D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

13. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 27. Februar - 5. März unabhängig - überparteilich

100 Tage Kerstin Kassner

Die "Schonzeit" für Rügens neue Landrätin
ist seit gestrigem Dienstag vorbei

Landrätin Kerstin Kassner (PDS) lud am letzten Freitag zum Pressegespräch ein.

Foto : Günther

Von Robby Günther

Bergen auf Rügen.
Schonzeit hatte sie keine, bekannte Landrätin Kerstin Kassner von der PDS gegenüber der versammelten regionalen Presse anlässlich eines Gespräches, das ihre 100 Tage-Bilanz zum Inhalte hatte. Darüber kann sich der politisch interessierte Rüganer sicher trefflich streiten, ob das wirklich so war.

Wie dem auch sei, Rügens Landrätin hat sich in den zurückliegenden drei Monaten mit den Aufgaben innerhalb der Landkreisverwaltung vertraut gemacht, hat handelnde Personen kennen gelernt und auch ihre Grenzen sowie Möglichkeiten ausgelotet, ließ sie die Presse am zurückliegenden Freitag wissen.

"Schöne, spannende aber auch enttäuschende Momente" durchlebte Kassner als Nummer eins auf dem Stuhl der Landrätin seitdem. Bisher hat sie es nicht "eine Sekunde bereut", sich zur Wahl zu stellen und diese auch anzunehmen. Bloß mit den Ergebnissen wird es eine Weile dauern. Denn, so Kerstin Kassner, "Veränderungen in der Verwaltung sind nur schwerfällig zu erreichen". In diesem Zusammenhang spielt auch die Vorgehensweise der Verwaltungsspitze vor ihrem Amtsantritt eine Rolle. "Die Kollegen in der Verwaltung sind verunsichert", bemerkt die Neue.

Doch das soll so nicht bleiben, hat sie sich fest vorgenommen. "Ich habe nur dann eine Chance, wenn ich eine transparente Politik gestalte", hatte Kerstin Kassner zu Beginn ihrer Amts-
zeit gesagt. Davon will sie künftig auch nicht abrücken. Dass in diesem Zusammenhang schmerzhafte Entscheidungen anstehen werden, kündigte sie am letzten Freitag an.

"Alles muss auf den Prüfstand, um einen ausgeglichenen Haushalt für den Landkreis zu haben", so Kassner. Denn auch am Ende ihrer Amtszeit will die Landrätin einem selbstständigen Kreis vorstehen, wie sie in die Zukunft blickt. Dabei bezeichnet sie die Lage des Kreises "dramatischer" als die der einzelnen Kommunen.

Aus diesem Grund kommt in den nächsten Monaten unter anderem die Kreisumlage auf den Tisch. "Der Landkreis übernimmt zahlreiche Aufgaben für die Gemeinden. Deshalb müssen wir als Kreis über finanzielle Veränderungen nachdenken, die Konsequenzen für die einzelnen Gemeinden mit sich bringen werden", so die Landrätin.

Einen harten Sparkurs der Verwaltung hatte sie ja in der jüngsten Vergangenheit gegenüber dem Rügener Kreistag angekündigt, die Umsetzung der einzelnen Aufgaben fehlt allerdings noch, besieht sich der neutrale Beobachter die Habenseite der Verwaltungschefin. Doch dass die Umsetzung des Personalentwicklungskonzeptes "nicht Aufgabe des Kreistages, sondern der Verwaltung ist", so Kassner, lässt darauf schließen, dass es ernst wird mit dem Sparen . . . ?


"Sail away" ist diesmal live

Sänger Hans Hartz hat bei Störtebeker angeheuert

Erste Dienstbesprechung von Hans Hartz (rechts) mit Regisseur Roland Oehme (mitte) und Intendant Peter Hick

Foto: Wuitschik

Ralswiek (tw). Wenn in diesem Jahr das Schlußlied "Sail away" bei den Störtebeker Festspielen ertönt, dann ist es live gesungen. Hans Hartz ("Die weißen Tauben sind müde", "Nur Steine leben lang") wird in der Spielzeit 2002 der Sänger der Balladen sein. "Eigentlich ist er ja seit neun Jahren dabei. Ich freue mich riesig, dass er jetzt leibhaftig auf der Bühne steht und mitwirkt.

Er komponiert und textet selber, seine Stimme hört sich praktisch nach Sand und Meer an", so Intendant Peter Hick. Hartz soll neue musikalische Akzente setzen, freut sich auf die Arbeit. Die Festspiele wissen eben immer wieder zu überraschen. Was kommt noch?


Olympia

Bewerbungen

Bergen auf Rügen (DR). Gegenwärtig bereiten der Landkreis Rügen und die Hansestadt Stralsund gemeinsam mit dem Partner BUG GmbH die Bewerbung um die Segelwettbewerbe im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 2012 vor.

Alle drei Seiten stimmen darin überein, dass das Olympia-Büro in Stralsund eingerichtet wird. Das Büro ist für die Koordinierung, das Management und die Vermittlung zuständig.

Die Partner wollen zahlreiche Sponsoren für die Olympiabewerbung gewinnen. Anreiz kann hierbei die Vergabe eines Titels "Unterstützer in der Region Rügen / Stralsund für die Olympiabewerbung 2012" sein.


