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13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 27. Februar - 5. März 2001 unabhängig - überparteilich

Radeln zum Erlebnis-Kap im Norden

Sturmwanderungen gehören zum erfolgreich verwirklichten Veranstaltungskalender

Von Wolfgang Urban

Putgarten.
Wie geht man mit dem immer wiederkehrenden Sturm auf Rügen am besten um? Zweifelsohne ist es sinnvoll, sich bei stürmischen Winden mit Glatteis und Schnee nicht unnötig auf Wege zu begeben. Aber oft bläst der Wind auch ohne Schnee und Eis und die Sonne schaut seinem Treiben dabei zu. Für Wanderer und Radler ist dann vielerorts jene wildromantische Schönheit von Rügen zu erleben, die zur Faszination unserer Heimat gehört.

Vor einigen Wochen kamen zwei junge Frauen nur aus einem einzigen Grund über das Wochenende von Berlin nach Rügen: Sie wollten gerne einmal eine stürmische See erleben. Was für uns Rüganer selbstverständlich und manchmal recht problematisch ist, gehört für Fremde zu einer unbekannten Welt, die vielleicht immer mehr von ihnen magisch anzieht. Steril sanierte oder gar verfallende Wohngegenden in der Ferne fördern diesen Trend ebenso wie Computer- und ähnliche Arbeitsplätze, an denen der Mensch von seinem natürlichen Sein entfremdet ist und Sehnsucht nach einer anderen Welt empfindet.

Angesichts von vereisten Wegen, von Schnee und Sturm in der vergangenen Woche ist es kaum noch vorstellbar, dass dieses Foto nur wenige Tage zuvor entstand, als auch noch Krokusse blühten. An jenem 17. Februar nutzten Radfahrer das schöne Wetter mit gut befahrbaren Wegen, um entlang der Steilküste nach Kap Arkona zu radeln. Der Weg dahin führt vorbei am Hünengrab von Nobbin.

"Hier ist gut sein", predigte Kosegarten in einer vergleichenden Weise schon vor rund 200 Jahren am Ufer des Windlandes, auch Wittow genannt. Daran geändert hat sich nichts. Nur die Ökonomie, die Technik und die Wissenschaft befinden sich genauso wie die gesellschaftlichen Verhältnisse auf einer höheren Stufe der Entwicklungsleiter des menschlichen Lebens. Sie haben dabei alte Probleme reproduziert und Neue hinzugefügt.

In beispielhafter Weise hat man sich am Kap Arkona darum bemüht, dass Beste aus all dem zu machen. Mit dem Aufbau einer touristischen Infrastruktur wurde die Verweildauer von Urlaubern am Kap erweitert. Das war die Voraussetzung für eine ­p; ökonomisch gesprochen ­p; "erhöhte Wertschöpfung" am Kap und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Auch den Sturm hat man in das erlebnisreiche Angebot eingebunden. Schon seit Jahren gehören Sturmwanderungen zum erfolgreich verwirklichten Veranstaltungskalender.

Viele Angebote und Ausbau der Infrastruktur

Nicht nur Sturmwanderungen gab es in diesem Jahr bereits in der Gemeinde Putgarten. Während diese am Kap Arkona stattfanden, war der Veranstaltungsort der bereits durchgeführten zwei Kinderfeste der "Rügenhof Arkona", der sich im Dorf Putgarten befindet. Veranstaltet wurde auch wieder das schon traditionelle Hochzeitstreffen zum Valentinstag. Das kündet davon, dass in der Gemeinde im Nordosten von Rügen wirklich ganzjährig etwas angeboten wird und nicht nur zur Saison. Ganz in diesem Sinne geht es im März weiter.

Tag der Offenen Tür und Reiseleitertag

Am 23. März wird es einen "Tag der Offenen Tür" am Kap Arkona geben. An diesem "Tourismustag am Kap" werden u.a. kostenlose Bunkerführungen angeboten. Eingeladen wird dann auch wieder zu einer Sturmwanderung. Am 24. März folgt der schon traditionelle "Reiseleitertag auf dem Rügenhof und auf dem Flächendenkmal Arkona".

Osterangebote

Vielfältig ist das Angebot in der Osterzeit. Am 29. März wird ab 13 Uhr auf dem Rügenhof zum Osterbasteln eingeladen und ab 18 Uhr zum traditionellen Osterfeuer auf dem Rügenhof sowie zum Grillabend im Garten des Rügenhofes. Am folgenden Tag steht "Frühlingsfest" auf dem Programm.

Für ungeduldige Kinder soll es an diesem 30. März um 11 Uhr einen Kurzbesuch des Osterhasen geben. Auch weitere Angebote gibt es an diesem Tag für Kinder. Abends wird zur Nachtwanderung eingeladen. Am 31. März besucht dann Hoppel der Osterhase mit vielen Überraschungen den Rügenhof. Um 10 Uhr und um 14.30 Uhr soll das Suchen der Osternester im Kräutergarten beginnen.

Veränderungen auf dem Rügenhof

Bei der Wahrnehmung der Angebote in der Gemeinde Putgarten werden wiederkehrende Besucher im Jahr 2002 immer wieder Veränderungen bemerken. Dazu sagte Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann in der vergangenen Woche: "Der Spielplatz und der Gutshofgarten werden in diesem Jahr weiter ausgebaut und für Veranstaltungen genutzt. In der gesamten Rügenhofanlage wird der Erlebnisbauernhof weiter ausgebaut.

Die gesamten Außenflächen werden beräumt und die landwirtschaftlichen Geräte beschriftet. Es beginnen systematische Führungen auf dem Hof." Ferner teilte der Bürgermeister mit, dass die Fläche für den zukünftigen Bau der Brauereigaststätte beräumt wird und ab Ostern eine Fischräucherei auf dem Rügenhof eröffnet.

Am Teich hinter dem Rügenhof soll das rekonstruierte Windschöpfrad in diesem Jahr aufgestellt werden. Restauriert wird zur Zeit auch ein Boot. Es soll noch in diesem Jahr am Orts-eingang von Putgarten als Begrüßung für die Gäste platziert werden. Vollkommen leer geräumt werden soll die Scheune. Auf diese Weise wird sie zur Rekonstruktion vorbereitet.

Das Gutshaus auf dem "Rügenhof Arkona" in Putgarten. Was hier neu entsteht, erfahren Sie im Artikel nebenan.

Fotos (3): Urban.
Verschwindendes Gebäude an der Dorfstraße in Putgarten. Einst war es ein Kälberstall. Dann wurde das weiße Haus zwischenzeitlich als gastronomische Einrichtung genutzt. Die jetzige Beräumung macht Platz für den Bau einer Brauereigaststätte.

Sie soll danach weiterhin als Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude genutzt werden. Auch das Gutshaus verändert sich. Das Foto oben zeigt die schon fertige Außenhülle. Jetzt folgen Investitionen zum inneren Umbau. Im Jahr 2003 soll der Rügenladen in das Gutshaus umziehen und im Haus auch ein Rügenproduktecafé einziehen.

Wandel am Kap

Neues wird es in diesem Jahr auch direkt am Kap geben. Die erste Ausstellung in der Nebelbeobachtungsstation, dem nördlichsten Gebäude der Insel Rügen, soll eröffnet werden. Sie wird der Seenotrettung und der Geschichte der Leuchttürme gewidmet sein. Für eine erste Ausstellung wird auch der große einstige "Marine -Führungsbunker" vorbereitet. Geplant ist auch eine archäologische Ausstellung zur Geschichte des Burgwalls. Sie soll im Peilturm, also in Sichtnähe des Burgwalls, platziert werden.


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