100 Tage Kerstin Kassner
Die "Schonzeit" für Rügens neue Landrätin ist seit
gestrigem Dienstag vorbei
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Landrätin Kerstin Kassner (PDS) lud am letzten Freitag zum
Pressegespräch ein.
Foto : Günther
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Von Robby Günther
Bergen auf Rügen.
Schonzeit hatte sie keine, bekannte Landrätin
Kerstin Kassner von der PDS gegenüber der versammelten regionalen
Presse anlässlich eines Gespräches, das ihre 100 Tage-Bilanz zum
Inhalte hatte. Darüber kann sich der politisch interessierte
Rüganer sicher trefflich streiten, ob das wirklich so war.
Wie dem auch sei, Rügens Landrätin hat sich in den
zurückliegenden drei Monaten mit den Aufgaben innerhalb der
Landkreisverwaltung vertraut gemacht, hat handelnde Personen kennen gelernt
und auch ihre Grenzen sowie Möglichkeiten ausgelotet, ließ sie
die Presse am zurückliegenden Freitag wissen.
"Schöne, spannende aber auch enttäuschende Momente"
durchlebte Kassner als Nummer eins auf dem Stuhl der Landrätin
seitdem. Bisher hat sie es nicht "eine Sekunde bereut", sich zur
Wahl zu stellen und diese auch anzunehmen. Bloß mit den Ergebnissen
wird es eine Weile dauern. Denn, so Kerstin Kassner,
"Veränderungen in der Verwaltung sind nur schwerfällig zu
erreichen". In diesem Zusammenhang spielt auch die Vorgehensweise der
Verwaltungsspitze vor ihrem Amtsantritt eine Rolle. "Die Kollegen in
der Verwaltung sind verunsichert", bemerkt die Neue.
Doch das soll so nicht bleiben, hat sie sich fest vorgenommen. "Ich
habe nur dann eine Chance, wenn ich eine transparente Politik
gestalte", hatte Kerstin Kassner zu Beginn ihrer Amts-
zeit gesagt. Davon will sie künftig auch nicht abrücken. Dass in
diesem Zusammenhang schmerzhafte Entscheidungen anstehen werden,
kündigte sie am letzten Freitag an.
"Alles muss auf den Prüfstand, um einen ausgeglichenen Haushalt
für den Landkreis zu haben", so Kassner. Denn auch am Ende ihrer
Amtszeit will die Landrätin einem selbstständigen Kreis
vorstehen, wie sie in die Zukunft blickt. Dabei bezeichnet sie die Lage des
Kreises "dramatischer" als die der einzelnen Kommunen.
Aus diesem Grund kommt in den nächsten Monaten unter anderem die
Kreisumlage auf den Tisch. "Der Landkreis übernimmt zahlreiche
Aufgaben für die Gemeinden. Deshalb müssen wir als Kreis
über finanzielle Veränderungen nachdenken, die Konsequenzen
für die einzelnen Gemeinden mit sich bringen werden", so die
Landrätin.
Einen harten Sparkurs der Verwaltung hatte sie ja in der jüngsten
Vergangenheit gegenüber dem Rügener Kreistag angekündigt,
die Umsetzung der einzelnen Aufgaben fehlt allerdings noch, besieht sich
der neutrale Beobachter die Habenseite der Verwaltungschefin. Doch dass die
Umsetzung des Personalentwicklungskonzeptes "nicht Aufgabe des
Kreistages, sondern der Verwaltung ist", so Kassner, lässt darauf
schließen, dass es ernst wird mit dem Sparen . . . ?
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