Provisionen steigen ab 2003

Fremdenverkehrsverein Sellin beschloss auf Jahreshauptversammlung
den Haushalt 2002

Ostseebad Sellin (gü). Erhöhte Provisionen kommen auf die Mitglieder des Fremdenverkehrsvereins Sellin zu, die ihre Zimmer durch die Tourist-Information des Vereins vermitteln lassen ! Die jetzigen zehn Prozent werden ab 2003 auf 15 Prozent erhöht, informierte Matthias Scheibe, stellvertretender Vorsitzender des Vereins während der Jahreshauptversammlung am letzten Freitag.

Das Interesse der rund 180 Mitglieder an der diesjährigen Versammlung hielt sich allerdings arg in Grenzen. Knapp 20 Mitglieder hatten sich auf der Seebrücke eingefunden, um dem Bericht des Vorstandes zu folgen und um über den Haushalt 2002 sowie die neue Beitragsordnung abzustimmen. Beide Vorlagen waren nicht unumstritten, deshalb wurden sie abschließend auch nur mehrheitlich abgesegnet.

Der Haushalt des Vereins in diesem Jahr sieht bei den Einnahmen und Ausgaben 227.900 Euro vor, wie Scheibe weiter informierte. Ist damit ein ausgeglichenes Ergebnis avisiert, schloss der Haushalt des letzten Jahres mit einem Minus von rund 220 Euro ab. Die erhöhten Provisionen wurden unter anderem damit begründet, dass viele Vermieter mittlerweile ihre Zimmer vermehrt selbst an den Gast bringen.

"Die Kosten für die Tourist-Information bleiben allerdings bestehen bzw. steigen", so der Vorstand. Zusätzliche Kosten will der Verein in die Werbung für Sellin investieren. In der Information des Vereins arbeiten derzeit vier vollbeschäftigte Mitarbeiter. Der Personalaufwand ist im neuen Haushalt mit fast 90.000 Euro vermerkt und damit der größte Posten bei den Ausgaben.

Auch die Mieten sind in den letzten Jahren immer wieder gestiegen. Im neuen Etat sind dafür 19.500 Euro veranschlagt (1999 waren es noch rund 8.000 Euro). An Mitgliedsbeiträgen will der Verein in diesem Jahr 15.000 Euro einnehmen, bei den Provisionszahlungen sind 107.000 Euro eingestellt.

Die Zahlen der Tourist-Information für das Jahr 2001 lassen Vorstand und Mitarbeiter auf ein erfolgreiches Jahr 2002 hoffen. Insgesamt 7.521 Prospektanforderungen wurden bearbeitet. Das ist eine Steigerung von 1.159 zum Jahr 2000. Telefonische Auskünfte zu den Selliner Quartieren wurden 18.346 registriert, auch hier eine Steigerung um 2.435.

Doch bei den vermittelten Buchungen ist ein Rückgang von 719 zu verzeichnen. Hier wurden 2.558 Buchungen realisiert. Damit konnten 8.024 Gäste begrüßt werden, die für 48.155 Übernachtungen sorgten. Auf den ersten drei Plätzen sind Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Berlin zu finden.


Kleinod mit neuem Leben

Sanierung des Kleinbahnhofs rückt in greifbare Nähe

Ostseebad Binz (gü). Historische Erlebniswelten sollen im restaurierten Kleinbahnhof nach umfangreichen Baumaßnahmen zu sehen sein. Darüber und über die weitere Vorgehensweise bei dem Projekt informierte jetzt Norbert Diener, stellvertretender Kurdirektor, gegenüber dieser Zeitung.

Demnach habe die Kurverwaltung mit dem Landkreis Rügen einen Erbbaurechtsvertrag über das betreffende Grundstück abgeschlossen, die Liegenschaft ist zwischenzeitlich gekauft worden. Vom Wirtschaftsministerium des Landes ist für den kommenden Mai ein Zuwendungbescheid für die rund 1,13 Millionen Euro schwere Investition in Aussicht gestellt worden. "Es sind zwar 90 Prozent Förderung beantragt worden, ob wir diese Summe allerdings erhalten bleibt abzuwarten", so Diener weiter.

Die Förderung gilt allerdings nur für einen Teil des Bahnhofs. Der Teil, in dem künftig die Gastronomie (rund 270 Quadratmeter Fläche) untergebracht werden soll, wird lediglich als Rohbaumaßnahme gefördert. Immerhin gibt es bereits mehrere Interessenten, die sich eine gastronomische Nutzung vorstellen können, sagt der Mitarbeiter der Kurverwaltung in diesem Zusammenhang. Und der Pächter muss dann natürlich die Ausstattung auch ohne Förderung bezahlen können.

Auf der anderen Seite des Gebäudes sollen der Warteraum und der Fahrkartenverkauf wieder im Ambiente der 20er-Jahre erstrahlen. Der ehemalige Gepäckboden soll als Ausstellungsfläche in das Konzept integriert werden. Hierum will sich der Förderverein der Rügenschen Kleinbahn kümmern, so Diener.

Ergänzend findet der reisende Gast im dann sanierten Kleinbahnhof auch eine neue Informationsstelle sowie Toiletten für die Öffentlichkeit auf der Bahnsteigseite.



Zur Startseite "Der RÜGANER - Die Zeitung für die Insel".
© DER RÜGANER, Weiterveröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages!

Ruegen-Logo Informationen zur Insel Rügen auch über www.ruegen.com   © wild-east®marketing
Impressum