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Von Robby Günther
Bergen auf Rügen.
Stagnation im Tourismus ! Der deutsche Urlauber gibt
weniger Geld aus und reist nicht mehr soviel ! Schlagzeilen, die die
Branche in den letzten Wochen nachdenklich stimmten. Die bis dato
unbestrittene Wachstumsbranche Tourismus steht vor einer
"Stagnation", meldete dieser Tage das
BAT-Freizeit-Forschungsinstitut Hamburg.
Auslöser der Hiobsbotschaften ist der auch als Tourismuspapst bekannte
Prof. Horst Opaschowski. Jedoch, sind es wirklich Hiobsbotschaften ? Quo
vadis Rügen ? Deutschlands größte Insel rechnet auch in
diesem Jahr mit einer Steigerung der Gäste- und
Übernachtungszahlen. Eine Rüganer-Umfrage belegt zumindest, dass
die gewerbliche Vermietung mit den bisher getätigten Nachfragen gut
leben kann. Erfahrungsgemäß kommt besonders über die
Feiertagswochenenden kurzfristig ein weiterer Schub und der allgemeine
Trend geht vermehrt zum Urlaub im eigenen Land.
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17 Teilnehmer haben am letzten Montag ihren Abschluss im Lehrgang
"Gehobene Küche" im Rahmen der Winterakademie absolviert.
Foto: Günther
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Dieses Themas nahmen sich auch über 20 Leistungsträger aus
Hotellerie und Gastronomie während des am zurückliegenden Montags
stattgefundenen Wirtestammtisches des Regionalverbandes Rügen des
Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa)
Mecklenburg-Vorpommern an.
Ist der Tourismus-Boom zu Ende ? Wird die Reisebranche von einer Rezession
heimgesucht und können die erreichten Zahlen nicht mehr überboten
werden ? Für viele der anwesenden Touristiker Fragen, die klar mit
"Nein" beantwortet wurden.
Zwar haben sich die prozentualen Zahlen bei der durchschnittlichen
Aufenthaltsdauer von 1991 bis heute verringert, doch das Reiseverhalten an
und für sich ist ausschlaggebend, sind sich alle Anwesenden an diesem
Montagnachmittag sicher. So suchen die Deutschen vermehrt Reiseziele aus,
die mit der Bahn oder dem Auto erreicht werden können. Und, so wurden
Aussagen von Prof. Opaschowski zitiert, die Anzahl der Kurzreisen steigt.
Bestimmen gerade im Sommer Familien und junge Leute das Bild der Orte und
Seebäder, sind es in der Vor- und Nachsaison ältere Reisende, die
auch mehr Geld ausgeben können und dies bei den richtigen Angeboten
auch tun. Gewinner Nummer eins dabei : Wellness-Angebote (Der Rüganer
berichtete). Gewinner Nummer zwei : Genießen und Dienstleistungen.
Und genau dort setzen die Lehrgänge der Winterakademie an, sind die
Verantwortlichen überzeugt.
Rügen kann von Reisetrends profitieren
Der reisende Deutsche entdeckt im Zeitalter von Flugangst, unsicherer
Weltlage und Familiensinn wieder die Nahziele. Dass Deutschland eines der
beliebtesten Reiseziele ist, haben Umfragen und Zahlen in den letzten
Jahren ausgiebig belegt. Und es sind Steigerungen möglich.
Damit das Reiseziel Rügen in der Skala der besten deutschen
Destinationen weiter auf einem oberen Platz rangiert, dafür gibt es
viele Unternehmungen und Anstrengungen. Eine davon ist seit einigen Jahren
die Winterakademie, die in Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis, der REDEG
mbH, der Industrie- und Handelskammer und mehreren Bildungsträgern auf
der Insel mit Erfolg durchgeführt wird, wie die
Projektverantwortlichen auch wieder am zurückliegenden Montag mit ein
bisschen Stolz im Ton sagen konnten.
Zahlreiche Teilnehmer der Lehrgänge "Gehobene Küche"
und "Gehobener Service" kochten und kredenzten ihr Können,
das sie in den zurückliegenden Wochen von Meistern ihres Faches
vermittelt bekommen haben.
Karl Haag, Küchenchef der Grone-Schule und seit zehn Jahren beim
Bildungsträger, zeigte sich beispielsweise mit dem Engagement der 17
Teilnehmer in weiß hoch zufrieden. Das konnten auch
Küchenmeister Ralf Hiener aus Süderholz und René Zühr
von der Binzer "Orangerie Granitz" bestätigen, die Karl Haag
während des Lehrganges zur Hand gingen, um den interessierten
Küchendamen und -herren zu mehr Wissen zu verhelfen.
Geradezu hektische Geschäftigkeit herrschte am Montag, um alles
für das große Menü vorzubereiten. Denn immerhin wurden
durch die Damen und Herren in Küche und Service keine geringeren
Gäste als die eigenen Chefs bekocht und bedient.
Während des Wirtestammtisches des DeHoGa Rügen wurde auch eines
wieder ganz klar. Es wird künftig einen harten Konkurrenzkampf
zwischen der Nord- und der Ostsee geben. "M-V kontra
Schleswig-Holstein", so auch das Fazit von Prof. Opaschowski, der sich
auch mit Blick auf die fast 20 Millionen Übernachtungen im Jahr 2001
im nordöstlichen Bundesland der Republik fast sicher ist, dass die
"Wellen noch höher schlagen werden". Gemeint hat er damit
die Platzierung von guten Produkten in einem guten Tourismus, der für
gutes Geld angeboten werden kann und muss.
Immerhin 23 Prozent der Deutschen votieren in diesem Jahr für einen
Urlaub in Deutschland (20 Prozent im Jahr 2001). Und diese drei Prozent
bedeuten einen Zugewinn von immerhin 1,9 Millionen potenziellen
Urlaubsreisenden für deutsche Destinationen. Davon sollte auch die
Insel Rügen profitieren können.
Hinzu kommt ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Teil von Deutschen
(29 Prozent), die sich gegenwärtig noch überlegen, wo sie ihre
schönsten Tage im Jahr verleben wollen. Obwohl Urlaub auf der
Konsumliste "nur" Platz vier einnimmt, sind steigende Zahlen das
Ergebnis harter Arbeit der einzelnen Leistungsträger.
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