus Rostock. Rund 2.300 neugierige Gäste hatten sich um den Kurplatz geschart, um der Zeremonie beizuwohnen. Dabei handelte es sich seit der Wende in der ehemaligen DDR um die erste Vereidigung auf Rügen.

40 Rekruten der Marinetechnikschule Parow wurden erstmals auf der Insel Rügen vereidigt. Rund 2.300 Gäste wohnten der Vereidigung am 18. Mai auf dem Binzer Kurplatz bei.

Foto: Günther

Kapitän zur See Heribert Brauckmann, Kommandeur der Marinetechnikschule Parow, begrüßte die angetretenen Rekruten und betonte, dass diese jungen Menschen durch ihren Eid bzw. das Gelöbnis schwören, ihrem Land treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer verteidigen werden. Gleichzeitig verwies der Kommandeur auch darauf, dass die erste Vereidigung auf Initiative von Kerstin Kassner (PDS), Landrätin der Insel Rügen, zustande gekommen sei. Diese bestätigte nach der Zeremonie gegenüber unserer Zeitung, dass sie nach ihrem Amtsantritt das Gespräch mit der Marinetechnikschule gesucht habe, um einmal eine Vereidigung auf die Insel Rügen zu holen.

Sie bezeichnete denn auch in ihren Worten diesen Tag "als besonderen Moment" für die Rekruten und unterstrich dabei, dass "Rügen seine Vergangenheit mit dem Militär in Dranske und in Prora nicht einfach wegwischen könne". Sie hofft, dass es auch künftig Vereidigungen auf der Insel geben kann.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Bartels vom Verteidigungsausschuss des Bundestages betonte, dass "die Rekruten Risiken für sich in Kauf nehmen, um Gefahren für andere abzuwenden".

Nach den Ansprachen erfolgten der Eid (für Zeitsoldaten) bzw. das Gelöbnis der 40 Rekruten, musikalisch eingefasst vom Pommernlied und der Nationalhymne.



Ehrung für Admiral Baltzar Bogislaus Graf von Platen

Denkmaleinweihung am 21. Mai 2004 in Schaprode / Rügen im Wandel der Zeiten (Teil 86)

Von Wolfgang Urban
Schaprode. Eine für Rügen in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Einweihung eines Gedenksteines war am 21. Mai 2004 in Schaprode zu erleben. Die Einweihungsrede wurde ohne Übersetzung in schwedischer Sprache gehalten. Die vor allem aus zwei schwedischen Bussen ausgestiegenen Gäste erlebten eine überaus lebendige Gedenkrede, die mit einem so verschmitzten Humor vorgetragen wurde, dass sie immer wieder zum Lachen führte. Den meisten der wenigen deutschen Gäste blieb da nur die Freude über die lachenden Schweden und die Wissenserweiterung angesichts der verteilten schriftlichen Fassung der Rede von Claes-Göran Österlund, die sich auf die ernsten Fakten konzentrierte.

Der Literaturwissenschaftler Prof. Gunnar Müller-Waldeck brachte die Entwicklung in Gang, die zu einem Gedenkstein für Admiral Baltzar Bogislaus Graf von Platen in Schaprode auf Rügen führte. Ansprache von Claes-Göran Österlund. Dergleichen trug einst Admiral Baltzar Bogislaus Graf von Platen. Nur die Kleidungsgröße war anders, denn der berühmte Rüganer war kleiner als Direktor Österlund. Admiral Baltzar Bogislaus Graf von Platen (1766 - 1829). Er wurde in der rügisch-pommerschen Schwedenzeit auf Rügen geboren und u.a. durch die Errichtung des Göta Kanals in Schweden berühmt.

Als der jetzt in Schaprode geehrte Admiral Baltzar Bogislaus Graf von Platen am 29. Mai 1766 auf dem Gut Dornhof bei Schaprode geboren wurde, war der schwedische König der Landesvater der Rüganer. So wie andere rügensche Adelsgeschlechter verfügten auch die von Platen damals über Landbesitz im heutigen Schweden. Dort betrieb Baltzar Bogislaus von Platen nach seinem Militärdienst einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb, und zwar am Vänersee in der Nähe der schwedischen Westküste. Ihm war es schließlich zu verdanken, dass von diesem See bis nach Söderköping an der Ostsee der Göta Kanal gebaut wurde.

Der auf Rügen lebende Bogislav von Platen unterstützte die von Prof. Müller-Waldeck unterbreitete Idee zur Ehrung von Baltzar Bogislaus von Platen in seiner Geburtsheimat. Er erreichte dafür die Unterstützung des schwedischen Teils der Familie von Platen. Die entscheidende Förderung kam dann von der Göta-Kanal-Gesellschaft, die den Gedenkstein stiftete und deren Direktor, Claes-Göran Österlund, die Einweihungsrede hielt.

Fotos (5): Urban

Zusammen mit einem Kanal von Trollhättan am Vänersee und dessen Anschluss in Richtung Westen zum Kattegat entstand damit eine Wasserstraße quer durch Südschweden von der Ostsee bis zum Kattegat nördlich von Göteborg. Dafür bedurfte es großer Anstrengungen und finanzieller Mittel. Bedeutungsvoll war dabei nicht nur, dass sich mit der neuen Wasserstraße der Transportweg von der westlichen zur östlichen Küste Südschwedens erheblich verkürzte. Vielmehr brauchten die Schiffe damit auch nicht mehr durch den Öresund. Das war natürlich ein Ärgernis für die Dänen, die dort Zoll erhoben. Was letztendlich zum großen schwedischen Vorteil wurde, war in der Zeit der Planung durchaus heftig umstritten.

Mit viel Humor und so manch einem nachdenklich stimmenden Vergleich zu Investitionsvorhaben der Gegenwart würdigte Claes-Göran Österlund, der heutige Direktor des Göta Kanals, die Kanalbauleistung von Baltzar Bogislaus von Platen. So erinnerte er u.a. daran, dass das Vorhaben wohl kaum genehmigt worden wäre, wenn man dessen Kosten von vornherein im vollen Umfang benannt hätte. Ein Vorgang mit vielen Wiederholungen im Wandel der Zeiten. Gleiches gilt für das notwendige Einfluss- und Beziehungsgeflecht nebst des energischen persönlichen Einsatzes für das Gewollte.

In der schriftlichen Fassung seiner Rede würdigte Claes-Göran Österlund all dies mit den Worten: "Baltzar Bogislaus von Platen... gilt auch heute noch bei uns in Schweden als einer der ganz Großen: Er war Graf, Admiral und Politiker. Er war eine Persönlichkeit mit Charisma; eine Persönlichkeit, der man Respekt gezollt hat, er war furchtlos, er hatte Visionen - und er hatte einen Willen aus Stahl! Leute, die sein Blick getroffen hat, haben das nie vergessen. Er war gut bekannt mit dem schwedischen Königshaus. Als Politiker - er war Minister geworden - setzte er, nach vielen Kämpfen mit der schon damals schwerfälligen Bürokratie, am 11. Mai des Jahres 1810 im Reichstag den Beschluss zum Bau des Göta Kanals durch... Er hatte geplant, gerechnet, informiert und intrigiert, er konnte Kanal-Gegner mehrfach von seinen Plänen überzeugen und mit großem Enthusiasmus auch die Finanzierung für den Kanal sichern. Ohne Baltzar von Platen wäre der Göta Kanal nie zustande gekommen!"

Eröffnet wurde der 190,5 km lange Kanal nach 22 Jahren Bauzeit im Jahr 1832.



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